wenn mir die Arbeit im Weg steht, weil ich gerade etwas andere lieber mache.
Das habe ich ganz stark und eigentlich permanent, ich weiß nicht warum sich manche nicht selber beschäftigen können, mein Vater sagt immer, er wüsste gar nicht was er außer Arbeit tun sollte, aber ich hätte die ganze Zeit was Besseres zu tun. Richtig übel wird es dann, wenn man eigentlich nichts zu tun hat, aber trotzdem die Zeit absitzen muss.
Mein Arbeitsstil ist eher sehr konzentriert und ungestört arbeiten, und dann ist man schonmal schneller fertig. Es wäre toll, wenn man dann auch früher gehen dürfte, wenn das Ziel erreicht ist, stattdessen muss man seine Arbeit auf 8 Stunden strecken, man soll sich den Kollegen anpassen oder bekommt immer mehr Arbeit damit man nicht fertig wird, die letzten Stunden kann man sich eh kaum noch konzentrieren. Viele retten sich dann in den Plausch mit Kollegen, aber das ist auch keine Erholung für mich.
Ich bin auch sehr introvertiert, also die ganze Zeit um Menschen herum zu sein ist echt anstrengend und entspricht überhaupt nicht meiner Natur. Keine Ahnung wie man in nem Großraumbüro konzentriert arbeiten soll, aber in nem Zweierbüro war ich zwar noch nicht, aber da hätte ich glaube Sorge, dass ich mich dauernd mit dem Kollegen unterhalten muss, weil ja kein anderer da ist.
Nach der Arbeit ist man komplett platt und macht gar nichts mehr. Dann fragt man sich, ob man nur lebt um zu arbeiten. Man leidet halt immer so vor sich hin und die Kollegen fragen sich was denn mit dem los ist.
Dann will man vielleicht wenigstens die Mittagspause alleine verbringen, damit es auch wirklich ne Pause ist, aber dann ist man direkt schon wieder Außenseiter. Mein Vater sagt dann auch seine Freunde sind auf der Arbeit, aber ich bin irgendwie nur gestresst so lange unter Menschen zu sein, selbst wenn sie nett sind. Das ändert sich auch nicht wirklich, wenn die richtig toll sind. War in der Schule auch schon so. Ich glaube ich nehme einfach mehr Reize auf als andere. Ich bin immer reizüberflutet und suche Ruhe in mir selber.
War jetzt ein paar Jahre Solo-selbstständig als Übersetzer/Texter zu Hause und das ist viel besser, man teilt sich seine Zeit selber ein, habe so 4-6 Stunden gearbeitet, mit Pausen zwischendurch, wenn ich mich nicht konzentrieren konnte und dafür meistens 7 Tage gearbeitet, Wochenende brauchte ich nicht, weil man sich jeden Tag auch so genug erholt hat. Danach kann man sich noch mit Freunden treffen, da bin ich dann auch nicht so gestresst oder platt.
Oder manchmal hat man einfach mal einen Tag Urlaub gemacht, wenn man so gar nicht wollte. Aber ich versinke in Urlaub und Wochenende auch schnell und dann ärgert man sich, wenn man wieder anfangen muss zu arbeiten. Wie das typische sonntags schon an Montag denken. Wenn man 7 Tage wenig arbeitet, denkt man nicht mehr daran welcher Wochentag ist. Man steht einfach auf, arbeitet ein bisschen, erholt sich, arbeitet noch ein bisschen und erholt sich. Wenn es ne knappe Deadline gibt, arbeitet man natürlich so lange bis man fertig ist und guckt das man danach frei macht.
Ein Nachteil ist, dass man mit eigenem Unternehmen, eigentlich nie wirklich Feierabend hat, man denkt immer irgendwie dran und sucht sich die nächsten Aufträge. Wenn man nicht arbeiten kann, gibts auch kein Geld. Bei Unternehmen konnte ich einfach gehen und bin nicht mehr verantwortlich, werde noch bezahlt wenn ich krank bin etc.
Man freut sich auch wieder mehr, wenn man dann mal Menschen sieht, die man im Arbeitsalltag nicht hatte, aber verdiene leider zu wenig und bin nicht gut im Netzwerken/Kundenakquise. Stehe jetzt vor ner Festanstellung als Softwaretester und der Lichtblick sind 3 Homeoffice Tage und flexible Vertrauensarbeitszeit und IT-Menschen, die mir ähnlich sind und sich schon lange Homeoffice erkämpft haben. Möge die Automatisierung weitergehen, bis wir irgendwann gar nicht mehr arbeiten müssen.
Ich frage mich immer, ob ich mir nicht mit meinen Urlaubstagen eine 4 Tage Woche basteln kann, damit man wenigstens nur 4 mal platt ist mit 3 Tagen Erholung statt 5 Tage platt mit 2x Erholung. Wenn das nicht reicht muss ich in Teilzeit, aber dann hat man auch echt Angst vor der Rente... Man will ja auch niemandem auf der Tasche liegen.