Jape, ich glaube, du machst denselben Fehler wie ich und verurteilst dich dafür, dass du nur ein unvollkommener Mensch bist und nicht der allmächtige und allwissende Gott. Das hängt mit unserer Trauer und dem Schock und der Verzweiflung zusammen.Vielleicht habe ich mich falsch ausgedrückt.
Ich BESCHULDIDE mich ja.
Das ich nicht gehandelt habe.
Nach menschlichem Ermessen brauchtest du nicht damit zu rechnen, dass deine Frau, nur weil sie bei deinem letzten Besuch im KH keinen Appetit hatte, sich nachts übergeben und an dem Erbrochenen ersticken würde. Damit hätte wohl niemand an deiner Stelle gerechnet - und wahrscheinlich noch nicht mal eine Ärztin, ein Arzt bzw. ein/e Pfleger/in. Ich auch nicht, wenn mir ein Angehöriger gesagt hätte, ich habe im Moment keinen Appetit. Das ist ja noch ein viel harmloseres Symptom als die Beschwerden, über die mein Partner klagte und die ich wohl hauptsächlich wegen seines bis dahin jahrelangen hypochonderhaft wirkenden Verhaltens, seiner jahrelangen Ablehnung von Arztbesuchen und meiner damaligen persönlichen Stressbelastung nicht ernst genug genommen habe (wobei ich ihn ja immerhin noch dringend gebeten und ihm Druck gemacht habe, jetzt endlich zum Arzt zu gehen, aber er tat es dennoch nicht!). Deshalb brauchst du dir auch nicht vorzuwerfen, dass du die Ärzte oder Pfleger nicht darauf hingewiesen hast. Es ist nicht deine Schuld. Deine Frau war ja außerdem sogar zu dem Zeitpunkt noch bei Bewusstsein und hätte das Personal selber darauf hinweisen können. Sie hat bestimmt auch selber nicht mit diesem Verlauf gerechnet.
Es ist niemandes Schuld. Wir Menschen sind nicht Herr über Leben und Tod. Wir haben nicht alles in der Hand.
Zuletzt bearbeitet: