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Wenn das Bewerbungsgespräch zum Verhör wird

Nanook1988

Neues Mitglied
Hallo zusammen,

ich hatte soeben ein Bewerbungsgespräch für einen Bürojob und bin nach anfänglicher Freude über die Einladung nun total enttäuscht und auch wütend, da ich mir vorkam wie im Kreuzverhör und mich dementsprechend frage, ob sowas heutzutage normal ist.

Ich meine, es ist völlig okay wenn man bei etwas unklaren Formulierungen im Lebenslauf nachfragt. Aber den Bewerber auszuquetschen als säße er im Polizeiverhör wegen einer stinknormalen Bürostelle ist in meinen Augen gelinde gesagt lächerlich und übertrieben.

Natürlich will man wissen, wen man sich da eventuell ins Haus holt, aber wenn man schon von vornerein derart misstrauisch ist, dass man zu derselben (für den Job irrelevanten) Station im Lebenslauf immer wieder dieselbe Frage stellt, in der Hoffnung der Bewerber widerspricht sich vielleicht doch mal, dann finde ich das schon ziemlich armselig.

Wer ohnehin schon davon ausgeht, dass der Bewerber lügt, der sollte vielleicht einfach davon absehen, diesen Bewerber einzuladen.

Ich habe keinen besonders geradlinigen Lebenslauf und habe da auch nix beschönigt. Die Personalerin wirkte schon total voreingenommen und quetschte mich eigentlich nur zu den unangenehmen Teilen in meiner Vita aus ("wer hat Sie denn während Ihrer Arbeitslosigkeit finanziert?!" -"Welche Pflegestufe hatte Ihr Vater?")

Dann wurde ich gefragt, wie ich in Stresssituationen reagiere. Ich erzählte darauf ein wenig aus einer meiner vorherigen Stellen aus dem Jahr 2015 in einer Werbeagentur, um zu veranschaulichen, dass ich Stress von damals gewohnt bin. Da wurde mir sofort ins Wort gefallen, das könne man nicht vergleichen, ich würde erst hier lernen, was RICHTIGER Stress bedeutet, alles andere wären Peanuts.

Aha. Da kennt aber jemand meine frühere Arbeitsstelle richtig gut.

Als das Gespräch dann nach einer quälend langen Stunde endlich beendet war und ich gerade dabei war, zu gehen, kam schon der nächste Bewerber angerauscht. Ein total geschniegelter Typ in Armani mit Hornbrille und einem Mäppchen unterm Arm, in dem sich vermutlich sein aalglatter Lebenslauf befand. Er fragte die Empfangsdame dann total hochnäsig ohne ein Wort des Grußes, wo denn hier das Bewerbungsgespräch stattfindet

Da fragte ich mich dann erst recht, was die mit mir und meinem nicht gerade Vorzeige -Lebenslauf wollten, wenn sie sich doch zwischen solchen Musterkandidaten entscheiden können..

Ach ich bin einfach nur enttäuscht. 🙁
 
Hallo Nanook1988,

es tut mir total Leid, dass es so doof lief und ich kann deine Enttäuschung und deinen Frust sehr nachvollziehen...

Ich selbst habe letztes Jahr angefangen mich wieder zu bewerben und das bei einem chaotischen Lebenslauf... Ich habe Monate in diesem stressvollen Bewerbungsmarathon verbracht und kann deine Erfahrung sehr gut nachvollziehen...

Es gab Gespräche wo sehr unangebrachte und persönliche Fragen gestellt wurden, Gespräche mit Leuten die von Anfang an abweisend und zweifelnd waren, aber auch professionelle und freundliche Gespräche...

Leider weiß man das vorher nie... man ist auch erstmal froh eine Einladung zu haben, doch egal was du tust, du kannst nicht beeinflussen wer letztendlich vor dir sitzt... Das Unternehmen wo ich am Liebsten hinwollte, war das schlimmste Gespräch, dass ich mit Tränen in den Augen verlassen haben... Ein Unternehmen wo ich Anfangs nicht so gern hin wollte, überzeugte mich dagegen in einem total harmonischen und freundlichen Gespräch... Letztendlich habe ich genau dort eine Stelle bekommen...

Damit will ich dir nur aufzeigen, dass es neben all den Fehlgriffen auch gute Erfahrungen gibt die du machen kannst.
Ich rate Dir; gib nicht auf! Es ist schwer, anstrengend und kräftezehrend, aber du wirst eine passende Stelle finden, lass dich nur nicht unterkriegen!

Ich wünsche Dir alles Liebe!

Memory
 
Im Prinzip kannst du froh sein, dass es so gelaufen ist. Man stelle sich vor, man hätte dich eingestellt und hinterher bist du erst schlauer. Einfach abhaken und Mappe zurückfordern. Am besten wärst du wahrscheinlich mitten im Gespräch aufgestanden und hättest dich direkt verabschiedet. Das ganze habe ich noch viel verrückter erlebt. Ich bin eingeladen worden, um mir persönlich eine Absage zu erteilen... wahrscheinlich zu geizig, 1.45 Porto drauf zu kleben.
 
Schon klar das man den Kandidaten auf den Zahn fühlt, wenn es sich nicht gerade um eine befristete Stelle handelt.

Ich hatte im letzten Jahr auch einige Gespräche, vor allem das letzte ist mir in guter Erinnerung geblieben.

Nach dem Gespräch, in dem mir unter anderem, meine zukünftigen Aufgaben erklärt wurden, musste ich
einen Mathetest machen.😕
Am Ende des Gesprächs wurde mir erklärt ich müsste direkt am nächsten Tag Bescheid sagen, ob ich noch weiter dabei bin, im Bewerbungsverfahren mit zwei anderen Bewerbern!
Ich habe am übernächsten Tag per Mail abgesagt.

Mir war das zu affig, zumal noch von mir erwartet wurde, Urlaub für einen Probearbeitstag (Schnupperkurs) zu nehmen.
Ich habe mich auch gefragt auf was ich mich da bewerbe?
Es war ein normaler Sachbearbeiterjob, ich hatte das Gefühl ich bewerbe mich auf die Stelle vom Geschäftsführer.

LG Yado
 
Es ist wie immer:

Es gibt sehr nette Vorstellungsgespräche und wirklich doofe und unverschämte Vorstellungsgespräche.

Das hat noch nicht mal mit der Größe oder dem Ruf eines Unternehmens zu tun.

Ich bin , wenn es mir zu doof wurde , schon aufgestanden mit den Worten, dass es bis hierher ganz nett gewesen sei und es jetzt alles langsam an eine Beleidigung grenze und man sich doch bitte jemand anderen für den Job suchen solle und ich noch einen schönen Tag wünschen würde.

Manchmal waren die Gesichter Gold wert.
 
Hallo Nanook

Du bist nicht die Einzige, die so eine Erfahrung machen musste.
Letztes Jahr hatte ich auch ein Bewerbungsgespräch, wo ich richtig traumatisiert rauslief danach und für einige Tage nicht schlafen konnte.
Ich hatte 2 total unverschämte Interviewerinnen vor mir. (vor dem pers. Interview gab es noch ein Telefoninterview, wo ich auf Französisch antworten musste, und dort musste ich nach dem Telefonat lachen, weil die Interviewerin, die dann meine Chefin geworden wäre, total schlecht Französisch sprach).
Also ich ging dorthin und die Personalfachfrau kam mich abholen. Danach gingen wir zusammen in einen Raum, wo eben die Frau, die die Abteilungschefin war und ich schon am Telefon hatte, sass. Ich ging in den Raum rein und begrüsste sie. Sie schaute mich von oben bis unten an und sagte KEIN WORT. Keinen guten Tag, einfach nichts!!
Dann fing das Interview an mit den üblichen Fragen. Die von der Personalabteilung kam dann mit der Frage, wo ich denn Französisch gelernt habe. Dann habe ich geantwortet, dass ich in der Schule das gelernt habe und bei den früheren Jobs jeden Tag die Sprache gebraucht habe. Plötzlich hat dann diese andere blöde Kuh ganz frech mich unterbrochen und gesagt: also ich muss schon sagen, ihr Französisch ist gar nicht gut! Aber es war nicht so eine Art, um mich zu testen. Weil ich erkenne sowas sofort. Gerade sie, die die Sprache absolut nicht beherrscht sagt mir sowas!! Ich war total perplex! Und dann auf so eine unfreundliche Weise!
Danach kam noch eine Frage von der Personalfachfrau, die für meinen Geschmack viel zu weit ging: welche Erfahrung in ihrem Leben hat sie zu dem gemacht wie sie heute sind (!?).
Ich bereue es heute noch, dass ich nicht einfach aufgestanden bin und gegangen bin. Nach dem Gespräch habe ich dann eine Mail geschrieben und gesagt, dass ich kein Interesse mehr habe.

Leider begegnet man in der Arbeitswelt sehr vielen unverschämten Menschen (und ich habe das Gefühl es werden immer mehr).
Sei doch froh, haben diese Leute schon beim ersten Gespräch gezeigt, wie sie wirklich sind.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich bin , wenn es mir zu doof wurde , schon aufgestanden mit den Worten, dass es bis hierher ganz nett gewesen sei und es jetzt alles langsam an eine Beleidigung grenze und man sich doch bitte jemand anderen für den Job suchen solle und ich noch einen schönen Tag wünschen würde.

Wie geil! Schade bin ich nicht so selbstbewusst. Hätte nämlich auch ein paar mal das machen sollen!
 
Wie geil! Schade bin ich nicht so selbstbewusst. Hätte nämlich auch ein paar mal das machen sollen!

Man muss sich nicht alles gefallen lassen, man ist ja auch noch wer!

Und hier

Plötzlich hat dann diese andere blöde Kuh ganz frech mich unterbrochen und gesagt: also ich muss schon sagen, ihr Französisch ist gar nicht gut!


hätte ich mir nicht verkneifen können zu erwidern

"Oh schön, dann sind wir ja schon zu zweit. "
 
Oh man, was du erlebt hast ist wirklich übel.
Gut daran ist, dass du direkt gesehen hast, mit wem du es zu tun hast.
Ich finde es immer schwierig von der Bewerberposition umzuschalten, wenn man merkt, man kommt nicht zusammen. Für kein Geld der Welt. Einfach aufstehen und gehen ist nicht das Mittel der Wahl.

Hast du für dich rausgefunden, wie du zukünftig in so einer Situation reagieren würdest?

Ich habe mir bisher überlegt, man könnte einen guten Moment abpassen und dann höflich sagen: „Vielen Dank für den Einblick in Ihr Unternehmen, leider denke ich nicht, dass wir zueinander passen. Ich wünsche Ihnen und dem Unternehmen für die Zukunft alles Gute“
Dazu gehört aber richtig viel Mumm.

Was meinst du?

Viele Grüße
Accio
 
Ich hatte auch mal so ein "nettes" Vorstellungsgespräch. 🙄

Zuerst wurde ich in einen Raum geführt, wo mir ein Zettel mit Fragen in die Hand gedrückt wurde für den ich 20 Minuten Bearbeitungszeit hatte.
Danach erfolge das eigentliche Gespräch im Raum nebenan. Meinen Zettel sollte ich zur Orientierung nutzen.

Naja, so weit so gut, dachte ich.

Es stellte sich heraus, dass den Zettel auszufüllen noch der angenehme Teil war.

Im Raum saßen 7 Leute. Alles schauten ziemlich missmutig und gelangweilt drein. So nach dem Motto: "Wir haben absolut keinen Bock auf dich."

Am schlimmsten fand ich aber der Chef, der in der Mitte saß. Während mir die Aufgaben der Stelle erklärt wurden, starrte er mich unentwegt böse an. Der einzige Satz den er zu mir sagte war: "So, erzählen sie mal was über sich. Aber bitte VOLLUMFÄNGLICH, wir wollen keine Fragen stellen!"

Ich kam mir mehr als veräppelt vor. Warum laden sie mich ein, wenn sie sich nicht für mich interessieren?

Leider hatte ich damals nicht den Mut genau das laut auszusprechen und einfach zu gehen.

Nachdem ich also meinen Vortrag beendet hatte, fing er an Fragen zu stellen, was ihm natürlich nicht gepasst hat. 🙄

Ich hatte da von Anfang an keine Chance.
 

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