Muss es jemanden geben dem man die Schuld gibt / geben kann?
Würde das irgendetwas an deinen Lebensumständen oder deren Folgen ändern ?
Wenn ja, was denn? Ginge es dir dann besser?
Wenn "Nein", was machst du dann mit der Erkenntnis ?
naja, vllt. wäre ein gefundener schuldiger ein stein, den ich aus dem rucksack nehmen könnte. aber solange ich keinen schuldigen gefunden habe, kann ich das unmöglich vorausagen.
Du ja Baujahr 1973 das heißt heute ca. 53 Jahre alt, bei einer Lebenserwartung von um die 100 bleiben ja noch ein paar Jahrzehnte.
😀 danke für den optimismus! 100 sind theoretisch drin - die statistiken besagen aber eher etwas anderes.
😀
Was ich mich jetzt natürlich frage ist, was war mit 43 mit 33 mit 23 Jahren, hast Du da nicht reflektiert, wie es mit Dir steht ?
nein! tatsächlich haben mich erst die fussprobleme auf die psychischen ursachen gebracht. das liegt noch nicht so lange zurück.
bis praktisch gestern lief ich noch durch die welt und dachte, grundätzlich wäre alles in ordnung mit mir - ja, dein leben verläuft irgendwie so ganz anders als das anderer und irgendwie bist du auch recht wortkarg und nimmst in gruppen automatisch aussenseiterrollen ein, aber, hey, das bist halt du!
😉
Da sei mir doch die Frage gestattet, warum jetzt mit 53 ich will das auch gar nicht beurteilen, ob das spät oder früh ist, aber mich wundert das, weil in Deinem Post lese ich nichts von einer Änderung, einer anderen Sichtweise , eines neuen Lebenskapitels, etc..
dazu kann ich wenig sagen. wahrscheinlich ist die zeit einfach reif....
Kennst du das Prinzip der sich selbst erfüllenden Prophezeiung? Rede dir das nur weiter ein, dann wird es auch so kommen
ich schmachte jetzt nicht wie julia auf ihrem balkon nach liebe, oder so - "ach, ich werde niemals liebe empfinden *schluchz*"
😀
das ist eher eine nüchterne bestandsaufnahme. es geht mir ja auch schon seit fast 53 jahren so
😉
Und auch unfair. das Leben ist einfach da. DU gestaltest es jetzt. Übernimm wieder Verantwortung für DEIN Leben.
ja, das ist richtig, das leben ist einfach da. aber ich habe auch absolut nichts dazu beigetragen, meine kindheit zu verdienen. selbst, wenn man mir heute vorwerfen könnte, ein schlechter mensch zu sein (was ich nicht hoffe
😀), war ich damals einfach nur ein organisierter zellhaufen, der auf äussere einflüsse reagieren musste. - genau wie meine schwestern.
aus meiner sicht ist mein schicksal also mindestens ebenso unfair!
Um dir konkret helfen zu können, müsste man mehr über die Stationen deines Lebens wissen. Was war da und ist geschwunden? Was war niemals vorhanden? Gab es jemals eine stabile Bindung zu irgendwem= Wie verlief die Schulzeit?
das alles würde natürlich bücher füllen...
ich umreisse mal einige aspekte, um ein grobes bild zu zeichnen:
in jeder gruppe nehme ich automatisch eine aussenseiter-position ein! das ist völlig unwillkürlich!
wenig geld in der falmilie bedeutet, dass ich nicht mit "hippen" klamotten rumlief - ich habe nicht selten alte hosen von susanne aufgetragen oder mutter schleppte mal ne jacke aus dem aldi an (jep, gabs damals schon). ich selbst habe mir während meiner gesamten jugend niemals kleidung ausgesucht.
so jemand ist natürlich in der schule TOP-beliebt!
😉
Die Schuldfrage wird dich kein Stück weiter bringen. Was nutzt sie dir? Dass du irgendeinen Hass auf ein Objekt projezieren kannst?
ich weiss es nicht ich fühle nicht das bedürfnis, jemanden oder etwas zu hassen. vllt. wäre ein schuldiger ein stein, den ich aus dem rucksack nehmen könnte?
Es geht nicht darum, dass Du eine Entschädigung für die Vergangenheit beanspruchen könntest, denn die würde Dir nicht helfen.
aber komischerweise ist genau das irgendwie meine hoffnung!
😀
ja, tatsächlich fühle ich mich um MEIN eigentliches leben betrogen und wäre wirklich gerne entschädigt.
aber wer sollte das leisten? meine mutter? meine geschwister? das leben?
nun, letzteres könnte ja tatsächlich auch mal mit dem glückskelch winken, aber eher wird vy canis majoris unser heimatgestirn, glaube ich!
😀
Was würdest du da am Liebsten rausschmeißen?
Wie kannst du das erreichen?
das sind sehr gute, sehr schwer zu beantwortende fragen:
ich glaube, mein allergrösstes hindernis im leben ist meine zurückhaltung. wenn ich lauter und fordernder gewesen wäre, wen mein gehirn nicht die unauffälligkeit als überlebensstrategie gewählt hätte, ginge es mir insgesamt heute besser. ich wäre wahrscheinlich ein komplett anderer mensch. vllt. würde mein jetztiges ich mich selbst in diesem hypothetischen fall weniger sympathisch finden. aber das leben lehrt: wer fordert krigt auch eher, wer schweigt eben nicht.
du musst soweit auf die Beine kommen das du die Obdachlosenunterkunft nicht mehr nötig hast.
primär muss ich erstmal meine fussprobleme loswerden. wer nicht laufen kann, geht nirgends hin - auch in keine wohnung!
aber vielen dank für die anteilnahme une und generell hast du natürlich recht. hier, in diesem dreckloch von obdachlosenunterkunft gedeiht nichts!
Finde ich immer prima, selbst nicht über die Runden kommen aber die nächsten Kinder stehen schon in der Warteschlange. Nüchtern betrachtet, kann man durchaus "schuldige" finden, für das was damals passierte.
diese auffassung vertreten mehrere kommentatoren.
ich bin da zwiegespalten. zum einen war verhütung anfang der 1970 noch lange nicht so einfach, wie heute. zum anderen war ich auch mal 21 und verfügte über hormone.
aber, klar, man hat einen kopf und nicht nur einen körper... und wenn alle nur ihren kopf benutzten und körperliche bedürfnisse ausgeschaltet würden, wäre die menschheit lange ausgestorben.
ich finde es ehrlich gesagt recht billig, einen standpunkt zu vertreten, der da lautet: solange die finanzen nicht gesichert sind, halte mal deine hormone im zaum
😀
so funtioniert vllt. BWL - aber nicht das leben!
😉 fühl dich bitte nicht persönlich angegriffen.