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wem gibt man die schuld, wenn es keinen schuldigen gibt?

Hallo...

es ist richtig, dass der Start ins Leben, wie auch die Umstände, Personen usw... ausschlaggebend für das ist, wie es verläuft... was daraus wird, wer wir werden. Wer wir sind.

Aber wir können all das auch ein wenig durch unsere Gedanken lenken.
Denke ich schlecht über ein Thema oder mich selbst, wird es dadurch nicht besser - im Gegenteil.
Reflektieren ist der erste Schritt in die richtige Richtung. 👍

Erkennen, was ist schief gelaufen?
Was kann ich jetzt besser machen, wie anderes re-agieren?
Was möchte ich in meinem Leben, was darf sich verändern?

Es gibt da ein schönes Zitat von Sören Kierkegaard:
„Das Leben kann nur rückwärts verstanden, aber nur vorwärts gelebt werden.“

Ich finde, das beschreibt es ganz gut.
Es fordert dazu auf das große Ganze zu erkennen, zu verstehen... zu reflektieren und dann danach zu handeln. Für sich selbst, für den eigenen Wachstum.

Ich wünsche dir einen guten Rutsch ins neue Jahr 🍀
 
Wenns keinen schuldigen gibt, dann suche nicht danach sondern fange an dein Leben in die Hand zu nehmen und das Beste drauß zu machen. Es wir dir kein Anderer abnehmen.
 
i
mutter hat mich ja nicht gehasst, oder so... sie war einfach völlig überordert und allein. und meine schwestern haben rein instinktiv gehandelt - die verfügten ja damals kaum über ein bewusstsein...


dem leben die schuld zu geben, ist aber unbefriedigend. 😀

Ich sehe da schon eine Schuld, wenn man alleine ist, nicht über die Runden kommt, aber dann noch Kind 2 und 3 ins Elend setzt.
 
Das liest sich schlimm.

Aber die Vergangenheit kannst du nicht mehr ändern - die Zukunft allerdings schon.

Was kannst du dir für deine Zukunft vorstellen? Wo möchtest du hin und was könnte der erste wichtige Schritt in diese Richtung sein?

Eine Therapie um deine Vergangenheit aufzuarbeiten und deine körperlichen Beschwerden los zu werden?
 
Muss es jemanden geben dem man die Schuld gibt / geben kann?

Würde das irgendetwas an deinen Lebensumständen oder deren Folgen ändern ?

Wenn ja, was denn? Ginge es dir dann besser?

Wenn "Nein", was machst du dann mit der Erkenntnis ?

naja, vllt. wäre ein gefundener schuldiger ein stein, den ich aus dem rucksack nehmen könnte. aber solange ich keinen schuldigen gefunden habe, kann ich das unmöglich vorausagen.


Du ja Baujahr 1973 das heißt heute ca. 53 Jahre alt, bei einer Lebenserwartung von um die 100 bleiben ja noch ein paar Jahrzehnte.
😀 danke für den optimismus! 100 sind theoretisch drin - die statistiken besagen aber eher etwas anderes. 😀


Was ich mich jetzt natürlich frage ist, was war mit 43 mit 33 mit 23 Jahren, hast Du da nicht reflektiert, wie es mit Dir steht ?
nein! tatsächlich haben mich erst die fussprobleme auf die psychischen ursachen gebracht. das liegt noch nicht so lange zurück.

bis praktisch gestern lief ich noch durch die welt und dachte, grundätzlich wäre alles in ordnung mit mir - ja, dein leben verläuft irgendwie so ganz anders als das anderer und irgendwie bist du auch recht wortkarg und nimmst in gruppen automatisch aussenseiterrollen ein, aber, hey, das bist halt du! 😉


Da sei mir doch die Frage gestattet, warum jetzt mit 53 ich will das auch gar nicht beurteilen, ob das spät oder früh ist, aber mich wundert das, weil in Deinem Post lese ich nichts von einer Änderung, einer anderen Sichtweise , eines neuen Lebenskapitels, etc..
dazu kann ich wenig sagen. wahrscheinlich ist die zeit einfach reif....


Kennst du das Prinzip der sich selbst erfüllenden Prophezeiung? Rede dir das nur weiter ein, dann wird es auch so kommen
ich schmachte jetzt nicht wie julia auf ihrem balkon nach liebe, oder so - "ach, ich werde niemals liebe empfinden *schluchz*" 😀

das ist eher eine nüchterne bestandsaufnahme. es geht mir ja auch schon seit fast 53 jahren so 😉

Und auch unfair. das Leben ist einfach da. DU gestaltest es jetzt. Übernimm wieder Verantwortung für DEIN Leben.
ja, das ist richtig, das leben ist einfach da. aber ich habe auch absolut nichts dazu beigetragen, meine kindheit zu verdienen. selbst, wenn man mir heute vorwerfen könnte, ein schlechter mensch zu sein (was ich nicht hoffe 😀), war ich damals einfach nur ein organisierter zellhaufen, der auf äussere einflüsse reagieren musste. - genau wie meine schwestern.

aus meiner sicht ist mein schicksal also mindestens ebenso unfair!


Um dir konkret helfen zu können, müsste man mehr über die Stationen deines Lebens wissen. Was war da und ist geschwunden? Was war niemals vorhanden? Gab es jemals eine stabile Bindung zu irgendwem= Wie verlief die Schulzeit?
das alles würde natürlich bücher füllen...

ich umreisse mal einige aspekte, um ein grobes bild zu zeichnen:

in jeder gruppe nehme ich automatisch eine aussenseiter-position ein! das ist völlig unwillkürlich!
wenig geld in der falmilie bedeutet, dass ich nicht mit "hippen" klamotten rumlief - ich habe nicht selten alte hosen von susanne aufgetragen oder mutter schleppte mal ne jacke aus dem aldi an (jep, gabs damals schon). ich selbst habe mir während meiner gesamten jugend niemals kleidung ausgesucht.

so jemand ist natürlich in der schule TOP-beliebt! 😉


Die Schuldfrage wird dich kein Stück weiter bringen. Was nutzt sie dir? Dass du irgendeinen Hass auf ein Objekt projezieren kannst?
ich weiss es nicht ich fühle nicht das bedürfnis, jemanden oder etwas zu hassen. vllt. wäre ein schuldiger ein stein, den ich aus dem rucksack nehmen könnte?


Es geht nicht darum, dass Du eine Entschädigung für die Vergangenheit beanspruchen könntest, denn die würde Dir nicht helfen.
aber komischerweise ist genau das irgendwie meine hoffnung! 😀

ja, tatsächlich fühle ich mich um MEIN eigentliches leben betrogen und wäre wirklich gerne entschädigt.
aber wer sollte das leisten? meine mutter? meine geschwister? das leben?

nun, letzteres könnte ja tatsächlich auch mal mit dem glückskelch winken, aber eher wird vy canis majoris unser heimatgestirn, glaube ich! 😀

Was würdest du da am Liebsten rausschmeißen?
Wie kannst du das erreichen?
das sind sehr gute, sehr schwer zu beantwortende fragen:

ich glaube, mein allergrösstes hindernis im leben ist meine zurückhaltung. wenn ich lauter und fordernder gewesen wäre, wen mein gehirn nicht die unauffälligkeit als überlebensstrategie gewählt hätte, ginge es mir insgesamt heute besser. ich wäre wahrscheinlich ein komplett anderer mensch. vllt. würde mein jetztiges ich mich selbst in diesem hypothetischen fall weniger sympathisch finden. aber das leben lehrt: wer fordert krigt auch eher, wer schweigt eben nicht.


du musst soweit auf die Beine kommen das du die Obdachlosenunterkunft nicht mehr nötig hast.
primär muss ich erstmal meine fussprobleme loswerden. wer nicht laufen kann, geht nirgends hin - auch in keine wohnung!

aber vielen dank für die anteilnahme une und generell hast du natürlich recht. hier, in diesem dreckloch von obdachlosenunterkunft gedeiht nichts!




Finde ich immer prima, selbst nicht über die Runden kommen aber die nächsten Kinder stehen schon in der Warteschlange. Nüchtern betrachtet, kann man durchaus "schuldige" finden, für das was damals passierte.
diese auffassung vertreten mehrere kommentatoren.

ich bin da zwiegespalten. zum einen war verhütung anfang der 1970 noch lange nicht so einfach, wie heute. zum anderen war ich auch mal 21 und verfügte über hormone.
aber, klar, man hat einen kopf und nicht nur einen körper... und wenn alle nur ihren kopf benutzten und körperliche bedürfnisse ausgeschaltet würden, wäre die menschheit lange ausgestorben.

ich finde es ehrlich gesagt recht billig, einen standpunkt zu vertreten, der da lautet: solange die finanzen nicht gesichert sind, halte mal deine hormone im zaum 😀

so funtioniert vllt. BWL - aber nicht das leben! 😉 fühl dich bitte nicht persönlich angegriffen.
 
mein leben ist eine katastrophe:
ich ertrage keine nähe, weise mir selbst absolut keinen wert zu, habe keinen zugang zu meinen bedrüfnissen oder emotionen, werde niemals liebe oder freundschaft empfinden können, lebe in einer obdachlosenunterkunft im dreck und mit aggressiven nachbarn - irgendwie scheint es mir angemessen für mich.

Wenn Du als Mensch keine Nähe erträgst - weil Du Dich für Distanz entschieden hast, ist das doch nicht ungewollt, sondern eine Folge Deiner Entscheidung distanziert zu sein und nicht nahe.

Das mit dem Wert hab ich Dir schon erklärt, jemand der sich derart gut reflektieren kann , misst sich doch den Wert zu, das zu können, wie die Meinung nicht zu teilen, die viele Kommentatoren vertreten .

Deine Bedürfnisse da hast Du keinen Zugang ??? Du schreibst doch die ganze Zeit über nix anderes ....

oder Emotionen - wie Angemessenheit ?

Was für Dich angemessen ist - darum dreht sich doch Deine ganze Denke - das ist genug für mich , das ist angemessen, also zufrieden sein, den unteren Weg gehen, etc.
aber warum sitzt man dann mit 53 in einer Obdachlosenunterkunft ???

Hast Du nie einen Job gehabt oder eine Wohnung ? Nie am Leben teilgenommen , selbst gearbeitet und Deinen Unterhalt verdient ?

Wieso weißt Du nicht wieso Dir erst mit 53 das Licht aufgeht ??? Also ich weiß jedesmal im Leben wenn mir ein Licht aufgeht , warum das so ist und in der Vergangenheit kann ich mich auch daran erinnern, das wurde mir erst klar weil ...
aber die Zeit ist dafür reif - was ist das bitte für eine Definition , mit der kann ich nichts anfangen.

Weichst Du den Fragen mit Absicht aus , weil Du fürchtest man hinterfragt mal realistisch die Geschichte ?
Kommt mir nämlich so vor.
 
ich bin da zwiegespalten. zum einen war verhütung anfang der 1970 noch lange nicht so einfach, wie heute.
Dann hätte meine Mutter aber jährlich schwanger werden müssen...

aber, klar, man hat einen kopf und nicht nur einen körper... und wenn alle nur ihren kopf benutzten und körperliche bedürfnisse ausgeschaltet würden, wäre die menschheit lange ausgestorben.
Na, das ist aber eine merkwürdige Ausrede um nicht verhüten zu müssen.
Die Menschheit überlebt sicherlich nicht wegen "Verhütungsunfällen". Sondern weil sich Menschen in stabilen Lebens-, u. Partnerschaftlichen Verhältnissen Nachwuchs wünschen.

Alle anderen die keine Kinder möchten, sollten imstande sein zu verhüten.


ich finde es ehrlich gesagt recht billig, einen standpunkt zu vertreten, der da lautet: solange die finanzen nicht gesichert sind, halte mal deine hormone im zaum 😀
Ich nicht, ich empfinde dies als essentiell. Außerdem verwechselst du offensichtlich gerne Hormone mit verhüten. Der Mensch ist im laufe der Evolution vom Grunzen zum Sprechen gekommen. Will sagen, er darf seine Hormone gerne ausleben. Und trotzdem sollte man Verstand haben.


Die Situation, das nicht so zu sehen, hat dich dorthin gebracht wo du heute bist.
Aber wenn dies nicht Grund genug ist das anders zu sehen, bitte. Das ist dann halt so!
Andererseits: Ändern lassen sich Fehler der Vergangenheit eh nicht mehr. Du kannst Heute nur noch nach vorne blicken und versuchen deine Lebenssituation zu verbessern.

Ich drücke dir die Daumen!
 

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