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wem gibt man die schuld, wenn es keinen schuldigen gibt?

Du bist jetzt 53 sitzt in der Unterkunft und beschreibst Dein Leben so, als würdest Du die Fähigkeiten nicht haben, die Du Dir absprichst.
Da D sie aber hast widerspricht sich das .
im gegenteil!

wenn ich mir fähigkeiten abspreche, über die ich nicht verfüge, ist das nur konsequent.




da Du ja das Abi gemacht hast auf dem zweiten Bildungsweg , bin ich davon ausgegangen, das Du natürlich arbeitsfähig warst und arbeiten gegangen bist, eine Wohnung hattest etc., also am Leben teilgenommen hast.
ich sehe nicht, welche rolle das für meine aktuelle situation spielen soll.

Du behauptest aber ja das ist Deine Kindheit schuld. Das sehe ich eben nicht.
Du hast doch eine Eigenverantwortung, so etwas wie eine Mündigkeit, die Dir klar macht, was wir für Grundgesetze haben, Du bist doch nicht mit gerichtlicher Betreuung / Bevormundung sozusagen entmündigt.
und genau das meine ich mit leicht spöttischer überhblichkeit. klar, man hat einen kopf - aber der besteht aus autobahnen, die entstanden, um damals das überleben zu sichern. und vllt. gibt es noch einige feldwege, die auch "befahrbar" wären, aber die autobahn ist halt viel besser ausgebaut, gut bekannt und wird halt bevorzug benutzt.

all dessen muss man sich aber überhaupt erstmal bewusst sein, um überhaupt den werkzeugsatz zu erhalten, mit dem man dann etwas zu verändern versuchen kann. und wenn man sich dessen bewusst ist, muss man noch verdammt viel energie investieren, um sich zu zwingen, die feldwege zu nutzen, statt der autobahn.

mancheiner kommt nie an diesen punkt - ich denke, auf mutter trifft das z.b. zu. sie hat wohl wirklich die schuld bei sich gesucht und sich als versager gefühlt. dabei war auch sie nur opfer ihres eigenen traumas.

Die Eigenverantwortung muss ja irgendwann mal von einem " normalen " Leben in die Obdachlosigkeit geführt haben, kann ja auch sein das Du seit 1998 obdachlos bist aber erst seit 4 / 24 in der Unterkunft
ist doch ein großer Unterschied , auch in Deinem Werdegang könnte sehr viel vorhanden sein, was dazu führte, das Du jetzt in der Lage bist in der Du bist.
Nur davon lese ich nix.
nimmst du allen ernstes an, ich hätte mein leben gelebt, ohne anteil daran gehabt zuhaben?

nein! das tust du nicht! es ist deine überheblichkeit. wenn ich schon "eigenverantwortung" lese, weiss ich genau, wohin die reise geht.
jep, meister! ich selbst bin für alles selbst verantwortlich! LOOL ich hatte ja ständig einen kopf, der denken konnte. und in meinem fall sogar einen nicht völlig unbegabten. so jemand MUSS doch einfach allein aus selbsterkenntnis und intrinsicher motivation klar kommen...

nun, dass ich klarkomme, dachte auch meine mutter ständig, weshalb sie sich mich zu vernachlässigen erlaubte, um selbt ein wenig stattfinden zu können. was schliesst du daraus?

ich will dir wirklich nicht zu nahe treten, aber du missachtest einfach das leben. von lange evidenten wissenschaftlichen fakten mal ganz abgesehen. du kannst ja mal gerald hüther z.b. anhören.

auf die gefahr hin, mich zu wiederholen: das leben ist keine wirtschaftswissenschaft und menschen sind keine maschinen!
 
Zuletzt bearbeitet:
im grunde hatte ich dieselbe haltung anderen betroffenen gegenüber, wie du, wenn ich deine zeilen richtig interpretiere: eine leicht spöttische überheblichkeit, die sagen mag: heul leiser, weichei, wenn ich es mal auf 3 wörter kondensiere.

Die "leicht spöttische Überheblichkeit" scheint eigentlich immer durch.
Das hast du besser durchschaut als viele andere, die von der Schwurbelei überfordert sind und deshalb denken, das sei bestimmt irgendwie philosophisch.
Ist es nicht.

Alle anderen die keine Kinder möchten, sollten imstande sein zu verhüten.

Das sagt sich so leicht. Ich erinnere mich an eine Geschichte meiner Mutter, der in den späten 60ern von ihrem Gyn die Pille verweigert wurde, weil sie "erst ein Kind" hatte. Kondome gabs nur in der Apotheke und der Kauf war eine peinliche Angelegenheit.

@pappentoaster, die Schuldfrage bringt dich aber nicht weiter.

Viel wichtiger ist, wie du jetzt konkret deine Situation verbessern kannst. Wurde dir denn schon Reha vorgeschlagen? Würde ich auf jeden Fall machen.
 
Hallo @pappentoaster immer wieder stolpere ich über Dein Thema, über den Titel.
Beschäftigt Dich tatsächlich die Frage der Schuld, oder geht es Dir mehr um Dein Erleben?
Mich hat einige Jahre das Thema Schuld sehr beschäftigt und ich habe es für mich gelöst. Danach kann ich manchmal nicht mehr ganz nachvollziehen, für was alles der Begriff Schuld verwendet wird oder wo immerzu Schuldige gesucht werden.
Das habe ich heraus gefunden:
Bei Schuld kann es sich darum handeln, ob jemand an mir eine Schuld hat, oder sich schuldig gemacht hat.
Das kann jemand sein, der nicht automatisch eine Straftat begangen hat.
Deinem Beitrag habe ich auch entnommen, dass Du möglicherweise mit emotionaler psychischer Misshandlung oder Vernachlässigung zutun hattest?
Das ist oft schwer zu fassen und zu begreifen, was da geschehen ist, denn man kann nichts sehen.
Therapie kann dabei schon auch sehr hilfreich sein.
 
Viel wichtiger ist, wie du jetzt konkret deine Situation verbessern kannst. Wurde dir denn schon Reha vorgeschlagen? Würde ich auf jeden Fall machen.
ich habe mich diesbezüglich nicht an offizielle stellen gewandt. zu eruieren, ob professionelle hilfe notwendig, sinnvoll oder vernachlässigbar ist, steht noch an.


Das habe ich heraus gefunden:
Bei Schuld kann es sich darum handeln, ob jemand an mir eine Schuld hat, oder sich schuldig gemacht hat.
Das kann jemand sein, der nicht automatisch eine Straftat begangen hat.
Deinem Beitrag habe ich auch entnommen, dass Du möglicherweise mit emotionaler psychischer Misshandlung oder Vernachlässigung zutun hattest?
Das ist oft schwer zu fassen und zu begreifen, was da geschehen ist, denn man kann nichts sehen.
Therapie kann dabei schon auch sehr hilfreich sein.
ja, ich bin mir heute sicher, dass (unbewusste oder leichfertige - keine bewusste, vorsätzliche) vernachlässigung die ursache für alles ist. sie führte dazu, dass mein gehirn unsichbarkeit als überlebensstrategie wählte. und diese unsichtbarkeit war sann wiederum auslöser für die aussenseiterrollen und das mobbing (hier natürlich unterstützt durch andere faktoren selben ursprungs - z.b. kleidung etc.).


hat mutter mir also einen schaden zugefügt? - definitiv! ein kind ist darauf angewiesen, versorgt zu werden und das geht über die basics, wie nahrung, kleidung weit hinaus. kinder bracuhen auch zeit, aufmerksamkeit und zuwendung. aber ich habe mich ja immer ruhig verhalten. ich habe mich nie in den vordergrund gedrängt, habe nie bedürfnisse angemeldet... also musste oder konnte sie davon ausgehn, dass es mir gut geht, was nicht der fall war ich hatte essen, kleidung, ein dach über dem kopf - aber ich hatte keine beziehung zu niemandem - die mädchen waren wohl einfach lauter und wenn sie bedient waren, war mutter wohl froh, dass ich nicht auch noch forderte. - tja, dumme strategie, kleines gehirn! 😉

aber trifft sie eine schuld? ich kann diese frage in diesem punkt für mich nur mit nein beantworten. rational und auch empathisch. eine schuld weise ich ihr in vielen anderen fragen zu. aber nicht in dieser. ebenso wie meinen schwestern. wie könnte ich auch? unbewusste menschen handeln unbewusst!


Was soll diese Schuldfrage eigentlich.? Wem hilft das letztendlich?

Letztendlich sind wir alle irgendwie Schuld, oder eben auch gar nicht.
wurde schonmal erklärt - vllt. könnte man einen stein aus dem rucksack nehmen, wenn man einen schuldigen fände? eine wiedergutmachung, eine entschädigung, eine heilung, ein neues, anderes leben wird es nicht geben! niemand kann mir die 50 jahre zurückgeben, damit ich mein leben nochmal so leben könnte, wie es vllt. verlaufen wäre, wenn die dinge anders gelaufen wären.

aber vllt. könnte ich einfach die zukunft etwas weniger beeinträchtigt durch das alles erleben.
 
Er ist aber schon lange kein Kind mehr. Schade, wenn man sein ganzes Leben lang auf keinen grünen Zweig kommt, aufgrund der Kindheit. Oder zu denken es sei deshalb....
du kannst mich ruhig direkt in der ersten person adressieren und so äussern sich nunmal blockaden! 😉
rationalität ist dabei selten federführend.

das dinosauriergehirn hat immer die oberhand, das grosshirn ist nur dazu da, uns dessen entschlüsse schönzureden!
 
du kannst mich ruhig direkt in der ersten person adressieren und so äussern sich nunmal blockaden! 😉
rationalität ist dabei selten federführend.

das dinosauriergehirn hat immer die oberhand, das grosshirn ist nur dazu da, uns dessen entschlüsse schönzureden!

Jein. Ich wäre da vorsichtig, ob ich so nicht in eine selbstgestelkte Falle tappe.
Das lsst sich wunderbar als Ausrede nutzen, um in der Komfortzone zu verharren.
 

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