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Welches Ausmaß an psychischer Krankheit ertragt ihr in Freundschaften?

kaela

Aktives Mitglied
Hi,

das, was ich jetzt ansprechen will, ist zum Teil ein heißes Eisen für dieses Forum, aber ich riskiere es – vielleicht trauen sich auch andere, darüber zu schreiben.

Ich hab große Probleme mit Freundschaften – ich meine jetzt wirklich enge Freundschaften, keine Bekanntschaften. Diese Probleme rühren daher, dass ich Dysthymie (chronische leichte Depression), eine Sozialphobie u. etliche psychosomatische Beschwerden hab. Ich hatte zwar schon eine Reihe enger Freundinnen und ein paar Freunde, aber alle diese Beziehungen sind zerbrochen. Manche nach vier bis fünf Jahren, manche nach 8 – 10, eine Freundschaft hat ca. 25 Jahre gedauert – aber alles ist jetzt kaputt. Im Moment hab ich nur noch eine gute Bekannte, die früher meine Freundin war und mit der ich auch lange Zeit tiefere Gespräche führen konnte, und ansonsten nur mehr oder weniger gute Bekannte und ein paar Verwandte. Ich stecke in zwei Mustern drin, die sich mit schöner Regelmäßigkeit wiederholen: Ich kann nur Leute richtig mögen, gern haben, die fröhlicher, psychisch stabiler und sozial kompetenter sind als ich. Und das KANN natürlich nicht funktionieren. Ich weiß genau, dass ich ihnen in der Hinsicht kaum was geben kann, vermutlich empfinden sie das Zusammensein mit mir als bedrückend. Aber das zeigen sie mir während dem Zusammensein nicht … erst Jahre später, wenn sie mich dann fallenlassen … (Ich schreib das alles so nüchtern auf, aber naja, ihr wisst ja selber, wie höllisch weh es tut, wenn der gefühlte 383., der 384., der 385., der 386. … Mensch nix mehr von einem wissen will. :wein🙂
Auch wenn es mir nach meinen eigenen Maßstäben wirklich gut geht, wenn ich Energie und Lebensfreude spüre und viel anpacken kann, nehme ich an, dass es für die Gesünderen zu wenig ist. Es ist natürlich auch schon oft vorgekommen, dass die Leute mich erstmal (sehr) sympathisch finden, aber mit der Zeit mitbekommen, wie kompliziert ich bin u. wie sehr mein Leben (jeder Lebensbereich, auch das Arbeitsleben) durch meine Krankheiten geprägt ist, und mich dann fallen lassen.
Die Leute, die mich auf Dauer, also auch nach zehn Jahren, noch wirklich mögen und mit mir befreundet sein wollen, die sind auch alle psychisch krank – Depressionen, mangelndes Selbstwertgefühl u. a. Ich kann meine Leidensgefährtinnen und -gefährten natürlich meistens sehr gut verstehen, ich kann sie sehr achten und schätzen, wir können super reden – aber richtig gern haben kann ich sie nicht, und irgendwann ziehe ich mich dann zurück u. lasse sie fallen. Weil mich ihre „graue“ Ausstrahlung runterzieht. Wobei ich natürlich selber eine graue Tante bin. Ich könnte mir vorstellen, dass es daran liegt, dass ich hochsensibel bin, ich bin mir aber nicht sicher, ob das einer der Gründe ist. Jedenfalls bedrücken mich die negativen Stimmungen und auch die Unsicherheitsgefühle anderer Menschen sehr, ich meine jetzt im direkten Kontakt. Ich fühle mich dann mehr oder weniger unwohl und kann innerlich auch äußerst aggressiv werden. Je mehr ein Mensch er selbst ist, desto schöner und kraftvoller ist seine Ausstrahlung, je verletzter ein Mensch ist, desto unangenehmer ist sie, und ich spüre eben sowohl das eine als auch das andere sehr stark. Ich hab dabei eigentlich immer das Gefühl, die Leute sind entweder gesünder oder kränker als ich, ich hab fast nie das Gefühl, dass da jemand so krank/gesund ist wie ich. Was ja nicht sein kann! Aber so fühlt es sich an.

Ich hab jahrelang auch gedacht, dass man Unterschiedliches tauschen kann – der eine ist fröhlicher, der andere liest mehr u. kann daher mehr interessanten Gesprächsstoff anbieten o. ä. – aber das funktioniert nicht. Es geht ein paar Jahre, und dann verschwindet der Gesündere von der Bildfläche. Ist jedenfalls meine Erfahrung.

Liebesbeziehungen kann ich schon gar nicht eingehen. Ich habs früher ein paar Mal versucht, es dann aber aufgegeben. Wenn schon Freundschaften nicht funktionieren, wie soll es mit noch mehr Nähe und noch höheren Erwartungen gehen?

Natürlich bemühe ich mich darum, gesund zu werden. Aber bisher bin ich an keine einzige tiefe Ursache von diesen Sch***-Symptomen rangekommen. Ja, ok, meine schlimmen Depressionen sind ganz weg, die soziale Phobie ist zumindest teilweise besser geworden, und ich kann arbeiten. Ich geb nicht auf, aber es ist bitter und hart, nach 20 Jahren Bemühungen hier noch am selben Punkt zu stehen wie damals.

Ich hab da noch einen Verdacht: Diejenigen, mit denen ich mich immer besonders gut unterhalten konnte, das waren immer auch Frauen, die wenig gelacht haben. Ich lache sehr gern, aber naja, ich hab hier mal geschrieben, „Humor in Spuren vorhanden“ … meine Stärken sind eindeutig anderswo. Ich könnte mir vorstellen, dass diejenigen psychisch Angeschlagenen mit Humor deutlich bessere Freundschaften haben – und vielleicht auch die, die sich trotz aller Probleme immer mal wieder wirklich leicht fühlen können, die also für sich eine Art emotionaler Insel erobert haben, auf der sie sich für kurze Zeit wirklich geborgen und fröhlich fühlen können.

Viele von euch sind auch mehr oder weniger von irgendeiner psychischen Krankheit betroffen. Wie kriegt ihr das hin? Habt ihr langdauernde, enge Freundschaften auf ähnlicher „energetischer“ Ebene oder auch ungleiche? Wie sehr spürt ihr Bedrückung, Schmerz, Unsicherheit/große Scham, Selbsthass anderer Leute, und wie geht ihr damit um?
Hier im Internet ist es natürlich viel leichter mit den Kontakten als draußen, hier fallen ja viele Ecken und Kanten ganz oder teilweise unter den Tisch … aber trotzdem, auch hier im Forum tastet man sich gegenseitig ab – erträgt mich der andere, ertrage ich ihn, und wenn ja, wie lang und wie eng? Heuchle ich ein bisschen ungetrübte Zuneigung …? Oder würde ich das nie tun …?

Gruß,
Kaela
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Kaela,

Ich weiß genau wovon du Sprichst :wein::wein:
Auch wenn ich noch sehr Jung bin.
Ich habe vor 2 Jahren Depressionen Angst und Panikstörungen und eine Posttraumatische Belastungsstörung entwickelt bzw. Diagnostiziert bekommen.

Schon in Meiner Jugendzeit 12-18 Jahren, habe ich gemerkt dass ich anders bin, viel Sensibler mit vielen Thematiken, Gefühlen etc umgehe als andere "gesunde" mit "normaler" Kindheit (in meinem Alter)

Ich hatte immer nur 1 Beste Freundin, die dann nach wenigen Jahren wieder verschwand, den Kontackt abgebrochen hat etc. und es waren VIELE!

Ich hab jetzt Therapien angefangen und immer mehr Leute wenden sich von mir ab, wenn sie wissen, das ich Krank bin. Leute die selber krank sind, ziehe ich Magisch an. Sie ziehen mich allerdings mit ihrer "laune" oft herunter. Auch wenn man sich sehr gut mit ihnen austauschen kann, ist es keine richtige "Freundschaft"

Ich habe immer schon pech in Liebesbeziehungen gehabt aber bis jetzt hab ich es noch nicht aufgegeben. 😕😕😕
Hoffnung stirbt zuletzt oder wie war das? ...

Momentan hab ich eine Neue Beziehung und es sieht gut aus ... mal schauen 😀
Eine "gesunde" sehr gute Freundin habe ich auch allerdings gibt es da oft mal klinsch! aber das bekommen wir ganz gut in den griff.

mal schauen wie weit die Therapie was bringt, momentan bin ich noch Krank geschrieben und versuche mich durch zu wurschteln :/ alles nicht so einfach!
 
Hallo Sulien,

danke für deine Antwort! Ich bin also nicht ganz allein mit dem Problem ...

Schön, dass du eine richtig gute Freundin hast! Magst du ein bisschen erzählen, wie ihr miteinander umgeht, über welche Themen ihr miteinander redet u. vielleicht über welche Themen ihr bewusst nicht sprecht? Lacht ihr oft zusammen? Welches sind eure Knatsch-Themen? Ich könnte mir vorstellen, dass es sehr wichtig ist, dass ihr euch streiten könnt. Ohne Streit bleiben die Aggressionen im System. Du klingst so, als würde euer Streit eure Freundschaft nicht bedrohen.
Mit mir will irgendwie niemand streiten. Sie lächeln alle und sind nett, so geht das Jahre, und eines Tages sind sie weg.

Ich drück dir die Daumen für deine neue Beziehung und für die Therapie!

K.
 
Hallo Ihr,

klingt ganzt nach selbstunsicherer Persönlichkeit, die ich mal diagnostiziert bekommen habe. Auch ich habe gute Freundschaften, dann immer wieder irgendwann Krisen und letztlich Abbruch durch Rückzug durch mich, obwohl nicht unbeliebt und durchaus über lange Strecken von anderen sehr getragen.
Aber immer die Angst im Nacken, irgendwann bricht es sowieso zusammen, dann lieber in Obachtstellung und gar nicht so richtig mehr in freundschaftlcihe wie partnerschaftliche Beziehungen einsteigend. Geholfen hat mir neben Therapie die Erkenntnis der Achtsamkeit: Statt zu dulden, innerlich wütend, aber vor allem enttäuscht zu sein, sich nicht mehr so viele Selbstzweifel negativ und krank anzulasten, sondern diese anzunehmen und als berechtigt im Hier und Jetzt für mich zu akzeptieren - letztlich sogar diese als Mahnmal für mich zu nutzen, die ein oder andere Beziehung bewusst als schädigend abzubrechen. Auch ich spürte schnell, wann Stimmungen kippten, glaubte aber immer daran, dass ich dies verursachte, bis ich erkannte, dass auch die anderen, nicht nur psychisch Kranke, sich für sich engagierten - z.T. für mich mit unlautern Mitteln, die sie dann als Selbstfürsorge deklarierten und sich nie in Frage stellten, es ihnen aber durchaus besser ging als mir. Auch heute bin ich nicht euphorisch und/oder nur gut drauf, aber ich sorge mehr mit einem Plan B. für mich, wenn die anderen, warum auch immer nicht wollen. Und dann kann ich auch die mitunter selbst gewählte, nicht von außen gemachte, Eremitage besser aushalten.
 
Hallo Gast,
danke für deinen Beitrag!
So, wie ich dich verstehe, lebst du relativ zurückgezogen, nachdem du dich von giftigen "Freunden" getrennt hast, und es geht dir besser, seit du deine Probleme mehr annehmen und mehr zu dir stehen kannst. Und das Alleinsein scheint dich nicht mehr so zu bedrücken. Ja, es ist natürlich sehr wichtig, die eigenen Schwächen anzunehmen. Immer ein Stück mehr.

Unsicher fühl ich mich oft, aber nicht immer. Ich wurde mal sehr genau diagnostiziert, aber die unsicher-vermeidende Persönlichkeitsstörung hab ich den Psychologen/Psychiatern zufolge nicht, und das seh ich auch so. Zum Teil ist es aber nur ein gradueller Unterschied. Das Problem ist, dass ich auch, wenn ich mich wirklich sicher fühl (soweit es mir überhaupt möglich ist) und es mir gut geht, für die Gesünderen "nicht ausreiche". „Genug“ bin ich nur für mehr oder weniger psychisch kranke Leute. Und ich muss mich korrigieren: Diejenigen Kranken, mit denen ich längere Zeit befreundet war, die sind definitiv stärker als ich. Die hab ich auch nicht gehasst, klar.

Letztendlich müsste ich mich natürlich innerlich umorientieren – weg von den Gesunden.

Gruß,

Kaela
 
Hallo Kaela,

warum befürchtest du denn, dich mit deinem Thread unbeliebt zu machen? Dein Anliegen ist doch nichts schlimmes. 🙂

Auch wenn es mir nach meinen eigenen Maßstäben wirklich gut geht, wenn ich Energie und Lebensfreude spüre und viel anpacken kann, nehme ich an, dass es für die Gesünderen zu wenig ist. Es ist natürlich auch schon oft vorgekommen, dass die Leute mich erstmal (sehr) sympathisch finden, aber mit der Zeit mitbekommen, wie kompliziert ich bin u. wie sehr mein Leben (jeder Lebensbereich, auch das Arbeitsleben) durch meine Krankheiten geprägt ist, und mich dann fallen lassen.

Darf ich dich hier zunächst mal was fragen? Sagst du den Leuten denn dass du "krank" bist oder wie verhält sich das? Oder finden die Leute irgendwann von selbst heraus dass du u. U. "schwieriger" bist? Aus deinen Worten kann ich das nicht eindeutig herauslesen.

Meine eigene Erfahrung...Menschen spüren früher oder später dass ich teilweise weniger belastbar bin und Probleme im Umgang mit ihnen bekomme. Das zeigt sich in meiner Unsicherheit, die sich teilweise u. a. wiederum in Sprechproblemen äußert. Mir fehlt die "Kraft", längere Zeit langsam und deutlich zu sprechen. Diese Unsicherheit und die zugrunde liegende Nervosität...da nehmen die Leute nicht selten Abstand zu mir und anschließend Reißaus. Ist nicht wirklich witzig wenn man zusammen auf die Rolle geht und man nachts um 2 alleine zurück gelassen wird...

Früher war das alles oft so, aber seitdem ich einen viel lockeren, spielerischen Umgang mit meiner Unsicherheit entwickelt habe, hat sich das größtenteils wirklich zum Positiven geändert. Es gibt kaum noch Leute die sich daran stören, dass mir irgendwann die Worte ausgehen oder ich mich ein klein wenig zurückziehe und mehr zuhöre als selbst zu sprechen. Und wer es dennoch tut...da muss man sich ganz einfach fragen: Will man mit solchen Leuten wirklich etwas zu tun haben? Hat man die nötig?

Es ist anderseits natürlich auch das gute Recht der Leute, sich selbst zu "schützen", wenn sie meinen, dass "wir" ihnen zu anstrengend sind, aber das hilft "uns" natürlich auch nicht weiter. Deswegen habe ich diese spielerische Art entwickelt und meine Erwartungshaltung auf < 0 reduziert. Vielleicht eine etwas banale oder seltsame Herangehensweise, aber wie gesagt...meine Erfahrungen hier in meiner realen Umwelt haben sich wesentlich zum Positiven entwickelt.

Die Leute, die mich auf Dauer, also auch nach zehn Jahren, noch wirklich mögen und mit mir befreundet sein wollen, die sind auch alle psychisch krank – Depressionen, mangelndes Selbstwertgefühl u. a. Ich kann meine Leidensgefährtinnen und -gefährten natürlich meistens sehr gut verstehen, ich kann sie sehr achten und schätzen, wir können super reden – aber richtig gern haben kann ich sie nicht, und irgendwann ziehe ich mich dann zurück u. lasse sie fallen. Weil mich ihre „graue“ Ausstrahlung runterzieht. Wobei ich natürlich selber eine graue Tante bin. Ich könnte mir vorstellen, dass es daran liegt, dass ich hochsensibel bin, ich bin mir aber nicht sicher, ob das einer der Gründe ist. Jedenfalls bedrücken mich die negativen Stimmungen und auch die Unsicherheitsgefühle anderer Menschen sehr, ich meine jetzt im direkten Kontakt. Ich fühle mich dann mehr oder weniger unwohl und kann innerlich auch äußerst aggressiv werden. Je mehr ein Mensch er selbst ist, desto schöner und kraftvoller ist seine Ausstrahlung, je verletzter ein Mensch ist, desto unangenehmer ist sie, und ich spüre eben sowohl das eine als auch das andere sehr stark. Ich hab dabei eigentlich immer das Gefühl, die Leute sind entweder gesünder oder kränker als ich, ich hab fast nie das Gefühl, dass da jemand so krank/gesund ist wie ich. Was ja nicht sein kann! Aber so fühlt es sich an.

Vielleicht liegt es daran, dass du dich in diesen Menschen selbst siehst und sie dich an dich und deine eigene Situation erinnern? Wäre das möglich? Kommt daher das Unangenehme?

Wonach sucht man sich sonst üblicherweise seine Kontakte und seinen Umgang aus? Man orientiert sich vielleicht an "höheren", also "stabileren" Menschen, an denen man sich "aufrichten" kann? Anderseits sucht man sich vielleicht Menschen aus, die einem "unterlegen" sind, damit man vielleicht selbst mal "höher" ist und etwas "geben" kann? Was aber nun, wenn man auf Menschen trifft, mit denen man auf Augenhöhe in Kontakt kommt, die sind dann wie man selbst ist und man wird noch unsicherer...was soll man denen geben, was bekommt man? Wie begegnet man ihnen?

Was mich persönlich angeht...vielleicht kannst du damit etwas anfangen..."normale" Menschen langweilten mich meistens. Meine Kontakte tendierten eher in Richtung Menschensorte "gehandicapt", Leute, die ebenfalls ihre Schwierigkeiten hatten und mit denen ich demzufolge etwas gemein hatte. Nicht selten habe ich die Erfahrung gemacht dass schlichtweg so etwas wie eine Grundlage fehlte, wenn der/die Gegenüber überhaupt nicht weiß was Ängste oder Probleme sind.

Und jetzt kommt, wie zuvor, das "aber"...irgendwann habe ich, wahrscheinlich auch im Kontext dieses spielerischen Umgangs mit mir und meiner "Art", aufgehört, ständig Umschreibungen wie "Störung", "krank" oder ähnliches im Hinterkopf zu haben und achtsamer, möglichst nicht mehr in der Vergangenheit gelebt und auf alten Traumen / Erfahrungen herumgekaut, sondern bin nach Möglichkeiten im Hier und Jetzt geblieben.

Das hat dazu geführt, dass ich auch bei "gesunden" Leuten inzwischen "normaler" ankomme als früher. Mir fiel auf, dass ich beim Abgleich "Ich und die Anderen" immer diese Unsicherheiten und Ängste ("Wie komme ich an?") im Hinterkopf hatte und seitdem es mir, gelinde gesagt, vollkommen Wurst ist und ich ggb. anderen Menschen einfach "drauflos lebe", klappt es besser. Hätte ich früher nie für möglich gehalten, aber es ist, wie es ist...es ist eben alles Kopfsache im Leben.

Kannst du damit etwas anfangen? Ich hoffe dass ich trotz Konzentrationsschwäche etwas einigermaßen Plausibles zusammengeschustert habe. 😉

Liebe Grüße,
Rock
 
Heyy ... danke für deinen langen Beitrag, Rock!
Meine Antwort kommt auf jeden Fall, dauert aber noch ne Weile.
Gruß, Kaela
 
Hallo Rock,

auch dies wird nur eine ganz kurze Antwort, ich hatte viel zu tun, und jetzt fallen mir die Augen zu. Hoffe, dass ich morgen ausführlich schreiben kann.

Mir geht immer wieder durch den Kopf, was du über Null Erwartungen an ein Gespräch mit anderen Leuten geschrieben hast. Dass es dir (ziemlich) egal ist, was andere Leute über dich denken. Einerseits hört sich das ziemlich erwachsen und "richtig" an, andererseit denke ich, dass man vielleicht nicht in jeder Situation so denken/fühlen sollte. Ich muss das mit mir noch ausdiskutieren. 😉 Vielleicht auch mit dir?

Bis demnächst,
Kaela
 
Hallo Kaela,

keinen Stress! 😉

Mir geht immer wieder durch den Kopf, was du über Null Erwartungen an ein Gespräch mit anderen Leuten geschrieben hast. Dass es dir (ziemlich) egal ist, was andere Leute über dich denken. Einerseits hört sich das ziemlich erwachsen und "richtig" an, andererseit denke ich, dass man vielleicht nicht in jeder Situation so denken/fühlen sollte. Ich muss das mit mir noch ausdiskutieren. 😉 Vielleicht auch mit dir?

„Früher“ habe ich mich bemüht mich so zu verhalten wie ich glaubte, mich verhalten zu müssen, damit die Leute mich bloß nicht ablehnen. Das hat aber ausschließlich dazu geführt, dass ich noch unsicherer wurde und damit habe ich die Ablehnung wahrscheinlich erst recht hervorgerufen. Ich schätze, das kam bei einigen Leuten an wie „anbiedern“ und das macht offenbar wenig attraktiv.

Ausschließlich in „Pflichtbegegnungen“, also beispielsweise auf der Arbeit, mache ich mir Gedanken, wie ich ankomme und wie ich mich „optimieren“ kann. Privat ist es mir inzwischen ziemlich egal. Wer dich ablehnen will, findet so oder so immer einen Anlass dazu, sei es, weil man eben etwas schüchtern und unsicher wirkt, leider etwas undeutlich spricht oder andere Eigenschaften an sich hat, die dem anderen eben nicht passen.

Und es ist, zumindest nach meinen eigenen Erfahrungen, nicht leicht, Leute zu finden denen „unsere“ Handicaps völlig egal sind und die einen nehmen, wie man eben ist. Aber ich hab dann viel drüber nachgedacht und für mich festgestellt, dass es vielleicht nicht unbedingt direkt diese Handicaps sind, sondern eher das Bemühen, diese Handicaps zu verbergen und sich quasi so darzustellen, als hätte man keine. Dadurch...so vermute ich zumindest...wirkt man erst Recht, als käme man mit sich selbst nicht klar und auch „unauthentisch“.

Daher habe ich diese lockere, spielerische Umgangsform entwickelt, das hat mir sehr geholfen und mir auch einige sehr ungewohnte und angenehme Erfahrungen beschert...Ich war gerade eine Woche in Griechenland und...es gab entsprechend positive Erfahrungen für mich... 😀

„Schlecht“ über sich zu denken, sich Gedanken über sich zu machen, sich selbst in Frage zu stellen und darüber nachzugrübeln, wie man hoffentlich gut bei anderen ankommt...mit all dem setzt man sich selbst massiv unter Druck, man macht sich selbst nervös...die Gedanken beeinflussen die Gefühle, die Gefühle beeinflussen wiederum die Ausstrahlung...verändert man also seine Gedanken zum Positiven, verändert sich infolgedessen schlussendlich auch die Ausstrahlung zum Positiven.

Ich denke positiv über mich und erwarte nichts von nichts und niemanden, seitdem...ist eigentlich alles besser als früher. 🙂

Grüßchen,
Röckchen
 

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