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Welches Ausmaß an psychischer Krankheit ertragt ihr in Freundschaften?

Ich habe auch einen psychisch größtenteils sehr "anspruchsvollen" Freundeskreis. Bin selbst kein "Hobby-Psychologe", überwiegend basiert das auf den Aussagen der Leute selbst. Könnte problemlos aus dem Stehgreif 5 Leute nennen die einen Suizid-Versuch hinter sich haben oder ihre Arme ritzen, von den anderen mal ganz zu schweigen. Ich selbst habe persönlich keine Probleme.

Meine Erfahrung war leider irgendwie immer die Selbe:

Diese Gruppe von Freunden/Bekannten sind immer die ersten, die vor der Türe stehen wenn sie Probleme mit sich selbst haben - aber die letzten die einen Einladen (wenn überhaupt) sobald es ihnen besser geht und sie mal in bester Laune feiern gehn.


Auch wenn meine Konsequenz jetzt sehr übel anhört:

Ich habe den Kontakt zu diesen Personen überwiegend abgebrochen und suche das weite, wenn sich so etwas andeutet.

Natürlich lasse ich Freunde niemals hängen wenn sie den einen oder anderen Tag den Kopf etwas hängen lassen, aber diese "Bei mir die Schulter ausheulen mit anderen Spass haben"-Mentalität hat mir den letzten Nerv gekostet und mich zum Schluss hin massiv angenervt. Seitdem geht es mir viel besser, meine Laune und Motivation ist rapide gestiegen.

Man kann nun mal nicht die Verantwortung für einen anderen Menschen übernehmen.
 
Hallo Gast,

ich kanns dir nachfühlen, dass du dich entschlossen hast, den Kontakt zu diesen Leuten abzubrechen. Ausnützerei hat nichts mit Freundschaft zu tun. Ich finds gut, dass du einen eindeutigen Schnitt gemacht hast.

Gab es denn gemeinsame Interessen zwischen euch? Und was glaubst du, warum sie dich nicht dabei haben wollten, wenn es ihnen gut ging? Meine Erfahrung ist eher die, dass viele psychisch Kranke sich oft emotional zu sehr von anderen abhängig machen bzw. die Gesünderen "zu gern" haben.



Hi @wolf-souled,
ich antworte natürlich auch dir, aber zuerst kommt Rock dran. An Gast hab ich zuerst geschrieben, weils schnell ging. 🙂

Gruß,
Kaela
 
hi kaela 🙂
das was ich geschrieben hatte, hat ja eigentlich doch nicht sooo direkt was mit deinem thema zu tun...mehr mit schwierigkeiten bei freundschaften im allgemeinen.
ist auch n bißl schwierig...ich empfinde mich eben durchaus als psychisch...angeknackst...also nicht gan normal oder ganz gesund wenn man so will...allerdings ohne irgendeine diagnose...
und dann ist es finde ich noch schwieriger, das irgendwie ins spiel zu bringen. die psychischen defizite.
bei gesunden/normalen kannst du nicht damit anfangen, die nehmen´s evtl. nicht ernst...
und richtig psychisch kranke (ich hab ne bekannte, die ist seit jahren in behandlung) finden das evtl. pipifax wenn ich anfangen würde "ich bin so schüchtern, ob das ne soziale phobie ist...ausserdem bin ich an manchen tagen so deprimiert.." etc...
irgendwie weiß ich ja selber nicht, wie ich mich diesbezüglich einschätzen soll...
der rest meiner bekannten ist sowas von stabil und normal und gesund...dass man sich in deren gegenwart geich nochmal so unnormal fühlt *seufz*
 
Hallo Gast,

Gab es denn gemeinsame Interessen zwischen euch? Und was glaubst du, warum sie dich nicht dabei haben wollten, wenn es ihnen gut ging? Meine Erfahrung ist eher die, dass viele psychisch Kranke sich oft emotional zu sehr von anderen abhängig machen bzw. die Gesünderen "zu gern" haben.

Nun, gute Frage. Teilweise habe ich die Leute nie zuvor in meinem Leben gesehen, haben sich neben mich gesetzt (oder teils einfach die Handynummer ins die Hand gedrueckt) und sich dann die Seele aus dem Leib geheult. Das ist mir schon mehr als einmal passiert.

Ok, mittlerweile bin ich ein paar Erfahrungen älter und gehe diesen Situationen elegant aus dem Weg, ohne eine solche Person direkt zu verletzen. Ehrlich gesagt war das viel verbratene Zeit, die mir im Endeffekt nichts als Nerven und Gedult gekostet hat.

Diese Einstellung kann man sicher nicht auf Anhieb verstehen, da man im naeheren Bekanntenkreis doch eher das Bedürfnis hat dem- oder derjenigen zu helfen. Wenn man aber aber Spass im Leben haben möchte und nicht immer die Schattenseiten um sich haben möchte, muss man meines Erachtens auch sich im gesunden Maß distanzieren können.
 
Ok, mittlerweile bin ich ein paar Erfahrungen älter und gehe diesen Situationen elegant aus dem Weg, ohne eine solche Person direkt zu verletzen. Ehrlich gesagt war das viel verbratene Zeit, die mir im Endeffekt nichts als Nerven und Gedult gekostet hat.

Das habe ich auch oft erlebt. Sobald die Leute erfahren, dass man psychische Probleme hat, schleichen sie sich elegant davon. Es ist ihnen zu mühsam.
Ich kann es verstehen, denn einfach ist das sicher nicht. Aber trotzdem verletzt es mich, denn ich merke schon, wenn sich jemand zurückzieht, weil er mit meinen Probs nicht klar kommt.
 
Das habe ich auch oft erlebt. Sobald die Leute erfahren, dass man psychische Probleme hat, schleichen sie sich elegant davon. Es ist ihnen zu mühsam.
Ich kann es verstehen, denn einfach ist das sicher nicht. Aber trotzdem verletzt es mich, denn ich merke schon, wenn sich jemand zurückzieht, weil er mit meinen Probs nicht klar kommt.

Das muss man nicht persönlich nehmen, die meisten Menschen sind völlig überfordert wenn es um psychische Probleme geht und denken wahrscheinlich, das das etwas ansteckendes ist...🙄

Psychische Themen und psychische Probleme bespricht man am besten ausschließlich mit denjenigen, die aus eigener Erfahrung drüber sprechen können und wollen.
 
Zitat: "Das muss man nicht persönlich nehmen, die meisten Menschen sind völlig überfordert wenn es um psychische Probleme geht und denken wahrscheinlich, das das etwas ansteckendes ist...🙄 "


Najaa ... zumindest Depressionen sind u. U.ansteckend. Es gibt da eine oder mehrere Studien darüber, ich weiß nicht mehr genau, ob es sich bei den Teilnehmern um Angehörige und enge Freunde handelt oder allgemein um Leute, die mit Depressiven Kontakt hatten, und das Ergebnis war schon das, dass die Stimmung der Teilnehmenden deutlich sank.

Aber ich glaub auch, dass die meisten "Gesunden" u. a. irrationale Ängste vor psychisch Kranken haben und vor allem: Sie wissen fast nichts über psychische Krankheiten! Mein Eindruck ist oft: Viele wollen auch nichts davon wissen, teils, weil es in Teilen der Bevölkerung immer noch ein Tabuthema ist ("das sind alles Verrückte"), und vermutlich auch, weil sie Angst haben, sich mit ihrer eigenen Seele und der eigenen Kindheit auseinanderzusetzen.
 
Hi Rock,

zuerst schreib ich was Grundsätzliches zu psychischer Gesundheit und Krankheit, damit du weißt, welche Grundlage ich hab. Dann kann ich deine Fragen einfacher beantworten. Und ich schreib das auch für alle anderen, die mitlesen. Ist ein bisschen lang und bestimmt auch nicht alles neu für dich … aber vielleicht nicht völlig uninteressant.

Irgendjemand hat mal geschrieben, es gebe die Kranken, die „Normalen“ und die Gesunden. Das hat mir eingeleuchtet. Meine eigene Theorie dazu: Krankheit und Gesundheit gehen ja ineinander über; ganz und gar krank und 100 %ig gesund kann ich mir niemanden vorstellen. Auch beim kränksten Menschen funktioniert irgendwas, und vollkommen gesund ist auch niemand, denn jeder hat hier noch etwas zu lernen. Auch diejenigen, die sich selbst sehr mögen, viel Energie haben und viele Menschen lieben können (was für mich alles mit einem hohen „Gesundheitsniveau“ zu tun hat), haben noch ihre Schwachstellen. Ich denke, Gesundheit zeichnet sich dadurch aus, dass man nur wenig Gefühle, Bedürfnisse, Einsichten verdrängt, sich angemessen durchsetzen kann, u. sich selbst weitestgehend schätzt und mag. D. h. dass auch nur wenig Verspannungen vorhanden sind und man meistens tief atmet, (Verdrängung passiert durch gedankliches „Wegdrücken“ eines Themas, durch dauernde Muskelanspannung und flachen Atem.)

„Gesunde“ kenne ich nur ganz wenig Menschen, eine Handvoll etwa. Ich denke, das sind die Leute, die man als „Sonnenschein“ bezeichnet (vielleicht auch noch andere??) – wobei niemand die ganze Zeit am Strahlen ist. Gesunde bejahen (fast) alle Aspekte des Lebens, sie haben nicht nötig, viel auf andere zu projizieren.

„Kranke“ sind für mich Leute, die entweder als Kinder nicht richtig oder gar nicht geliebt worden bzw. in irgendeiner Weise misshandelt worden sind – und diese Missachtung für sie so schwer war, dass sie sie nicht ertragen konnten, sondern sich den krankmachenden Umständen gebeugt haben, um noch mehr Misshandlungen/Missachtung zu vermeiden. Dazu kommen dann noch die Leute, die nicht durch Familie/Schule etc. traumatisiert wurden, sondern durch Unfall, Krieg, Vergewaltigung …. Also Leute, die unter ihrem Schicksal längere Zeit sehr leiden, und durch die manchmal/oft auch andere Leute leiden. Wer krank ist, wirkt sich oft/meist nicht förderlich auf andere aus, weil die Energie in ihm nicht frei fließen kann (gesund ist viel Energie, die in Schaffenskraft, Entfaltung der eigenen Talente oder z. B. Mitgefühl mündet).

Die meisten Leute würde ich zu den „Normalos“ rechnen. „Normalos“ sind für mich Leute, die auch als Kind oder durch ein anderes Trauma geschädigt wurden, aber nicht so tief wie die „Kranken“. Sie können arbeiten, Freundschaften und Liebesbeziehungen eingehen – aber auch bei ihnen hakt es immer wieder mal, nur gehen sie dem nicht auf den Grund. Sie arrangieren sich z. B. mit unbefriedigenden Zuständen in den Beziehungen oder haben viele Beziehungen hintereinander. Es wird nur manchmal oder weniger gelitten, und so ist der Druck, den eigenen emotionalen Keller zu suchen, aufzusperren und auszumisten, nicht unerträglich, und der Müll bleibt im Keller. Ich hab den Eindruck, dass das z. B. all die Leute sind, die ja „so normal“ sind und deshalb anscheinend mit vollstem Recht mit dem Finger auf die psychisch Kranken zeigen. Und natürlich ist die Spannweite von Leuten, die ich als „normal“ bezeichnen würde, sehr groß. Eine Schädigung besteht z. B. darin, dass die Eltern völlig gesunde Dinge für „schlecht“ erklären. Z. B. wenn ein Kind auf die Eltern nicht wütend werden darf, diese Wut nicht zeigen darf, weil es in den Augen der Eltern ja dann „kein braves Kind“ mehr ist. Wenn das Kind doch seine Wut auf die Eltern oder andere Autoritätspersonen zeigt, wird es unterdrückt und gemaßregelt. Passiert das immer wieder, bricht das Ich des Kindes irgendwann mehr oder weniger zusammen (es will ja überleben und „geliebt“ werden) und übernimmt die Glaubenswelt der Eltern und tadelt oder straft (später als Erwachsener) ebenfalls alle Kinder, die aufmucken wollen. Es wird also zum Normalo oder zum Kranken. Ein Kind, das auf seine Eltern wütend ist, ist für diesen „Normalo“ oder „Kranken“ ein unmögliches, verzogenes Balg. Und das ist m. E. das, was man dann als Projektion bezeichnet. Man verurteilt gesunde Verhaltensweisen an anderen, weil das eigene gesunde Verhalten in der Kindheit als schlecht verurteilt worden ist und weil man diese Sichtweise auch als Erwachsener (noch) nicht korrigiert hat. Es ist eine Art Gehirnwäsche.

Wenn ich persönlich also manche Verhaltensweisen anderer Leute nicht ertragen kann, dann entweder deshalb, weil ich annehme, dass mir völlig gesunde Verhaltensweisen als Kind vermiest oder ausgetrieben worden sind (ich erlaube sie mir selber nicht … und anderen erstrecht nicht 😀), oder es handelt sich um Macken, die ich als Krankheitssymptome bezeichnen würde. Und wenn ich mich nicht irre, dann sind Krankheitssymptome ein unbewusster Versuch, die Beschädigung wieder wett zu machen – aber auf eine ungeeignete Art, die die anderen nervt. Ich hab festgestellt, dass die Leute mit den Macken, die ich regelrecht hasse, im Grunde dasselbe tun wie ich (nur, wie ich finde, schlimmer – aber da kann ich mich täuschen!). Wir haben dasselbe Krankheitssymptom, und das, was diejenigen, die ich nicht abkann, tun, ist das, was ich eigentlich selbst gern tun würde, mir aber verkneife, weil es krank und unpassend wäre. Aber im Kern erlauben sich diese Leute gesunde Verhaltensweisen, die nur eben nicht ins Alltagsleben gehören, sondern in die Therapie. Zu solchen Menschen würde ich deine ehemalige Freundin zählen, die zu aufdringlich war.
Zu deinen Fragen:

Du denkst also dass du die Macken anderer Leute weniger ertragen kannst als andere Leute es wiederum können. Ich deute mal, dass du dich bzw. dein Verhalten daher als „verächtlich“ empfindest, einigermaßen richtig?

Dass ich nicht fähig bin, richtige Freundschaften zu schließen, ist natürlich nichts, auf das ich stolz bin. „Verächtlich“ … ja, schon in die Richtung. Außerdem bin ich eine Art Gefahr für andere …, denn ich lehne zu viele Leute ab bzw. kann sie nicht richtig gern haben, nur schätzen.

Nicht leicht, dazu etwas Passendes zu schreiben...vielleicht liegt es daran, dass du den betreffenden Menschen einzig und alleine als „Störung“ empfindest und übersiehst, dass da eben auch noch andere Eigenheiten, Bestandteile in ihm/ihr sind? Ein „gestörter“ Mensch besteht ja nicht nur aus einer Störung, er hat noch andere Anteile an/in sich. Nur weil vielleicht eine bestimmte Verhaltensweise dieses Menschen „suboptimal“ ist, bedeutet es nicht dass er nicht in anderen Bereichen „normal“ ist – wobei man hier berechtigt einwenden kann, wer oder was definiert, was „normal“ ist und wo „Grenzen“ verlaufen.


Bei mir kommt es sehr aufs Maß an. Entweder die Leute sind mir viel zu krank (dann mündet das bei mir in große Ablehnung), oder das, was ich nicht leiden kann, ist eben etwas, was an sich gesund ist u. ich bloß nicht schätzen kann. Und im ersten Fall hat das (fast?) immer mit meinen eigenen Macken und Lücken zu tun. Mit Projektion. Allerdings weiß ich auch, dass diese „viel zu kranken“ Menschen auch bei anderen auf Ablehnung stoßen, nicht nur bei mir. Und es hat auch immer damit zu tun, dass diejenigen sich nicht schonungslos mit sich selbst auseinandersetzen und sich ändern wollen.
Ja, es stimmt, dass auch die „sehr Kranken“ positive Anteile haben. Aber wie du sagst, mir ists dann zu viel.

Und diejenigen, die auch meine Macken haben, etwa in „meiner“ Größenordnung oder kleiner – da kann ich das Positive und Gesunde viel besser erkennen und wahrnehmen. Wahrscheinlich ist es aber so, dass ich meine eigenen Macken sehr viel deutlicher fühle, wenn Leute mit ähnlichen Symptomen vor mir sitzen. Wenn jemand da ist, der sie nicht hat, lenkt mich das wohl von meinen eigenen Symptomen ab.

Demnächst mehr.

Gruß,
K.





 
Zuletzt bearbeitet:
Was verstehst Du unter "Freundschaft" konkret?

Was erwartest Du von einer guten Freundschaft?

Was bist Du bereit, zu geben?

Warum ziehst Du Dich denn von Menschen zurück, die ähnlich "ticken" wie Du? Was stört Dich an ihnen (vielleicht ja auch ein Hinweis, was andere an Dich stören könnte)

Bist Du innerhalb einer Freundschaft offen und ehrlich ?

Glaubst Du, die Menschen, die Du fallen lässt- fühlen sich genauso, wie Du, wenn Du fallengelassen wirst-
oder ist Dir das egal?

Was glaubst Du, müsstest Du an Deinem Verhalten ändern, damit Du auf gute Freunde stösst, die Dich auch über Jahre hinweg wertzuschätzen wissen?

Sprichst Du oft über Deine Probleme? Wenn ja- hörst Du auch anderen zu - fühlst Du mit ihnen, wenn s ihnen schlecht geht?

Es mag schon sein, dass Du hochsensibel bist. So fühlst Du alles um Dich herum. D.h. wenn jemand schlecht drauf ist- so springt dieser Funke negativ auf Dich über.

Weisst Du,

mit dem Begriff "Hochsensibilität" sollte man vorsichtig umgehen.

Aus Erfahrung weiss ich, dass es Menschen gibt, die hochsensibel sind- daher wert darauf legen,
dass man mit ihnen sehr feinfühlig umgeht.
Sie sind sehr empfindsam- stets wenn es um sie geht und merken aber selber oft nicht, dass sie das was sie von anderen erwarten- selber nicht einhalten können.
Dementsprechend unsensibel gehen sie mit ihren Mitmenschen um.

Du musst nicht zu diesem Personenkreis gehören - aber ich wollte das nur mal anregen- drüber nachzudenken.



Ansonsten:

Empfindest Du ernsthaftes Mitgefühl für Deine Freunde-
auch wenn es ihnen mal schlecht geht- oder reagierst Du da eher genervt?

Die Fragen solltest Du Dir in erster Linie selber beantworten - um Dir auch klar zu machen, wo Deine Prioritäten in Sachen Freundschaft liegen!

lg. Sissy
 
Najaa ... zumindest Depressionen sind u. U.ansteckend. Es gibt da eine oder mehrere Studien darüber, ich weiß nicht mehr genau, ob es sich bei den Teilnehmern um Angehörige und enge Freunde handelt oder allgemein um Leute, die mit Depressiven Kontakt hatten, und das Ergebnis war schon das, dass die Stimmung der Teilnehmenden deutlich sank.

Vielleicht ist es eher so das Depressionen ansteckend wirken "können", vor allem bei denjenigen, die ebenfalls sehr feinfühlig und sensibel sind und bei denen daher eben die Gefahr besteht dass die Depressionen der Betroffenen auf sie abfärben?

Aber ich glaub auch, dass die meisten "Gesunden" u. a. irrationale Ängste vor psychisch Kranken haben und vor allem: Sie wissen fast nichts über psychische Krankheiten! Mein Eindruck ist oft: Viele wollen auch nichts davon wissen, teils, weil es in Teilen der Bevölkerung immer noch ein Tabuthema ist ("das sind alles Verrückte"), und vermutlich auch, weil sie Angst haben, sich mit ihrer eigenen Seele und der eigenen Kindheit auseinanderzusetzen.

Ja, das mit dem Tabuthema ist schon ziemlich richtig, denke ich. Man fürchtet sich vor dem was man nicht kennt und von dem man nicht weiß, wie man damit umgehen soll bzw. der Umgang mit den Betroffenen fällt einem auch mehr als schwer.
 

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