Hallo Sissy,
sehr späte Antwort ... aber doch:
Versuche es doch dann einfach zu akzeptieren, wie es ist.
Hmmm ... das, was im Moment "stattfindet", ist mehr oder weniger große Einsamkeit als Resultat meiner Beziehungsstörungen. Ich kann den Gedanken akzeptieren, dass es im Moment so ist und verdränge ihn nicht. Aber Einsamkeit ist nun mal sehr schmerzhaft, und ich werde natürlich bis zur ultimativen Grenze versuchen, meine Beziehungsfähigkeit zu verbessern.
Vielleicht fehlt Dir ja bei Deinen Kontakten und bestimmten "Freunden" ein gewisses Maß an Emphatie...
Auch hier: Die "Gesunden" wollen nicht so oft über psychische Probleme sprechen, ist ja auch verständlich. Die "Kranken", mit denen ich bisher engeren Kontakt hatte, waren eigentlich immer empathisch. Wenn jemand überhaupt nicht zuhören kann, dann geh ich ziemlich schnell.
Vielleicht kannst Du ja dann auch vor dem eigenen Hintergrund das Verhalten der anderen Dir gegenüber besser verstehen und auch annehmen und akzeptieren lernen. Die können halt alle auch nicht aus ihrer Haut....
Verstehen, nachvollziehen kann ich das ablehnende Verhalten der Gesunden und die "depressive" Stimmung der Kranken schon. Aber die depressive Stimmung bei anderen, wenn sie dauernd vorherrscht, kann ich gefühlsmäßig leider nicht mögen oder als neutrale Stimmung empfinden.
Hast Du Dir schon mal Gedanken darüber gemacht, dass Du lediglich das Verhalten der anderen Dir gegenüber reflektierst?
Ich denke selbstverständlich auch darüber nach, was ich falsch mache, seit sehr vielen Jahren. Je öfter man dabei auf die Schnauze fällt u. je mehr Feedback man bekommt, auch durch Therapien, desto genauer weiß man, was man alles falsch macht. Und ich "übe" natürlich anderes Verhalten. Abgesehen davon, dass man auch immer etwas für das eigene Selbstbewusstsein und die Lebensfreude tun muss.
Damit tust Du Dir jedoch für meine Begriffe- nur bedingt einen Gefallen.
Oder glaubst Du- andere hinterfragen ihr Verhalten Dir gegenüber?
Sicher nicht- weil ihnen dafür sicherlich dann auch die nötige Sozialkompetenz und Einstellung fehlt. Aufgrund dessen verhältst Du Dich ja auch so, wie Du es tust- vermute ich mal- was auch wiederum nachvollziehbar ist.
Ich bin nicht ganz sicher, ob ich dich hier verstehe. Meinst du damit, dass ich eigentlich nur bei den Leuten mein Verhalten hinterfragen sollte, die sich mit mir Mühe geben?
Ich glaub, das läuft anders. Ich will auch denen nicht "schaden", die mich nicht mögen - ich finde, ich hab nicht das Recht dazu. Man kann aber im Privatleben im Gegenzug nichts von anderen erwarten, wirklich gar nichts, weil jeder Mensch frei ist. Ich kann höchstens sagen: Ok, von xy kommt nix (keine Freundlichkeit oder keine Selbstreflexion), ich mach mich vom Acker.
Ich hab das Gefühl, dass du mich jetzt ein bisschen besser verstehst und dass du vielleicht auch ein bisschen Mitgefühl für meine Lage hast ...
Danke für dein Nachdenken und deine Beiträge! :blume:
Und ich wünsch dir, dass du diese Erfahrung, als Mülleimer missbraucht zu werden, nicht mehr machen musst.
Alles Gute,
Kaela