Danke für den link aber verstehen kann ich das leider nicht wirklich. Bin ich hochbegabt müsste ich doch zunächst mal alles spielend erledigen und mich DANN langweilen. Und nicht, ich langweile mich bereits am ersten Tag.
Ich kann immer hingehen und von vornherein schlechte Leistungen bringen mit dem Argument ich sei unterfordert. Was ich merkwürdig finde. Unterforderung und Langweile sollte sich nach meinem Empfinden erst dann einstellen, wenn ich alles 1A erledigt habe und nur noch rumsitze während andere noch auf einem Berg von ungelösten Aufgaben sitzen.
Würde sich der Sachverhalt in der Art verhalten, würden auch die Lehrer meine Hochbegabung bemerken. So aber ist es logisch das es nicht erkannt wird, da es kein Unterschied zu einem Faulpelz gibt. Der schlechteste Schüler eine Klasse könnte demzufolge auch einfach behaupten, er sei hochbegabt und unterfordert.
Puh...ok, dann weiter unten etwas mehr Persönliches, um die Andersartigkeit zu verdeutlichen. Damit können wahnsinnige Probleme einhergehen, die ein Leben nahezu zerstören können; wir hatten da Glück, aber das ist nicht selbstverständlich.
Es ist schwierig, das - und somit dich,
@hinnerk - in Kürze zu erklären und auch zu verstehen. Ich stelle deshalb auch ein paar Links dazu ein.
Stell dir vor, du hast eine Ausbildung, kannst etwas, willst dich weiterentwickeln, wirst aber ständig nur für Jobs für Ungelernte eingesetzt und ignoriert. Angemeckert, wenn du diesen Hilfsjob auch noch zu schnell und zu gut erledigst.
Willst du die überschüssige Zeit nutzen und dich weiterbilden, gibt es wieder Ärger. Lenkst du dich mit trivialen Dingen ab und schaltest ab, ebenso.
Und zusätzlich verstehst du weder die Kollegen noch sie dich, ihr sprecht unterschiedliche Sprachen, denkt auf verschiedenen Ebenen.
Dass du schneller und besser bist, bringt sie gegen dich auf.
Du langweilst dich, fühlst dich unverstanden, ungerecht behandelt, verstehst die Welt nicht mehr, eckst überall an - weil du wissbegierig bist.
Der eine versucht sich möglichst anzupassen, schauspielert, ist dabei unglücklich, ein anderer wird aufmüpfig, aggressiv, ein Clown, Verweigerer, ...viele Reaktionen sind möglich.
Bei allen leidet eines enorm: das Selbstwertgefühl.
Hochbegabung schützt nicht vor schlechten Noten in der Schule. Wir erklären, welche Gründe es dafür geben kann und wie Eltern helfen können.
www.superprof.de
Meine Tochter fiel mit 1 Jahr bereits mit niht altersgerechten Fähgkeiten auf, hatte sich mit 3 autodidaktisch angeeignet, was andere in der ersten Klasse beginnen zu lernen. Und einiges mehr aus anderen Bereichen aufgesogen.
Sie fragte und fragte, zerlegte das Telefon, weil sie das Innenleben und die Funktion verstehen wollte usw.
Anstrengend.
Wieviele Eltern erkennen, was da abläuft, reagieren nicht genervt, strafen nicht für vermeintliche Zerstörungswut, sondern hinterfragen?
Was macht es mit Kindern, wenn sie von ihren Eltern nicht verstanden werden?
Und wenn es da zufällig doch läuft, ecken sie dennoch im Kindergarten an: zu schnell, zu weit, weiß zuviel, diskutiert.
Zu anstrengend, störend.
Kind todunglücklich.
Ich konnte das lösen, doch wer kann so einfach entweder selbst Förderung bieten oder einen Kindergarten für Hochbegabte?
Klein, zart, mit 5 erste Klasse, da ich zweite Klasse verweigerte. Ja, ich bremste. Auch später nochmal verhinderte ich ein weiteres Überspringen, das Sozialverhalten wäre auf der Strecke geblieben. Gym für Hochbegabte war zu weit entfernt, ein spezielles Gym mit Förderung ihrer Begabung in einem bestimmten Bereich hätte Internat bedeutet, was sie nicht wollte und ich auch nicht.
Schulstoff erledigte sie bis zum Abi nebenher, saß Unerrichtszeit sehr viel ab und beschäftigte sich mit Zeichnen (was manchmal auf Unverständnis bei Lehrern traf und Gespräche erforderte), lernte zusätzlich sehr viel aus kombinierten anderen Bereichen und hatte da schnell erfahrenen Erwachsenen Wissen voraus.
Die nicht immer reif reagieren, wenn ein 13-jähriges Mädchen mehr weiß als sie und das wenn nötig mit Quellen belegen kann und es auch erfolgreich umsetzen kann. Also immer den Mund halten und freundlich lächeln, abnicken? Vermeiden, bei der Umsetzung gesehen zu werden? Keine leichte Situation.
Mit 15 begann sie ihre Selbständigkeit zu planen und vorzubereiten. Sich noch fehlende nötige Skills anzueignen.
Während Gleichaltrige andere Dinge interessierten, die für sie teils uninteressant, teils nebenher existent waren.
Ihr damaliger Freund war ihr logischerweise in ihrer Entwicklung nicht gewachsen.
Eine angeborene Erkrankung forderte Pausen, zeiweise war sie in Absprache mit dem Arzt nur zu Prüfungen in der Schule. Das nicht zu dürfen hätte sie psychisch zu sehr belastet, also gab ich nach.
Welche Eltern hätten Teeniegedanken zu einer Unternehmensgründung ernstgenommen, nicht als alterstypische Flausen belächelt? Die wenigsten wahrscheinlich.
Als sie 18 war lief die Selbständigkeit und sie hatte den Studiengang gewechselt.
Das Studium lief Teilzeit nebenher, natürlich wie gewohnt mit hervorragenden Leistungen, während sie sich permanent weiterbildete für ihren Job.
Während Mitstudenten mehr an Feiern und Shopping dachten; für sie eine öde Strafe, sie ging lieber aktiven sportlichen Hobbys nach.
Es folgte für ein anderes Standbein, bereits eingestiegen, nebenher ein einfacheres Zweitstudium. Mit Bestnote abgeschlossen. Jetzt mehr Zeit für ihr Unternehmen.
Es folgten Verbesserungen und Entwicklungen von Produkten, Ausbau des Unternehmens. Daneben in zwei Bereichen Weiterbildung, 'nebenbei' Steuerrecht, Bilanzierung etc...sie macht natürlich auch das selbst für ihr Unternehmen und das andere, an dem sie beteiligt ist. Ein weiteres berät sie im kleinen Umfang. Eine Freundin ist Mitte 40, in leitender Funktion in einem Konzern; sie teilen die Leidenschaft für ein Hobby, meine Tochter gibt ihr Wissen weiter, die Freundin ist wissbegierig. Umgekehrt schenkt sie Lebenserfahrung und ist einfach der liebste Mensch, den man sich vorstellen kann.
Ein verrücktes Leben auf der Überholspur, doch meine Tochter braucht das, geht völlig darin auf, voller Freude und saugt permanent Wissen auf. Etwas beängstigend für mich manchmal.
Die nächsten Prototypen sind am Start, die nächste Weiterbildung ist gebucht, autdidaktisch läuft permanent Weiteres nebenher. Sie steht noch ziemlich am Anfang mit gerade Mitte 20, der Kopf ist voll mit Ideen.
Eine andere Welt, nach wie vor.
In der Selbstwert noch immer Thema sein kann, sie manchmal etwas Erinnerung braucht, was sie selbst bereits geschafft und erschaffen hat, um Selbstzweifel wegschieben zu können und stolz auf sich selbst zu sein, sich zu trauen, zweifelnde Grübelschleifen schneller zu beenden. Was zunehmend besser gelingt.
Doch es sitzt tief. Ich konnte das mit aller Bestärkung nicht verhindern.
Was wäre irgendwo auf dem schwierigen und so anderen Weg passiert ohne Verstehen, Verständnis und Unterstützung?