Hallo Nordrheiner
Die Frage der ersten Zellteilung und Entstehung der ersten Zelle ist umstritten, ebenso die kambrische Explosion. Dein Argument, dass Materie keine Information erstellen oder mitteilen kann ist für mich ein Extra Punkt.
Und gehst Du auf den Punkt noch ein?
So, wenn du jetzt daraus aber eine Begründung gegen die Evolution und für deinen Glauben ableitest, dann befindest du dich auf einem Rückzugsgefecht, völlig in der Defensive.
Tue ich doch nicht. Die Ablehnung der Evolution ist keine Begründung für meinen Glauben.
Wenn Gott die erste Zelle geschaffen hat, dann muss dein Glauben und die Bibel völlig umgeschrieben werden. Wenn Gott die kambrische Explosion verursacht hat, dann gilt das ebenso, dann ist die Bibel und dein Glauben unglaubwürdig.
Wieso das denn? Wenn Du das behauptest, solltest Du das auch begründen. Tust Du das?
Alles was nach der kambrischen Explosion kam ist sehr gut belegt und erforscht. Gott und die Bibel spielen da keine Rolle mehr. Die Tatsachen sind erdrückend, siehe nur die Laktoseintoleranz, diese ist nicht Gott gegeben, sondern hat sich so entwickelt, aus den Verhältnissen heraus, als Optimierung, Anpassung und Selektion. Völlig selbstständig. So wie die Sonne, die sich selbstständig als Kugel ausgeformt hat.
Diese Selbstständigkeit, diese Automatismen und diese Selbstorganisation bezweifelst du, deshalb wirst du als nächstes Argument bringen, woher hat denn der menschliche Körper denn die Fähigkeit sich an Kuhmilch zu gewöhnen? Klar, es ist eine göttliche Information, eine immanente Fähigkeit, die uns so auf den Weg mitgegeben wurde.
Wenn Du den Begriff „Tatsachen“ verwendest, solltest Du die Tatsachen, die Du meinst, beim Namen nennen. Ich vermute, Du verwechselst einiges. Z.B: Laktoseintoleranz hat doch nichts mit Selektion zu tun.
Ich nehme an, Du verstehst auch den Begriff Selbstorganisation nicht bzw. weisst nicht, dass dieser in der Evolutionstheorie als Annahme – nicht als Beweis – verwendet wird.
Es geht gar nicht um ein schriftliches Menschenwerk, die Bibel, deren Regelwerk und Gültigkeit hast du ja auch schon weit hinter dir gelassen, das hätte ich gerne erklärt.
es geht um eine philosophische Frage. Steht hinter der Natur eine höhere Macht oder kann sich die Materie selber organisieren und entwickeln?
Aus meiner Sicht muss Deine Frage mit „nein“ beantwortet werden. Also wir wissen viele Dinge nicht, die von im Rahmen der Evolutionstheorie behauptet werden. Die Anhänger der Evolutionstheorie bauen auf die Theorie der Selbstorganisation. Siehe auch die weiteren ungeklärten Punkte, die ich bereits ausführlich darstellte. Theorien sind eine mögliche Antwort auf Deine Frage – lassen aber den Schluß zu, dass sie falsch sind.
Deine begrenzte menschliche Sichtweise eines Vaters, eines Erschaffers, eines Machers, eines Retters, funktioniert für eine einsame Großstadtseele oder für eine bäuerlich geprägte Dorfgemeinschaft für die das alte Testament geschrieben wurde, es funktioniert für feudal-klerikale Herrscher und Machtansprüche über ein verdummtes und unwissendes Volk, aber dein Glauben und dieses beschränkte menschliche Schriftstück kann die Welt nicht erklären.
Auch hier muß ich Dich korrigieren. Die Bibel erklärt das „woher“ und das „wohin“, den Sinn und das „wie“. Die Evolutionstheorie gibt noch nicht einmal eine Antwort auf die Frage, woher das Leben oder die Informationen kommen, noch eine Antwort auf das „wie“. Richtig ist – dass die Bibel viele Detailfragen nicht beantwortet, muß sie auch nicht, denn das ist nicht der Sinn. Die Bibel ist weder ein Biologiebuch noch ein kontinuierlicher Berichterstatter aller menschlichen Ereignisse.
Es ist ein Erklärungsversuch, der vor zweitausend Jahren statt fand. Es ist Geschichte, es ist historisch, lieber Nordrheiner.
Aber ein recht guter, oder? In dem Punkt muss ich Dir Recht geben. Es ist erstaunlich, wie richtig die historischen Ereignisse waren, die in der Bibel beschrieben wurden. Ich vermute mal, Du hast auch von dem Archäologen und Orientalisten William F. Albright gelesen, der sich der Aufgabe widmete, mal die historischen Ereignisse des AT auf Wahrheitsgehalt zu überprüfen. Er kam zu dem Ergebnis: „Es ist nicht zu leugnen, dass die Archäologie die substanzielle geschichtliche Glaubwürdigkeit der alttestamentlichen Überlieferung bekräftigt.“
Sollte ich Dich fehlinterpretiert haben, dann – so vermute ich – könntest Du ein historisches Ereignis nennen, welches in der Bibel behauptet wird und das nachweislich nicht stattfand. Oder?
Mit der Methode, ungeklärte Dinge einem Gott zu zu schreiben oder die Evolution deshalb als solche in Frage zu stellen, damit kommst du nicht weit, denn es ist eine lächerliche Methode der Defensive. Es ist ein Klammern und das spüren hier viele.
Wieso Defensive? Bis jetzt bin ich mit meinen Fragen in der Offensive und von Dir fehlen die Antworten. Siehe meinen Beitrag 93. Flüchtest Du jetzt vor Deinen Antworten?
Es ist die Angst vor der Freiheit.