Es ist, wenn Du für etwas verantwortlich bist, nicht so, dass Du alleine verantwortlich bist.
Aber Du sagst oder hast geschrieben Du hast einen Partner und Du hast Kinder , die erwachsen sind , Du bist 55 , ich bin 53 , meine "Pflege" habe ich also gemacht als ich noch jünger war als Du , das war aber auch gut so, weil, bei mir kam halt noch sehr viel körperliche Arbeit dazu.
Das ist aber ja nicht das Problem, weil im organisieren bist Du gut.
Wenn ich nur die zwei Sachen auf den Punkt bringe - oft ist es das Naheliegenste, was die sinnvollste Lösung ist. Kinder und Partner, so seid ihr doch eine Familie. Da sehe ich das Potential , mit Hilfe eines althergebrachten Familienrates die Situation und die Entscheidungen so zu treffen, das
a Du etwas entlastet wirst - nicht von der Arbeit sondern von der Verantwortung.
b Die Situation Dich gefühlsmässig nicht mehr so sehr belastet, weil Du die Entscheidungen nicht mehr unbedingt alleine triffst.
Da fällt mir sowas ein wie ein Gemeinsames Gespräch , ob per skype oder Videochat eigentlich egal, geht auch am Tisch beim essen, aber ich bin nicht gut im organisieren und ich weiß, wie schwer es ist, nur drei Leute an einen Tisch zu bekommen.....
aber in dem Gespräch sollte es nur darum gehen, welche Entscheidungen Deinerseits anstehen, die sonst , wenn Du das Gespräch nicht führen würdest, vielleicht 1x Woche 1 Stunde ....., bei Dir alleine bleiben würden.
Denn es gibt so ein Sprichwort - geteiltes Leid ist halbes Leid- da ist in der Tat was dran , ich habe zumindest die Erfahrung gemacht, das es so ist. Bei mir war das " Problem " keine Familie ....weder Vater noch Mutter noch sonstwas keine Partnerin , keine Kinder .....also wirklich alleine, allerdings nicht einsam , kann man ja auch falsch verstehen.
Also riet man mir und der Rat kam vom Vereinsvorstand des örtl. Hilfevereins doch mal so ne Gruppe zu besuchen, allerdings sage ich mal dazu, ich bin gesund und bleibe wie ich bin, weil ich damit gut auskomme, dazu gehört für mich, früh genug zu merken, wenn es zuviel wird.
So war es ja , also dahin , es war ne Gruppe aus Leuten, einige älter als ich damals, etwas so 15 naja und als ich dann gesagt habe " Ich fühle mich verantwortungstechnisch überfordert, weil ich keine ruhige Minute mehr habe " blickte ich in 15 wohlwollend grinsende Gesichter, der Hintergrund , die Gruppe tauschte sich auch privat aus , ein Griff zum Telefon und schon war jemand oder mehrere bereit mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, genauso im Gegenzug, das Treffen war 1x die Woche , so 2 Stunden , da hatte mal der eine oder mal der andere ne nicht leichte Entscheidung zu treffen, auch ich , doch letztendlich ist es für mich so gewesen das ich zwar rechtlich gesehen alleine verantwortlich war , aber
gefühlt hatte ich Mitstreiter, mit Entscheider , mit Bestimmer - insofern ich das zuließ selbstverständlich.
Also das Gefühl war oder ist , so denke ich mir, in einer Familie , die im Grunde sowieso mithilft, ein anderes, doch auch hier, wie gesagt, sehe ich Potential - teile Dich mit,
beziehe die Familie in wichtige Entscheidungen mit ein, damit Du damit nicht mehr alleine bist.
Wenn das nicht hilft - such ne Gruppe mit netten Menschen, denen es genauso geht, jeder würde ich fast sagen, kannte das Gefühl überfordert zu sein, weil alles ....
Du weißt was ich meine ....durchlebst es ja grade.
Diese eine Stunde oder zwei wirkt Wunder .....das haben schon viele gemerkt , deshalb gibt es hier auch einige Gruppen von Pflegenden Angehörigen von Verwandten .....
Die haben vielleicht auch ne gute Idee , wie Du und Dein Partner zusammen zu ner guten Auszeit kommen, genauso ggf. die Kinder - ist ja jedem selbst überlassen, aber ich denke, einen Versuch ist es wert.