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Was tun, wenn die Last zu groß wird?

@kasiopaja , @tonytomate

Ich glaube, wir reden aneinander vorbei. Meine Mutter ist im Heim und versorgt. Bei meinem Vater besteht der Pflegegrad noch keine 6 Monate, erst dann hat er Anspruch auf Verhinderungspflege. Ich halte mich für inzwischen gut informiert, was die Möglichkeiten der Pflegekasse angeht.

Und, ich wiederhole mich, das Einkaufen für meinen Vater ist nicht das Problem.

Es kommen täglich Rechnungen von Ärzten, Krankenhäusern, vom Heim, der Apotheke etc., die ich überweisen und dann bei Versicherung und Beihilfe einreichen muss.
Das Heim ruft mich an, weil immer irgendwas ist.

Das nimmt mir keine Verhinderungspflege ab und auch sonst keiner.
14 Tage geht das immer. Man muss aber auch wollen.
Niemand erwartet , dass alles an Tag 1 eingereicht werden und bezahlt werden muss.
Die Anrufe vom Heim kann man von überall annehmen. Dazu gibt es das Handy.
Und auch die können mal warten.
Die Verhinderungspflege kannst Du ja dann in Anspruch nehmen, wenn es rechtlich möglich ist.
Das wäre immerhin ein Ausblick.
Es nützt keinem was, wenn Du Dich selber kaputt machst, bis gar nichts mehr geht.
Dann ist es noch schlimmer.
 
Ja, meine Eltern haben immer schon erwartet, dass ich ihr Leben für sie organisiere. Wie schon geschrieben, ich hätte das selbst viel früher merken und gegensteuern müssen. Jetzt ist es zu spät.
Deine Eltern sind alt und gebrechlich
Da kann man halt irgendwann sein Leben nicht mehr selbst organisieren. Wie sollte das gehen mit Demenz z, B.?
Meine Eltern haben nie wirklich vorgesorgt oder etwas geplant für das Alter. Außer eben, mir die Vorsorgevollmacht zu geben und darauf zu vertrauen, dass ich alles regle. Ich bin wütend, dass das so ist. Die Wut gibt mir immerhin noch Kraft.
Was hätten sie denn - ausser der Vorsorgevolmacht für dich - noch tun sollen/ können? Du must doch wohl nichts aus eigener Tasche bezahlen - oder?
Und die Rechnungen und alles was jetzt zu dir kommt und du halt organisieren musst - wie hötte man das durch Vorsorge verhindern können? Versteh ich nicht..
Und ja, ich war vor über 10 Jahren in einer ähnlichen Situation. Bin auch Einzelkind und musste mich allein kümmern als meine Mutter mit Ü80 durch einen Unfall starb und mein um die 90jähriger Vater plötzlich allein war, allein wohnte, allein zurechtkommen sollte…
Ok, ich hab nicht Vollzeit gearbeitet, hatte aber 3 relativ kleine Kinder.
Mein Vater hatte auch null vorgesorgt (wobei ich immer moch nicht weiss, was das hötte sein sollen). Erst wohnte er noch allein in meinem Elternhaus ohne Heizung, Warmwasser…Dann nahm ich ihn nach einem KH Aufenthalt eine Weile zu mir, nach dem nöchsten KH Aufenthalt kam er in Kurzzeitpflege wo ich ihn jeden Tag mit seinem Hundchen besuchte bis er einen Schlaganfall hatte von dem er nicht mehr aufwachte und noch 2 Wochen im KH im Koma lag bis er starb. Gottseidank ohne künstliche Ernährung - obwohl er keine Patientenverfügung hatte - weil die Ärzte bei vorherigen KH Aufenthalten mitbekommen hatten, dass er nicht mehr wollte.
Ja, es war eine schwierige Zeit. Ich habe mich damals auch oft gefragt was denn wäre, wenn ich ausfallen wprde…
Und als er starb hatte ich bald darauf einen Bandscheibenvorfall HWS. „Wegen der schweren Last auf meinen Schultern.“ War 1/2 Jahr ausser Gefecht.
Von meiner Kollegin die Mama ist jetzt soweit, dass die Tochter sich intensiv kümmern muss. Ständig wieder KH, ambulante Krankenpflege usw., viel Fahrerei, viel kümmern..
Da meinte unser Chef „ es kann doch nicht sein, dass sie (die Kollegin) ihr ganzes Leben (also die Arbeit) aufgeben muss weil die Mutter pflege braucht“.
Darüber habe ich nachgedacht. Es ist wohl eine Prioritätenfrage Also MEIN Leben ist bestimmt nicht meine Arbeit. Sondern meine Familie + Tiere.
Irgendetwas fällt halt bei so vielen Verpflichtungen zwangsläufig hinten runter. Bei mir war und ist das immer der Haushalt.
Man kann halt nicht auf allen Hochzeiten gkeichzeitig tanzen
 
Meine Belastung besteht darin, dass ich alleine für alles verantwortlich bin.
Was sagt denn dazu deine Therapeutin ?

Ja, ich bin auch verantwortlich, ich weiß daß ich für meine Eltern die Verantwortung übernehmen kann, allerdings -> nicht muss !

Du sagst, derzeit sind die Eltern gut versorgt, wo machst du dir jetzt sorgen.

Für mich habe ich bei den ganzen Kontakten mit Ärzten, Krankenhäusern, Pflege etc. festgestellt, daß nicht "alles" sofort entschieden werden muß.

Es ist vielleicht ein schlechtes Beispiel, aber für mich war es prägend, wie lange meine Mutter noch lebte, nachdem alle Medikamente abgesetzt wurden.
 
Es kommen täglich Rechnungen von Ärzten, Krankenhäusern, vom Heim, der Apotheke etc., die ich überweisen und dann bei Versicherung und Beihilfe einreichen muss.
Ja, ich war auch so, daß ich immer alles sofort erledigen musste.

Versuche die Schreiben zu priorisieren.
Schaue auf die Fälligkeit, so kannst du dir Puffer erarbeiten.
Das Heim ruft mich an, weil immer irgendwas ist.
Ja, das ist blöd.
Aber das ist doch nur im Akutfall wichtig.
Dann gehe halt nicht gleich ans Telefon, warte bis sie dir auf die Mailbox sprechen oder "im Sturm" anklingeln.
Ich schätze unserer Sozialstation sehr, manchmal hatte ich allerdings den Eindruck, daß sie Ihre Verantwortung/Tätigkeiten auf den Betreuer abwälzen wollen.
Das nimmt mir keine Verhinderungspflege ab und auch sonst keiner.
Klar, aber was willst du ?

Dich etwas erholen oder weiter auf dem Zahnfleisch gehen ?
Ist dir dabei irgendwie geholfen oder spürst du dich eher in solch' Extremsituationen ?
 
Zuletzt bearbeitet:
Es ist, wenn Du für etwas verantwortlich bist, nicht so, dass Du alleine verantwortlich bist.
Aber Du sagst oder hast geschrieben Du hast einen Partner und Du hast Kinder , die erwachsen sind , Du bist 55 , ich bin 53 , meine "Pflege" habe ich also gemacht als ich noch jünger war als Du , das war aber auch gut so, weil, bei mir kam halt noch sehr viel körperliche Arbeit dazu.

Das ist aber ja nicht das Problem, weil im organisieren bist Du gut.

Wenn ich nur die zwei Sachen auf den Punkt bringe - oft ist es das Naheliegenste, was die sinnvollste Lösung ist. Kinder und Partner, so seid ihr doch eine Familie. Da sehe ich das Potential , mit Hilfe eines althergebrachten Familienrates die Situation und die Entscheidungen so zu treffen, das
a Du etwas entlastet wirst - nicht von der Arbeit sondern von der Verantwortung.
b Die Situation Dich gefühlsmässig nicht mehr so sehr belastet, weil Du die Entscheidungen nicht mehr unbedingt alleine triffst.

Da fällt mir sowas ein wie ein Gemeinsames Gespräch , ob per skype oder Videochat eigentlich egal, geht auch am Tisch beim essen, aber ich bin nicht gut im organisieren und ich weiß, wie schwer es ist, nur drei Leute an einen Tisch zu bekommen.....
aber in dem Gespräch sollte es nur darum gehen, welche Entscheidungen Deinerseits anstehen, die sonst , wenn Du das Gespräch nicht führen würdest, vielleicht 1x Woche 1 Stunde ....., bei Dir alleine bleiben würden.
Denn es gibt so ein Sprichwort - geteiltes Leid ist halbes Leid- da ist in der Tat was dran , ich habe zumindest die Erfahrung gemacht, das es so ist. Bei mir war das " Problem " keine Familie ....weder Vater noch Mutter noch sonstwas keine Partnerin , keine Kinder .....also wirklich alleine, allerdings nicht einsam , kann man ja auch falsch verstehen.
Also riet man mir und der Rat kam vom Vereinsvorstand des örtl. Hilfevereins doch mal so ne Gruppe zu besuchen, allerdings sage ich mal dazu, ich bin gesund und bleibe wie ich bin, weil ich damit gut auskomme, dazu gehört für mich, früh genug zu merken, wenn es zuviel wird.

So war es ja , also dahin , es war ne Gruppe aus Leuten, einige älter als ich damals, etwas so 15 naja und als ich dann gesagt habe " Ich fühle mich verantwortungstechnisch überfordert, weil ich keine ruhige Minute mehr habe " blickte ich in 15 wohlwollend grinsende Gesichter, der Hintergrund , die Gruppe tauschte sich auch privat aus , ein Griff zum Telefon und schon war jemand oder mehrere bereit mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, genauso im Gegenzug, das Treffen war 1x die Woche , so 2 Stunden , da hatte mal der eine oder mal der andere ne nicht leichte Entscheidung zu treffen, auch ich , doch letztendlich ist es für mich so gewesen das ich zwar rechtlich gesehen alleine verantwortlich war , aber
gefühlt hatte ich Mitstreiter, mit Entscheider , mit Bestimmer - insofern ich das zuließ selbstverständlich.
Also das Gefühl war oder ist , so denke ich mir, in einer Familie , die im Grunde sowieso mithilft, ein anderes, doch auch hier, wie gesagt, sehe ich Potential - teile Dich mit,
beziehe die Familie in wichtige Entscheidungen mit ein, damit Du damit nicht mehr alleine bist.

Wenn das nicht hilft - such ne Gruppe mit netten Menschen, denen es genauso geht, jeder würde ich fast sagen, kannte das Gefühl überfordert zu sein, weil alles ....

Du weißt was ich meine ....durchlebst es ja grade.

Diese eine Stunde oder zwei wirkt Wunder .....das haben schon viele gemerkt , deshalb gibt es hier auch einige Gruppen von Pflegenden Angehörigen von Verwandten .....

Die haben vielleicht auch ne gute Idee , wie Du und Dein Partner zusammen zu ner guten Auszeit kommen, genauso ggf. die Kinder - ist ja jedem selbst überlassen, aber ich denke, einen Versuch ist es wert.
 

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