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Was soll ich tun?

Hallo Paulchen235,
vielen Dank für deinen Beitrag, ich hoffe du hast auch irgendwann den Mut über deine Probleme zu sprechen/schreiben. 😉
Mir ist auch oft aufgefallen, dass ich grimmig gucke, allerdings unbewusst.
Dadurch sagen oft Leute zu mir 'Lach doch mal' usw.
Aber ich bin halt auch kein Mensch der permanent grinsen und lachen kann. 🙄
 
Ich stimme Paulchen235 auch zu 🙂... ist halt schwer für sich das gewisse perfekte mittelmaß zu finden .. stimmt schon ..schaut man zu grimmig die ganze zeit wirkt es vielleicht auf andere erst recht provozierend.. finde gut mit dem öfters lustig sein und witze erzähln . man muss halt dieses gewisse mittelmaß irgendwie finden 🙄😉
 
Ich bin jetzt schon seit Tagen am überlegen, ob es vielleicht für mich sinnvoll wäre doch eine Therapie zu machen. Ich habe überhaupt kein Selbstbewusstsein, kein Selbstwertgefühl, mache mich ständig psychisch fertig, habe Depressionen und denke oft an Selbstmord. Ich schaffe es einfach nicht mich aufgeschlossener anderen gegenüber zu verhalten. Nur wie soll ich das meinen Eltern sagen und was ist mit der Schule? Bringt eine Therapie überhaupt irgendetwas?

Vielleicht kann mir ja jemand helfen, der schon Erfahrungen damit gemacht hat und mir seine/ihre Meinung dazu äußert. 🙁

Schonmal vielen Dank. 🙂
 

Hey Kaya92,

dir geht es ja nicht so toll wie ich lesen kann. 🙁

Wieso möchtest du es denn deinen Eltern sagen? Hast du mit Ihnen denn mal in Ruhe über deine derzeitige Situation gesprochen? Welche Probleme du hast bzw. was dich Tag für Tag beschäftigt? Warum machst du dir Gedanken wie deine Eltern darüber denken? In erster Linie geht es hier um Dich !!!! Mach dir keinen Kopf darüber was andere darüber denken. Wenn du merkst es hilft dir und dir geht es besser kannst du immernoch etwas sagen.

Ich habe heute auch wieder einen schrecklichen Tag hinter mir. Nur am nachdenken über alles und jeden. Ich habe gedacht es hilft mir wenn ich mal an die Luft gehe und nen Buch lese, das schöne Wetter genieße.....
leider weit gefehlt... alles Ka****e.

Zu Thema Therapie kann ich leider nicht viel sagen. Ich könnte mir aber vorstellen, dass es sicherlich nützlich sein kann.

Meine Erfahrung (erster Teil, ich will dir nicht zuviel auf einmal zumuten 🙂

Als ich in die Pubertät kam und eigentlich täglich in irgendeiner Weise Stress mit meiner Mutter verursachte (nichts schlimmes aus jetztiger Sicht), kam irgendwann der Punkt das ich mir ebenfalls diese Gedanken gemacht habe ( wie du sie beschreibst). Ich habe leider keinen wirklichen Ausweg finden können. Bei mir in der Stadt gibt es einen Verein der sich mit Lebenshilfe befasst, für Menschen jeden Alters. Dort befassen sich geschulte Psychologen mit Dir und deinem Problem.

Ich hatte seiner Zeit dort angerufen und einen Termin gemacht. Leider musste ich feststellen, dass selbst das nicht mal so einfach ist und man natürlich keinen "schnellen/kurzfristigen" Termin bekommen kann. Ich hatte ehrlich etwas Bammel bzw. wusste ich nicht was mich erwartet. Ich habe diesen Termin dann doch wahrgenommen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten war es irgendwie schön einfach nur zu erzählen und niemand quatscht dazwischen oder drängt dich etwas zu sagen. Ich saß da und überlegte erstmal 20 min. wo ich anfangen kann, soll oder muss. Leider hast du natürlich nicht unbegrenzt Zeit zur verfügung. Ich kannte diese Ärztin nicht und habe sie auch vorher noch nie gesehen. Es war mir sehr suspekt einem "wildfremden" Menschen meine tiefsten und innerlichsten Gedanken und Gefühle offenzulegen. Es auf jedenfall sehr angenehm....

es reicht vielleicht ersmal bis hierher auf Wunsch mach ich gern weiter....


liebe Grüße

 
Danke 🙂
Leider habe ich noch nicht in Ruhe mit meinen Eltern über meine Probleme gesprochen. Ich bin immer kurz davor, aber dann kommt wieder so ein Gedanke 'ach das schaffst du schon alleine, sonst kannst du denen das ja immer noch sagen'. 🙄 Und so schieb ich das immer vor mir her. Ich habe auch schon überlegt, ob ich ihnen nicht einen Brief schreibe, indem ich mal alles schreibe was mich bedrückt. Ich glaube auch, dass sie das halbwegs 'gut' aufnehmen werden, das ist also nicht das Problem. Meine Tante hatte auch schon einmal zu mir gesagt, dass ich zu einer Therapie soll, weil meine Eltern ja Alkoholproblem haben und ich dadurch viel Sch**ße miterlebt habe. Sie weiß nicht einmal, dass ich noch 'andere' Probleme habe. 🙁
Ich kann mir aber auch gut vorstellen, dass es für mich leichter ist mit einer fremden oder eher 'neutralen' Person zu reden, als z.B. mit meiner Familie.

P.S.: Ich hoffe, dass es dir auch bald besser geht, warst du dort nur einmal oder regelmäßig? Und ging es dir dadurch besser? Weil wenn es dir heute wieder so schlecht geht, hat es ja auch nicht sehr viel gebracht, oder zumindest nur vorübergehend. Ich wünsche dir auf jeden Fall alles Gute und das du bald glücklich wirst. 😉
 
Schön das du wieder Da bist! 🙂
Ich weiß auch nicht ist irgendwie komisch, hatte gehofft das du nochmal nachschaust. Warum weiß ich nicht.
*freu*
Ich habe schonmal ein wenig vorgeschrieben ansonsten dauert es so lange.....

Teil 2

Im Nachhinein wurde mir klar, dass es egal ist wo ich anfange. Die Person der ich das erzählst hört mir zu DENN, ich will etwas, da ich der Meinung bin, dass mit mir irgendwas nicht stimmt.
Ich fing dann einfach irgendwo an mit erzählen und es ergab sich, dass ich vom hundertsten ins tausendste usw. kam. Dadurch konnte sie mich Stück für Stück besser einschätzen.
Sie sagte mir nicht : "Dies ist falsch oder das hast du falsch gemacht oder das war nicht richtig. Da hast du dich falsch verhalten."
Vielmehr stellte sie mir Fragen bei welchen ich gewissermaßen "gezwungen" war selber über mein Handeln nachzudenken und festzustellen ob es der richtige oder der falsche Weg gewesen ist.
Das tat mir irgendwie gut..... Da ich niemanden hatte und bisher habe mit dem ich reden kann.
Leider kam damals sehr viel auf einmal womit ich trotz dieser Hilfe bis heute nicht so recht abgeschlossen habe.
Irgenwann nach einigen "Sitzungen" konnte ich leider nicht weitermachen da ich durch die Arbeit zeitlich sehr eingeschränkt war und bis dato noch bin.
Die Termine gingen immer weiter ausseinander und ich wusste irgendwann nichtmehr worüber ich sprechen wollte. Dann kam der Stress von der Arbeit dazu und ich habe alles nur noch geschluckt und weiter gemacht , Augen zu und durch.
Geld verdienen Arschbacken zusammen und weiter machen, nicht jammern ...........
Es gab eigentlich nur schlechte Tage, beschissene Tage und richtig schlechte Tage. Jetzt bin ich hier und möchte gern irgendeinen Tipp von jemandem dem es besser geht, ich habe nur keine Zeit alles aufzuschreiben wie ich denke und fühle, da ich glaube dieses riesige Thema wird sich keiner komplett durchlesen können.

Es ist einfach niemand da. Ich weiß nicht wie ich das ändern kann.
Ich kann nicht mit meiner Mutter darüber sprechen. Deswegen wundert es mich das du das gern mit deinen Eltern machen willst.

gruß
 
Hallo Kaya
schön dass Du Dich überwinden konntest über Dich und Deine Probleme zu schreiben!
Zunächst will ich Dir sagen, dass Deine Zeilen auf mich den Eindruck hinterlassen haben, dass Du auf dem besten Weg in ein selbstbestimmtes, eigenverantwortliches Leben bist.
Du arbeitest an Deiner beruflichen Perspektive, Du reflektierst Deine Mitwelt in einer gesunden Mischung aus selbstkritischer Betrachtung und Hinterfragung dessen, was Dir auf Deinem Weg durchs Leben begegnet und Du beginnst Dich zu profilieren, indem Du Dich intensiv Deinen Interessen widmest, ohne all zu viel Wert darauf zu legen, was andere Leute davon halten.....
Dein Wunsch, einfach nur Du selbst zu sein, ist mehr als gerechtfertigt und es zeugt von einem gewissen Reifegrad, durch den Du Dich allerdings wahrscheinlich automatisch gegenüber dem Großteil Deiner Mitschüler ins Aus setzt.
Wenn Du also befürchtest zur Außenseiterin zu werden, dann ist das durchaus berechtigt – aber bist Du bereit Dir deswegen eine passende Maske zuzulegen und auf das „Du selbst sein“ zu verzichten?
Du bist zu dick, bist schüchtern und zurückhaltend, trinkst nicht, hast noch keinen Freund und kennst nur wenige Leute mit denen Du Dich verstehst ......... na und?
Das ist alles kein Grund an Dir zu zweifeln ..... es macht das Leben in Deinem sozialen Umfeld nicht gerade leicht und manche Sehnsucht bleibt momentan noch unerfüllt, aber es ist wirklich kein Grund in Panik zu geraten, denn alles wandelt sich und Du bist noch so wundervoll jung.
Du denkst, Du brauchst vielleicht eine Therapie? Das kann ich natürlich nicht wirklich beurteilen – ich habe allerdings den Eindruck, das Du völlig in Ordnung bist und alles was Dir fehlt, lediglich ein etwas stärkeres Selbstbewusstsein ist.
Ich selbst bin auch eher ein schüchterner, zurückhaltender Typ und fühlte mich in der Gesellschaft der meisten Menschen mit denen ich in Schule, Studium oder Beruf zu tun hatte eher als Fremdkörper und am Liebsten hätte ich irgendeinen Job gemacht, bei dem ich irgendwo in einem stillen Kämmerchen meine Aufgaben erledigen kann. Dann hätte ich mir jedoch einen ganz anderen Beruf aussuchen müssen, was allerdings meinem Wunsch nach „ich selbst sein“ widersprochen hätte. Also übe ich nun den Beruf aus, den ich mir gewünscht habe und musste lernen damit klar zu kommen, das ich ständig gezwungen bin mich und meine Arbeit einem stets wechselnden Personenkreis gegenüber darzustellen und dabei im Mittelpunkt des Geschehens zu stehen.
Das hat Anfangs eine Menge Überwindung gekostet, die ich sicher auch nicht verbergen konnte, aber kaum etwas hat mich persönlich weiter gebracht, als mich immer wieder meinen Ängsten zu widersetzen und mich in Situationen zu bringen, in denen ich mich überwinden musste..........
Also! Kopf hoch und durch! Du schaffst das!
 
Vielen Dank euch beiden. 🙂

@Paulchen235: Es ist wirklich schade, dass du nicht mit deiner Mutter oder sonst jemandem über deine Probleme sprechen kannst. Ich kam mit meinen Eltern, trotz der vielen schlechten Dinge, eigentlich immer gut klar. Mir war es immer sehr wichtig, dass ich mich gut mit meiner Familie verstehe, weil wenn ich sonst keinen habe, sind sie wenigstens noch für mich da. Das hat aber auch einige Jahre bei mir gedauert....

@Sonnenwind: Ich glaube du hast recht, ich denke ich wollte auch nur eine Therapie machen, damit ich nicht mehr in meine neue Klasse muss und ich die anderen nicht mehr sehe. Also eher so eine Art Flucht. Aber ich habe einfach keine Lust mehr mir ständig Sorgen darüber zu machen, was die anderen von mir denken könnten. Ich sag mir ja auch immer wieder, dass die doch denken sollen was die wollen, aber es klappt einfach nicht. Und wenn ich mit jemanden rede, stell ich mich immer unter Druck, indem ich zu mir sage 'sag jetzt endlich was!' 🙄 Und dadurch krieg ich erst recht nichts vernüftiges zustande. Es ist auch eher am Anfang so, wenn ich die Person etwas besser kenne, dann krieg ich auch ein halbweges oredentliches Gespräch auf die Reihe.
 
Vielen Dank euch beiden. 🙂

ich habe einfach keine Lust mehr mir ständig Sorgen darüber zu machen, was die anderen von mir denken könnten. Ich sag mir ja auch immer wieder, dass die doch denken sollen was die wollen, aber es klappt einfach nicht. Und wenn ich mit jemanden rede, stell ich mich immer unter Druck, indem ich zu mir sage 'sag jetzt endlich was!' 🙄 Und dadurch krieg ich erst recht nichts vernüftiges zustande. Es ist auch eher am Anfang so, wenn ich die Person etwas besser kenne, dann krieg ich auch ein halbweges oredentliches Gespräch auf die Reihe.
Das man im Umgang mit seinen sozialen Kontakten auch darauf bedacht ist einen gefälligen Eindruck zu hinterlassen und sich wünscht, dass ein Gemeinschaftsgefühl entsteht, das ist ganz natürlich ..... der Mensch ist nun mal ein soziales Wesen.
Es gibt aber auch immer wieder Themen, zu denen man schlicht und einfach keine Meinung hat, weil sie inhaltlich völlig außerhalb der eigenen Interessen liegen oder man vertritt zu gewissen Themen eine Meinung, die in der jeweiligen Gruppe nicht gerade als populär gelten.
Dann kann man natürlich zu solchen Themen schweigen. Man kann allerdings auch mit knappen, neutralen Worten sein Desinteresse äußern oder seine unpopulären Meinungen in den Raum stellen. Denn wenn Du schweigst, dann überlässt Du Deinem Gegenüber das "Feld" und damit auch die Einschätzung Deiner Persönlichkeit - wenn Du Dich aber wie auch immer äußerst, dann gibst Du selbst die Parameter vor, mit denen Du Deine Persönlichkeit darstellen möchtest..... und vor Allem gibst Du Deinem Gegenüber die Gelegenheit, Dich und Deine Position zu reflektieren - und nur so erfährst Du wirklich, wie Deine Mitwelt Dich wahrnimmt.
Es ist ein Spiel! Viel Spaß dabei!
 

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