Hallo Kaya
schön dass Du Dich überwinden konntest über Dich und Deine Probleme zu schreiben!
Zunächst will ich Dir sagen, dass Deine Zeilen auf mich den Eindruck hinterlassen haben, dass Du auf dem besten Weg in ein selbstbestimmtes, eigenverantwortliches Leben bist.
Du arbeitest an Deiner beruflichen Perspektive, Du reflektierst Deine Mitwelt in einer gesunden Mischung aus selbstkritischer Betrachtung und Hinterfragung dessen, was Dir auf Deinem Weg durchs Leben begegnet und Du beginnst Dich zu profilieren, indem Du Dich intensiv Deinen Interessen widmest, ohne all zu viel Wert darauf zu legen, was andere Leute davon halten.....
Dein Wunsch, einfach nur Du selbst zu sein, ist mehr als gerechtfertigt und es zeugt von einem gewissen Reifegrad, durch den Du Dich allerdings wahrscheinlich automatisch gegenüber dem Großteil Deiner Mitschüler ins Aus setzt.
Wenn Du also befürchtest zur Außenseiterin zu werden, dann ist das durchaus berechtigt – aber bist Du bereit Dir deswegen eine passende Maske zuzulegen und auf das „Du selbst sein“ zu verzichten?
Du bist zu dick, bist schüchtern und zurückhaltend, trinkst nicht, hast noch keinen Freund und kennst nur wenige Leute mit denen Du Dich verstehst ......... na und?
Das ist alles kein Grund an Dir zu zweifeln ..... es macht das Leben in Deinem sozialen Umfeld nicht gerade leicht und manche Sehnsucht bleibt momentan noch unerfüllt, aber es ist wirklich kein Grund in Panik zu geraten, denn alles wandelt sich und Du bist noch so wundervoll jung.
Du denkst, Du brauchst vielleicht eine Therapie? Das kann ich natürlich nicht wirklich beurteilen – ich habe allerdings den Eindruck, das Du völlig in Ordnung bist und alles was Dir fehlt, lediglich ein etwas stärkeres Selbstbewusstsein ist.
Ich selbst bin auch eher ein schüchterner, zurückhaltender Typ und fühlte mich in der Gesellschaft der meisten Menschen mit denen ich in Schule, Studium oder Beruf zu tun hatte eher als Fremdkörper und am Liebsten hätte ich irgendeinen Job gemacht, bei dem ich irgendwo in einem stillen Kämmerchen meine Aufgaben erledigen kann. Dann hätte ich mir jedoch einen ganz anderen Beruf aussuchen müssen, was allerdings meinem Wunsch nach „ich selbst sein“ widersprochen hätte. Also übe ich nun den Beruf aus, den ich mir gewünscht habe und musste lernen damit klar zu kommen, das ich ständig gezwungen bin mich und meine Arbeit einem stets wechselnden Personenkreis gegenüber darzustellen und dabei im Mittelpunkt des Geschehens zu stehen.
Das hat Anfangs eine Menge Überwindung gekostet, die ich sicher auch nicht verbergen konnte, aber kaum etwas hat mich persönlich weiter gebracht, als mich immer wieder meinen Ängsten zu widersetzen und mich in Situationen zu bringen, in denen ich mich überwinden musste..........
Also! Kopf hoch und durch! Du schaffst das!