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Was soll ich nur tun?

jo2899

Mitglied
Guten Abend zusammen,
danke für alle bisher gegebenen Antworten. Es ist einfach so, dass ich im Moment überlege, auszuwandern. Einfach weg aus Deutschland - hier versteht mich eh kaum einer! Mein Problem ist halt wie gesagt, dass ich eigentlich gar kein Selbstbewusstsein bzw. Selbstvertrauen/Selbstwertgefühl habe. Aber wie soll ich das in einer Gesellschaft, die dich nur danach beurteilt was du kannst - oder eben auch nicht - denn verbessern oder gar überhaupt aufbauen? Auch diese ganzen Statistiken stören einfach enorm. Gut ein Drittel der 18-jährigen (wie ich :D) hatten noch nie GV (wie ich :wein:). Im Alter nimmt diese Zahl rapide ab. Da ich mir aber nicht vorstellen kann, in den nächsten 5-10 Jahren nochmal eine Beziehung mit einer neuen Person zu "starten" werde ich zu einer Minderheit gehören. Und wenn man in Deutschland einer Statistik quasi nicht entspricht und zu einer kleinen Minderheit gehört, kommen Sätze wie "Man, was bist du für ein Nerd!" oder "Du bist doch krank, das kann doch nicht sein!". Was ist das für eine Scheiße :mad:. Wenn du dann einer möglichen Angebeteten also sagen musst: Ich bin 25 und mich hat noch nie jemand Ge****, dann bist du sprichwörtlich Ge**** - weil dann schon kein Interesse mehr besteht (sorry für diese vulgären Ausdrücke, passen aber einfach am Besten ;)). Auch in meiner "Selbsthilfegruppe" für Asperger fühle ich mich mittlerweile kaum noch Ernst genommen. Ich habe denen erzählt, dass ich um meine Ex kämpfen will und ich habe das Gefühl, dass mir das jeder ausreden will, weil ich dann ja nicht mehr dem Asperger-Klischee "Keine Freunde, keine Beziehung" entspreche, was aus irgendeinem Grunde, der mich eigentlich gar nicht interessiert, aufrecht erhalten werden soll. Kurz: Ich fühle mich wie eine Person, die von der Gesellschaft gar nicht akzeptiert wird, ich fühle mich wie als wenn ich so einen Auslandsaufenthalt für 3 Monate oder so mache und alle froh sind, wenn ich wieder weg bin. Ich bin einfach nur verzweifelt!! :wein::wein:
Naja, danke dass man wenigstens die Möglichkeit hat, in einem Forum darüber zu reden.
Es grüßt ganz herzlich
jo2899
 

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claube

Mitglied
Hallo Jo2899
also erst einmal möchte ich sagen, dass der Schreiber viel schon Recht hat mit seiner Meinung, dass eine Depression nicht einfach mit meinem Tipp verschwindet. Allerdings sehe ich bei dir eher eine Orientierungslosigkeit, als eine Depression. Und eher eine depressive Verstimmung als eine Depression. Und viele geben dies nicht zu. Du sprichst darüber, das ist gut. Doch musst du dir in deinem Umfeld etwas suchen. Und da ist Psychotherapie sicherlich sehr gut. Such dir aber jemand der sich mit Asperger auskennt. Denn ich war auch schon bei einer Psychotherapeutin, da ich mir Hilfe bezüglich meines Asperger Mannes geben wollte. . Die Psychoth. kannte sich nicht aus. Sie meinte immer wieder, für sie hört sich das an, wie eine narzistische Störung. Und das hat mein Mann definitiv nicht. Daher such dir einen guten Psychotherapeuten, der sich eben auch mit Asperger auskennt.

Viele Jugendliche und junge Männer haben genau dasselbe Problem, nämlich keine Partnerin zu haben, mit der sie auch intim sind. Ich wurde tatsächlich, allerdings bereits vor ca. 20 Jahren von einem unbekannten jungen Mann, ca 20 Jahre, gefragt, ob ich ihm helfen könne, da er von seinen FReunden ausgelacht wird, weil er noch nie eine Frau hatte. Selbstverständlich konnte ich ihm nicht helfen. Zugleich war ich über seinen Leidensdruck sehr überrascht. Was ich dir damit sagen will, es gab dieses Problem bereits vor vielen Jahren und wird es immer geben. Du wirst sehen, das kommt von allein. Warum solltest du es einer Frau erzählen, dass es dein erstes Mal ist? Wenn du es nicht sagen willst, dann lass es. Du kannst es ihr auch im Nachhinein sagen, wenn du mehr Vertrauen zu ihr aufgebaut hast.
Gut wäre es wirklich, erst einmal eine Therapie zu machen. Und auch hier, denke ja nicht, dass nur du eine Therapie brauchst. Es gibt sehr viele Menschen, die mit Hilfe eines Psychotherapeuten oder Psychologen wieder das Leben positiv betrachten können.
Schön wäre es, wenn du dich nicht so kritisch siehst. Du solltest anfangen, dich zu lieben. Dann können es die anderen auch. Du musst es niemandem erzählen, dass du eine Therapie machst, wenn du es nicht magst. Wandere nicht aus. Der Schreiber "viel" hat hier vollkommen Recht, du nimmst das Problem mit und kannst es damit nicht lösen. Liebe Grüße Claube
 
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jo2899

Mitglied
Hallo zusammen,
Danke claube für deine Antwort. Ich hab ja schon einen Termin bei einer Psychotherapeutin allerdings weiß ich leider nicht, ob die sich mit dem Asperger-Syndrom auskennt. Und ich möchte jetzt auch nicht irgendwo anders einen Termin machen denn dann muss ich wieder ein halbes Jahr warten. Ich glaube einfach, dass Gott mich quasi dazu verdammt hat, nie wieder eine Freundin zu haben, habe mir aber ein Buch bestellt, mit dem Titel "Jeder ist beziehungsfähig" von der Psychologin Stefanie Stahl. Vielleicht kann ich mir da ja nützliche Hinweise ableiten, mit deren Hilfe ich vielleicht doch irgendwann einmal wieder eine (dann allerdings für beide Seiten :wein:) erfüllende Partnerschaft führen kann. Bis dahin versuche ich irgendwie neue Freunde zu finden und diese Freundschaften auch aufrecht zu erhalten und einfach erfolgreich zu studieren. Ich glaube dennoch, dass ich nach meinem Studium auswandern werde, denn ich denke, dass eine Zukunft für mich in dieser Gesellschaft schwer bis nicht möglich ist. Man sagt ja, die osteuropäischen Frauen achten nicht so sehr auf das Äußere und stören sich auch vielleicht auch nicht unbedingt an "Behinderungen", wie ich sie habe ;):D.
Danke für weitere Vorschläge und Antworten
Es grüßt ganz herzlich
jo2899
 

claube

Mitglied
nur kurz Jo2899, also, was du hast, empfinde ich nicht als Behinderung im eigentlichen Sinn. Es ist ein Handicap. Und solange du es nicht verleugnest, wie z.B. mein Mann, (trotz Diagnose- er hat es nicht, sagt er. Es interessiert ihn nicht einmal, was das ist.....), dann kannst du etwas dagegen tun. Was bei meinem Mann sehr positiv war ist, dass er sehr viel Sport gemacht hat. Sein Körper hat über seinen Asperger hinweg getäuscht. Ich habe erst vor kurzem darauf bestanden, dass er sich testen lässt. Durch seinen Sport und sein dadurch positives Aussehen hat er ein sehr gutes Selbstbewusstsein. Und bitte vergiss eines nicht, ihr Asperger seid sehr intelligent. Ihr Aspergers habt die Welt bereichert mit euren ERfindungen und Ideen. Kennst du dich aus, mit berühmten Aspergers. Hier zu erwähnen ist z.B. Bill Gates, Vera Birkenbihl (ich habe diese Frau bewundert), Albert Einstein, Beethoven und sooooooooooo viele mehr.
Wir Normalos haben nicht eure Inselbegabung. Ich bewundere dies. Ja, ihr habt ein Defizit im Umgang mit Menschen, tut euch schwerer jemand kennenzulernen. Aber dies könnt ihr lernen. Dafür gibt es Pläne, die du von einem guten Therapeuten bekommt. Du bist etwas besonderes. Seh auch diese Seite von dir.
Ein schönes Wochenende, liebe Grüße Claube
 
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jo2899

Mitglied
Hallo claube,
Danke noch für deine Ergänzung. Ich muss leider ehrlich gestehen, dass ich noch nie so richtig glauben konnte, dass ich wirklich Asperger bin, da ich eigentlich jeden auf meiner Schule kenne und so oft mit Leuten da in Kontakt war. Ich bin am Überlegen, diese Diagnostik, die vor ca. 3 Jahren bei mir gemacht wurde, nochmal zu wiederholen. Damals wurde mir gesagt, dass ich ganz leichtes Asperger habe, man sich aber glaube ich auch nicht zu 100% sicher war. Außerdem wurde mir gesagt dass ich das Handicap durch meine Intelligenz kompensieren kann, eine Inselbegabung habe ich aber leider nicht. Und ja ... Vera Birkenbihl finde ich auch echt klasse. Dass die anderen, die du aufgezählt hast, auch Asperger sind, wusste ich nicht. Ich werde versuchen an mir zu arbeiten. Hab auch ein Buch gefunden mit dem Titel "Die hohe Schule der Einsamkeit: Von der Kunst des Alleinseins" von Mariela Sartorius, in dem es darum geht, dass man unterscheiden können muss, zwischen Alleinsein-Können und Alleinsein-Müssen. Denn letzteres passiert, wenn man alle anderen Freunde oder Bekannte aus seinem Leben drängt und da bin ich leider auf einem guten Weg. Naja …
Schönes Wochenende
jo2899
 

claube

Mitglied
Hallo jo2899,

den Test würd ich auch an deiner Stelle wiederholen. Du kannst natürlich auch im Internet die Asperger Tests machen. Die sind nicht schlecht. Ich habe mit meinem Mann erst im Internet den Test gemacht. Dann bin ich zu einem Asperger Center gegangen, die haben dann weitere Tests gemacht. Es kann schon sein, dass du kein Asperger hast. Du siehst die Dingen so offen und tolerant. Das würde auch eher gegen Asperger sprechen. Aber man kann Asperger ja nicht alle über einen Daumen brechen. Ich finde z.B. Daniel Tammet sehr sympathisch.Er ist auch Asperger Autist. Er war bei Markus Lanz. Vielleicht hast du von ihm schon was gehört.

Was ich beobachtet habe, ist, dass Schüler die auf einem Gymnsium waren, weniger Freunde haben. Das kommt meistens daher, dass sie weniger Zeit haben, sich zu treffen, da die Anforderungen sehr hoch sind, und des weiteren, dass sie die Klassenkameraden sehr viel verstreuter auseinander wohnen, und daher ein spontanes Treffen nicht möglich ist. Das ist schade. Die Schüler auf der Realschule haben oft ein größeres Miteinander, da die Schule oft vor Ort ist, weniger Unterrichtszeiten hat und somit die Schüler sich untereinander sehr viel häufiger treffen.

Ich finde es gut von dir, dass du dich so mit dir auseinander setzt. Die Bücher, die du liest, alle Achtung. Mach einfach weiter so. Du befindest dich auf einen guten Weg.

Liebe Grüße Claube
 
Zuletzt bearbeitet:

jo2899

Mitglied
Guten Abend claube,
Danke für deine Antwort. Hab vorhin mal einen Online-Asperger-Test gemacht und es kam im Grunde genommen dasselbe Ergebnis, wie beim Psychologen. Ich hatte irgendwie einen Wert von 26, was auch immer das genau bedeutet. Jedenfalls stand als Erklärung dabei, dass sowohl Asperger als auch Nicht-Asperger diesen Wert haben können, weshalb es keine eindeutige Asperger-Diagnose sein muss. Das heißt wohl für mich, dass ich an den Punkten, die bei mir aspergertypisch sind, arbeiten sollte. Das mit dem zu wenig Zeit haben kann ich nur voll und ganz bestätigen. Also ich habe mich jetzt in den letzten Wochen nach meinem Abi, wo ja Ferien waren, mehr mit Bekannten getroffen, als in meinem ganzen bisherigen Leben. Dazu habe ich nur den Spruch bekommen: "Siehst du, jetzt fängt das Leben an!" :D
Naja während meines Studiums werde ich wahrscheinlich wieder genauso wenig Zeit wie in der Oberstufe haben.
Schönen Abend und herzliche Grüße
jo2899
 

jo2899

Mitglied
Gute Nacht nochmal,
Ich glaube was ich jetzt einfach versuchen muss ist, mich um mich selber zu kümmern indem ich mehr an Aktivitäten teilnehmen. Ich gehe jetzt ende August und auch ende November auf ein Konzert, habe vor Mitglied in einem Musikprojekt von der evangelischen Kirche zu werden und versuche mir noch andere Sachen zu suchen die ist so neben dem Studium noch schaffen kann. Denn ich denke und meine Ex-Freundin kann ich auch noch später kämpfen, alleine weil sie mir gesagt hat, dass sie Zeit für sich braucht und das brauche ich letztendlich auch. Und ich denke wenn sie sieht dass ich mich und meine Lebenseinstellung verändert habe wird sie den Kontakt zu mir suchen und ich kann vielleicht noch mal um sie kämpfen. Wobei sie ja meinte dass ich das dann gar nicht mehr will. Naja, das wird wie vieles im Leben die Zeit zeigen.
Es grüßt herzlich
jo2899
 

claube

Mitglied
das hört sich alles sehr gut an, Jo. Du hast Ziele, das find ich klasse. Und du hast soviel Toleranz zu sagen, dass du erst dein Leben in Griff bekommst und dann um deine Freundin kämpfen kannst. Also ganz ehrlich, du bist hier sehr reif. Du hast Geduld, und das ist eine ganz tolle Eigenschaft. Besonders gefällt mir an dir, dass du so kritikfähig bist.
Mach einfach weiter so. Liebe Grüße Claube
 

jo2899

Mitglied
Guten Abend liebes Forum,
Entschuldige bitte claube dass ich erst jetzt antworte. Habe schon einen Teil des Buches "Jeder ist beziehungsfähig" gelesen aber mir fallen diese Übungen das innere Kind zu finden sehr schwer, da ich soviele Probleme hatte dass ich meine Kindheit ziemlich verdrängt, ja fast vergessen habe. Außerdem tue ich mich nach wie vor auch sehr schwer mich selbst zu akzeptieren und damit mein Selbstwertgefühl zu stärken. Was mir zusätzlich Sorgen macht ist die Tatsache dass ich mich oft vor anderen verstellen muss um überhaupt akzeptiert zu werden. Ich bin sehr verzweifelt!!
Gute Nacht. Es grüßt herzlich
jo2899
 

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