Ich möchte mal aus ganz persönlicher Perspektive schreiben, dass ich glaube, dass es ganz wichtig ist niemals aufzugeben das Kind zu kontaktieren.
Immer dran denken: es ist ein Kind. Kein ausgereifter Erwachsener mit eigener Entscheidungsmöglichkeit. Das Gehirn ist im Umbau, Emotionen überfordern.
Ich habe das vor einiger Zeit in einem anderen Thread ähnlich geschrieben und das mache ich, weil ich mich durch manche Themen hier getriggert fühle und mich wieder als kleines Mädchen sehe, das durch die Trennung der Eltern vollkommen aus dem Leben gerissen wurde.
Durch meine- wie es heute so schön heißt - "Bonusmutter" wurde ich systematisch vom alten Teil der Familie abgeschirmt. Von meiner Mutter. Großmutter. Tanten, Cousins, Cousinen.
Mir wurde eingeredet sie würden auf mich sche..en und seien froh, dass ich weg bin.
Das Gefühl zum Geburtstag keine Karte, keinen Anruf, nichts zu bekommen.. es war das Schlimmste überhaupt und ich habe angefangen zu hassen.
Als ich älter war und meine Wut allen entgegenrotzen wollte, packte meine Oma die Kiste aus: die "Annahme verweigert" Pakete zu 6 Geburtstagen, Briefe, die sie mir einfach so geschrieben hat und die mit "unbekannt verzogen" zurückgeschickt wurden.
Zumindest mit meiner Oma hat mich das versöhnt.
Schlimm fand ich, dass nie eine Spur des Kämpfens seitens meiner Mutter zu sehen war. Meine Scheidungskind-Freundin musste beim Richter sagen, zu wem sie lieber möchte. Ich nicht. Ich habe sehnsüchtig darauf gewartet, dass Mama kämpft aber ich musste nie zum Richter. Sie hat tatsächlich auf mich geschi.... und war froh, dass ich weg war.
Heute hab ich keine Mutter mehr, auch wenn sie nicht weit weg wohnt.
Langes blabla aus dem Nähkästchen Ende.
Jetzt mag dein Sohn sich blenden lassen aber irgendwann kommen auch wieder klare Gedanken, wo er sich fragt, wo denn eigentlich sein richtiger Vater ist.
Spätestens dann wenn der Neue merkt, dass es nicht so spaßig ist, ein fremdes pubertierendes Kind großzuziehen und die Phase "du bist nicht mein Vater" eintritt.
Ich merke gerade wieder WIE krass ich es eigentlich finde, mit seinem Kind einfach zu einer wildfremden Person zu ziehen, mit der man noch nie Alltag hatte.