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Was kann ich ändern es geht den Bach runter

Hallo nochmal,

vielleicht ist mein Vorschlag etwas forsch, aber wie wäre es, wenn du dir mal eine Auszeit nimmst? Zwei Wochen mit dem Rad quer durch Deutschland oder 6 Wochen zu Fuß auf dem Jakobsweg. Irgendsoetwas. Vielleicht spürst du dadurch etwas, was euch weiterbringt.

Würde das gehen, ich meine wegen der gesundheitlichen Probleme deiner Frau?

LG, Anne

Hi Anne, dein Vorschlag ist nicht machbar. Meine Frau ist behindert, meine Kinder sind beide voll Berufstätig also ich kann nicht einfach mal so ne Auszeit nehmen. Trotzdem danke. Vielleicht liegt es auch daran das wir zwei uns soviel um andere kümmern was wir zwar gerne machen, aber na ja?
 
Meine Frau ist seit über 11 Jahren zu Hause, vorher war sie arbeiten. Seit diesen Zeitpunkt hat sie alles in die Hand genommen. Ich bin nur noch fürs Geld nach Hause zuständig. Leider massregelt Sie mich immer öfter, weiss alles besser und hat immer was an mir auszusetzen.
Das war früher anders, da war ich immer oben auf und hab alles selbst entschieden. Das mit den Entscheidungen ist auch so ne Sache, wenn wir Auto fahren und ich am Steuer von "Ihrem" Auto sitze sagt sie immer wenn ich frage ob wir die eine oder andere Richtung einschlagen "Du bist der Fahrer" meckert aber kurz darauf warum ich mich so entschieden habe. Sag ich was dann hüllt sie sich in Schweigen oder sagt" am besten ich sage gar nichts mehr.

Hallo Ronja00,

ich würde dieses anschaulich geschilderte Beispiel gerne einmal anhand des Begriffspaars "Autonomie" und "Bindung" aufschlüsseln. Möglicherweise ergeben sich daraus interessante Impulse.

Die Grundannahme ist folgende: Menschen sind allgemein in einer Gegensatzspannung aus Autonomie und Bindung gefasst. Autonomie bezeichnet die Freiheit, innengesteuert seinen Wünschen und Antrieben zu folgen. Maximale Innensteuerung erfordert dabei minimale Beschränkungen von außen. Bindung ist in diesem Zusammenhang das genaue Gegenteil. Sie gibt äußere Sicherheit und Verlässlichkeit. Sie lässt sich durch das Gefühl beim Aufwachen illustrieren, dass die so vertraute Welt auch heute noch dieselbe wie gestern ist. Maximale Bindung setzt natürlich ein Minimum an Störeinflüssen voraus. Und die Empfindungen von Menschen sind in der Regel hochgradig unberechenbar, sofern sie nicht von äußeren Strukturen in geordnete Bahnen gelenkt werden.
In gewisser Hinsicht stehen sich beide Strebungen in einer Weise entgegen, dass sie zusammen eigentlich unerfüllbar sind. Das macht es erforderlich, die Verhältnisse ständig "dynamisch" neu auszuhandeln und situationsbedingt mal die eine und mal die andere Seite zum Zuge kommen zu lassen.

Da das Thema bei euerer Autofahrt das "Entscheiden" war, fällt es nicht schwer, diesen Begriff mit dem oben beschriebenen Autonomiestreben zu identifizieren. Wer dem anderen vorwirft, dass dieser sich frei entscheiden kann, der sieht sich in aller Regel in der Rolle des Gebundenen und wünscht sich eigentlich in dieser Situation mehr Autonomie. Diese Autonomie wird im anderen gesehen und über den Wunsch schließlich zum Vorwurf. Da du in dieser Situation als Fahrer "entscheiden" durftest, hast du für deine Frau wahrscheinlich genau diesen innersten Wunsch verkörpert. Natürlich hast du dich überhaupt nicht "frei" gefühlt: Du musstest dich dem Straßenverkehr unterwerfen und dir von deiner Frau anhören, dass du falsch entscheiden hast.

Dieser letzte Satz, das "falsch entschieden haben", ist sehr interessant: Hier wird, damit sich deine Frau im Vergleich zu dir nicht ganz so unfrei vorkommt, schnell ein Käfig mit den Gitterstäben "richtig" und "falsch" um deine Freiheit konstruiert. Damit warst du gott sei dank doch nicht ganz frei, sondern die ganze Zeit den Kategorien "richtig" und "falsch" unterworfen.
Auf diese Weise wird von deiner Frau der Unterschied negiert, den sie in diesem Moment in eure Situation hineinkonstruiert. Das Schweigen können wir als Geste deuten, um nun selber Entscheidungsfreiheit zu demonstrieren. Wenn du ihr argumentativ schon nicht alles durchgehen lässt, so kann sie aber wenigstens frei entscheiden, überhaupt nichts zu sagen, und du bist dementsprechend machtlos.

Betont werden in diesem Beispiel ausschließlich Tendenzen in Richtung Autonomie. Dieses Verhalten wird in der Psychologie als "Pseudofeinlichkeit" bezeichnet und meint, dass in einer eigentlich engen Beziehung durch Verhaltensweisen, die Autonomie betonen, Freiräume geschaffen und verteidigt werden.
Der Wunsch nach Autonomie muss hierbei nicht zwangsläufig aus der Beziehung selbst resultieren, er kann auch ein Hinweis auf sonstige Lebenseinschränkungen sein. Schauplatz kann trotzdem die Beziehung werden, da sich Autonomiewünsche hier (und nur hier) mitteilen lassen. Somit sind derartige Kontextverschiebungen wahrscheinlich.

Ein weiterer zu untersuchender Aspekt besteht in der Lösung besagter Gegensatzspannung, den die Ausübung von Macht verspricht: Wenn ich einen Menschen unterwerfe, mit dem ich mich in einer Beziehung befinde, kann ich gleichzeitig innerhalb einer engen Bindung ein höchstmaß an Autonomie erreichen. Manche Beziehungen sind gekennzeichnet durch die Gegenseitige Angst, vom Partner in dieser Form unterworfen zu werden und gleichermaßen dem Versuch, den Partner zu unterwerfen.

Ich habe hier skizzenhaft ein Arbeitsmodell angerissen, welches versucht den von dir bisher gegebenen Input auf dahinterliegende Zusammenhänge zu beziehen. Damit ist natürlich noch nicht gesagt, welche Auswege aus dem Dilemma führen. Das würde mir im ersten Ansatz zu weit führen. Erstmal möchte ich abwarten, ob du diese Gedankengänge mitvollziehen kannst.
 
Euch geht es zu gut in eurer 'wirtschaftlichen sicherheit'.
Wenn man keine probleme (mehr) hat, macht man sich welche.

Hat deinen frau zuhause irgendeine wichtige aufgabe?
Enkel hüten, haustier(e), ehrenamt etc.?
Sollte sie.


Diesen Beitrag finde ich zielführend. Der Mensch braucht eine Aufgabe, mit der er sich identifiziert und Ziele, für die es sich zu leben lohnt. Gerade wenn man alles hat, fällt auf, daß das Haben nicht ausreicht, glücklich zu SEIN.
 
Hallo Ronja00,

ich würde dieses anschaulich geschilderte Beispiel gerne einmal anhand des Begriffspaars "Autonomie" und "Bindung" aufschlüsseln. Möglicherweise ergeben sich daraus interessante Impulse.

Die Grundannahme ist folgende: Menschen sind allgemein in einer Gegensatzspannung aus Autonomie und Bindung gefasst. Autonomie bezeichnet die Freiheit, innengesteuert seinen Wünschen und Antrieben zu folgen. Maximale Innensteuerung erfordert dabei minimale Beschränkungen von außen. Bindung ist in diesem Zusammenhang das genaue Gegenteil. Sie gibt äußere Sicherheit und Verlässlichkeit. Sie lässt sich durch das Gefühl beim Aufwachen illustrieren, dass die so vertraute Welt auch heute noch dieselbe wie gestern ist. Maximale Bindung setzt natürlich ein Minimum an Störeinflüssen voraus. Und die Empfindungen von Menschen sind in der Regel hochgradig unberechenbar, sofern sie nicht von äußeren Strukturen in geordnete Bahnen gelenkt werden.
In gewisser Hinsicht stehen sich beide Strebungen in einer Weise entgegen, dass sie zusammen eigentlich unerfüllbar sind. Das macht es erforderlich, die Verhältnisse ständig "dynamisch" neu auszuhandeln und situationsbedingt mal die eine und mal die andere Seite zum Zuge kommen zu lassen.

Da das Thema bei euerer Autofahrt das "Entscheiden" war, fällt es nicht schwer, diesen Begriff mit dem oben beschriebenen Autonomiestreben zu identifizieren. Wer dem anderen vorwirft, dass dieser sich frei entscheiden kann, der sieht sich in aller Regel in der Rolle des Gebundenen und wünscht sich eigentlich in dieser Situation mehr Autonomie. Diese Autonomie wird im anderen gesehen und über den Wunsch schließlich zum Vorwurf. Da du in dieser Situation als Fahrer "entscheiden" durftest, hast du für deine Frau wahrscheinlich genau diesen innersten Wunsch verkörpert. Natürlich hast du dich überhaupt nicht "frei" gefühlt: Du musstest dich dem Straßenverkehr unterwerfen und dir von deiner Frau anhören, dass du falsch entscheiden hast.

Dieser letzte Satz, das "falsch entschieden haben", ist sehr interessant: Hier wird, damit sich deine Frau im Vergleich zu dir nicht ganz so unfrei vorkommt, schnell ein Käfig mit den Gitterstäben "richtig" und "falsch" um deine Freiheit konstruiert. Damit warst du gott sei dank doch nicht ganz frei, sondern die ganze Zeit den Kategorien "richtig" und "falsch" unterworfen.
Auf diese Weise wird von deiner Frau der Unterschied negiert, den sie in diesem Moment in eure Situation hineinkonstruiert. Das Schweigen können wir als Geste deuten, um nun selber Entscheidungsfreiheit zu demonstrieren. Wenn du ihr argumentativ schon nicht alles durchgehen lässt, so kann sie aber wenigstens frei entscheiden, überhaupt nichts zu sagen, und du bist dementsprechend machtlos.

Betont werden in diesem Beispiel ausschließlich Tendenzen in Richtung Autonomie. Dieses Verhalten wird in der Psychologie als "Pseudofeinlichkeit" bezeichnet und meint, dass in einer eigentlich engen Beziehung durch Verhaltensweisen, die Autonomie betonen, Freiräume geschaffen und verteidigt werden.
Der Wunsch nach Autonomie muss hierbei nicht zwangsläufig aus der Beziehung selbst resultieren, er kann auch ein Hinweis auf sonstige Lebenseinschränkungen sein. Schauplatz kann trotzdem die Beziehung werden, da sich Autonomiewünsche hier (und nur hier) mitteilen lassen. Somit sind derartige Kontextverschiebungen wahrscheinlich.

Ein weiterer zu untersuchender Aspekt besteht in der Lösung besagter Gegensatzspannung, den die Ausübung von Macht verspricht: Wenn ich einen Menschen unterwerfe, mit dem ich mich in einer Beziehung befinde, kann ich gleichzeitig innerhalb einer engen Bindung ein höchstmaß an Autonomie erreichen. Manche Beziehungen sind gekennzeichnet durch die Gegenseitige Angst, vom Partner in dieser Form unterworfen zu werden und gleichermaßen dem Versuch, den Partner zu unterwerfen.

Ich habe hier skizzenhaft ein Arbeitsmodell angerissen, welches versucht den von dir bisher gegebenen Input auf dahinterliegende Zusammenhänge zu beziehen. Damit ist natürlich noch nicht gesagt, welche Auswege aus dem Dilemma führen. Das würde mir im ersten Ansatz zu weit führen. Erstmal möchte ich abwarten, ob du diese Gedankengänge mitvollziehen kannst.

Hallo und Danke,

das mit der Autonomie ist so ne Sache, wenn ich dich richtig verstanden habe soll das heissen das meine Frau im übertragenen Sinne frei ist sich aber nicht frei fühlt. Nun wenn ich mal von mir ausgehen darf bin ich zwar auch frei, habe eigentlich aber immer gemacht was die Familie oder eben meine Frau wollte um Ärger aus dem Weg zu gehen. Das hat sich bis heute nicht geändert. Das wir ab und an mal streiten ist eigentlich in einer Ehe normal dachte ich immer, nur die Häufigkeit in den letzten Jahren eben nicht, und das vor allem wegen Kleinigkeiten. Es gibt auch Sachen wo ich mich verbessern könnte, ich meine gewisse Sachen die mich stören wo andere sagen das ist normal was deine Frau da macht oder will. Aber dazu vielleicht später mehr.
 
Diesen Beitrag finde ich zielführend. Der Mensch braucht eine Aufgabe, mit der er sich identifiziert und Ziele, für die es sich zu leben lohnt. Gerade wenn man alles hat, fällt auf, daß das Haben nicht ausreicht, glücklich zu SEIN.


Hallo, zielführend finde ich das Argument des Users nicht. Der Spruch wenn man alles hat gehts ein gut und dann schafft man sich Probleme ist sehr weit her gegriffen. Beschäftigung oder Aufgaben hat meine Frau genug. Sie hat auch alle Freiheit da ich immer lange im Geschäft bin, kann machen was sie will.
 
Hallo, zielführend finde ich das Argument des Users nicht. Der Spruch wenn man alles hat gehts ein gut und dann schafft man sich Probleme ist sehr weit her gegriffen. Beschäftigung oder Aufgaben hat meine Frau genug. Sie hat auch alle Freiheit da ich immer lange im Geschäft bin, kann machen was sie will.

Lieber Ronja00,

es geht nicht um Beschäftigung und um irgendwelche Aufgaben, sondern um Aufgaben, die die betreffende Person als erfüllend empfindet. Das ist ein riesiger Unterschied.

Freiheit alleine macht den Menschen nicht glücklich, wenn er seine Freiheit nicht so nutzen kann, dass er am Ende auch glücklich lebt. Es fehlt oft das Wissen, die Erkenntnis zur Beantwortung der Frage "was macht glücklich?"

Ich erinnere mich an einen Witz aus der Zeit der anti-autoritären Kindergärten:
"Tante, müssen wir wieder heute tun, was wir selber wollen?"
 
Ihre Unzufriedenheit ist Gift für die Beziehung.
Viele Menschen hoffen, dass die Partnerschaft sie für alle anderen Defizite entschädigt und ihnen das Leben erfüllt.
Bereitschaft zurückzustecken und auch schwierige Zeiten miteinander durchzustehen, ist heute weniger stark vorhanden als früher.
Du machst alles was deine Frau will, um des lieben Friedens willen, was soll das.
Will sie überhaupt den Softie, ,oder einen >Kerl der auch mal auf den Tisch haut?
Eine Partnerschaft heißt nicht das einer dem andern dass gibt was er nicht hat.
Macht jeder auch mal eine Tag was für sich , mit andern,, oder hängt ihr nur zusammen?
Du musst nichts ändern, wenn deiner Frau was nicht gefällt an ihrem Leben, kann sie das nur für sich ändern.
 
das mit der Autonomie ist so ne Sache, wenn ich dich richtig verstanden habe soll das heissen das meine Frau im übertragenen Sinne frei ist sich aber nicht frei fühlt.

Ja genau. Das wäre eine Erklärung. Freiheit ist ja immer eine Zuschreibung, die aus der Außen- und Innenperspektive sehr unterschiedlich vorgenommen werden kann. Jemand mag sich in der Sklaverei innerlich frei fühlen (man denke an Epiktet z.B.) während ein anderer sich bei allen äußeren Anzeichen der Freiheit als völlig fremdbestimmt erlebt.

Ich glaube sagen zu können, dass tendenziell vor allem Frauen dazu neigen, sich als unfrei zu definieren. Freiheit bedeutet immer auch Verantwortung für das, was man tut, inklusive der Möglichkeit des Schuldigwerdens. Sören Kierkegaard hat das vor über 150 Jahren in seinem Buch "Der Begriff der Angst" sehr ausführlich beschrieben. In unserer Gesellschaft hat in der weiblichen Sozialisation der Begriff der Schuld eine viel weitreichendere Bedeutung als in der männlichen Sozialisation. Kleine Jungen dürfen sich ungestraft raufen und offnene Konkurrenzkämpfe ausfechten. Bei kleinen Mädchen führen solche Verhaltensweisen nicht selten zu massiver Ausgrenzung.

Es ist für uns Männer (mich eingeschlossen) unendlich schwer, sich in das (tendenziell) weibliche Empfinden von Freiheit und Autonomie, Schuld und Verantwortung einzufühlen.

Du selbst beschreibst dich problemlos als eigenverantwortlich aktiv und aktiv:

Nun wenn ich mal von mir ausgehen darf bin ich zwar auch frei, habe eigentlich aber immer gemacht was die Familie oder eben meine Frau wollte um Ärger aus dem Weg zu gehen. Das hat sich bis heute nicht geändert.

Sogar der Umstand, dass du dich deiner Familie angepasst, war deiner Selbstbeschreibung nach deine eigene Entscheidung.

Aus diesem Unterschied in der Definition von Freiheit ergibt sich nicht selten folgender typischer Teufelskreis:
Die Frau opfert sich ihrem Selbstverständnis nach seit Ewigkeiten für die Familie auf. Sie fühlt sich dabei oft wie fremdgesteuert. Der Mann hingegen legt sein Konzept von Freiheit zugrunde, ihm erscheinen die Handlungen seiner Frau als freie Entscheidungen ("Anscheinend möchte sie jetzt putzen") und reagiert entsprechend. Schließlich hat er all diese Dinge ja nie explizit gefordert. Die Frau erwartet hingegen endlich Dank für all die selbstlose Mühe und (fehl-)interpretiert die Reaktionen des Mannes als Lieblosigkeit. Daraus erwächst im Laufe der Zeit eine immense Frustration. Egal was frau auch tut, es ist offensichtlich nie genug. Äußert nun der Mann noch einen Wunsch, stößt er entsprechend oft auf harte Ablehnung. Seine direkte Art wird als indirekte Kritik verstanden. Damit hat er aber den vermeintlichen "Beweis" für ihre Autonomie: Seine Frau will nicht.

Diese Dinge werden aber selten thematisiert. Das klare Äußern von Wünschen und Bedürfnissen ist aus Frauenperspektive oft noch immer eine schwierige Angelegenheit. Zudem wird oft das Ideal der Bedürfnislosigkeit als Selbstideal hochgehalten. Der Mann steht hingegen vor der Aufgabe, unausgesprochene Wünsche erraten zu müssen. Damit erscheinen ihm die Bedürfnisse seiner Frau als unendlich hoher und unmöglich zu erfüllender Anspruch, im krassen Gegensatz zu dem, wie die Frau sich selbst erlebt. Dadurch staut sich auch beim Mann eine erhebliche Frustration auf. "Immer lässt du mich machen und meckerst am Ende, wenn es doch wieder falsch war." Entsprechend pocht er auf das Selbstbestimmungsrecht der Frau: "Wenn du etwas willst, dann sprich das doch bitte klar aus und übernimm endlich Verantwortung für deine Entscheidungen." Auf diese Weise dreht sich der Teufelskreis immer weiter und weiter. Im Kern steckt unverändert die unterschiedliche Konzeption von Freiheit und Verantwortung.

Das wir ab und an mal streiten ist eigentlich in einer Ehe normal dachte ich immer, nur die Häufigkeit in den letzten Jahren eben nicht, und das vor allem wegen Kleinigkeiten.

Bei Streitigkeiten über Kleinigkeiten geht es in aller Regel nicht um das Sachthema an sich, sondern diese sind lediglich Symbole bzw. Aufhänger für dahinterliegende als existenziell erlebte Empfindungen. Ein liegengelassener Socken kann die Liebe in Frage stellen, eine falsch stehende Couch das Gefühl auslösen, der andere habe im gemeinsamen Haus schon immer alles nur nach seinen Vorstellungen gestaltet.

Möglicherweise ist es an der Zeit, den jeweils anderen in seiner Gewordenheit noch einmal neu kennenzulernen. Und das schließt mit ein, sich selbst kennenzulernen. Nach welchen grundlegenden Kategorien strukturiere ich mein Weltbild? Und deckt sich das mit denen meines Partners/meiner Partnerin? Hier wartet eine spannende und sehr tiefgründige Entdeckungsreise.
 
Hallo Ronja,

alles haben und alles tun können, muss nicht unweigerlich glücklich machen.

Vielleicht hätte deine Frau viel lieber mehr Zeit mit dir verbracht in den ganzen Jahren, anstatt sich alles leisten zu können.
Jetzt bist du ja auch weiterhin lange im Betrieb und sie kann sehen was sie macht.

Möglich, das es gerade der Zeitmangel ist, der sie unzufrieden gemacht hat.
Mit der Zeit stumpft man dann auch ab. Manche Menschen werden mürrisch.

Hast du deine Frau mal gefragt, was sie sich wirklich wünschen würde von dir?
Was so ihr Herzenswunsch wäre?
 
Hallo Ronja,

alles haben und alles tun können, muss nicht unweigerlich glücklich machen.

Vielleicht hätte deine Frau viel lieber mehr Zeit mit dir verbracht in den ganzen Jahren, anstatt sich alles leisten zu können.
Jetzt bist du ja auch weiterhin lange im Betrieb und sie kann sehen was sie macht.

Möglich, das es gerade der Zeitmangel ist, der sie unzufrieden gemacht hat.
Mit der Zeit stumpft man dann auch ab. Manche Menschen werden mürrisch.

Hast du deine Frau mal gefragt, was sie sich wirklich wünschen würde von dir?
Was so ihr Herzenswunsch wäre?

Danke Dir für Deine Antwort,
das mit dem zusammen sein ist so eine Sache. Wir sind ausser wenn ich natürlich im Geschäft bin ständig zusammen. Bis jetzt zumindest habe ich immer gedacht, wenn sie schon soviel alleine ist dann sollten wir in der gemeinsamen Freizeit was zusammen unternehmen. Wir machen viele Reisen, gehen auf Konzerte oder Musical und das mehrmals pro Jahr. Und jetzt kommt es, wie sind noch gar nicht richtig unterwegs da kracht es schon🙁 und dass bei ganz banalen Sachen wie zum Beispiel dem Autofahren
 

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