Ohne konkrete Beispiele ist es in meinen Augen schwierig inhaltsbezogen und annähernd sachlich zu diskutieren.
Ich finde es erschrecken, dass in nahezu jeder Naturdoku mit dramatischer Musik ständig nur dieses "Die Natur ist unvorstellbar grausam" fast schon zelebriert wird. Klar: Fressen und gefressen werden gehört zur natur, ABER muss es so zelebriert werden?
Das habe ich tatsächlich noch nie so empfunden. Zwar kenne ich die von dir beschriebene, mitunter tatsächlich ziemlich dramatische Untermalung mit meist klassischer Musik, aber die von dir genannte Message und deine Wahrnehmung einer Zelebrierung teile ich nicht bzw. ist mir spontan keine Szene in Erinnerung, in der ich die Darstellung so aufgenommen habe.
es ist eine einseitige Darstellung, das sehe ich auch so. und wenn ich hier die kommentare lese, dann merkt man wenigstens, was so eine einseitige darstellung mit erwachsenen macht.
Den Begriff der Einseitigkeit, der hier bereits von mehreren User*innen ins Spiel gebracht wurde, kann ich in dem Zusammenhang echt nicht nachvollziehen.
🤔
Ich kann sehr gut verstehen, dass es individuelle Ansichts- und Empfindenssache ist, ob man brutale Darstellungen sehen kann und/oder will. Wenn man das nicht kann und/oder will, ist das legitim und auch nachvollziehbar.
Aber warum ist es eine einseitige Darstellung von Tieren, wenn dieser Aspekt ihrer Realität gezeigt wird? Mir persönlich ist keine Dokumentation bekannt, in der sich alles nur und ausschließlich um die Brutalität der Jagd dreht und es nichts anderes als solche Bilder zu sehen gibt.
Das wäre einseitig. Aber wenn in einer Doku über ein bestimmtes Tier AUCH Jagdverhalten gezeigt wird, wie es nun einmal u. a. stattfindet, wird ein Teilaspekt mitbehandelt, der Teil einer vielfältigen Lebensrealität ist.
Wie gesagt, ob man das zeigen muss oder sollte und ob man es sehen will oder kann, sind Fragen auf einer anderen Ebene. Aber den Vorwurf der einseitigen Darstellung raffe ich echt nicht.
es ist wichtig, die richtigen kinder zu schützen UND zu sehen, dass sie nicht schwach sind, sondern dass es viel stärke braucht, um so berührbar zu bleiben und immer noch aufrecht durch die welt zu gehen. aber genau das braucht diese welt.
und es wird kinder geben, die solche gewalt genießen. da sollte man sich klar sein, mit denen stimmt was nicht und die sollte man echt beobachten. und sie nicht irgendwann ceo oder präsident von irgendwas werden lassen sondern sie rechtzeitig in therapie schicken.
Mich befremden deine Zuschreibungen. Alle Kinder sind "richtig", es gibt nicht die "richtigen" und auch nicht die "falschen".
Genauso wenig sind und bleiben nur jene Menschen berührbar und stark, die brutale Darstellungen nicht sehen möchten. Auch, dass Kinder und Menschen, die sich das ansehen wollen, Gewalt genießen, in Therapie geschickt werden sollten und nicht richtig sind, halte ich für eine sehr undifferenzierte und übergriffige Aussage.
Diese Kategorisierung ist supereinseitig. Menschen sind verschieden und das darf auch sein, ohne sie einem "besser" oder "schlechter" zuzuordnen.
Es ist in Ordnung, explizite Darstellungen nicht sehen zu wollen oder es auch schlicht nicht gut aushalten zu können. Es ist genauso in Ordnung, diese Bilder gut ertragen zu können und sie sehen zu wollen. Nichts davon macht jemanden zu einem besseren oder schlechteren Menschen.
Die Welt hat genauso ihr Happy End. Das Leben hat ein Happy End.
Nein. Das Leben ist das Leben, es kann Gutes und Schlechtes passieren. Manche Leben enden friedlich und positiv, andere alles andere als das.
Und ich finde, dass auch Fantafine mit ihrem Einwand was wichtiges anspricht: Es ist doch bigott, dass wir auf der einen Seite unseren gesamten TV-Konsum mit als angebliche Realität getarnter Brutalität pflastern, aber Kinder werden quasi in Watte gepackt. ich würde zwar jetzt nicht unbedingt Bilder ausm Schlachthof zeigen, aber selbst Serien wie Pumukl stehen ja plötzlich in der Kritik, weil dort mal einer ne Ohrfeige bekommt: Das ist doch schräg: Das Kind soll keine Ohrfeige sehen, aber wenn es ne Doku über Löwen sieht, dann darf es schon sehen, wie.....
Also ich frage mich echt, was das über unsere Gesellschaft aussagt.
Fantafines Einwand finde ich insofern richtig gut, als dass ich es für sehr wichtig und unabkömmlich halte, Kindern zu zeigen, wie Tiere behandelt und ausgebeutet werden, damit Menschen Fleisch, Milch, etc. konsumieren können.
Die Annahme und Schlussfolgerung, dass Kinder vermeintlich brutale Tierdokus sehen dürfen, aber zugleich keine Aufklärung über Massentierhaltung erhalten (oder Pumuckl nicht angucken dürfen), verstehe ich persönlich allerdings nicht und vor allem, woher das Wissen darüber kommt, dass das auf alle oder viele so zutrifft?
Finde ich ziemlich verallgemeinernd. Soweit ich das mitbekomme, passiert in Kindermedien in den letzten Jahren relativ viel und es gibt mittlerweile immer mehr gute Doku-Formate und auch Bücher, die sich auch schwierigen Themen wie Massentierhaltung altersgerecht widmen.
Wir haben zum Beispiel diese beiden Bilderbücher zu Hause:
Wo kommt unser Essen her? und
Das wahre Leben der Bauernhoftiere. Beide nähern sich der Thematik gut an, auch wenn ich es in beiden Fällen für elementar halte, begleitend und weiterführend mit den Kindern darüber zu sprechen und individuell, so wie es für das eigene Kind und zu dessen altersentsprechender Entwicklung passt, weiter in die Tiefe zu gehen.
Es gibt auch einige gute Beiträge von Doku-Formaten, wie z.B. Logo.
"Anna und die wilden Tiere" ist auch ziemlich gut gemacht, da gibt es aber auch Folgen, die sich um das Jagdverhalten von Tieren drehen und nichts beschönigen. Ich erinnere mich an eine Episode, in der anhand einer Ziegenattrappe mit verschiedenen blutigen Bissspuren sehr ausführlich gezeigt und erklärt wurde, welches Tier hinter welchem Biss steckt und wie sich die Art der Jagd und Tötung verschiedener Großkatzen voneinander unterscheidet. Für mich ist es in Ordnung, dass meine Kinder das sehen.
Dagegen habe ich mit anderen Inhalten von vermeintlichen Kinderfilmen oder Videospielen deutlich größere Probleme.