Ich kann Dir versichern, liebe Alopecia, dass es viele Menschen gibt, die religiöse Gründe anführen und auch mit ihrer eigenen Entscheidung vertreten.
Es mag sein, dass Eltern oder Großeltern ähnlich dachten. Das ist aber kein Indiz dafür, dass der jeweilige Mensch unfähig ist, diese Einstellung zu überdenken und ggf. auch freiwillig fortzuführen.
ich kann dir versichern, dass mir ersteres durchaus bewusst ist. ebenso, dass aber sehr viele menschen diese einstellung (oder jede andere einstellung die man so haben kann) eben nur vermeintlich freiwillig fortführen, tatsächlich aber der druck durch familie entscheidend war bzw ist. ein perfektes beispiel ist z.b. im arabischen raum das tragen von kopftüchern. viele frauen behaupten, dies geschehe freiwillig, tatsächlich sind aber lebenslange indoktrination und versteckte zwänge die ursache für das tragen. nach aussen hin werden dir solche menschen immer wieder sagen, dass es freiwillig geschieht, ist aber in den seltensten fällen der fall. aber ja, mir ist bewusst, dass es solche fälle gibt.
Wie kommst Du denn darauf? Die TE hat davon nichts mitgeteilt, oder habe ich etwas überlesen? Ich denke, dass eher zutrifft: "Alles ist zu seiner Zeit wichtig."
sie hat einerseits betont, dass sex für sie kein standbein einer beziehung darstellt, was so gut wie jeder beziehungstherapeut oder andere experte anders sieht, und gleichzeitig hat sie freiwillig (zumindest scheint es so) keinen sex mit dem partner, den sie liebt und (hoffentlich) trotzdem begehrt. wie sonst wäre das zu erklären, wenn nicht damit, dass ihr sex nicht so wichtig ist?!?!
Mir scheint, Du willst jetzt der TE ein falsches, wenn nicht gar krankhaftes Verhalten einreden.
absolut nicht. bitte genau lesen, was ich schrieb. ich schrieb, und zwar allgemein, nicht auf die TE bezogen, dass das bedürfnis nach sexualität ein trieb ist, und dem menschen wie dem tier einfach instinktiv eigen. wenn dieser trieb nicht vorhanden/nicht ausgeprägt ist, liegt etwas im argen. und dies willst du leugnen? mit welchem argument bzw welcher begründung? wenn ein mensch keinen überlebenstrieb oder keinen arterhaltungstrieb verspürt, würdest du behaupten, dies ist normal??? dies war aber wie gesagt eine allgemeine aussage, und nicht KONKRET auf die TE bezogen, da ich nicht weiss, ob sie das bedürfnis nach sexualität verspürt oder nicht. wenn sie erwachsen ist, aber kein bedürfnis danach hat, liegt etwas im argen, jap.
- Kannst Du Dir nicht vorstellen, daß man seinen Partner lieben kann, ohne ihn geil zu finden?
ob ich mir vorstellen kann, dass man seinen partner lieben kann, ohne ihn geil zu finden? natürlich. dann ist es aber kein partner, sondern ein freund. die sexuelle anziehgungskraft ist ESSENTIELL Für eine beziehung. ohne sexualität oder das bedürfnis danach hat man eine (vielleicht sehr gute und auch sehr tiefe) freundschaft. auch dies wird dir so gut wie jeder experte auf dem gebiet bestätigen!
- Und kannst Du Dir nicht vorstellen, dass sexuelle Lust auch erst ab einem gewollten Zeitpunkt geweckt wird und dann eben erst spürbar ist?
sexuelle lust ist entweder da oder nicht. man kann sie nicht bewusst wecken oder unterdrücken. du darfst hierzu gerne mal einen menschen mit pädosexueller präferenz befragen. glaube mir, diese menschen würden
SEHR GERNE die sexuelle lust unterdrücken bzw sie gar nicht verspüren. dies ist aber nicht möglich.
man kann sie also auch nicht gezielt wecken. entweder empfindet man sexuelle lust oder eben nicht. hierzu darfst du dich gerne an all die menschen wenden, die in einer partnerschaft leben, und ihren partner sexuell begehrenswert finden wollen, es aber nicht können, egal wie sehr sie es sich wünschen. es gibt keine möglichkeit, hier etwas zu wecken, was nicht da ist, und genauso wenig, etwas zu unterdrücken, was da ist.
- Und selbst wenn man den Partner sexuell begehrenswert findet - kannst Du Dir nicht vorstellen, dass es Menschen gibt, die ihren Sexualtrieb beherrschen?
dies hingegen kann ich mir durchaus vorstellen. die frage ist, wo genau der sinn liegen wollte, etwas zu unterdrücken, was man selbst will (man findet den partner ja nicht einfach so begehrenswert ,sondern weil man das bedürfnis hat, mit ihm intim zu werden) und was der partner will.
Du tust gerade so, als ob Religion ein Wesen sei, welches die Entscheidung für den jeweiligen Menschen trifft. Das ist unrealistisch. Eine Sache trifft niemals eine Entscheidung!
auch davon habe ich nie geredet. dass die religion aber als "argument" für das handeln vieler menschen dient sollte dir bewusst sein. dafür muss man auch nicht auf ISIS und co verweisen, sondern kann sich mal den verlauf der christlichen oder sonst einer religion über die jahrhunderte hinweg anschauen..., z.b. im mittelalter oder gerne auch noch vorher. gerade die verbreitung des christentums und die verschiedenen strömungen (bussvorschriften oder nicht, etc) sind äusserst interessant.
Du hast vergessen hinzuzufügen, dass Deine Männerkenntnisse kein allgemeingültiger Maßstab sind.
das gilt hier für jeden antwortenden. gleichzeitig wird dir aber jeder experte das bestätigen, was ich schrieb. sowohl, was den "pfeiler" sexualität angeht als auch die tatsache, dass die wenigsten partner beider geschlechts interesse an jemandem haben, der bis zur ehe warten möchte. dies mag funktionieren, wenn BEIDE (!) mit diesem gedankengang gross geworden sind (und ja, ich sehe die religion hier als zwang, die einem von zuhause mitgegeben wird), sonst aber in den allerwenigsten fällen.
Nur zu Deiner Information, es gibt sogar recht viele junge Männer, die darauf Wert legen, dass ihre Frau jungfräulich in die Ehe eintritt.
das ist korrekt. lustigerweise nehmen es "recht viele" (ich würde behaupten, dein recht viele sind vlt 1% aller jugendlichen männer) damit so genau, dass diese jungfräulichkeit nur für die frau gilt. übrigens auch nicht nur um muslimischen raum.
Warum sollte sich die TE an das Verhalten der Masse anpassen?
habe ich wo verlangt? ich habe nur dinge geschrieben, die sie vielleicht zum nachdenken anregen. viele menschen (aus sehr gläubigem haus oder nicht -meine eltern sind beide EXTREM gläubig) vernachlässigen leider das bilden der eigenen meinung und übernehmen - gewollt oder nicht - die sichtweisen der eltern. es ist z.b. kein zufall, dass man oft homophobe verhaltensweisen gerade bei den jugendlichen findet, deren eltern ebenso erzogen worden sind und erzogen haben.
Und wenn es religiöse Gründe sind, die jemand für maßgebend hält, dann ist das ohne wenn und aber zu akzeptieren.
aha? wenn also jemand aus religiösen gründen jemanden umbringt, den er für unrein hält, ist das "ohne wenn und aber zu akzeptieren"??? so funktioniert also diskussion? aber wohl nur deshalb, weil du sehr massiv (auch hier im forum) deine religion vertrittst, oder?
ich sehe es komplett anders. völlig egal welche gründe jemand vertritt, ALLES sollte einer diskussion offen stehen und ein einfaches "ok, akzeptiert" hat noch niemandem geholfen bei irgendwas.
wenn die TE aus religiösen gründen ihren wunsch nach intimität (so vorhanden) mit ihrem partner unterdrückt, sind dies IMO die falschen gründe. gründe, die dafür sorgen, dass ihr ein sehr schöner teil des lebens, vielleicht einer der schönsten, entgeht. ihr dies klarzumachen und sie vielleicht zum nachdenkn anzuregen ist imo durchaus genau das richtige, was in einem solchen forum wie diesem passieren sollte, und nicht dein verhalten, dies einfach so hinzunehmen.
Mir scheint, Alopecia, dass Du versuchst der TE einzureden, dass religiöse Gründe meistens auf einem Zwang beruhen und "im Normalfall" hinter sexuellen Wünschen zu rangieren haben.
einreden will ich der TE gar nichts. wenn sie in der lage ist, aus eigenem nachdenken sich für religion zu entscheiden, und so einen temporär keuschen weg einzuschlagen, wird sie wohl auch in der lage sein, meine ergüsse einfach zu ignorieren oder eben mit eigenen gedanken zu behandeln. das traue ich ihr
OHNE WEITERES zu. du hingegen wohl nicht, dass du so explizit meinen beitrag "zerpflücken" musst, anstatt sie selbst entscheiden zu lassen, was sie darüber denkt oder eben nicht.
ob religiöse gründe auf einem zwang beruhen? natürlich. das ist ja das problem mit religion. sie gibt den menschen zwänge mit auf den weg (sünde, fegefeuer, unkeuschheit und so weiter und so weiter), die für viel unheil im laufe der zeitgeschichte gesorgt haben. ob dies nun persönliches oder "globales" unheil ist. würde religion dem menschen freistellen sich SO oder SO zu entscheiden (und trotzdem den weg dieser religion zu gehen), dann gäbe es auch keine zwänge, sondern überall nur freie entscheidungen.
du wirst nun sagen, die TE hat sich frei für die religion entschieden, und daher auch frei dafür, keinen sex zu haben. aber OB dies der fall ist weisst weder du noch ich. tatsache ist, dass viele menschen sich gar nicht bewusst sind, wie sehr die täglichen entscheidungen zwar vermeindlich frei sind, in wahrheit aber auf dingen basieren, die uns erziehung, elternhaus, familie, sogar freunde, mitgegeben haben. sozusagen "prägung".
tatsache, und dies wirst du hoffentlich nicht leugnen, ist ebenso, dass die idee, bis zur ehe keusch zu leben, um dann zu merken, dass es mit dem partner KEIN BISCHEN passt sexuell (entweder aus körperlichen gründen oder aus anderen), nicht die allerbeste idee ist. jedenfalls keine, die den "normalen" menschen glücklich machen wird - es ist lotteriespiel, und kann tatsächlich klappen (was ich ihr, wenn sie diesen weg weitergeht, von herzen wünsche!), es wird aber deutlich öfters schiefgehen. sexuell kompatibel sind nämlich "die wenigsten" menschen. die chance, am ende in der ehe zu merken, dass das bedürfnis da ist, mit dem nun geehelichten partner aber gar nicht so auslebbar wie man selbst es schön fände, ist ziemlich hoch.... und dies der TE bewusst zu machen sollte durchaus erlaubt sein.
um last but not least nochmal auf den eigentlichen grund ihrer frage zurückzukommen :
ihr partner hatte schon mehrere beziehungen mit sex. man kann also davon ausgehen, dass sexualität für ihn eine "grosse" rolle spielt. ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass er bis zur ehe warten wird. hier liegen einfach unterschiedliche prioritäten und "ideen", wie das leben ablaufen sollte. die TE - aus welchen gründen auch immer - möchte bis zur ehe warten, womit eher unwahrscheinlich ist, dass sexualität bei ihr aktuell priorität geniesst, der freund hingegen hatte schon mehrfach erfahrungen, woraus das gegenteil ersichtlich wird. und generell veruteilen solch gegenteilige "ansichten" meistens jede beziehung zum scheitern, auf lange oder kurze sicht.