Aber warum denn? Ich meine ich leide unter chronischen Schmerzen und chronischen Krankheiten, und bin Erwerbsunfähig. Also, warum soll ich glauben, dass ich jemals magisch gesund werde, und nicht nur erwerbsfähig, sondern auch mit erfolgreichen Beruf, und selbständigen Leben, mit Partner und all das?
Da liegt dein Focus drauf .......
Ist das denn realistisch? Ist es überhaupt Sinnvoll sich Hoffnungen zu machen, die vielleicht niemals eintreten werden?
........ und es ist verständlich. Weil es ja eigentlich eher zu einer gewissen "Normalität" gehört, sein Leben selbst gestalten zu können, einem Erwerb nach zu gehen, mit mehr oder weniger gewissen Erfolgen, Partnerschafft ..........
....... aber das Leben besteht ja auch noch aus anderen Dingen.
Ich selbst bin auch sehr stark eingeschränkt, von Jahr zu Jahr mehr, weil sich meine Nerven zersetzen, auflösen, und somit ihre Funktion Informationen im Körper zu übermitteln gestört ist, verzögert abläuft, Schmerzen macht, die Muskulatur immer mehr abbaut.
Positiv denken heißt für mich, meine Gedanken nicht ständig um das Kreisen zu lassen was nicht mehr geht
(obwohl das schwer ist wenn der ganze Körper mit Schmerzen auf sich aufmerksam macht)
sondern um das, was noch geht!
Aber auch auf die Dinge sehen und diese genießen, die nichts mit meiner Erkrankung zu tun haben. Nämlich jeder Tag an dem die Sonne scheint ....... es tut unheimlich gut sie auf der Haut zu spüren ...... ich genieße es! Ich dusche unheimlich gerne, obwohl der Wasserstrahl auf der Haut schmerzt. Aber diese Wärme
😊 anschließend kalt nachduschen bringt mir für Stunden Erleichterung in Muskulatur und Gewebe.
Das ich Lebemann, der immer joggen gegangen ist, mit Inlinern mit seinen Kindern auf der Rolle unterwegs war, dem kein Baum zu hoch war, der seine Auto´s selber repariert hat, egal ob Motor Getriebe Kupplung Stoßdämper, u.s.w. mit 46 erwerbsunfähig kaputt geschrieben werden musste ....... ehi Alter dass ist soooo S****!
Ich will weder deine noch meine Qualen, sowohl die körperlichem als auch die damit verbundenen seelischen nicht klein reden. Sie sind eine Macht, die Macht über uns haben. Aber es ist meine und deine Entscheidung, wieviel Macht wir diesen Umständen über uns haben lassen.
Ich versuche, dass, was mir trotz der Umstände noch möglich ist zu machen und zu genießen.
Ich bin dankbar, dass ich noch Auto fahren kann und es mir auch finaziell möglich ist!
Ich bin dankbar, für jeden Tag, an dem ich wegen günstiger Wetterlagen weniger Schmerzen habe und beweglicher bin. Sprich, ich freu mich auf den Sommer.
Ich bin dankbar, das ich, Nachbarn habe, die sich um meine Miezi´s kümmer, wenn ich mal ein paar Tage weg will.
Ich bin dankbar, dass ich eine Nachbarin ( 88) im Haus habe, die schon mal meine Fahrdienste braucht und mir dafür ein paar Tatas zusteckt.
Ich bin dankbar, dass ich bisher im Haushalt noch alles selber machen kann.
Ich bin dankbar, dass ich durch gesunde Ernährung meinen Körper in seiner Arbeit unterstützen kann.
Ich habe mir in monatelanger Kleinarbeit einen Panda zum Cämper umgebaut
(das hätten gesunde in 3 Wochen gemacht) und habe mit dem inzwischen ca. 15 000 km Abenteuer erlebt.
Postiv denken, heißt auch, dass ich trotz der winterlichen Schmerzen und Bewegungseinschränkungen plane, eine weitere Abenteuerreise zu machen, so wie es mir mit steigenden Temperaturen wiede erträglicher geht.
Ich bin seid 21 Jahren alleine ...... ja, es tut weh
!!! Und nach einigen Enttäuschungen habe ich entschieden, dass ich mein Leben nicht davon abhängig mache. Und ich genieße das, was ich alleine an Freiheiten habe, statt über das zu jammern, was ich wegen fehlender Partnerschafft nicht habe. Ja, anders wäre es schöner! Aber man kann es ja nicht erzwingen.