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Warum komme ich mit anderen Menschen nicht klar?

Moin und Hallo!

Seit mindestens 30 Jahren (bin 44) habe ich Probleme im Zwischenmenschlichen,
War es bis vor vielleicht drei jahren noch so, dass ich den Kontakt zu Menschen eher meidete, wenn es für mich um persönliche/private Dinge ging (habe Sozialphobie), wandelte sich diese Angst mit der Zeit mehr zu einer Ablehnung.
Daher ist es nun eher so, dass ich den Kontakt zu anderen eher vermeide, weil ich mit ihnen nichts zu tun haben will.
Dazu stören mich bereits kleinste Eigenarten oder Dinge an anderen (z.B. wie jemand redet oder welche Schuhe er/sie trägt). Das geht dann immer öfter so weit, dass ich geradezu einen Hass auf die Leute entwickle und es mir auch immer schwerer fällt diesen dann für mich zu behalten.
Immer öfter interpretiere ich solche Kleinigkeiten als persönlichen Angriff auf mich oder als Rücksichtslosigkeit gegenüber der Gesellschaft und/oder mir.
Wo andere vielleicht solche Gedanken über jemanden haben, der in der Bahn lautstark telefoniert, sich an der Kasse vordrängelt oder in Gegenwart von Kindern stumpf bei Rot die Straße überquert, genügt es bei mir dann schon, wenn sich zwei Personen miteinander über Themen unterhalten, die mich nicht interessieren, ich sie aber mitanhöre(n muss) oder wenn eine Gruppe von Leuten feiert und Party macht.
Ich bin einfach so extrem schnell von meinen Mitmenschen genervt.
Sogar jetzt, ich bin derzeit in stationärer Psychotherapie, und ich komme mit meinen Mitpatienten nicht zurecht,
Ich wurde aus den Gruppentherapien 'rausgenommen, weil ich schon bei der ersten Sitzung meinen Frust und Zorn nicht kontrollieren konnte und alle anderen Patienten den Raum verließen.
Die Anderen sitzen abends zusammen, freunden sich untereinder wohl auch an, ich hingegen bleibe alleine und frage mich verwundert, wie man auf die Idee kommen kann, in ein Krankenhaus zu gehen und sich dort mit wild-fremden Leuten anzufreunden. Da ist aus meiner Sicht einfach nur unsinnig, überflüssig und Zeitverschwendung.
Gleichzeitig merke ich aber auch, dass meine Einsamkeit mir sehr zusetzt und mir das Zwischenmenschliche irgendwo ein Stück weit fehlt, zumal ich auch zu Hause absolut isoliert bin.
Bin ich "einfach nur" ein Misanthrop geworden?
Werde ich zu einem von diesen verbitterten alten Leuten, die dann täglich auf dem Balkon stehen und die Nachbarskinder anbrüllen, dass sie gefälligst leiser sein sollen?
Ich wandle mich immer mehr zu jemandem, der ich nie werden wollte.
 
Ich wandle mich immer mehr zu jemandem, der ich nie werden wollte.
Moin,
wie war es denn in deiner Kindheit und Jugend? Es klingt so, als wäre diese Entwicklung (dass deine Toleranzfähigkeit ggü. den "lieben" Mitmenschen so abnimmt) eher schleichend gekommen?

Kamst du früher besser mit Menschen zurecht?

Ich denke, diese Frage ist essentiell um zu verstehen was los ist.
Wenn es ein schleichender Prozess war, könnte eine psych. Erkrankung die Ursache sein. ("People are strange- when you're a stranger"- kennst du die Liedzeile?)
Wenn es jedoch schon immer so oder ähnlich war, würde ich in Richtung Neurodivergenz schauen (Autismus/Hochsensibilität etc.).

Ich kenne solche Phasen auch- dass ich wirklich fast nichts mehr von anderen ertrage und Wut entwickle- aber ich kenne die Ursachen und was ich dann tun kann- daher ist das im Alltag keine große Störung mehr.

Dass es belastend ist, und zu Einsamkeit führt, verstehe ich daher aber sehr gut. Wenn Mitpatienten aufgrund deiner Art sogar den Raum verlassen, scheint da jedenfalls in dir sehr viel los zu sein...

LG Sp
 
Moin und Hallo!

Seit mindestens 30 Jahren (bin 44) habe ich Probleme im Zwischenmenschlichen,
War es bis vor vielleicht drei jahren noch so, dass ich den Kontakt zu Menschen eher meidete, wenn es für mich um persönliche/private Dinge ging (habe Sozialphobie), wandelte sich diese Angst mit der Zeit mehr zu einer Ablehnung.
Daher ist es nun eher so, dass ich den Kontakt zu anderen eher vermeide, weil ich mit ihnen nichts zu tun haben will.
Dazu stören mich bereits kleinste Eigenarten oder Dinge an anderen (z.B. wie jemand redet oder welche Schuhe er/sie trägt). Das geht dann immer öfter so weit, dass ich geradezu einen Hass auf die Leute entwickle und es mir auch immer schwerer fällt diesen dann für mich zu behalten.
Immer öfter interpretiere ich solche Kleinigkeiten als persönlichen Angriff auf mich oder als Rücksichtslosigkeit gegenüber der Gesellschaft und/oder mir.
Wo andere vielleicht solche Gedanken über jemanden haben, der in der Bahn lautstark telefoniert, sich an der Kasse vordrängelt oder in Gegenwart von Kindern stumpf bei Rot die Straße überquert, genügt es bei mir dann schon, wenn sich zwei Personen miteinander über Themen unterhalten, die mich nicht interessieren, ich sie aber mitanhöre(n muss) oder wenn eine Gruppe von Leuten feiert und Party macht.
Ich bin einfach so extrem schnell von meinen Mitmenschen genervt.
Sogar jetzt, ich bin derzeit in stationärer Psychotherapie, und ich komme mit meinen Mitpatienten nicht zurecht,
Ich wurde aus den Gruppentherapien 'rausgenommen, weil ich schon bei der ersten Sitzung meinen Frust und Zorn nicht kontrollieren konnte und alle anderen Patienten den Raum verließen.
Die Anderen sitzen abends zusammen, freunden sich untereinder wohl auch an, ich hingegen bleibe alleine und frage mich verwundert, wie man auf die Idee kommen kann, in ein Krankenhaus zu gehen und sich dort mit wild-fremden Leuten anzufreunden. Da ist aus meiner Sicht einfach nur unsinnig, überflüssig und Zeitverschwendung.
Gleichzeitig merke ich aber auch, dass meine Einsamkeit mir sehr zusetzt und mir das Zwischenmenschliche irgendwo ein Stück weit fehlt, zumal ich auch zu Hause absolut isoliert bin.
Bin ich "einfach nur" ein Misanthrop geworden?
Werde ich zu einem von diesen verbitterten alten Leuten, die dann täglich auf dem Balkon stehen und die Nachbarskinder anbrüllen, dass sie gefälligst leiser sein sollen?
Ich wandle mich immer mehr zu jemandem, der ich nie werden wollte.

Mir ist beim Lesen dieses Beitrags, als würdest du in vielen Punkten meinen Alltag seit dem Tod meines Hundes beschreiben.....
(Bis auf den Aspekt mit den Kindern - solange mein Hund noch lebte, waren sie mein einziger Kontakt (über den Hund) . Aber ein sehr bereichernder, den ich nun sehr vermisse....)
 
Der Wütende, der Frustrierte hat solche Sicht, der Zufriedene wieder eine andere, eins ist gleich gültig wie das andere, nur eben anders.
Mach dir klar, dass du als Frustrierter keine andere Sicht und Denkweise haben kannst. Aus dieser Position nimmt man alles wahr, was ein Frustrierter wahr nimmt.
Du latscht praktisch seit einiger Zeit in diesen Mokassins und siehst, hörst, bemerkst alles von diesem Winkel heraus.
Wie ist es, wenn man als Wüterich durch die Welt geht.. da wird man ausgegrenzt, man wird gemieden, man wird scheel angeschaut und steckt irgendwie fest.

Das würde sich ändern, wenn du in ein anderes Paar Schuhe steigst- das geht, indem man nicht wie gewohnt reagiert, sondern mal anders. Der Frustrierte kann dich mal, dem wird nicht mehr nachgegeben, dem wird nicht mehr Folge geleistet, der wird jetzt mal ignoriert.

Beim nächsten mal zeig ein ruhiges Gesicht, statt in Bissigkeit zu verfallen, unterdrück diesen Impuls. Das nächste mal grüße ganz normal, so wie früher. Das nächste mal kipp halt nicht mehr in dieses Rollenmuster. Experimentiere und sei mal ganz anders.
 
Ich bin einfach so extrem schnell von meinen Mitmenschen genervt.
Sogar jetzt, ich bin derzeit in stationärer Psychotherapie, und ich komme mit meinen Mitpatienten nicht zurecht,

Ich wandle mich immer mehr zu jemandem, der ich nie werden wollte.

Ob mit oder ohne Therapie, ganz hart gesagt sind das tägliche, stündliche, minütliche Entscheidungen, die DU triffst.

Das passiert nicht einfach so, DU tust es.
Wäre der Leidensdruck groß genug, würdest du dich anstrengen und andere Entscheidungen treffen 🔜 den anderen Wolf füttern, mit besserem Futter.

Da ist aus meiner Sicht einfach nur unsinnig, überflüssig und Zeitverschwendung.

Wäre das wirklich immer so, gäbe es diesen Thread nicht und du würdest nicht unter Einsamkeit leiden.

Gleichzeitig merke ich aber auch, dass meine Einsamkeit mir sehr zusetzt und mir das Zwischenmenschliche irgendwo ein Stück weit fehlt

Wenn dir etwas fehlt, du das anders haben willst, musst du etwas TUN.
Dich anstrengen. Etwas investieren.

Willst du wirklich eine Veränderung?
Willst du es genug?

Werde ich zu einem von diesen verbitterten alten Leuten,

Bist du das nicht schon?
Ich empfinde deine Beschreibung so.
 

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