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Warum sind Menschen so nachtragend, wenn es Streit gab?

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Oh, soziale Kontakte bedeuten mir durchaus viel. Aber ich verschwende meine Zeit nicht gerne.
Und Freundinnen, die mich "auf den rechten Pfad der Tugend" führen wollen, indem sie mir "Problemgespräche" ans Bein binden, brauche ich nicht.
Man mischt sich nicht in das Liebesleben anderer Menschen. Außer, das Gegenüber fragt ausdrücklich, was man davon hält. Ungefragt rumtröten, dass man "so was ganz schlimm findet" ist in meinen Augen nicht freundschaftlich.
 
So ist das nicht immer. Z. B. hatte ich viele Jahre eine gute Freundin, mit der ich mich nie gestritten im Sinne von ordentlich gefetzt habe. In den letzten Jahren unserer Freundschaft gab es eine Sache, die mich zunehmend an ihr störte, aber weswegen ich jetzt keinesfalls die Freundschaft beendet hätte. Meine damalige Freundin war getrennt lebend und Mutter von 2 kleinen Kindern. Im Laufe der Jahre hat es sich ergeben, dass sie immer mehr Dates mit unterschiedlichen Männern hatte, mit denen auch was gelaufen ist.

Sie hatte ständig parallele Männerkontakte, mit denen sie in der Kiste war. Nun, wer Single ist, kann tun und lassen, was er will. Diese Frau hatte aber 2 kleine Kinder, die bei ihr lebten. Und sie hat die fremden Männer mit nach Hause gebracht und nicht vor ihren Kids versteckt. Ich finde das nicht gut, wenn kleine Kinder mitbekommen, wie ständig andere Männer bei der Mutter ein- und ausgehen. Mich hätte so etwas in meiner Kindheit sehr verwirrt, wenn meine eigene Mutter so drauf gewesen wäre. Und genau das habe ich ihr eines Tages am Telefon gesagt.

Sie hat sich nichts anmerken lassen, mit mir ganz normal geredet und das Gespräch freundlich beendet. Nach diesem Telefonat habe ich nie wieder etwas von ihr gehört. Sie hat sie nicht mehr gemeldet und auf meine Kontaktversuche nicht mehr reagiert. Dass sie Beziehungen und Freundschaften durch Ghosting beendet, kam bei ihr öfters vor. Aber wir waren sehr lange befreundet, hatte keine Krise und dann wurde ich wegen einer Aussage von jetzt auf nachher entsorgt. Umgekehrt hatte sie mich schon öfters kritisiert, aber für mich war das nie ein Thema, diese Freundschaft zu beenden.

So unschuldig bist du dabei nicht. Eine Freundin, die ungefragt ein vorschreibt wie man zu leben hat, ist nervig.
 
Ganz einfach: Wenn du mit der Art einer Person nicht klar kommst, oder du das Gefühl hast das die Reaktion von ihr unangebracht ist und total überzogen, dann meide diese Person. Du musst natürlich auch deine grenzen setzen.

Wenn ich jemanden nicht verlieren möchte und er mir Hoffnungen auf einen Neuanfang macht, ziehe ich mich natürlich nicht zurück. Das wäre ein Widerspruch. Aber in Zukunft werde ich mir selbst eine Deadline setzen, falls ich eines Tages wieder in so eine Lage komme, was ich nicht hoffe.


Siehst du denn auch deine Fehler in zwischenmenschlichen Konflikten? Und wie gehst du mit deiner eigenen Schuld um?

Ja, das tue ich. Mit meinem Freund hatte ich einige interessante Gespräche zu diesem Thema. Meistens ist es bei mir in die Brüche gegangen, nachdem ich andere Menschen kritisiert hatte. Ich selbst wurde schon öfters von anderen kritisiert, konnte aber damit umgehen. Es gibt aber auch Menschen, die damit nicht klar kommen.

Ich bin vorsichtiger geworden und sage nicht mehr immer frei heraus, was ich denke. Ein taktloser Mensch, der Sprüche im Stil von "Sag mal, hast du zugenommen?" oder "Mensch, diese Frisur steht dir mal gar nicht gut!" von sich gegeben hat, war ich noch nie. Aber wenn mir das Verhalten eines anderen Menschen nicht passte, habe ich das der betreffenden Person immer gesagt (im normalen höflichen Tonfall natürlich). Doch das war für einige schon zu viel des Guten.

Mein Freund meinte, dass die meisten Menschen sich nichts von Personen sagen lassen, mit denen sie noch nicht soooo lange befreundet sind und man sich da lieber zurückhalten sollte. Und in langjährigen Freundschaften käme es drauf an, wer es ist... man müsste sich genau überlegen, ob derjenige damit umgehen kann oder nicht.


Das ist für mich schlechtes Behandeln. Die Frage ist, wenn es für dich kein schlechtes Behandeln war, solltest du auch damit klar kommen das sie das selbe mit dir getan hat.

Die Art und Weise, wie sie die Kontakte beendet hat, war natürlich unschön. Aber solange wir noch befreundet waren, hat sie sich mir gegenüber immer korrekt verhalten. Wenn das nicht der Fall gewesen wäre, hätte ich nicht so lange mit ihr befreundet sein können.
 
Man mischt sich nicht in das Liebesleben anderer Menschen. Außer, das Gegenüber fragt ausdrücklich, was man davon hält. Ungefragt rumtröten, dass man "so was ganz schlimm findet" ist in meinen Augen nicht freundschaftlich.

Es liegt mir fern, erwachsenen Menschen zu sagen, was sie zu tun und zu lassen haben. Ich mache niemandem Vorschriften. Ich habe ihr nur gesagt, wie ihr damaliger Lebensstil auf mich wirkte und dass ich mir Sorgen um die Kinder machte.
 
So unschuldig bist du dabei nicht. Eine Freundin, die ungefragt ein vorschreibt wie man zu leben hat, ist nervig.

Ich habe weder dieser Frau, noch anderen Menschen jemals Vorschriften gemacht. Warum sollte ich? Was hätte ich davon?

Vielleicht hat sie das so interpretiert. Aber ich habe das keineswegs beabsichtigt.
 
Nein, war es nicht. Meine ehemalige Freundin hat viele Freundschaften und auch Partnerschaften mit Männern sehr schnell beendet, auch wenn es vorher keine Krise gab. Bei ihr konnte ein falscher Satz ausreichend sein, und es war vorbei. Nur hätte ich halt nicht gedacht, dass sie auch mich von heute auf morgen entsorgt, weil wir uns sehr lange kannten und viel zusammen erlebt hatten.
Ja, das kann passieren. Das ist blöd und traurig.
 
Weisst du AppleSR, manchmal sind es einfach die Umstände, die eine Freundschaft entzweien. Man schaut den Menschen nur vor den Kopf, was aber in ihnen selbst vor geht, das bleibt dem anderem oft verborgen. Man glaubt das richtige zutun, das beste für die Freundschaft, doch das muss nicht das beste für den anderen sein und so trennen sich Wege, obwohl es im Grunde gut gepasst hat.
Wir Menschen machen Fehler, ständig und besonders auch im Umgang im miteinander. Da kann sich niemand von frei sprechen. Du kannst deine Fehler einsehen und dich dafür ehrlich entschuldigen. Wenn aber dein Gegenüber diese aufrichtige Entschuldigung nicht als solche erkennt, die Gründe für sein Fehlverhalten nicht sehen oder wenigstens verstehen kann oder will, dann bleibt dir nur die Akzeptanz. So traurig das auch ist. Denn es macht dich nur selbst kaputt, gegen Mauern zu kämpfen und sich zu unterwerfen, wenn der andere seine Türe geschlossen hat. Dann ist es an ihr oder ihm, diese entweder wieder zu öffnen oder für immer zu verschließen.

Ich habe selbst gerade meinen besten Freund verloren und auch er hat diese Freundschaft, die zuvor wirklich schön war, innerlich und äußerlich radikal aufgekündigt. Im Nachhinein kann man dann versuchen, seine Fehler zu erkennen, aber das Verzeihen liegt dann nicht mehr in deiner Hand. Und vielleicht definierten mein bester Freund Freundschaft eben auch einfach anders. Für mich gibt es sehr, sehr selten ein Ganz oder garnicht, wenn ich mal eine Freundschaft eingegangen bin. Und vielleicht macht dies den Unterschied.

Ich erlebte selbst oft in meinem Freundeskreis wie schnelllebig Freundschaften eingegangen und auch wieder aufgekündigt wurden. Ein echtes durch Dick und Dünn gibt es nur noch selten, denn es entbehrt manchmal nicht nur Schönes und angenehmes, sondern auch Enttäuschung und tiefe Täler. Nicht jeder ist bereit zu einer solchen Beziehung. Vielleicht ist es auch ein bisschen unser Zeitgeist, wer weiß das schon.
Ich selbst habe auch gedacht, wie du: ich habe nicht absichtlich verletzt, musste zwischen sehr schwierigen Gegebenheiten entscheiden. Aber wenn man selbst und auch dein Gegenüber nur bei seinen eigenen Gründen und seiner eigenen Verletztheit ist, dann findet man kaum noch einen gemeinsamen Weg, wenn keiner bereit ist zu verstehen und den Freund mit seinen Fehlern anzuerkennen.

Ich verstehe sehr gut, warum du dir diese oben genannte Frage stellst, denn auch ich lebe Freundschaft auf eine ähnliche Weise. Für mich dürfen Freunde Fehler machen, sofern sie bereit sind diese zu erkennen und mir zu zeigen, dass sie es gut und ernst mit mir meinen. Andere leben Freundschaften anders, egoistischer vielleicht, sie lassen Freunde schneller fallen, wenn es schwierig wird und versuchen die Gründe für einen Streit oder Konflikt nicht zu verstehen. Ihnen ist diese Freundschaft dann ein "Schwierig" nicht wert.

Ich musste auch sehr schmerzhaft lernen, dass jeder Freundschaft anders für sich definiert und mehr oder weniger an ihnen festhält und bereit ist zu verzeihen. Die Freundschaft zu meinem besten Freund entzweite sich, weil wir genau hierin sehr unterschiedlich waren. Für den einen bedeutet "durch dick und dünn" auch genau dieses - und für den anderen bedeutet es ein leises Streben der Freundschaft auf Raten.
Manchmal möchte man die Köpfe der anderen hineinsehen, um manches Verhalten zu verstehen. Manchmal wäre dies sicherlich auch sehr hilfreich, um nicht nur sich selbst zu sehen, sondern auch den anderen. Ich bin mir sicher, dies könnte viele Freundschaften leichter machen und retten. Aber leider geht das nicht und so bleibt am Ende nur die Akzeptanz, dass der andere nicht mehr das bereit ist zu investieren, als du selbst.

Versuche nicht das Böse in einem solchen Rückzug zu sehen, sondern glaube daran, dass es dem anderen besser damit geht - auch wenn das sehr, sehr weh tut.

Wenn wir Menschen eine Verbindung eingehen, dann besteht diese im Herzen für immer fort - nur das wie unterscheidet sich. Und manchmal ist es schwer, weil man einander schwer verletzt hat und/oder anderes erwartet hat.

Ein Sprichwort sagt: "Jeder nimmt die Farbe seiner Umwelt an."

Und vielleicht kennen wir die des anderen einfach oft zu wenig, um eine innige Freundschaft wirklich aufrecht erhalten zu können. Man schaut den Menschen eben nur vor den Kopf und viel zu selten in deren Herzen.
 
Oft erkennt man erst am Ende wie wichtig einem eine Freundschaft war oder ist. Für den einen mehr, für den anderen weniger. Auf Worte darf man sich da nicht verlassen..

Hier im Forum und auch in der Welt wirst du auf ganz unterschiedliche Sichtweisen stoßen. Für die einen magst du zu streng, zu egoistisch, zu gemein sein. Für die anderen gehst du Freundschaften zu intensiv sein. Aber am Ende entscheidest du selbst, was für dich eine Freundschaft ausmacht und wieviel du bereit bist in eine solche zu investieren. Wenn du jemand bist, der um gute Freunde kämpft, der nachsehen kann und verzeihen, dann ist das dein Weg und hat auch etwas Gutes - auch wenn du damit riskierst sehr verletzt und enttäuscht zu werden.

Und wenn dies nicht der Weg der anderen ist, dann kannst du das nur akzeptieren.
 
Man schaut den Menschen nur vor den Kopf, was aber in ihnen selbst vor geht, das bleibt dem anderem oft verborgen.

Wir Menschen gehen im Umgang mit anderen oftmals davon aus, dass unsere Mitmenschen in gewissen Situationen dasselbe empfinden wie wir. Das ist natürlich nicht immer der Fall. Weil ich schon immer offen angesprochen habe, wenn mir etwas gegen den Strich ging, habe ich angenommen, dass meine Freunde dass auch so machen würden. Und dann musste ich mir in zwei Fällen anhören, dass ich kalt, herzlos und empathiebefreit wäre, weil ich nicht immer von selber merke, wenn meine Mitmenschen etwas partout nicht wollen.

Manchmal verstehe ich die Signale sehr wohl, aber manchmal sind die Signale von der anderen Seite nicht deutlich genug.


Du kannst deine Fehler einsehen und dich dafür ehrlich entschuldigen. Wenn aber dein Gegenüber diese aufrichtige Entschuldigung nicht als solche erkennt, die Gründe für sein Fehlverhalten nicht sehen oder wenigstens verstehen kann oder will, dann bleibt dir nur die Akzeptanz.

Ja, das ist leider so. Wenn sich die andere Person weigert, meine Entschuldigung anzunehmen, habe ich keine Chance auf eine positive Veränderung.


Ein echtes durch Dick und Dünn gibt es nur noch selten, denn es entbehrt manchmal nicht nur Schönes und angenehmes, sondern auch Enttäuschung und tiefe Täler. Nicht jeder ist bereit zu einer solchen Beziehung. Vielleicht ist es auch ein bisschen unser Zeitgeist, wer weiß das schon.

Diesen Eindruck habe ich auch. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich im Umgang mit (vielen) Menschen immer funktionieren muss, damit sie sich nicht von mir abwenden. Alles muss immer pflegeleicht sein, ich muss immer fröhlich und gut drauf sein. Ein alter Freund von mir hatte mal eine Krise, als er von seiner Ex-Freundin verlassen wurde. Ich war für ihn da, habe ihm zugehört und ihn getröstet. Doch als ich mal in eine Krise geriet, brach er den Kontakt zu mir wortlos ab. Er ließ mir über andere Menschen ausrichten, dass ich ihm mit meiner schlechten Laune zu anstrengend geworden war. Als es mir wieder besser ging, kam er wieder angekrochen. Aber ich will keine Freundschaft mehr mit ihm, weil ich jetzt weiß, dass er mir das nicht geben kann/will.


Ich verstehe sehr gut, warum du dir diese oben genannte Frage stellst, denn auch ich lebe Freundschaft auf eine ähnliche Weise. Für mich dürfen Freunde Fehler machen, sofern sie bereit sind diese zu erkennen und mir zu zeigen, dass sie es gut und ernst mit mir meinen. Andere leben Freundschaften anders, egoistischer vielleicht, sie lassen Freunde schneller fallen, wenn es schwierig wird und versuchen die Gründe für einen Streit oder Konflikt nicht zu verstehen. Ihnen ist diese Freundschaft dann ein "Schwierig" nicht wert.

Ich musste im Laufe meines Lebens feststellen, dass es Menschen gibt, die mit Konflikten überhaupt nicht umgehen können. Ich habe Menschen kennengelernt, die sich bei kleineren Meinungsverschiedenheiten aufgeführt haben, als ob gleich die Welt untergeht. Es gab Zeiten, in denen ich mich stark zu harmoniesüchtigen Menschen hingezogen fühlte. Ich streite nämlich gar nicht gerne und habe mir ein Umfeld gewünscht, in dem es harmonisch zugeht. Aber mir war nicht bewusst, was man in so einem Umfeld in Kauf nehmen muss... immer schön die Klappe halten, auch wenn sich die anderen total respektlos benehmen.
 
Als es mir wieder besser ging, kam er wieder angekrochen. Aber ich will keine Freundschaft mehr mit ihm, weil ich jetzt weiß, dass er mir das nicht geben kann/will
Liebe Apples,
wenn dir diese Freundschaft/dieser Mensch so wichtig war, warum könntest du ihm selbst nicht seine "Fehler" nachsehen, sondern sprichst von "angekrochen" etc.?
Es ist genau das, was ich meine, wenn ich sage, dass man selbst so sehr in seiner eigenen Verletztheit verhaftet. Ich kann absolut verstehen, dass man sich nach einer Enttäuschung von einander emotional entfernt, aber wenn mir ein Mensch innerhalb einer Freundschaft etwas bedeutet hat, dann ist er mir auch danach nicht egal. Leider wird dies oft durch die eigene Verletztheit überschattet und man verbaut sich möglicherweise dann selbst den Weg zu einer langfristigen, ernsthaften und tiefen Freundschaft. Langfristige Beziehungen zu Menschen formen sich nicht nur durch die guten Zeiten.

Du scheinst mir selbst sehr verletzt zu sein, wenn ich Deine Zeilen richtig interpretiere. Da fällt es leider oft schwer das Gute am anderen zu sehen. Ich habe das alles gerade selbst erlebt und weiß, wie hilflos es macht. Aber versuche deine Handlungen nicht durch negative Erfahrungen oder Verletzungen vergiften zu lassen. Es führt nur zu mehr Verletzungen. Glaube mir, ich habe es gerade selbst erleben müssen. Das ist gar nicht schön und tut am Ende nur umso mehr weh wenn vom anderen ordentlich nachgetreten wurde. Besser man akzeptiert es vorher, dass der andere es anders sieht.
 

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