Weisst du AppleSR, manchmal sind es einfach die Umstände, die eine Freundschaft entzweien. Man schaut den Menschen nur vor den Kopf, was aber in ihnen selbst vor geht, das bleibt dem anderem oft verborgen. Man glaubt das richtige zutun, das beste für die Freundschaft, doch das muss nicht das beste für den anderen sein und so trennen sich Wege, obwohl es im Grunde gut gepasst hat.
Wir Menschen machen Fehler, ständig und besonders auch im Umgang im miteinander. Da kann sich niemand von frei sprechen. Du kannst deine Fehler einsehen und dich dafür ehrlich entschuldigen. Wenn aber dein Gegenüber diese aufrichtige Entschuldigung nicht als solche erkennt, die Gründe für sein Fehlverhalten nicht sehen oder wenigstens verstehen kann oder will, dann bleibt dir nur die Akzeptanz. So traurig das auch ist. Denn es macht dich nur selbst kaputt, gegen Mauern zu kämpfen und sich zu unterwerfen, wenn der andere seine Türe geschlossen hat. Dann ist es an ihr oder ihm, diese entweder wieder zu öffnen oder für immer zu verschließen.
Ich habe selbst gerade meinen besten Freund verloren und auch er hat diese Freundschaft, die zuvor wirklich schön war, innerlich und äußerlich radikal aufgekündigt. Im Nachhinein kann man dann versuchen, seine Fehler zu erkennen, aber das Verzeihen liegt dann nicht mehr in deiner Hand. Und vielleicht definierten mein bester Freund Freundschaft eben auch einfach anders. Für mich gibt es sehr, sehr selten ein Ganz oder garnicht, wenn ich mal eine Freundschaft eingegangen bin. Und vielleicht macht dies den Unterschied.
Ich erlebte selbst oft in meinem Freundeskreis wie schnelllebig Freundschaften eingegangen und auch wieder aufgekündigt wurden. Ein echtes durch Dick und Dünn gibt es nur noch selten, denn es entbehrt manchmal nicht nur Schönes und angenehmes, sondern auch Enttäuschung und tiefe Täler. Nicht jeder ist bereit zu einer solchen Beziehung. Vielleicht ist es auch ein bisschen unser Zeitgeist, wer weiß das schon.
Ich selbst habe auch gedacht, wie du: ich habe nicht absichtlich verletzt, musste zwischen sehr schwierigen Gegebenheiten entscheiden. Aber wenn man selbst und auch dein Gegenüber nur bei seinen eigenen Gründen und seiner eigenen Verletztheit ist, dann findet man kaum noch einen gemeinsamen Weg, wenn keiner bereit ist zu verstehen und den Freund mit seinen Fehlern anzuerkennen.
Ich verstehe sehr gut, warum du dir diese oben genannte Frage stellst, denn auch ich lebe Freundschaft auf eine ähnliche Weise. Für mich dürfen Freunde Fehler machen, sofern sie bereit sind diese zu erkennen und mir zu zeigen, dass sie es gut und ernst mit mir meinen. Andere leben Freundschaften anders, egoistischer vielleicht, sie lassen Freunde schneller fallen, wenn es schwierig wird und versuchen die Gründe für einen Streit oder Konflikt nicht zu verstehen. Ihnen ist diese Freundschaft dann ein "Schwierig" nicht wert.
Ich musste auch sehr schmerzhaft lernen, dass jeder Freundschaft anders für sich definiert und mehr oder weniger an ihnen festhält und bereit ist zu verzeihen. Die Freundschaft zu meinem besten Freund entzweite sich, weil wir genau hierin sehr unterschiedlich waren. Für den einen bedeutet "durch dick und dünn" auch genau dieses - und für den anderen bedeutet es ein leises Streben der Freundschaft auf Raten.
Manchmal möchte man die Köpfe der anderen hineinsehen, um manches Verhalten zu verstehen. Manchmal wäre dies sicherlich auch sehr hilfreich, um nicht nur sich selbst zu sehen, sondern auch den anderen. Ich bin mir sicher, dies könnte viele Freundschaften leichter machen und retten. Aber leider geht das nicht und so bleibt am Ende nur die Akzeptanz, dass der andere nicht mehr das bereit ist zu investieren, als du selbst.
Versuche nicht das Böse in einem solchen Rückzug zu sehen, sondern glaube daran, dass es dem anderen besser damit geht - auch wenn das sehr, sehr weh tut.
Wenn wir Menschen eine Verbindung eingehen, dann besteht diese im Herzen für immer fort - nur das wie unterscheidet sich. Und manchmal ist es schwer, weil man einander schwer verletzt hat und/oder anderes erwartet hat.
Ein Sprichwort sagt: "Jeder nimmt die Farbe seiner Umwelt an."
Und vielleicht kennen wir die des anderen einfach oft zu wenig, um eine innige Freundschaft wirklich aufrecht erhalten zu können. Man schaut den Menschen eben nur vor den Kopf und viel zu selten in deren Herzen.