ich denke das in erster Linie das Elternhaus bestimmend ist was aus Kindern wird...Kindergärten und Schulen sind eher zweitrangig, haben zwar auch einen gewissen Einfluss aber die allerersten Lebensjahre sind die wichtigsten und die verbringen die Kids zu Hause bei ihren Eltern, die es drauf haben oder eben nicht.
Solche Meinungen, dass nur Eltern zum Thema Ahnung haben finde ich unangemessen. Es gibt sehr viele Menschen, die keine eigenen Kinder haben aber viel mehr Ahnung von Kindern haben als so manche Eltern und wenn man mit solchen Schoten anfängt, dass nur Eltern Ahnung hätten müsste man auch anfangen alle Lehrer, alle Erzieher etc., die keine eigenen Kinder haben aus dem Dienst zu entlassen etc...
Kinder und Eltern sind auch nur Menschen und an sich hat jeder Mensch Menschenkenntnis oder keine Kenntnisse bzw. nur mangelhafte Kenntnisse.
Heutzutage muss man nicht alles diskutieren.....viele Eltern scheinen kaum ne Ahnung von verschiedenen ERziehungssystemen zu haben...kennen oft entweder nur autoritär oder antiautortär, dabei gibt es auch andere Formen wie autoritativ...erklärend, aber manchmal bestimmend....Klar sollte man ggü den Kids Achtung zeigen und erklären warum man etwas erlaubt oder verbietet, aber manchmal reicht es wie Grisu zu sagen: mach es einfach, denn auch die Kinder sollten ggü den Eltern Achtung zeigen. Meine Schwester sagt auch manchmal auf die Frage meiner 6-jährigen Nichte warum sie dies oder das nicht darf einfach: weil ich die Mutter bin und das so sage und das gut für dich ist..peng fertig.
Zu autoritär sollte es nicht zugehen, denn das gibt dem Selbstwertgefühl nen Knax und generiert abhängige Befehlsempfänger, was auch nicht so dolle ist. Kinder sollten sich manchmal auch durchsetzen dürfen und ne gute Taktik den eigenen Willen auf gute Art und Weise durchzusetzen honoriert und gefördert werden...das muss nicht dann sein, wenn es um häusliche Mitarbeit/Pflichten wie Müll raustragen geht, aber bei anderen Gelegenheiten halt.
Es ist Quatsch, dass Gewalt in der Erziehung nötig ist oder auch was Gutes bringt. Klaps und Ohrfeige sind Demütigungen und verletzen eine Kinderseele...und sind auch total überflüssig, weil man anders Erziehungsmacht ausüben kann. Wenn einem mal die Hand ausrutscht und das ne Ausnahme bleibt und nicht zur Regel wird muss man sich wegen eines Klapses oder einer Ohrfeige nicht groß schlimm vorkommen..aber es wird grenzwertig wenn man die Ansicht vertritt: ein bisschen Gewalt und Demütigung hat noch keinem geschadet...hat es doch! Und zwar sehr sehr vielen Kindern und ich halte regelmäßige Klapserei als Einstiegsdings in eine Art Züchtigungspraxis, die letztlich mehr Nach- als Vorteile bringt.
Apropos Ohrfeige...ganz kleine Kinder kann ne Ohrfeige durchaus umbringen...
Was Gewalt bei jugendlichen Straftätern bringt zeigt sich ja: sie haben i.d.R zu Hause Gewalt erlebt und üben ebenfalls Gewalt aus...wären die Kids ordentlich und gewaltfrei erzogen worden und ihnen Achtung vor ihren Mitmenschen beigebracht worden..auch indem man ihnen genügend Achtung entgegengebracht hätte, wäre vieles zu verhindern gewesen.
Gerade Jungs ggü ist man viel zu lasch im Training von Sozialkompetenzen..von Mädels wird anständiges Benehmen und unaggressives Auftreten, Folgen von Anfang an gefordert, aber Jungs lässt man viel zu viele Freiheiten und Lieblosigkeit oder Desinteresse ggü den Geschwistern oder auch Aggression wird als normal und oft begrüßenswert empfunden, das Jungs ja lernen müssen sich durchzusetzen..und bei vielen Jungs die früh kriminell werden ist es so gelaufen, dass der Papa zu Hause das Sagen hatte und sein Alphamännchenstatus durch Gewalt behauptet, autoritäres Erziehungsmodell, die Jungs gelangweilt in Machocliquen rumhängen und zu viel Mist im Kopp haben und viel zu viel Zeit den dann auch noch umzusetzen, keine vernünftige Grundethik und WERTE vermittelt bekommen haben..weder zu Hause noch in der Schule (wo ist Ethik Pflichtfach??) noch sonstwo.
Allgemein ist gegen ein wenig Strenge ab und an an sich nix einzuwenden, ich persönlich bin auch recht streng ggü meinen Kids, die ich betreut habe...und die Kids standen drauf...ich denke weil es dabei gerecht zuging und natürlich vollkommen gewaltfrei...mal abgesehen von so üblichen Erpressungsgeschichten: entweder du machst dies und das oder halt dies und das Verbot..wobei man sich als Kinderfrau noch mal nen Tacken mehr einfallen lassen muss...man kann ja nicht viel verbieten sondern muss oft so tun als ob......aber das wirkt oft schon....es reicht an sich ruhig und überzeugend zu bleiben und klare Struktur reinzubringen, Regeln kindgerecht zu vermitteln. Zum Punkt Ruhe hapert es oft bei den Eltern...der emotional größere Abstand von Kinderbetreuern hat da echt Vorteile....man behält besser die Übersicht und reagiert oft angemessener...was Eltern jedoch durchaus auch lernen können. Ich habe mal den Teenager einer Erzieherin betreut, die anstatt zu erziehen, Regeln aufzustellen und konsequent einzufordern nur rumgeschrien und auch geschlagen hat und ggü mir und später dem Psychologen meinte: das kann niemand verstehen..es ist was vollkommen anderes wenn es um fremde oder eigene Kinder geht und ich und auch der Psychologe sagten dazu: ja, stimmt, aber auch wieder nicht..denn das Kind gehört einem nicht und sollte auch ein stückweit ein fremdes Kind für einen sein, dem man genausoviel Achtung entgegenbringen sollte wie den Kindern die man im Beruf betreut. Klar steht man dem eigenen Kind ggü näher, aber ein wenig professionelle Distanz sollte jeder wahren können, das macht vieles oft leichter.
Ich stimme Sori zu, dass es auch und oft gerade wenn Eltern arbeitslos zu Hause sind Kinder vernachlässigt werden, es hat viel mit Organisation und der Qualität der Aufmerksamkeit zu tun, die man seinen Kindern gibt. Es gibt Eltern, die den ganzen Tach zu Hause sind, aber mit sich selbst beschäftigt und Eltern, die den ganzen Tag arbeiten, dann aber in ihrer Freizeit sich intensiv ihren Kids widmen....
Tyra
Betr. autoritativ habe ich im Netz ne kleine Kurzerklärung gefunden...in Kombi mit nem medizinischen/psycholog. Aspekt..interessant.
Dicke Kinder durch strenge Erziehung?