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(nicht dringend) OEG wegen gewalttätigen Eltern

DesmiaDieMondbärin

Neues Mitglied
Guten Abend,

ich befinde mich in einer seltsamen Lage: ich kenne keine Anlaufstelle für Erwachsene, deren Eltern sie nicht sexuell, aber in allen anderen Arten missbraucht haben. Ich bin sicher, ich bin nicht die einzige. Deswegen schreibe ich hier: nach 15-20 Jahren nach dem Missbrauch habe ich Leistungen nach der Opferentschädigung beantragt. Ich habe tolle Freundschaften, eine Betreuerin und eine PT, aber auch diagnostizierte ADHS, Autismus und PTBS. Mein Umfeld stützt mich, und meine Behinderungen grad...weniger.

Ich habe mich damals etwa 10 Erwachsenen anvertraut, Jugendamt und Polizei und Schule, die einem Migrantenkind wie mir nicht geglaubt haben. Ich musste vor 2 Wochen weitere 6 Fragen genauestens beantworten, und jede Frage hat mich einen Tag Tränen gekostet.

Ich rechne damit, dass meine Familie den Kontakt abbricht, was ich schon mehrmals versucht habe. Ich will nur, dass mir jemand glaubt, und dass ich diese Tortur in ihre Realutät zurückbringe- denn sie leugnen das. Ich weiß, ich werde das durchstehen, aber ich fühle mich retraumatisiert. Meine Alpträume kommen öfter, und ich bin so in der Schwebe.

Hat jemand Erfahrungen und mag sie mit mir teilen?
Danke.
 
Hat jemand Erfahrungen und mag sie mit mir teilen?

Hab ich nicht, aber ich finde es schlimm, dass dir niemand geglaubt hat.

Ich musste vor 2 Wochen weitere 6 Fragen genauestens beantworten, und jede Frage hat mich einen Tag Tränen gekostet.

Hoffentlich wird dein Leid anerkannt und du bekommst Entschädigung.

Ich rechne damit, dass meine Familie den Kontakt abbricht, was ich schon mehrmals versucht habe.

Momentan habt ihr also noch Kontakt und sie tun so, als ob nie was passiert wäre?

Ich weiß, ich werde das durchstehen

Das wünsch ich dir. Vielleicht woanders neu anfangen?
 
Danke für deine Antwort, es tut gut, dass das jemand liest. <3

Ich hoffe auch, dass die Beweislage dicht genug ist, um die OE anzuerkennen. Aber es ist für mich eher wichtig, dass ich das aus meinem System kriege, weil ich das mit mir herumtrage.
Du hast richtig erkannt, dass wir noch Kontakt haben, es ist eher vereinzelt. Ich habe oft versucht, Kontakt mit meiner Mutter abzubrechen, aber mein Vater lässt sie an sein Handy und so "hijacked" sie unsere Konversationen. Bei meinem jährlichen Besuch bei ihnen kann ich sie schlecht abbestellen...vielleicht vereinbare ich einen Treffpunkt außerhalb. Muss ich drüber nachdenken.
Ich weiß nicht, ob mein Vater verstünde, dass ich mit ihr gar keinen und mit ihm weiterhin wenig Kontakt will (sie war die Haupttäterin), denn er könnte sich wie zwischen den Stühlen fühlen.

Hachja, Menschen sind manchmal echt kompliziert. Aber lieben Dank für deine Worte, sie sind Balsam für meine Seele!
 
Bist du im betreuten Wohnen, was arbeitest du?
Wie alt warst du damals als du dich an Erwachsene gewendet hats, was ist da passiert?
Das waren doch Anlaufstellen, hast doch Diagnosen, was ist denn danach passiert?

Menschen sind nicht kompliziert, da ist eben jeder anders,
Sind nur deine Eltern die Urheber deines Leidens, was war da noch?
Psychische Gewalt ist eine häufige, aber oft unterschätzte Form des Missbrauchs, die insbesondere in familiären Beziehungen vorkommen kann.
Viele Betroffene kämpfen auch im Erwachsenenalter mit den Nachwirkungen ihrer Kindheitserfahrungen.
Professionelle Hilfe in Form von Therapie oder Beratung kann Betroffenen helfen, ihre Erfahrungen zu verarbeiten und gesunde Bewältigungsmechanismen zu entwickeln.
Therapeutische Interventionen können einen wichtigen Beitrag zur Heilung leisten.
Es gibt Beratungsstellen:
Hier steht auch etwas zum Entschädigung Recht:
 
ich befinde mich in einer seltsamen Lage: ich kenne keine Anlaufstelle für Erwachsene, deren Eltern sie nicht sexuell, aber in allen anderen Arten missbraucht haben.

Hast du schon mal bei Frauenberatungsstellen gefragt? Diese Beraten meist auch für andere Gewaltformen. Unter https://www.frauen-gegen-gewalt.de/de/hilfe-beratung.html wäre eine Möglichkeit eine Beratungsstelle in deiner Nähe zu finden.


Soweit die Taten vor 2024 waren, werden diese nach dem OEG anerkannt. Hiernach wirst du anerkannt, wenn du in Deutschland wegen einen vorsätzlichen, rechtswidrigen, tätlicher Angriff eine gesundheitliche Schädigung erlittet hast. Als erstes muss die Tat muss bewiesen werden. Wobei es verschiedene Formen des Beweises gibt. Die mildest ist, wenn es keine Zeugen gibt, das die Taten glaubhaft sind. Soweit deine Eltern bzw. Täter noch leben werden auch diese befragt. Die Rückfragen können Retraumatisierend sein. Wenn die Taten anerkannt werden, hast du einen großen Schritt geschafft. Als Taten werden körperliche Gewalttaten anerkannt. Für die rechtswirigkeit wird, meine ich, die damalige Gesetzlage, zum Tatzeitpunkt herangezogen. Sprich wenn es damals nur als "Züchtigung" zählte, könnte es als erlaubt hingestellt werden. Wobei die Ämter meist erstmal ablehnen und vieles erst über Gerichtsverfahren anerkannt wird.

Soweit die Taten anerkannt werden, muss noch eine gesundheitliche Schädigung daraus entstanden sein, welche Kausal auf die Taten zurückzuführen ist. Hier reicht die Wahrscheinlichkeit. Wenn mehr dafür als dagegen sprich, sollte es anerkannt werden. Dazu zählen u.a. psychische Gesundheitsstörungen. Dabei ist mitlerweile bekannt, dass Taten auch sehr lange zurückliegen können.

Es ist ein langer (meist viele Jahre) beschwerlicher Weg. Wenn die Ämter ablehnen, heißt es nicht, dass dir nicht geglaubt werden, sondern es sind meist eher finanzielle und rechtliche Aspekte, weshalb sie etwas versuchen zu finden, dass die Taten als nicht bewiesen gelten. z.B. könnte die Taten geglaubt werden, allerdings irgendein rechtlicher Punkt reicht nicht aus.

Gut wäre es wenn du dir Hilfe auch bei einer Rechanwalt*in holst. Über den Weißen Ring kannst du einen Erstberatungsschein bekommen. Aus meiner Sicht ist es hilfreich, wenn bereits für die Antragsstellung ein Rechtsanwalt die rechtliche Sicht überprüft und Tpps etc. gibt.

Es ist leider üblich, dass sehr viele belastende und Retraumatisierende Rückfragen u.ä. kommen. Mit dem SGB XIV gibt es auch Fallmanager, welche einen im Verfahren und den Leistungen begleiten sollen. Die Fallmanager sind allerdings vom Amt und da das Gesetz noch recht neu ist, ist schwer zu sagen, wie hilfreich sie sind. Zwar sind die Bundesländer verpflichtet Fallmanager einzusetzten, doch teils weigern sich die Ämter diese mitzuteilen.

Ich hoffe du lässt dich nicht unterkriegen.
 
Bist du im betreuten Wohnen, was arbeitest du?
Wie alt warst du damals als du dich an Erwachsene gewendet hats, was ist da passiert?
Das waren doch Anlaufstellen, hast doch Diagnosen, was ist denn danach passiert?

Menschen sind nicht kompliziert, da ist eben jeder anders,
Sind nur deine Eltern die Urheber deines Leidens, was war da noch?
Psychische Gewalt ist eine häufige, aber oft unterschätzte Form des Missbrauchs, die insbesondere in familiären Beziehungen vorkommen kann.
Viele Betroffene kämpfen auch im Erwachsenenalter mit den Nachwirkungen ihrer Kindheitserfahrungen.
Professionelle Hilfe in Form von Therapie oder Beratung kann Betroffenen helfen, ihre Erfahrungen zu verarbeiten und gesunde Bewältigungsmechanismen zu entwickeln.
Therapeutische Interventionen können einen wichtigen Beitrag zur Heilung leisten.
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Hier steht auch etwas zum Entschädigung Recht:
Dass du es wagst hier auch noch Ratschläge zu geben. Schämst du dich nicht?
 

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