Ich glaube aber, dass ich an Kummer fast sterben werde
Ich sterbe, wenn mich nicht jemand tröstet
Und so geht das weiter, x-mal.
Nein, du stirbst nicht.
Doch du dramatisierst, steigerst dich rein.
Wozu soll das gut sein? Weshalb tust du das, welchen Nutzen erfüllt das?
Was macht das mit dir?
Nein. Niemand hat IMMER nur Pech.
Ist es Pech, dass sich hier Menschen finden, die einen deiner Threads nach dem anderen lesen und versuchen, dir irgendwie Denkanstöße zu geben oder dir virtuell das Händchen halten, Umarmungen schicken whatever?
Ist es Pech, dass ihr euch als Familie habt, miteinander reden und lachen könnt?
Ist es Pech, unbeschwert nach draußen gehen zu können, die Sonne genießen zu können, ohne an irgendwelche Gefahren denken zu müssen?
Und diese Liste ließe sich schier endlos fortsetzen!
Deine Wahrnehmung ist völlig verzerrt.
Mein Neffe, der Sohn einer meiner Schwestern und damit auch meine Schwester. Es ist nicht so ein schlimmes Problem. Es ist einfach zu viel. Ich hab ihn gern.
In meiner großen Familie hat immer irgendwer irgendein Problem und es sind so viele Probleme. Unser Leben ist sehr schlecht, denn wir waren mal sehr wohlhabend und angesehen, vor dem Bürgerkrieg in meinem Heimatland. Das haben wir verloren.
Wir müssen uns abstrampeln seitdem. Ich finde es nicht fair.
Ich finde es es nicht fair, dass wir uns abstrampeln müssen und alle schauen auf uns herab. Ich sterbe, wenn mich nicht jemand tröstet und ich immer nur stark sein muss.
Wo steht, das Leben müsse fair sein?
Wie fair ist es, dass du hier sein kannst, während jemand anderes starb?
Diese Denkweise führt nirgendwohin!
Du findest es unfair, dich abstrampeln zu müssen? Tja, willkommen im Erwachsenenleben von Milliarden von Menschen!
Es findet sich immer jemand, der auf einen herabsieht. Na und? Das ist einfach so, erzählt etwas über diesen Menschen, jedoch nichts über mich! Ich denke mir eben meinen Teil und meide solche geistigen und emotionalen Tiefflieger.
Was bringt dir dein rückwärts gerichtetes denken, der früher vorhandene und jetzt verlorene Wohlstand?
Lebe im Jetzt und gestalte aktiv deine Zukunft!
Das wäre deutlich sinnvoller.
In deinem Fall hieße das vorrangig, arbeite an deinen psychischen Problemen. Hart. Streng dich an.
Therapie ist nicht hingehen, berieseln lassen, reden, heimgehen, warten auf nächste Stunde. Das kann nichts verändern. Therapie ist harte, unbequrme Arbeit, am meisten zwischen den Terminen. Nur so ist schrittweises Vorankommen möglich.
Was sind deine Ziele im Leben, was würdest du gerne erreichen?
Was davon ist realistisch erreichbar?
Wie?
Womit kannst du heute beginnen?
Ich meinte damit, dass ich dadurch, dass mir immer diese Dinge passieren, so schnell aufwachsen musste.
Ich bin eigentlich noch fast ein Kind. Andere Leute in meinem Alter haben keine Sorgen.
Andere in meinem Alter studieren, lassen sich das von ihren Eltern finanzieren, kriegen von den Eltern die Weltreise und das Auto finanziert.
Wie alt bist du?
Meiner Tochter wäre mit 15 nicht eingefallen, sich noch fast als Kind zu empfinden, sie sah sich als junge, fast erwachsene Frau und genau das war sie.
Und sie war dabei, ihr Leben immer mehr in die Hand zu nehmen, sich langsam abzunabeln und selbständig zu werden.
Ich musste viel zu früh Verantwortung für kleine Geschwister übernehmen, mich, eben volljährig, mit vielen rechtlichen Themen befassen, Gesetze studieren, um meine Situation vollständig zu erfassen und nach Wegen zu suchen, sie positiv zu verändern. Musste mich mit Anwälten herumschlagen, einen Prozess anstoßen.
Wie hätte ich das schaffen wollen, hätte ich mich in die hilflose Kindchenrolle fallen lassen?
Ja, ich war erschöpft. Überfordert. Weinte. Schimpfte. Schlief, stand auf, und führte meine Kämpfe weiter. Was sonst?
Kommt man derart ans Limit wie du - und ich kam dahin - gibt es nur einen sinnvollen Weg: sich aktiv Hilfe suchen.
Bist du in therapeutischer Behandlung?
Mit Zielsetzung?
Gibt es Fortschritte?
Oder wäre ein Wechsel angezeigt?
...
Würde ich nicht versuchen zu helfen, würde ich mich noch schlechter fühlen.
Warum?
Und:
In erster Linie hast du die Verantwortung, dich um dich und deine Probleme (und davon gibt es ja reichlich) zu kümmern!
Also lenke dich nicht mit Problemchen und Problemen anderer Menschen davon ab.
Noch schlechter als zehnmal das Wort "sterben" in drei Sätzen. Faszinierend.
Es ist dein Leben. Mach es dir gerne selbst kaputt, weil du in einem völlig verqueren Bild von Verantwortung gefangen bist, kombiniert mit merkwürdigem Neid auf andere und deren gar so leichtes Leben.
Das ist hart formuliert, aber manchmal ist genau das sinnvoller als Zuckerguß und Weichspüler.
Runde um Runde jammern, Runde um Runde Zuspruch einfordern, nur um nichts zu ändern und wieder Runde um Runde zu jammern...das ist Stillstand.
So kommst du nirgendwohin, weder wirst du gesünder noch zufriedener noch reicher.
Man kann sich schon mal fallen lassen und in der Scheixxe baden. Aber dann sollte man aufstehen, duschen, und einen Plan ausarbeiten.
Und dann in die Hände spucken und das angehen.
Was musst du denn konkret tun? Kann das außer dir niemand tun?
In meiner Familie gibt es viele Belastungen und jeder ist überlastet. Jeder tut etwas, aber trotzdem ist jeder überlastet.
Das beantwortet nicht Geißblatts Frage.
Ich werde wohl einige Dinge, die mir viel geben, aufgeben müssen; wegen Geld.
Was an Materiellem ist so wichtig?
Ich denke, du hast viel wichtigere Probleme. Und löst du die nicht, wirst du kaum beruflich vorankommen und das finanzielle Level anheben können.
Ich wollte doch eigentlich nur reden und schon muss ich mich rechtfertigen, weil ich „sterben“ geschrieben habe.
Weil du dramatisierst.
Wenn du reden willst, weshalb schreibst du dann davon, zu sterben?
Du stirbst nicht, und wenn du das weißt, was soll diese Aussage?
Was möchtest du damit erreichen?
Das wollte ich sagen. Genau das. Manchmal kann ich meine Gefühle nicht gut in Worte fassen.
Ich fühle mich völlig kaputt und überfordert und denke dass ich sterbe, wenn ich nicht darüber reden darf.
Wieso denkst du, dass du stirbst?
Denkst du das wirklich, glaubst du das?
Oder weißt du, dass du nicht sterben wirst, auch wenn du dich schrecklich fühlst?
Diese Übertreibungen helfen dir nicht, im Gegenteil. Du könntest versuchen, bei deinen Gedanken einen Realitätscheck durchzuführen und dich und dein Denken so wieder ein wenig in geordnete Bahnen lenken.
Manchmal muss ich reden. Sonst sterbe ich.
Das ist Blödsinn.
Versuche das gesünder zu formulieren.
So schadest du dir.
Ich rede und dann geht es in die nächste Runde. Was ist denn daran so schlimm?
Für mich: nichts.
Für dich: alles.
Du verschwendest dein Leben auf diese Weise, hältst dich gefangen in diesem Jammertal, nimmst dir so selbst jede Chance.
Deine Entscheidung, die du triffst. Mit allen dazugehörigen Konsequenzen.
Du hast ebenso die Wahl, dich anders zu entscheiden.