Früher haben die Leute sich vielleicht auch nicht so Gedanken darüber gemacht, ob es ihnen physisch oder psychisch zu viel wird. Da musste man einfach funktionieren, um das Überleben zu sichern - heute: bei den sozialen Sicherungssystemen fällt man ja immer relativ weich, selbst wenn mal was ist (man kann ja auch eine BUV abschließen etc.).
Dass die Leute, die Kriege mitgemacht haben, nicht darunter leiden, ist ja gar nicht gesagt. Früher hat man bloß über vieles auch nicht so offen geredet wie heute. Bei mir in der Familie bspw. ist es ein Unding, über Gefühle, Probleme usw. zu reden. Viele aus der älteren Generation sing ja auch geschockt, wenn man sagt, man gehe zum Therapeuten. Dann schlagen die sich die Hand vor den Mund und rufen aus: "Oh Gott, bist du etwa verrückt?"
Ich glaube, für meine Oma, meine Eltern usw. wäre das ein absolutes No Go zum Therapeuten zu gehen. Die haben alle behandlungsbedürftige Probleme und kommen nicht mal im Ansatz darauf, zum Thera zu gehen. Genauso ist es auch bei meiner Kusine, manchen Nachbarn von meinen Eltern usw.