Das sagte die Suchtberatein auch, aber ich habe es nicht getan, um ihm möglichst lange den Konsum zu ermöglichen. Wir hatten bis Anfang Juli nicht mehr so oft Kontakt, weil ich immer gegen seinen Konsum war und das auch deutlich gesagt habe, was ihn natürlich genervt hat. Geld hatte ich ihm auch nur sehr selten gegeben und wenn habe ich es immer zeitnah zurück bekommen.
Zu seiner Mutter hatte er schon länger keinen Kontakt mehr, weil sie sich laut seiner Aussage ihm gegenüber nicht wertschätzend verhalten hat, als sie erfahren hat, daß er Heroin konsumiert.
Als er dann Mitte Mai arbeitslos geworden ist, hat seine Oma ihm immer wieder Geld gegeben, auch größere Summen, bis er sich einmal ihre Bankkarte mitgenommen und 2 mal hintereinander 1000,- € abgeholt hat. Da sein Onkel, also ihr Sohn, das Onlinebanking verwaltet, ist es sofort aufgefallen und er hat ihr die Karte sperren lassen. Damit war auch diese Geldquelle versiegt und dann kam er zu mir.
Er meinte, er hätte jetzt eingesehen, daß er dringend sein Leben ändern muss und hat mich gebeten ihm so lange zu helfen bis er in die Entgiftung gehen kann. Er wäre jetzt auch dazu bereit, eine Reha zu machen, was er zuvor immer abgelehnt hat. Ende Juli war es dann endlich soweit, er hat sich abends notfallmässig aufnehmen lassen , ist aber morgens schon wieder raus, weil aufgefallen ist, daß er nicht krankenversichert ist.
Bis ich das dann alles für ihn beantragt und erledigt hatte, waren wieder 2 Wochen vergangen, in denen er dann bei mir wohnen wollte und ich ihm weiter "helfen musste", bis er wieder in die Entgiftung konnte. Und dann haben die ganzen Abbrüche stattgefunden, bis gestern.
Ich hatte ihn vorher schon gebeten, alleine zur Suchberatung und zu den Ämtern zu gehen und er hatte behauptet, daß er alles erledigt hat, was allerdings gelogen war.