Es gibt für alle Töpfchen passende Deckel. Als Homo Ü40 ist es sicher schwieriger, aber doch nicht unmöglich.
Schalte eine Anzeige bei GayRomeo etc. und umgebe dich mit Gleichaltrigen.
Deine Fixierung auf den Jungen ist abstoßend, ehrlich gesagt. Er hat sich von dir in aller Unschuld waschen lassen; ich finde es nicht gut, dass sich die Ebenen da so vermischen.
Du versuchst, den Jungen emotional anzuzapfen, weil du beziehungstechnisch erfolglos bist und emotional/sexuell ausgehungert.
Das hat kein Mensch verdient.
Lass ihn los und nimm Abstand von dem merkwürdigen Zigaretten-Geschenk.
(Wenn ich der Vater des Jungen wäre und mitkriegen würde, wie fixiert du auf ihn bist, würde ich mich bei deinen Vorgesetzten beschweren, ehrlich gesagt. Gib künftig acht, dass dir sowas nicht mehr passiert - es könnte beruflich böse konsequenzen haben.)
Das sind harte Worte, aber ich dachte es wäre deutlich geworden, daß ich keinerlei sexuelles Interesse an ihm habe. Ich habe ihn auch nicht gewaschen, als er noch pflegebedürftig war, sondern lediglich im Bad gestanden und aufgepasst, daß er beim duschen nicht stürzt und nicht jeden Tag dasselbe anzieht. Ich habe noch nichtmal hingesehen dabei. Wie gesagt ging das alles von ihm aus, ich habe ihn nie gesucht (wenn er doch mal nicht an meiner Seite war) um zu fragen, ob er mit uns rauchen geht. Wenn ich frei hatte, hat er wohl ständig nach mir gefragt und konnte es kaum erwarten, daß ich wieder arbeiten muss. Sobald ich da war, ist er nicht mehr von meiner Seite gewichen, hat vor dem Dienstzimmer gewartet, bis ich auf den Flur musste, ist von Zimmer zu Zimmer mitgegangen und mich gedrängt mich zu beeilen, damit ich endlich Zeit für ihn habe. Trotzdem bin ich der Meinung, daß ich mich ihm gegenüber immer neutral verhalten habe, habe ihn sogar öfter weggeschickt, weil es mir zu viel wurde und er mich nervt. Ich bin mit ihm zu anderen Therapeuten gegangen, damit er Beschäftigung hatte, aber er hat Therapieeinheiten teilweise abgelehnt, weil er lieber bei mir sein wollte. Ich habe mich regelrecht verfolgt von ihm gefühlt, war froh, wenn er tagsüber geschlafen hat, damit ich mal durchatmen und in Ruhe arbeiten konnte, aber wenn er dann wach wurde und geweint hat, weil er im ersten Moment nicht wusste, wo er ist, konnte ich einfach nicht so hart sein ihn abzuweisen.
Mittlerweile ist er gesundheitlich wieder völlig "normal" und seine Anhänglichkeit ist deutlich zurückgegangen, aber er freut sich immer noch, wenn ich zur Arbeit komme, erzählt mir von seinem Tag und will mit uns rauchen gehen.
Wäre er zu Anfang nicht auf Hilfe angewiesen gewesen, wäre es natürlich nie so weit gekommen. Aber er hat es ungewollt geschafft, daß ich innerlich meine professionelle Distanz verloren habe und jetzt fühle ich mich fast schon dazu verpflichtet, ihm zum Abschied eine kleine Freude zu machen, quasi unter "Kollegen", auch wenn wir das nicht sind. Aber wenn er sich dann freut, würde ich mich auch freuen.