Ich habe mit meinem Therapeuten darüber gesprochen, da es in dem Fall ja nicht nur um Mietrecht geht , sondern auch um zwischenmenschliche Aspekte, z. B. Gefühle von Abhängigkeit, Durchsetzungsfähigkeit, Umgang mit Menschen und Neurosen (eigene und die der anderen). Er kennt sich mit Vermietung sicherlich nur bedingt aus, mit Menschen aber (so denke ich) gut. Zu verstehen, wie eine Vermieterin tickt und das zum eigenen Vorteil zu nutzen, ist ja schon keine schlechte Idee. Wenn ich z. B. merke, es ist ihr Elternhaus und es tut ihr gut eine positive Rückmeldung dazu zu hören, bin ich bereit das zu tun und auszusprechen, dass mir die Wohnung sehr gefällt und ich sorgsam damit umgehen werde. Auch bin ich bereit, besonders transparent zu sein, sodass ihre Sorge um ihr Elternhaus etwas abgefangen wird. Ich bin allerdings nicht dazu bereit, von meinem Recht auf Mietminderung zurückzutreten im Falle von Baumaßnahmen oder ihr ganzes inneres Drama um ihr Elternhaus abzubekommen.
@FLoki979 Entscheidung selbst treffen ist wirklich wichtig, das stimmt. Mein aktueller Therapeut mischt sich meiner Meinung nach zu stark ein.
@Pfefferminzdrops Ein weiteres Beispiel wäre das Ende der letzten Stunde. Wir haben 5 Minuten später angefangen und haben etwas überzogen. Er meinte dann sehr plötzlich "Oh wir sind ja schon über der Zeit." Ich antwortete sachlich, dass wir auch etwas später angefangen haben (ich wollte damit nur erklären, warum ich noch geredet habe, nicht einfordern, dass wir weiter machen sollten) und er sagte darauf recht gereizt "Das nehme ich nicht so genau. Bitte nicht die Minuten zählen. Sie bekommen schon genug von mir, keine Sorge."
Vor allem der letzte Teil hat mich ähnlich schlecht fühlen lassen, wie die scharfe Reaktion der Vermieterin auf meinen Vorschlag der zweitweisen Mietminderung wegen der Baustelle.
Und dann frage ich mich: Ist er vielleicht ähnlich drauf und nimmt er deshalb die Vermieterin in Schutz?
Ich habe auch schon sehr positive Erfahrungen mit Therapie gemacht und würde nicht von einem Therapeuten auf alles schließen.