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wachsende Intoleranz und (Nicht-) Religion

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Doch ich bin völlig überzeugt, dass jeder Mensch eine höhere Idee braucht. Ob man das nun Religion nennen muss oder nicht ist dabei im Grunde egal. Das sind in meinen Augen nur Begrifflichkeiten, die aber keine Rolle spielen (für den einzelnen vielleicht, aber nicht im großen).
Wichtig ist halt, dass diese höheren Ideen uns "beflügeln" und nicht unfrei machen und uns klein halten: Ideale können zB Mitmenschlichkeit, Gleichheit, Gereichtigkeit, Freiheit für alle Menschen usw sein: Ob man die nun im Rahmen eines Gottesglaubens oder einfach so lebt und vertritt oder ohne konkretes Gottesbild: beides ist gut und richtig bzw hat beides die Möglichkeit uns zu beflügeln:
Atheismus kann einen Menschen von einengenden Regeln befreien, aber genauso kann Atheismus zB auch einengen (wenn er zB in bloßen Egoismus führt).
Religion kann einen menschen beflügeln, aber ebenso einengen (wenn sie uns zB in ein Regelwerk zwingt, dessen befolgung eigentlich nur ein Selbstzweck ist: Wir befolgen dann keine Regeln mehr, um ein höheres Ziel zu erreichen, sondern nur noch deswegen, damit wir eine Regel befolgen)
Ideale zu haben, für die man lebt, halte ich schon für essenziell im Leben: Sonst ist das Leben doch leer und vor allem ist man dann anfällig, für irgendwelche fehlgeleiteten Ideen. ich denke zB ein Mensch, der als höchstes Prinzip die Mitmenschlichkeit in sich trägt, der fällt doch nicht auf das Geschwätz der AFD herein: Darauf fällt man doch nur rein, wenn man eben eine gewisse "Leere" an Idealen in sich trägt.
der Glauben kann diese leere füllen- aber eben nicht nur der relisgiöse Glauben: Auch der Glaube an das gute im Menschen, der Glaube an die Gerechtigkeit, an die Mitmenschlichkeit usw all das ist auch Glaube.
Ganz wichtig ist auch, dass man seine Ideale immer wieder hinterfrägt.
Das alles kann ebensogut atheistisch geschenen: Atheismus bedeutet nicht die Abwesenheit von Idealen: Leider wird der Atheismus gern vorgeschoben und als Entschuldigung für Egoismus genützt: "Mir egal- ich bin Atheist"
das muss aber so nicht sein und das sollte so nicht sein!

ich hatte neulich die Gelegenheit, eine Lesung von Texten von Nelson Mandela zu hören. Ein paar Dinge sind mir stark im Gedächtnis geblieben: Er sagte so ungefähr: In seiner Jugend wäre sein Streben nach Freiheit noch sehr einfach und Ich-bezogen gewesen: Länger draußen bleiben, feiern usw Später aber bemerkte er in sich den "Hunger" nach "edlen" Freiheiten für ALLE Menschen: Also leben und arbeiten zu dürfen, sprechen zu dürfen, heiraten zu dürfen wen man will usw. Und er sagten dass er für diese Ideale leben wird und notfalls auch sterben wird.

Das hat mich tief bewegt, weil es irgendwie zeigt, wie sehr der Mensch das braucht: Ideale, für die er steht. Und dass er eben nicht nur da sitzt und schaut, dass er für sich möglichst angenehm durch den Tag kommt.
In diesem Sinne kann auch ein Atheist im besten Sinne "gläubig" sein- weil er eben Ideale vertritt, die es auch wert sind, oder es kann eben ein religiöser Mensch im "schlechtesten" sinne gläubig sein, wenn er nur nachkaut, was er glaubt mal irgendwo gehört zu haben und wenn er seinen glauben dazu benützt, andere einzuengen und unfrei zu machen.
Leider muss man ja auch sagen: In unserer Welt ist es wichtiger denn je, dass wir alle unsere Ideale beständig hoch halten: Es reicht nicht aus, zu warten, dass das schon andere tun!
 
Zuletzt bearbeitet:
Leider wird der Atheismus gern vorgeschoben und als Entschuldigung für Egoismus genützt: "Mir egal- ich bin Atheist"

Gibt es denn Menschen, die so argumentieren? Obwohl es deiner Aussage nach häufig vorkommt, habe ich noch nie jemanden so reden hören. Die mir bekannten Unreligiösen sind eigentlich alle recht verantwortungsbewusst.
 
Ich sehe in Religionen auch keine "höheren Ideen", sondern lediglich Blicke zurück in die Vergangenheit.

Seit sich der Mensch erhoben hat und über seinen Horizont blicken konnte, stellt er sich die Frage nach dem Ursprung und Sinn seines Seins, nach dem Woher und Wohin. Das ist zutiefst menschlich und soweit wir das beurteilen können, unterscheidet uns das von allen anderen Wesen, die wir kennen.
Die Sinnfrage gehört zum Menschen und macht ihn erst dazu.
Deine Antwort greift deshalb zu kurz.

Burbacher
 
Seit sich der Mensch erhoben hat und über seinen Horizont blicken konnte, stellt er sich die Frage nach dem Ursprung und Sinn seines Seins, nach dem Woher und Wohin.

Die Frage, wie das Universum, die Erde, und natürlich das Leben auf der Erde entstanden ist, fasziniert mich auch ungemein. Allerdings kann ich in den Religionen bisher auf diese Überlegungen keine wirklich plausiblen Erklärungsmodelle finden. Aber ich verstehe natürlich, dass man sich lange Zeit mit den aus den Religionen stammenden Erklärungen auseinandergesetzt hat.
 
Ich glaube allerdings nicht, dass diese Aussage auf jeden Menschen zutrifft. Nicht jeder Mensch braucht "höhere Werte", denen er sich unterwerfen können will. Ich denke, dass das auf einen bestimmten Charaktertyp zutreffen mag, aber sicher nicht auf alle.

Hat der Mensch keine höheren Werte, dann bleiben nur die niederen bzw. die eigenen Bedürfnisse, um die er sich dreht. Klar, der einzelne Mensch kann höhere Werte ablehnen mit der Entscheidung "brauch ich nicht".

Daher stimme ich auch nicht der Aussage zu, dass "der Mensch im Grunde religiös" sei. Das scheint mir eine unzulässige Verallgemeinerung zu sein. Korrekter wäre wohl der Satz "ein Teil der Menschen verspürt religiöse Bedürfnisse".

Was man bewusst wahrnimmt bzw. spürt, spiegelt nicht alle Antriebe des Menschen. Im Unterbewusstsein des Menschen gibt es neben den Triebkräften (z.B. Sexualantrieb) auch die Grundängste des Menschen sowie das Gewissen.


Da bin ich mir im übrigen auch nicht sicher, ob das Konzept Religion immer zu den höheren Ideen mit wirklich menschenfreundlichem Konzept zu zählen ist.

Stimmt. Nicht jede Religion ist menschenfreundlich.
 
Die Frage, wie das Universum, die Erde, und natürlich das Leben auf der Erde entstanden ist, fasziniert mich auch ungemein. Allerdings kann ich in den Religionen bisher auf diese Überlegungen keine wirklich plausiblen Erklärungsmodelle finden. Aber ich verstehe natürlich, dass man sich lange Zeit mit den aus den Religionen stammenden Erklärungen auseinandergesetzt hat.

Arktur, in anderem Zusammenhang wies ich schon mal darauf hin, dass es etwa in der Bibel zwei Schöpfungsberichte gibt. Da gibt es den Bericht, den wir in der Theologie dem "Jahwisten" zuschreiben und dann jenen, den wir als den Priesterschriftlichen Bericht (P) bezeichnen. Beide Berichte trennen einige hundert Jahre.
Und dennoch stehen sie in der Bibel nebeneinander. Ihre Botschaft ist die Gleiche:

Gott ist die Ursache allen Seins.

Burbacher
 
Klar, der einzelne Mensch kann höhere Werte ablehnen mit der Entscheidung "brauch ich nicht".
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Vielleicht haben wir unterschiedliche Vorstellungen davon, was wir unter "höheren Werten" verstehen? Vielleicht können wir mal eine kleine Definition versuchen? Was würdet Ihr unter diesem Begriff verstehen und was nicht?
 
Vielleicht haben wir unterschiedliche Vorstellungen davon, was wir unter "höheren Werten" verstehen? Vielleicht können wir mal eine kleine Definition versuchen? Was würdet Ihr unter diesem Begriff verstehen und was nicht?

Ein höherer Wert ist ein Begriff für ein immaterielles Ziel, dem sich der Mensch unterordnet und bereit ist, ggf. dafür auch auf eigene Bedürfnisse zu verzichten. Das kann z.B. Frieden oder Liebe sein.
 
Ein höherer Wert ist ein Begriff für ein immaterielles Ziel, dem sich der Mensch unterordnet und bereit ist, ggf. dafür auch auf eigene Bedürfnisse zu verzichten. Das kann z.B. Frieden oder Liebe sein.

Gut, prima. Auf jeden Fall muss ein höherer Wert nicht einer Religion oder einer Ideologie eingegliedert sein. Das ist ja schon mal wichtig, würde ich sagen.
 
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