Unter Aberglaube verstehe ich eine Denke, die sich im Gegensatz zur alltäglichen Erfahrung befindet.
Da man Gott aber nicht verifizieren kann, fällt die Möglichkeit weg, ihn mit der Alltagserfahrung zu vergleichen 😉. Die Aussage "Ich glaube an Gott" ist also ganz anders zu beurteilen als die Aussage "Ich kann fliegen.".
Unter Segen verstehe ich eine Art Wunsch. Ich wünsche anderen Menschen, dass sie sich moralisch voll entwickeln und das Gute tun werden und dadurch auch ein entsprechend positives Feedback eines hoffentlich existierenden Gottes erhalten. Dieser Segen beruht auf der Hoffnung, dass Gott ist.
So ein Segen ist implizit in der Denke jedes religiösen Menschen. Daher würde ich dieses Segensverständnis als nicht notwendige Erbauung einstufen. Kann nicht schaden, ist in mancherlei Hinsicht nützlich, aber eben nicht notwendig.
Wenn Segen allerdings als Wundermittel verstanden wird (dieses Auto wird nicht verunglücken; dieses Haus wird nie abbrennen etc.), dann ist dies total abzulehnen. Es ist bereits fraglich, Dinge zu segnen. Aber Einfluss auf den Gang der Dinge nehmen zu wollen, ist unsinniger Schabernack. Da muss man (wohl vor allem der katholischen Kirche) einen dicken Vorwurf machen.
Nun noch zum "Beten kurz vor dem Ableben":
Ich denke auch, dass sich die meisten Menschen kurz vor ihrem Tode nicht ändern im Hinblick auf ihren Glauben. Würde auch nicht viel bringen, auf dem Totenbett ein anderer Mensch werden zu wollen 😉.
Ich sehe aber schon eine Parallele bei Menschen in Lebensnot. Wenn sich Menschen bedrängt fühlen, dann sehen sie viel eher die Möglichkeit einer übergeordneten Macht und erhoffen sich Hilfe. Hier zeigt sich dann ganz gut, dass sich im Prinzip in jedem Menschen so etwas wie ein verborgener Gottesglaube regt.