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Vielleicht schwanger und Beziehungskrise

Es ist völlig verständlich, dass der Mann überfordert ist.

Ihr seid kaum zusammen und schon bist du schwanger. Dazu kommen seine Zweifel, ob er der Vater ist , dann seine Op mit anschließendem Schlaganfall.

Warum seine Ex neuerdings wieder aktuell ist, verstehe ich allerdings auch nicht.

Vielleicht bekommt er einen besseren Durchblick, wenn ihr eine Weile keinen Kontakt habt.

Wovon lebst du aktuell? Du hast keinen Job, ein Umzug steht bevor und du musst Anschaffungen für dein Baby machen.

Wie stemmst du das alles?
 
Du solltest den Mann verlassen er weiß wohl selbst nicht was er will. Und so jemand Sprunghaftes braucht dein Kind nicht. Du muss vor allem an dein Kind denken und wie es aussieht ist der Mann nicht in der Lage ein Vater zu sein. Also tue dir selbst ein gefallen und Verlass ihn und such dir ein Mann der genau weiß was er will.

Ich weiß nicht, ob er nicht weiß, was er will oder einfach nicht kann, was er will. Manchmal glaube ich letzteres, aber es sind schon viele Zweifel da.

In meinem Umfeld haben mir schon einige nahe gelegt, das alles einfach zu beenden und ich selbst habe es ihm auch schon gesagt, dass ich nicht mehr kann. Aber es ist nunmal so, dass er in einer Ausnahmesituation steckt. Bis all das passiert ist, hatte ich nie Bedenken und er hat sich auch nie so verhalten. Es war zwar nur eine kurze Zeit, diese knapp sechs Monate, aber auch da gab es schon Situationen, in denen er immer da war und mich wirklich unterstützt hat.

An einen anderen Mann kann ich im Moment nicht denken. Ich glaube, selbst wenn für immer Schluss wäre, würde ich mich erstmal auf mich und mein Leben konzentrieren, ehe ich mir darüber nochmal Gedanken machen. Ich weiß nicht, ob das falsch ist, aber ich komme über sowas leider überhaupt nicht schnell hinweg.
 
Das klingt danach, dass er total verzweifelt und überfordert ist.
Und irgendwie kann ich das auch nachvollziehen.
Eigentlich möchte er schon für Dich und Euer Kind da sein, aber im Moment kann er ja nicht mal für sich selber sorgen und das macht ihm natürlich grosse Angst.

Ich finde gut, dass Du ihn besuchen gehst.

Und ich würde die Hoffnung noch nicht aufgeben, dass er irgendwann wieder so viel Vertrauen zum Leben, zu sich selbst und zu Dir aufbringen hat, dass er sich eine gemeinsame Zukunft als Familie vorstellen hat.

Daneben tust Du aber bereits schon genau das Richtige. Nämlich Plan B aufbauen, falls er sich doch nicht einkriegt. Machst Du super!

Für was ich aber nach wie vor keine mildernde Umstände finde ist die Sache mit der Ex. Wenn sie doch Borderlinerin ist und er sie so lange kennt, müsste er doch wissen, dass er nichts für sie tun kann und sie ihn nur runterzieht.

Ja, das klingt es wirklich. Ich habe mir heute wieder sehr viele Gedanken gemacht und als ich meine gestrigen Posts wieder las, erschienen sie mir so fordernd und völlig ungeduldig mit ihm. Mir tut das dann wahnsinnig leid. Ich will so nicht sein, aber ich bin irgendwie auch total überfordert und hätte mir gewünscht, dass wir da zusammen durchgehen. Es scheint aber so, dass jeder für sich alleine kämpfen und mit seinen jeweiligen Dämonen fertig werden muss.

Er hat das auch so gesagt, dass er sich gern kümmern würde, aber im Moment für sich selbst kämpfen muss. Das muss er ja wirklich, diese Reha ist kein Papenstiel. Und all das glaube ich ihm und es wäre vielleicht wirklich kein solches Problem für mich geworden, wenn nicht die dritte Partei auf den Plan getreten wäre. In dieser kurzen Zeit ist so wahnsinnig viel passiert, manche der Nachrichten, die sie mir geschickt hat, überdenke ich jetzt erst, weil ständig was anderes passiert ist und ich mit anderem beschäftigt war. Dazu kommt, dass er gewisse Dinge nicht kommuniziert. Damit kann ich schwer klar kommen, ich muss immer über alles reden. Ich versuche zu akteptieren, dass er das nicht so kann, aber in der Zeit, in der ich nichts von ihm höre, male ich mir manchmal die schlimmsten Dinge aus.

Ich mache mir ja auch solche Sorgen um ihn. Ich habe ihn jetzt fünf Wochen nicht sehen können und er meinte immer, dass das okay sei, weil er weiß, dass ich nicht so einfach zu ihm kommen kann und unsere Beziehung im Moment ohnehin schwierig ist. Auch sagte er, dass er es allein schon zu schätzen wissen, dass ich immer erreichbar bin, was auch stimmt, weil ich sofort reagiere, wenn ich etwas von ihm höre. Aber dann kam er mir heute damit:

"Ich bin schon fünf Wochen hier. Wenn ich dir wirklich so viel bedeuten würde, wärst du schon da gewesen, andere waren das. Stattdessen verschiebst du es immer wieder."

Das letztere stimmt gar nicht, ER hat abgesagt oder sich gar nicht mehr gemeldet, so dass ich keine Ahnung hatte, was ich tun sollte. Ein bisschen Bescheid wissen, wann ich in etwa kommen soll, muss ich schon, da das Programm der Reha straff ist und sie zum Teil auch in der dortigen Stadt unterwegs sind. Etwas später kam dann:

"Es tut mir leid, mir geht es einfach nicht gut im Moment. Würde mich doch sehr darüber freuen, wenn du kommst."

Mir kommt er irgendwie auch so verbittert vor und so ist er nicht, ich möchte nicht, dass er da so abdriftet, seinetwegen möchte ich das nicht. Gestern Abend postete sein Neffe ein älteres Foto vom Vater meines Kindes mit Freunden auf Facebook und schrieb dazu, dass er an seinen Onkel denke, dem es nicht gut ginge. Mich hat das so berührt, erstens der Zusammenhalt der Familie, aber dann auch das, was ich in diesem Foto sah - er ist so ein strahlender Mensch, der so viel für andere getan hat, schon mit seinem Beruf hat er praktisch sein Leben in den Dienst der anderen gestellt. Auch sein Unfall hat im weitesten Sinne damit zu tun und hätte nicht passieren müssen, wenn er sich nicht um andere so viele Gedanken machen würde.

Es klingt seltsam, glaube ich, aber ich habe dabei wieder bemerkt, wie verliebt ich in diesen Menschen noch immer bin. Und wenn ich dann auf die momentanen Fakten schaue, werde ich todunglücklich, allerdings ist es mir heute wieder gelungen, mich zu fangen und abzulenken.

Was die Ex angeht, das sehe ich auch so und es tut gut, das zu lesen, weil ich mich manchmal frage, es geht einfach hin und her in meinem Kopf, ob ich das zu streng sehe. Das finde ich eigentlich nicht, aber wenn man alles mit sich allein ausmachen muss, kommt man auf seltsame Überlegungen.
Er meint immer, er müsse für andere da sein und etwas für sie tun (was jetzt sicher auch unverständlich klingt, weil er sich mir gegenüber ja anders verhält im Moment) und er ist auch ein bisschen naiv, finde ich, was die Erkrankung seiner Ex angeht. Sie sei halt "cholerisch" meinte er mal recht lapidar, aber er wisse, wie er sie da beruhigen kann. Was nicht stimmt, sie ist völlig ausgerastet und hat ihm sogar gedroht IHN umzubringen. Er unterschätzt es, dass sie wirklich krank ist.

Noch etwas, das mir einfiel (ich bin etwas erkältet und schreibe sicher wieder wirr, das tut mir leid). Ich habe ihn wie gesagt fünf Wochen nicht gesehen und als wir mal länger telefonierten, sagte er mir, dass er ihr Fotos von sich geschickt habe. Mir nicht. Im Gegenteil, da meint er immer, er sähe so schrecklich aus - als ob ich nicht begreifen würde, dass man, wenn man krank ist, nicht gerade wie ein Filmstar aussieht, was sowieso egal ist. Neulich kam er damit, dass er frustriert sei, weil er im Moment unheimlich zunehmen würde und ich habe den Eindruck, dass er sich deshalb vor mir schämt. Ich konnte gar nicht verstehen, wie er sich deshalb in dieser Lage um soetwas wie Optik Gedanken machen kann. Das einzig wichtige ist für mich ist, dass er wieder gesund und glücklich wird. Ich sagte ihm das auch, aber es kam nicht wirklich an.

Nun ja, ich werde morgen jedenfalls definitiv fahren. Ich habe mir doch ein Hotelzimmer gebucht, irgendwie ist mir das lieber, für mich zu sein und ich rechne nicht damit, sehr lange zu bleiben, aber falls doch, kann ich vielleicht doch noch bei meiner Bekannten unterkommen für ein paar Nächte.
Ich bin ziemlich aufgeregt darauf, ihm zu begegnen. Irgendwie habe ich Angst davor. Ich habe an mir bemerkt, dass ich irgendwie Berührungsängste entwickelt habe, die ich vorher nicht hatte. Es gab einige Situationen im Krankenhaus, bei denen er recht schwierig wurde, sich nicht helfen lassen wollte und schon nicht wollte, dass ich die Hand berühre oder betrachte, die gelähmt ist. Aber auf der anderen Seite freue ich mich auch auf ihn und möchte ihn einfach nur umarmen und mit ihm zusammen sein. Es ist alles sehr zwiegespalten...
 
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Es ist völlig verständlich, dass der Mann überfordert ist.

Ihr seid kaum zusammen und schon bist du schwanger. Dazu kommen seine Zweifel, ob er der Vater ist , dann seine Op mit anschließendem Schlaganfall.

Warum seine Ex neuerdings wieder aktuell ist, verstehe ich allerdings auch nicht.

Vielleicht bekommt er einen besseren Durchblick, wenn ihr eine Weile keinen Kontakt habt.

Wovon lebst du aktuell? Du hast keinen Job, ein Umzug steht bevor und du musst Anschaffungen für dein Baby machen.

Wie stemmst du das alles?

Seine Zweifel, dass er der Vater ist, sind inzwischen immerhin ausgeräumt. Das Kind wurde während einem dreiwöchigen Urlaub gezeugt und er weiß zu gut, dass wir in dieser Zeit praktisch 24/7 zusammen waren. 😉 Er wollte es, wie er mir sagte, einfach nicht wirklich wahr haben, weil er sich gern darauf eingestellt hätte und er ja bereits wusste, dass er diese OP vor sich hatte. Das hat ihn völlig und verständlicherweise geschockt. Mich ebenfalls, wenn ich auch im Eingangspost schrieb, dass wir uns so schnell sicher waren, dass wir zusammen bleiben und heiraten wollten, so war das vielleicht für die nächsten zwei Jahre geplant und ein Kind erst danach, aber sicher nicht nach gerade mal schwachen 4 Monaten Beziehung.

Ich bin mir nicht sicher, ob es vielleicht schon während unserer Beziehung häufigeren Kontakt zu seiner Ex gab, darüber habe ich schon oft nachgedacht. Sie für sich hat "plötzlich entdeckt", dass er jetzt doch ihre große Liebe war. Ich würde das nichtmal werten wollen, wenn sie sich wenigstens angesichts all dieser Sachen wie seiner Krankheit und meiner Schwangerschaft respektvoll zurückhalten würde. Zuletzt hat sie mich über soziale Netzwerke regelrecht gestalkt, beispielsweise eine zweites Profil eröffnet, um mir immer weiter Nachrichten zu schicken, als ich ihr ursprüngliches geblockt hatte usw.

Ja, ich denke auch, dass wir schon Abstand brauchen, so gut es geht. Ich werde mich morgen versuchen, sehr zurück zu halten, ihn einfach nur zu besuchen und da zu sein, ohne Erwartungen. Ansonsten werde ich es wirklich so machen, dass ich von mir aus nichts mehr mache. Ich denke immer, ich müsste ihn täglich fragen, wie es ihm geht, aber vielleicht nervt ihn das auch nur. Er braucht sicher eine lange Zeit, um das alles zu verarbeiten und man weiß ja auch noch nicht sicher, wie fit er wieder werden wird. Es wurde ja nichtmal eine körperliche Ursache für den Schlaganfall gefunden, er ist ganz gesund und weder übergewichtig oder Raucher. Das macht ihm auch große Angst, dass es einfach wieder passieren könnte.

Ich lebe momentan von meinen Ersparnissen, was auch einige Zeit vorhalten wird, weil ich auch noch von meinen Großeltern geerbt habe. Wenn alle Stricke reißen sollten und ich keine Wohnung finde, kann ich zurück zu meiner Mutter ziehen, die ein Haus besitzt, in dem eine Wohnung frei ist. Das würde mir die Miete ersparen, aber ich möchte darauf nur zurückgreifen, wenn es unbedingt sein muss.

Um die finanziellen Dinge mache ich mir für das Erste keine Sorgen, es fehlt mir nur oft an irgendeinem Beistand in meinem Alltag, jemand, mit dem man einfach und direkt reden kann. Da bleibt mir im Moment nur der Bruder, wobei meine beste Freundin mir zusicherte, dass sie in den letzten Wochen vor der Geburt zu mir runter kommen wird. Und meine Mutter tut alles, was sie kann, aber sie ist mit sich selbst auch belastet aus vielen Gründen.
 
Du steckst auch in einer Ausnahmesituation! Du bist schwanger und hängst in der Luft, und weißt nicht wirklich, wie es mit Euch weitergeht. Rede Deine Bedürfnisse (und die des Kindes) nicht klein.

Ja, das ist wahr. Vermutlich sind wir beide so belastet, dass wir einfach nicht für den jeweils anderen da sein können, wie wir es wollen. Ich merke es wirklich auch an mir. Mir geht es manchmal körperlich gar nicht gut und ich kann mich gerade so aufraffen, das nötigste zu machen.
 
Ich wünsche dir, euch beiden, dass ihr, falls du morgen fährst, ein paar schöne Stunden oder eventuell sogar Tage miteinander verbringen könnt. Ihr hättet es beide verdient und ich hoffe, dass es dir gut tun wird.

Mach dir nicht zu viele Gedanken, wie du auf ihn zugehst oder wie du mit ihm redest. Versuche, so natürlich wie das in deiner angespannten Situation möglich ist, auf ihn zuzugehen. Er ist der Vater deines Kindes, er bedeutet dir viel und ist krank, also sieh es einfach als Krankenbesuch, bei dem sich vielleicht auch ein gutes Gespräch über alles weitere ergeben kann. Du solltest es sensibel angehen, ihn aber auch nicht in Watte packen.

Ist er eigentlich in psychologischer Behandlung in der Reha? Ich denke, das würde ihm gut tun, denn das, was du schreibst, klingt alles nicht gut. Er scheint voller Ängste und Komplexe zu sein. Ich würde ihm wünschen, dass er erkennt, dass das letzte, worum er sich kümmern sollte, seine Ex-Frau ist im Moment. Und wenn er schon für sich kein Nein über die Lippen bringt, so hätte er wenigstens klar machen müssen, dass sie dich in Ruhe lassen soll.

Ich war Krankenschwester und habe auch privat mit Menschen in einer ähnlichen Situationen zu tun. Ich schätze, dass er mit Schmerzen nach einer solchen Läsion recht hoch dosierte Schmerzmittel erhält und dazu kommt, dass er nach dem Schlaganfall neurologisch etwas "daneben" sein kann, für die erste Zeit zumindest. Also behalte dir im Hinterkopf, dass er schon allein deshalb nicht so klar denken und handeln wie sonst kann.

Ich komme mir immer so vor, als würde ich den Mann in Schutz nehmen, aber ich möchte dir irgendwie gern weiter helfen und so wie du ihn schilderst und das mit euch schilderst, glaube ich schon, dass ihr eigentlich die Chance auf eine gute gemeinsame Zukunft habt. Hättet ihr euch länger gekannt, wären euch auch die Eigenarten des anderen vertrauter, aber jetzt hat das Schicksal bei euch schon ziemlich früh die Latte hoch gelegt. Du schlägst dich total tapfer.
 
Huhu sibel, wäre eine Familien Hebamme denn nichts für dich? (Man kann beim JA nachfragen). Je nach Fall kommt sie dann auch schon vor der Geburt und wenn du magst sogar auch in den Kreißsaal.

Ich glaube es würde dich wirklich entlasten. Vor allem wirst du bis zu einem Jahr nach der Geburt unterstützt und das kostenlos.
"Frühe Hilfen" nennt sich das.
Hatte ich schonmal geschrieben, weiß aber nicht ob das untergegangen ist 🙂

LG
 
Liebe Sibel !

Ich finde es sehr gut, dass Du ihn jetzt besuchst. Ich glaube ein persönliches Treffen ist bei Euch absolut dringlich. Und ich drücke Dir ganz fest die Daumen, dass Ihr die Situation positiv klären könnt.

Eigentlich bin ich zuversichtlich, dass es gut kommt, wenn er sich psychisch wieder einkriegt. Was sicher nicht einfach ist für ihn. Hilfe wäre da sicherlich nicht schlecht.
 
Huhu sibel, wäre eine Familien Hebamme denn nichts für dich? (Man kann beim JA nachfragen). Je nach Fall kommt sie dann auch schon vor der Geburt und wenn du magst sogar auch in den Kreißsaal.

Ich glaube es würde dich wirklich entlasten. Vor allem wirst du bis zu einem Jahr nach der Geburt unterstützt und das kostenlos.
"Frühe Hilfen" nennt sich das.
Hatte ich schonmal geschrieben, weiß aber nicht ob das untergegangen ist 🙂

LG

Hallo Estate,

nein, das ist nicht untergegangen, hatte mich daraufhin auch informiert. Was meinst du mit JA? Mit vielem kenne ich mich immer noch nicht so aus.

Vor der Kreißsaalsache habe ich ziemliche Angst, hätte da gern jemand Vertrautes an meiner Seite.
 

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