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Vielleicht schwanger und Beziehungskrise

Es tut mir wirklich so leid, dass Du nicht einfach unbeschwert Freude empfinden und Dein Schwangerschaft geniessen kannst, wie es jede junge Mutter verdient hätte. Ich finde es ganz toll, dass Du Dich aber trotzdem auf das Kind freust. Und bestimmt wirst Du eine gute Mutter.

Und da er sich zu nichts wirklich entschliessen kann, machst Du es auch richtig, dass Du einfach jetzt auf DICH hörst. Und das tust, was Du für Dich und das Kind als gut erachtest und empfindest.

Ich würde mich mal eher darauf einstellen, dass Du Dich nicht auf ihn verlassen kannst. Er ist ganz einfach zu schwach in seinem aktuellen Zustand. Du musst selber stark sein. Und ihm helfen kannst Du nur, soweit er es zulässt. Und vielleicht musst Du wirklich ein wenig geduldiger sein. Und solche hirnverbrannte Ideen wie Dich heiraten, aber nicht mit Dir leben versuchen weniger ernst zu nehmen.

Wo ich allerdings null Verständnis habe und Dich total verstehe, dass Dich das verletzt und wahnsinnig macht, ist die Sache mit seiner Ex-Frau. Ich kann nicht nachvollziehen, dass sie wichtiger ist, als Du und sein Kind! Irgendwie hoffe ich immer noch, dass es irgendwann bei ihm ankommt, dass in Deinem Bauch sein Kind wächst. Dass muss ihn doch irgendwann berühren. Wie gesagt, ich kann verstehen, dass es ihm im Moment so furchbar schlecht geht, dass er Probleme hat, sich mit der Tatsache zu beschäftigen, dass er Vater wird und über eine Beziehung mit Dir nachzudenken. Aber dann soll er auch keine Energie für seine Ex verschwenden...
 
Liebe Sibel,

das ist ja das reinste Gefühlskarusell in dem du dich gerade befindest.

Vielleicht solltest du wirklich versuchen, zunächst einmal etwas Abstand zum Vater deines Kindes zu bekommen. Ich könnte mir vorstellen, dass seine gesundheitliche Situation gerade in Zusammenhang damit, dass er Vater wird ihm arg zu schaffen macht. Schätzungsweise fühlt er sich all dem überhaupt nicht gewachsen. Da kommt Verantwortung auf ihn zu, der er sich nicht gewachsen fühlt und da erscheint es schon verlockend Vogel-Strauß-Methoden anzuwenden so nach dem Motto: Was ich nicht sehe, das ist auch nicht da!

Was er da für ein Spiel mit seiner Ex spielt, das ist ... seltsam ... um es mal höflich auszudrücken. Du hast es völlig richtig gemacht, dass du sie geblockt hast. Und es war auch die richtige Entscheidung, jetzt darauf zu schauen, was DU brauchst und was DIR gut tut. Alles andere sollte im Moment nebensächlich sein.

Was ich gut finde, dass sich sein Bruder als verlässlicher Mensch zeigt, der dich unterstützt und auch deine Familie, die dir zur Seite steht. Du hast geschrieben, dass du deinen Job gekündigt hast. Weißt du schon, wie es finanziell bei dir weitergeht, wenn dein Kind dann da ist? Weißt du, wo du diesbezüglich Hilfen her bekommst?

Was du brauchen wirst, ganz unabhängig davon, ob es für euch als Paar eine Zukunft geben kann, ist ein Netz an Leuten, die dich hin und wieder entlasten können. Hast du solche Leute?
 
Ich freue mich wirklich, wieder von dir zu lesen, Sibel. Ich denke, viele hatten hier an dich gedacht und so auch ich.

Wie schade, dass immer noch alles so schwierig ist. Aber was ich jetzt vor allem sagen will ist, dass DU eine große Stärke in dir hast und dich schon wahnsinnig vorgekämpft hast. Wenn du schreibst, was du alles gemacht hast, damit dein Leben für dich wieder etwas besser wird, das finde ich einfach klasse. Viele sagen ja, dass man aus einer Depression nicht ohne Hilfe herauskommt, aber aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es doch klappen kann und umso stolzer kannst du auf dich sein, denn es liest sich - trotz all der traurigen Aspekte - für mich, als hättest du dich für deinen Weg entschieden. Sei stolz auf dich, dass du schon so viel durchgestanden hast.

Ich gebe Amory recht. Es ist ganz wichtig, dass du jetzt an dich denkst und gut zu dir selbst bist. Schütze dich auch selbst, so gut es geht. Offenbar ist die Situation im Moment nicht innerhalb von ein paar Tagen wirklich zu lösen, auch, wenn ich dir das wünschen würde und von daher finde ich es ganz richtig, dass du dir sagst, dass du ihn nur besuchst, wenn es dir gut genug geht.

Ich behalte natürlich auch im Auge, dass er in einem besonderen Zustand ist. Wenn das nicht so wäre, würde ich manches anders sehen. Er ist verzweifelt, denke ich. Er agiert dennoch falsch, aber vielleicht kann er solche klaren Gedanken im Moment gar nicht fassen. Es braucht wohl einfach etwas Zeit, bis sich das bei ihm alles gesetzt hat. Sicher wird es ihm zusetzen, dass er vielleicht nicht genau weiß, wie es mit ihm weiter geht. Viele, die soetwas hinter sich haben, brechen auch erst nach der Reha zusammen, wenn sie dann in den Alltag Zuhause entlassen werden und merken, was dort wiederum alles nicht mehr so klappt.

Aber auch da stimme ich Amory zu, das mit der Ex-Frau ist nicht zu verstehen. Findet er bei ihr denn irgendeinen besonderen Halt? Ich verstehe nicht, was ihn zu ihr treibt oder ist er emotional so erpressbar? Angesichts der Sachen, die du schon geschrieben hast, finde ich diese Sache irgendwie "krank" und von daher kann ich gut verstehen, dass es dich hart trifft, wenn er dann ausgerechnet dir sagt, dass dein Verhalten Gift für seine Gesundheit sei. Immerhin hast du ihr die Grenzen aufgewiesen, das war gut und wichtig.

Ich freue mich für dich, dass der Bruder sich kümmert. Du brauchst wirklich Unterstützung und solltest da auch nicht vor öffentlichen Hilfen zurückschrecken, wenn du dich überfordert fühlst.

Hat er denn über das Kind irgendetwas geäußert? Welche Gedanken macht er sich denn darüber, vom "Organisatorischen" abgesehen?
 
Du schreibst, dass du deinen Job gekündigt hast.

Wovon lebst du denn zur Zeit und wie soll es nach der Schwangerschaft weitergehen?
 
Es tut mir wirklich so leid, dass Du nicht einfach unbeschwert Freude empfinden und Dein Schwangerschaft geniessen kannst, wie es jede junge Mutter verdient hätte. Ich finde es ganz toll, dass Du Dich aber trotzdem auf das Kind freust. Und bestimmt wirst Du eine gute Mutter.

Und da er sich zu nichts wirklich entschliessen kann, machst Du es auch richtig, dass Du einfach jetzt auf DICH hörst. Und das tust, was Du für Dich und das Kind als gut erachtest und empfindest.

Ich würde mich mal eher darauf einstellen, dass Du Dich nicht auf ihn verlassen kannst. Er ist ganz einfach zu schwach in seinem aktuellen Zustand. Du musst selber stark sein. Und ihm helfen kannst Du nur, soweit er es zulässt. Und vielleicht musst Du wirklich ein wenig geduldiger sein. Und solche hirnverbrannte Ideen wie Dich heiraten, aber nicht mit Dir leben versuchen weniger ernst zu nehmen.

Wo ich allerdings null Verständnis habe und Dich total verstehe, dass Dich das verletzt und wahnsinnig macht, ist die Sache mit seiner Ex-Frau. Ich kann nicht nachvollziehen, dass sie wichtiger ist, als Du und sein Kind! Irgendwie hoffe ich immer noch, dass es irgendwann bei ihm ankommt, dass in Deinem Bauch sein Kind wächst. Dass muss ihn doch irgendwann berühren. Wie gesagt, ich kann verstehen, dass es ihm im Moment so furchbar schlecht geht, dass er Probleme hat, sich mit der Tatsache zu beschäftigen, dass er Vater wird und über eine Beziehung mit Dir nachzudenken. Aber dann soll er auch keine Energie für seine Ex verschwenden...

Danke. Ja, ich wäre auch froh, ich könnte das so genießen wie ich es mir immer vorgestellt habe. Aber das ist jetzt wohl einfach nicht zu ändern. Damit finde ich mich langsam ab und versuche, so gut ich kann, das Beste daraus zu machen. Ich hatte heute wieder einen Austausch mit ihm, der mich sehr traurig gemacht hat, aber ich habe in den letzten Wochen einfach beschlossen, dass ich jetzt nach mir gucken muss, sonst macht mich das wirklich kaputt und es geht ja nicht nur um mich allein. Auch von meinem Kind abgesehen, gibt es noch andere Menschen, die ich sehr unglücklich machen würde, wenn ich mich aufgeben würde. Das ist im Moment so ziemlich das, woran ich mich festhalte.

Ich würde ihm so gern beistehen und habe immer wieder das Gefühl, dass ich völlig versage, aber er hat Dinge in mir aufgerührt mit seinem Verhalten, die ich einfach nicht runterschlucken kann. Ich wünschte, ich könnte es und habe es immer wieder versucht, aber es gelingt mir nicht. Ich habe mir vorgenommen, dass ich bestimmte Dinge, die ich denke, einfach nicht mehr äußere. Vielleicht haut das hin, es wäre für uns beide gut, wenn wir uns nicht immer wieder in den gleichen Themen verstricken. Das hat mir der Austausch, zu dem ich noch komme, von heute auch wieder gezeigt.

Ja, das ist es, was mich richtig mürbe macht. Wenn er allgemein sagen würde, dass er einfach nicht mehr kann, ich hätte alles Verständnis, aber wenn ich dann mitbekomme, dass er sich ihr widmen kann. Diese Frau hat sich, als er noch an Schläuchen hing, an sein Bett gesetzt und ihm Szenen gemacht und ihm später fast schon Drohungen per Nachrichten geschrieben und er musste ihr hinterher telefonieren, dass sie sich nicht umbringt. Das war in einer Phase, als ich unglaublich Angst um ihn hatte - ich meine, der Mann lag auf einer Stroke Unit und hätte jederzeit wieder einen Schlag bekommen können. Mir selbst ging es auch nicht gut, aber ich habe mich seinetwegen komplett zurück gehalten und ihr läuft er praktisch hinterher. Da fühlt man sich irgendwann einfach dumm.
 
Du schreibst, dass du deinen Job gekündigt hast.

Wovon lebst du denn zur Zeit und wie soll es nach der Schwangerschaft weitergehen?

Liebe Sibel,

das ist ja das reinste Gefühlskarusell in dem du dich gerade befindest.

Vielleicht solltest du wirklich versuchen, zunächst einmal etwas Abstand zum Vater deines Kindes zu bekommen. Ich könnte mir vorstellen, dass seine gesundheitliche Situation gerade in Zusammenhang damit, dass er Vater wird ihm arg zu schaffen macht. Schätzungsweise fühlt er sich all dem überhaupt nicht gewachsen. Da kommt Verantwortung auf ihn zu, der er sich nicht gewachsen fühlt und da erscheint es schon verlockend Vogel-Strauß-Methoden anzuwenden so nach dem Motto: Was ich nicht sehe, das ist auch nicht da!

Was er da für ein Spiel mit seiner Ex spielt, das ist ... seltsam ... um es mal höflich auszudrücken. Du hast es völlig richtig gemacht, dass du sie geblockt hast. Und es war auch die richtige Entscheidung, jetzt darauf zu schauen, was DU brauchst und was DIR gut tut. Alles andere sollte im Moment nebensächlich sein.

Was ich gut finde, dass sich sein Bruder als verlässlicher Mensch zeigt, der dich unterstützt und auch deine Familie, die dir zur Seite steht. Du hast geschrieben, dass du deinen Job gekündigt hast. Weißt du schon, wie es finanziell bei dir weitergeht, wenn dein Kind dann da ist? Weißt du, wo du diesbezüglich Hilfen her bekommst?

Was du brauchen wirst, ganz unabhängig davon, ob es für euch als Paar eine Zukunft geben kann, ist ein Netz an Leuten, die dich hin und wieder entlasten können. Hast du solche Leute?

Danke, Sisandra!

Ja, das glaube ich schon auch. Das macht er ja seit ich ihm sagte, dass ich überhaupt schwanger sein könnte. Es muss irgendetwas in ihm losgelöst haben, was sein Selbstbild erschüttert hat und ich kann es teilweise auch verstehen. Sicher wäre es auch so für ihn eine Herausforderung gewesen, aber jetzt ist es natürlich der Supergau sozusagen. Es ist nur einfach so schade, dass er mir da irgendwie nicht vertraut und sich, wie ich es nunmal sehe, genau der Person hingibt, die ihn da schon ins Messer hat laufen lassen. Das verstehe ich einfach nicht. Er müsste wissen, dass er mir alles sagen kann und ich würde es mir auch wünschen.

Sein Bruder ist wunderbar und seine gesamte Familie ist sehr herzlich. Er hat ja noch einen Bruder, mit dem ich mich freundschaftlich sehr gut verstehe, da er aber derzeit im Ausland ist, habe ich ihm noch nichts gesagt. Verheimlichen würde ich es aber sowieso nicht mehr können, meine Schwangerschaft ist inzwischen, da ich recht schlank bin, ziemlich ersichtlich. Auf Versteckspiele habe ich auch gar keine Lust mehr.

Das mit dem Netz ist schwierig, das hat mich so verzweifelt gemacht. Ich war selbst eine längere Zeit krank und war, als ich ihn kennen lernte, gerade dabei, wieder richtig ins Leben zu finden. Eigentlich war es mein Plan, wo ich praktisch die Liebe meines Lebens gefunden hatte, jetzt endlich durchzustarten und mir nach und nach ein neues Leben, auch mit neuen und festeren Kontakten in meiner Umgebung, aufzubauen. Fast alle Kontakte, die mir wirklich nah sind, bis auf meine Mutter, sind weit weggezogen, so dass ich vor Ort ziemlich allein stehe.

Ich hatte schon seit einer Weile Kontakt zur örtlichen Caritas, weil ich eine Mitarbeiterin kenne und mit denen bin ich derzeit in stetem Kontakt, da wird mir auch geholfen und ich werde wohl, wenn es gar nicht anders geht, auf eine Familienhelferin oder ähnliches zurückgreifen müssen.

Was die Arbeit angeht - ich war schon lange unglücklich mit meiner Stelle und wenn man für einen Rechtsanwalt arbeitet, kann man auch schwer gewinnen. 😉 Manchmal geht mir schon durch den Kopf, dass es vielleicht übereilt war, aber dann denke ich daran, wie ich mich eigentlich schon seit fast 2 Jahren habe täglich dorthin zwingen müssen. Ich habe mehrere Berufe gelernt, kann mich mit einem davon selbstständig machen und mir wurde schon von seinem Bruder, der in der gleichen Branche wie mein - ich will ihn einfach noch nicht Ex nennen - Freund arbeitet, hat mir auch schon angeboten, mir eine Stelle zu vermitteln. Wenn möglich möchte ich mich aber erstmal um mein Kind kümmern und finanziell ist auf den Vater meines Kindes da auch Verlass, wenigstens da bin ich mir sicher, auch, wenn ich mich nicht allein darauf verlassen will für die Zukunft.
 
Ich freue mich wirklich, wieder von dir zu lesen, Sibel. Ich denke, viele hatten hier an dich gedacht und so auch ich.

Wie schade, dass immer noch alles so schwierig ist. Aber was ich jetzt vor allem sagen will ist, dass DU eine große Stärke in dir hast und dich schon wahnsinnig vorgekämpft hast. Wenn du schreibst, was du alles gemacht hast, damit dein Leben für dich wieder etwas besser wird, das finde ich einfach klasse. Viele sagen ja, dass man aus einer Depression nicht ohne Hilfe herauskommt, aber aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es doch klappen kann und umso stolzer kannst du auf dich sein, denn es liest sich - trotz all der traurigen Aspekte - für mich, als hättest du dich für deinen Weg entschieden. Sei stolz auf dich, dass du schon so viel durchgestanden hast.

Ich gebe Amory recht. Es ist ganz wichtig, dass du jetzt an dich denkst und gut zu dir selbst bist. Schütze dich auch selbst, so gut es geht. Offenbar ist die Situation im Moment nicht innerhalb von ein paar Tagen wirklich zu lösen, auch, wenn ich dir das wünschen würde und von daher finde ich es ganz richtig, dass du dir sagst, dass du ihn nur besuchst, wenn es dir gut genug geht.

Ich behalte natürlich auch im Auge, dass er in einem besonderen Zustand ist. Wenn das nicht so wäre, würde ich manches anders sehen. Er ist verzweifelt, denke ich. Er agiert dennoch falsch, aber vielleicht kann er solche klaren Gedanken im Moment gar nicht fassen. Es braucht wohl einfach etwas Zeit, bis sich das bei ihm alles gesetzt hat. Sicher wird es ihm zusetzen, dass er vielleicht nicht genau weiß, wie es mit ihm weiter geht. Viele, die soetwas hinter sich haben, brechen auch erst nach der Reha zusammen, wenn sie dann in den Alltag Zuhause entlassen werden und merken, was dort wiederum alles nicht mehr so klappt.

Aber auch da stimme ich Amory zu, das mit der Ex-Frau ist nicht zu verstehen. Findet er bei ihr denn irgendeinen besonderen Halt? Ich verstehe nicht, was ihn zu ihr treibt oder ist er emotional so erpressbar? Angesichts der Sachen, die du schon geschrieben hast, finde ich diese Sache irgendwie "krank" und von daher kann ich gut verstehen, dass es dich hart trifft, wenn er dann ausgerechnet dir sagt, dass dein Verhalten Gift für seine Gesundheit sei. Immerhin hast du ihr die Grenzen aufgewiesen, das war gut und wichtig.

Ich freue mich für dich, dass der Bruder sich kümmert. Du brauchst wirklich Unterstützung und solltest da auch nicht vor öffentlichen Hilfen zurückschrecken, wenn du dich überfordert fühlst.

Hat er denn über das Kind irgendetwas geäußert? Welche Gedanken macht er sich denn darüber, vom "Organisatorischen" abgesehen?

Danke, Springs. Das hat mir gut getan zu lesen. Ich versuche im Moment so gut es geht, mich auf Positives zu lenken. Fällt mir immer noch etwas schwer, aber etwa Mitte Januar war es so schlimm, da möchte ich einfach nicht mehr hin.

Emotional erpressbar ist er bestimmt, leider. Da laufen ganz seltsame Dinge ab und ja, krank ist es wirklich etwas. Irgendwie auch eine Art Co-Abhängigkeit - ich habe in den letzten Wochen unglaublich viel über dieses und jenes gelesen, um irgendwelche Erklärungen zu finden. Wirklich durchsetzen ihr gegenüber konnte er sich noch nie, glaube ich und er hat allgemein eine Natur, die eher gern flüchtet, als laut zu werden oder auf den Tisch zu hauen.

Vielleicht scheint das jetzt so, aber ich bin eigentlich kein übermäßig eifersüchtiger Mensch. Mir war von vorneherein klar, dass er ein Mann ist, den Frauen mögen. Wie ich glaube ich schon mal erwähnte, hat er viele weibliche Bekannte und durch seine verbindliche, freundliche Art kommt er einfach gut an. Aber ich habe, auch, wenn ich schon manchmal etwas genervt war, eine andere Frau nie als echte Gefahr gesehen. Seine Ex aber versucht es mit allen Mitteln und er glaubt, er müsse ihr helfen, sei für sie irgendwie verantwortlich. Warum, das kann ich nicht sagen - sie hat ihn teilweise so schlecht behandelt, dass er nie mehr nach ihr fragen dürfte.

Trotzdem glaube ich, dass er denkt, dass er mit ihr irgendwie offen reden kann, dass sie für ihn da ist. Das hat er auch mal gesagt, als wir Anfang Januar darüber redeten. "Sie hat so viel für mich getan und ist fast jeden Tag zu mir gekommen", das hat bei mir so reingehauen, weil ich auch immer zu ihm ins Krankenhaus kam, wenn ich nur irgendwie konnte. Da sie nicht arbeitet, hatte sie es natürlich leichter, sich ganz aufs Besuchen zu konzentrieren...
 
Hat er denn über das Kind irgendetwas geäußert? Welche Gedanken macht er sich denn darüber, vom "Organisatorischen" abgesehen?


Gerade darüber ging unsere heutige kurze Unterhaltung, leider mal wieder nur über Messenger.

Vorgestern hatten wir einen recht lockeren Kontakt und haben ein wenig gealbert und er hat mir, was mich total überraschte, etwas Avancen gemacht. Dann kam wieder nichts und deshalb fragte ich ihn heute, was er denn eigentlich wirklich will. Darauf kam...

"Etwas zurück zu dir und unserem Kind."

Ich: "Das kannst du doch jederzeit haben, ich bin ja nie gegangen."

Als über Stunden, trotzdem er es gelesen hatte, nichts kam, fragte ich ihn, ob er beschäftigt sei.

Er: "Nein, aber wenn ich daran denke, muss ich weinen."

Auf meine Frage "warum das denn?" kam kein Ton mehr.

Ich weiß schon gar nicht mehr, wie ich schreiben oder reden soll, weil ich oft glaube, dass jedes Wort falsch sein könnte.

Ich habe oft wirklich das Gefühl, dass er im Moment mit ernsthaften Dingen nicht belastet werden will. Manchmal kann ich das auch hinnehmen, aber dann denke ich an die Zukunft und es lässt mich ziemlich verzweifeln.

An Silvester war er wiederum anders und redete davon, dass wir uns eine schöne Zeit machen, wenn er wieder nach Hause kommt und eine glückliche kleine Familie sein werden. Das hielt aber, wie erwähnt, nur ein paar Tage vor.

An dem Kind ist er schon interessiert, er fragt natürlich oft danach und er scheint auch erfreut und ziemlich gerührt. Er hat aber auch bei unserem letzten ernsten Telefonat gesagt, dass er einfach nicht wisse, ob er das schaffen kann, Vater zu sein und übrigens sagte er mir in dem Gespräch auch, dass er gar nicht mehr wisse, ob er noch lieben kann. Was wiederum ein ziemlicher Schlag für mich war, aber ich sagte nichts dazu.

Im übrigen weiß ich schon, was es wird und wenigstens das würde ich ihm gern persönlich sagen, weshalb ich den Mittwoch noch geplant behalte.
 
Du solltest den Mann verlassen er weiß wohl selbst nicht was er will. Und so jemand Sprunghaftes braucht dein Kind nicht. Du muss vor allem an dein Kind denken und wie es aussieht ist der Mann nicht in der Lage ein Vater zu sein. Also tue dir selbst ein gefallen und Verlass ihn und such dir ein Mann der genau weiß was er will.
 
Gerade darüber ging unsere heutige kurze Unterhaltung, leider mal wieder nur über Messenger.

Vorgestern hatten wir einen recht lockeren Kontakt und haben ein wenig gealbert und er hat mir, was mich total überraschte, etwas Avancen gemacht. Dann kam wieder nichts und deshalb fragte ich ihn heute, was er denn eigentlich wirklich will. Darauf kam...

"Etwas zurück zu dir und unserem Kind."

Ich: "Das kannst du doch jederzeit haben, ich bin ja nie gegangen."

Als über Stunden, trotzdem er es gelesen hatte, nichts kam, fragte ich ihn, ob er beschäftigt sei.

Er: "Nein, aber wenn ich daran denke, muss ich weinen."

Auf meine Frage "warum das denn?" kam kein Ton mehr.

Ich weiß schon gar nicht mehr, wie ich schreiben oder reden soll, weil ich oft glaube, dass jedes Wort falsch sein könnte.

Das klingt danach, dass er total verzweifelt und überfordert ist.
Und irgendwie kann ich das auch nachvollziehen.
Eigentlich möchte er schon für Dich und Euer Kind da sein, aber im Moment kann er ja nicht mal für sich selber sorgen und das macht ihm natürlich grosse Angst.

Ich finde gut, dass Du ihn besuchen gehst.

Und ich würde die Hoffnung noch nicht aufgeben, dass er irgendwann wieder so viel Vertrauen zum Leben, zu sich selbst und zu Dir aufbringen hat, dass er sich eine gemeinsame Zukunft als Familie vorstellen hat.

Daneben tust Du aber bereits schon genau das Richtige. Nämlich Plan B aufbauen, falls er sich doch nicht einkriegt. Machst Du super!

Für was ich aber nach wie vor keine mildernde Umstände finde ist die Sache mit der Ex. Wenn sie doch Borderlinerin ist und er sie so lange kennt, müsste er doch wissen, dass er nichts für sie tun kann und sie ihn nur runterzieht.
 

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