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Verzweifelte Nachbarin - Sohn möchte keinen Kontakt mehr

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Ob er sich so verhält, um seine Eltern zu quälen oder ob er sich damit die Gewissheit verschaffen will, dass sie sich noch nicht von ihm abgewandt haben und somit ein Zurück noch möglich ist, sei dahingestellt.
Ob er ab und zu doch das Bedürfnis hat, dass er sich meldet?
Ich glaube dieses Nicht Wissen, was genau in ihm vorgeht, würde mich am Schwersten fallen.
Dieses Warum.
Was hat ihn verletzt, was hat ihn ggfs wütend gemacht, was tat ihm an die Beziehung zu den Eltern nicht gut ?
Ohne Grund bricht man den Kontakt zu den Eltern nicht ab.
Schade ,dass zwischen ihnen keine Kommunikation möglich ist.
Weil das muss von beiden Seiten gewollt sein.
 
Diese fadenscheinigen Kontaktaufnahmen des Sohnes kommen mir so vor, als würde er winzige Köder auslegen und sobald seine Eltern freudig und in der Erwartung nach mehr danach schnappen, fegt er alles wieder vom Tisch.
Wäre es eine Möglichkeit "einfach" nicht mehr darauf zu reagieren? Klar, "einfach" ist das nicht, aber es ist ein Signal an den Sohn, dass er so eben auch nicht weiter machen kann.

Vielleicht könnten sie ja noch eine (kurze) Nachricht schreiben, dass sie jederzeit bereit sind mit ihm zu sprechen und für ihn da zu sein, wenn er sich entschieden hat wieder Kontakt zu wollen, bis dahin aber auf keine Fragen wegen "Belanglosigkeiten" mehr antworten werden, wegen dem eigenen Gleichgewicht.

Und - ich weiß, dass ich mich wiederhole - aber auch hier finde ich sehr deutlich, dass du dem Sohn erstmal viel Schlechtes unterstellst und andere Möglichkeiten (dass er selber sehr zwiegespalten sein könnte und aus einer Not heraus handelt) zunächst gar nicht mitbedenkst.
 
Ob er sich so verhält, um seine Eltern zu quälen oder ob er sich damit die Gewissheit verschaffen will, dass sie sich noch nicht von ihm abgewandt haben und somit ein Zurück noch möglich ist, sei dahingestellt.
Und - ich weiß, dass ich mich wiederhole - aber auch hier finde ich sehr deutlich, dass du dem Sohn erstmal viel Schlechtes unterstellst und andere Möglichkeiten (dass er selber sehr zwiegespalten sein könnte und aus einer Not heraus handelt) zunächst gar nicht mitbedenkst.

Nachtgespenst, da ich selber emotional nicht so sehr in der Sache drinstecke, wie seine Eltern, versuche ich eigentlich immer, mich in die Situation beider hineinzuversetzten.
Möglicherweise ist der Sohn zwiegespalten und spielt aus einer Not heraus dieses Spiel mit seinen Eltern.

Wäre es eine Möglichkeit "einfach" nicht mehr darauf zu reagieren? Klar, "einfach" ist das nicht, aber es ist ein Signal an den Sohn, dass er so eben auch nicht weiter machen kann.
Genau darüber hat meine Nachbarin mit ihrer Therapeutin gesprochen.
Die Therapeutin meint, wenn die Eltern die Nachrichten des Sohnes ignorieren, würden sie sich auf das gleiche unfaire Niveau begeben wie der Sohn.
Ich bin aber auch der Meinung, dass sie es aus Selbstschutz tun sollten.
Der Sohn verliert womöglich mehr und mehr die Achtung vor seinen Eltern, wenn er immer wieder aufgezeigt bekommt, dass er mit ihnen umspringen kann wie er will.

Ohne Grund bricht man den Kontakt zu den Eltern nicht ab.

Sicherlich gibt es einen Grund. Aber die Schuld muss dabei nicht zwangsläufig bei den Eltern liegen.

Meine Nachbarn sind mittlerweile so weit, dass sie sich gegenseitig mit Schuldzuweisungen zerfleischen und jedes Wort, jeden kleinen Streit aus der Vergangenheit sezieren und sich ständig fragen, an welcher Stelle sie etwas falsch gemacht haben könnten.
Der Sohn wurde weder emotional, noch körperlich misshandelt. Er hat in seiner Kindheit und Jugend weder unangemessene Verantwortung, noch Hausarbeiten übernehmen müssen.
 
Meine Nachbarn sind mittlerweile so weit, dass sie sich gegenseitig mit Schuldzuweisungen zerfleischen und jedes Wort, jeden kleinen Streit aus der Vergangenheit sezieren und sich ständig fragen, an welcher Stelle sie etwas falsch gemacht haben könnten.

Das klingt gar nicht gut. Noch dazu, wo dein Nachbar ja jetzt mit seiner Erkrankung umgehen muss.

Was sagt die Therapeutin dazu?
 
Ich meinte die gegenseitigen Schuldzuweisungen.

Die Therapeutin scheint sich eher nur um den Sohn zu sorgen.
 
Das ist wichtig..
Eltern und Kinder brauchen ihr eigenes Leben unabhängig voneinander.

Auf keinen Fall am Sohn klammern oder ihm hinterher rennen.
Vielleicht war ihm die Beziehung zu den Eltern damals zu eng, vielleicht fühlte er sich bevormundet..
 
Ich meinte die gegenseitigen Schuldzuweisungen.
Die Therapeutin sagte, dass das sehr oft vorkommt.
Die Eltern möchten unbedingt die Ursache finden, weil es sich wie Folter anfühlt, beschuldigt zu werden, ohne erfahren zu dürfen, welche "Tat" sie begangen haben.
Dann wird verzweifelt in der Vergangenheit gesucht und analysiert.
Man macht sich Vorwürfe, in der einen oder anderen Situation vielleicht zu streng gewesen zu sein oder unangemessen geschimpft zu haben.
Laut Therapeutin ist es jedoch völlig menschlich und auch für die Entwicklung eines Kindes wichtig, dass Eltern auch mal zickig oder schlecht gelaunt sind.
Sie glaubt eher, dass der Sohn viel zu sehr mit Samthandschuhen angefasst wurde und dass ihm das nicht gutgetan haben könnte.

Die Therapeutin scheint sich eher nur um den Sohn zu sorgen.

Meine Nachbarin hat eher das Gefühl, dass die Therapeutin wenig Sympathie und Verständnis für den Sohn aufbringen kann.
Die Therapeutin hat mehrmals zu meiner Nachbarin gesagt, sie solle das Verhalten ihres Sohnes nicht immer schönreden und entschuldugen.
 
Ich lasse mal ein Link zum Thema da. In dem Podcast geht es um folgende Fragestellung:
  • Warum familiäre Konflikte zwischen Eltern und erwachsenen Kindern oft über Jahre entstehen
  • Welche Rolle Loyalität, Schuldgefühle und Erwartungen in Familien spielen
  • Warum manche Menschen trotz „guter Absichten“ ihrer Eltern innerlich leiden
  • Weshalb ein Kontaktabbruch selten impulsiv entsteht, sondern ein langer emotionaler Prozess ist
  • Ob und unter welchen Bedingungen eine Annäherung oder Versöhnung möglich ist
 
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