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Verzweifelte Nachbarin - Sohn möchte keinen Kontakt mehr

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Wenn Kinder den Kontakt zu den Eltern abbrechen dann tun sie es meistens weil es ihnen im Kontakt zu den Eltern extrem schlecht geht.

Eine tiefe Liebe und eine Sehnsucht nach den Eltern ist oft vorhanden.
Oft können Kinder die Kritik an den Eltern nicht in Worte fassen oder sie trauen sich nicht offene Kritik und die Gründe den Eltern mitzuteilen.
 
Nachtgespenst, da ich selber emotional nicht so sehr in der Sache drinstecke, wie seine Eltern, versuche ich eigentlich immer, mich in die Situation beider hineinzuversetzten.
Möglicherweise ist der Sohn zwiegespalten und spielt aus einer Not heraus dieses Spiel mit seinen Eltern.
Ich glaube dir, dass du das versuchst, finde aber nach wie vor, dass es dir nicht besonders gut gelingt. Außerdem bekomme ich - ganz subjektiv wirklich nur ich persönlich - beim Lesen deiner Beiträge schon das Gefühl, dass du selber sehr emotional beteiligt bist.

Genau darüber hat meine Nachbarin mit ihrer Therapeutin gesprochen.
Die Therapeutin meint, wenn die Eltern die Nachrichten des Sohnes ignorieren, würden sie sich auf das gleiche unfaire Niveau begeben wie der Sohn.
Das kann ich so gar nicht nachvollziehen. Warum soll es unfair sein sich - eventuell nach einer kurzen Nachricht in der sie es ankündigen - von dem, was der Sohn da an Hin und Her veranstaltet abzugrenzen und nicht mehr zu reagieren? Versteht deine Nachbarin warum die Therapeutin zu dieser Einschätzung kommt?
 
Ich bin mit diesen Nachbarn seit Jahrzehnten eng befreundet. Unsere Kinder sind gemeinsam groß geworden. Wir waren in all den Jahren immer füreinander da.
Vielleicht kannst du es dir nicht vorstellen, aber wenn man eine so langjährige und enge Freundschaft hat, geht einem so etwas nahe.
Und natürlich versetzt man sich noch viel intensiver in solch eine Situation, wenn man selber Kinder hat.

Außerdem bekomme ich - ganz subjektiv wirklich nur ich persönlich - beim Lesen deiner Beiträge schon das Gefühl, dass du selber sehr emotional beteiligt bist.
Ja, es geht mir sehr nah.

Das kann ich so gar nicht nachvollziehen. Warum soll es unfair sein sich - eventuell nach einer kurzen Nachricht in der sie es ankündigen - von dem, was der Sohn da an Hin und Her veranstaltet abzugrenzen und nicht mehr zu reagieren? Versteht deine Nachbarin warum die Therapeutin zu dieser Einschätzung kommt?

Das weiß ich nicht. Ich werde bei nächster Gelegenheit nachfragen.
 
Ja, es geht mir sehr nah.
Das finde ich gut und wichtig anzuerkennen, weil du dadurch halt - trotz deiner Bemühungen - alles andere als objektiv auf die Situation blickst. Das ist verständlich und menschlich, erzeugt aber eine (für mich sehr schwierige) Schieflage, wenn du dennoch immer wieder deine eigenen Empfindungen und Einschätzungen als Fakten, die nicht hinterfragt werden müssen/dürfen darstellst obwohl sie eben KEINE Tatsachen sind und vom Sohn z.B. möglicherweise ganz anders empfunden werden. Dass es dir leichter fällt die Perspektive seiner Eltern einzunehmen habe ich verstanden und das ist ja auch logisch.

Das weiß ich nicht. Ich werde bei nächster Gelegenheit nachfragen.
Finde ich gut, weil ich denke, dass auch das was Therapeut/innen sagen hinterfragt werden darf und in diesem Fall in Frage gestellt werden sollte.
 
Das ist verständlich und menschlich, erzeugt aber eine (für mich sehr schwierige) Schieflage, wenn du dennoch immer wieder deine eigenen Empfindungen und Einschätzungen als Fakten, die nicht hinterfragt werden müssen/dürfen darstellst obwohl sie eben KEINE Tatsachen sind und vom Sohn z.B. möglicherweise ganz anders empfunden werden. Dass es dir leichter fällt die Perspektive seiner Eltern einzunehmen habe ich verstanden und das ist ja auch logisch.

Dass ich das alles nur aus der Perspektive der Eltern wahrnehme und hier kommuniziere, liegt einzig und allein daran, dass mir nur diese eine Perspektive zur Verfügung steht.
Ich würde sehr gern wissen, wie der Sohn enpfindet und was genau ihn bewogen hat, den Kontakt abzubrechen. Ich würde seine Beweggründe gern verstehen.

Ich denke, eine "Schieflage" lässt sich bei einseitiger Berichterstattung nicht vermeiden.
Selbst ein Therapeut bekommt, sofern so etwas nicht mit allen Beteiligten aufgearbeitet werden soll, immer nur die Version der Person vermittelt, die während der Therapie vor ihm sitzt.
 
Ich würde sehr gern wissen, wie der Sohn enpfindet und was genau ihn bewogen hat, den Kontakt abzubrechen. Ich würde seine Beweggründe gern verstehen.
Ja, das glaube ich dir sofort. Und so wie es aussieht könnte nur der Sohn selber seine Gründe erklären, was er derzeit aber - warum auch immer - nicht möchte. Deswegen denke ich, wie andere hier auch, dass es ziemlich sinnlos ist immer weiter zu spekulieren. An deiner Stelle würde ich meine Energie in diese Richtung lenken, es "auf sich beruhen" zu lassen bis der Sohn sich vielleicht doch irgendwann von selber erklärt. Und die Eltern darin unterstützen eben nicht auf jede Belanglosigkeit einzusteigen und sich damit jedes Mal wieder in einen neuen Strudel aus Hoffnung und Enttäuschung zu begeben.

Ich denke, eine "Schieflage" lässt sich bei einseitiger Berichterstattung nicht vermeiden.
Selbst ein Therapeut bekommt, sofern so etwas nicht mit allen Beteiligten aufgearbeitet werden soll, immer nur die Version der Person vermittelt, die während der Therapie vor ihm sitzt.
Ja, sehe ich genau so. Ich habe nur bei deinen Schilderungen sehr oft das Gefühl, dass dir das nicht immer ganz so bewusst ist und für dich die Sicht der Eltern oft die einzig mögliche bzw. die "Realität" ist ohne zu berücksichtigen, dass die "Realität" des Sohnes vielleicht eine ganz andere ist.
 
Ich habe einen Freund, wo der Sohn sich nach der Scheidung der Eltern vom Vater ( also meinem Freund) entfernt hat und schliesslich der Kontakt ganz abgebrochen ist.
Zuerst habe ich ihn ermutigt, wieder Kontaktversuche zu machen, was eine Zeit lang so aussah, als ob das erfolgreich wäre.
Zumindest kam ab und zu eine Nachricht mit Neuigkeiten aus seinem Leben.
Dann sogar einmal ein Vorschlag vom Sohn, dass sie sich ja mal treffen könnten.
Der konkrete Vorschlag vom Vater wurde weder angenommen , noch abgelehnt.
Es kam gar nichts.
Meinem Freund hat das sehr mitgenommen und als Selbstschutz macht er keine Kontaktversuche mehr.
Weil er sich jedes Mal Hoffnung macht, die mit Füßen getreten wird.
Ich weiß aber nicht, wie err reagieren würde, falls der Sohn sich wieder melden würde.
Ich rate nichts mehr.
Ich spreche das Thema auch nicht mehr von mir aus an, weil ihn das immer traurig macht.
 
Die Therapeutin meint, wenn die Eltern die Nachrichten des Sohnes ignorieren, würden sie sich auf das gleiche unfaire Niveau begeben wie der Sohn.

Das kann ich so gar nicht nachvollziehen. Warum soll es unfair sein sich - eventuell nach einer kurzen Nachricht in der sie es ankündigen - von dem, was der Sohn da an Hin und Her veranstaltet abzugrenzen und nicht mehr zu reagieren? Versteht deine Nachbarin warum die Therapeutin zu dieser Einschätzung kommt?
Ich habe nachgefragt.
Es ging um das kommentarlose Ignorieren. Würden die Eltern kurz ankündigen, aus welchem Grund sie auf die Nachrichten des Sohnes nicht eingehen möchten, wäre es aus ihrer Sicht korrekt und fair.

Es gibt da noch etwas, das ich hier nicht vertiefen darf und möchte.

Der Sohn hat seine Eltern über mehrere Jahre in einer bestimmten Angelegenheit aktiv belogen.
Der Sohn steckte am Ende in einem finanziellen Schlamassel, aus dem er allein nicht mehr herauskam.
Die Eltern boten ihm finanzielle Hilfe an, die er gern angenommen hat.
Und dann kam durch einen dummen Zufall heraus, dass er ihnen eine erfundene Geschichte aufgetischt hatte.

Die Therapeutin glaubt, dass der Sohn dadurch unbewusst unter enormen Schuldgefühlen leidet, was in ihm dann einen ebenfalls unbewussten Abwehrmechanismus aktiviert hat.
Laut Therapeutin macht er sich aus diesem Grund selbst zum Opfer seiner Erziehung und gibt seiner Mutter die Schuld für sein eigenes Fehlverhalten.
 
Mit Sicherheit wird der Sohn die Eltern jahrelang in verschiedenen Hinsichten belogen haben, weil er sich nicht traute ehrlich zu sein.
 
Ich habe nachgefragt.
Es ging um das kommentarlose Ignorieren. Würden die Eltern kurz ankündigen, aus welchem Grund sie auf die Nachrichten des Sohnes nicht eingehen möchten, wäre es aus ihrer Sicht korrekt und fair.
Ja, das sehe ich auch so. Was spricht denn aus Sicht der Eltern dagegen eine kurze Begründung zu geben und dann auf banale Nachrichten des Sohnes nicht mehr zu reagieren?
 
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