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Verzweifelte Nachbarin - Sohn möchte keinen Kontakt mehr

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Wie hat sie das denn begründet?


Einerseits finde ich das vom Sohn seltsam, der wußte, dass Untersuchungen liefen, ,dass er nicht nachfragt, wie die Erlebnisse waren.
Ist er so gleichgültig?
Warum?
Was ist da passiert, dass er sich so von ihnen entfernt hat?
Ich denke nicht, dass er gleichgültig ist. Ich denke, dass er vielleicht Angst vor den Antworten hat.

Verständlich. Aber er ist jetzt erwachsen. Wenn er wieder Kontakt zu seinen Eltern will, kann er nicht erwarten, dass diese Dinge ausgespart werden.

Natürlich muss man ihn auch nach seinem.Leben fragen, wirklich interessiert sein. Die Krankheit des Vaters darf jetzt nicht alles total überschatten. Alle Menschen in der Familie sind wichtig.

Ist alles nicht so einfach.
 
Mittlerweile sind einige Wochen vergangen.
Nachasrssohn hat sich in dieser Zeit tatsächlich zweimal wegen irgendwelcher Belanglosigkeiten per WhatsApp gemeldet und ist dann quasi mitten im Gespräch wieder abgetaucht.

Seine Eltern sind sehr hoffnungsvoll, freundlich und sehr vorsichtig auf ihn eingegangen, um bloß nichts falsch zu machen.

Bei meinem Nachbarn steht seit Monaten der Verdacht auf Prostatskrebs im Raum.
Der Sohn weiß davon, hat aber nie wieder gefragt, wie es seinem Vater geht.
Vor dem Kontaktabbruch war er sehr besorgt und konnte diese Ungewissheit und das wochenlange Warten auf den nächsten PSA Test beim Urologen kaum aushalten.


Vor ca. 4 Wochen ist nach einer Biopsie aus dem Verdacht nun Gewissheit geworden.

Meine Nachbarn haben lange überlegt, ob sie ihren Sohn von der Krebserkrankung in Kenntnis setzten sollten.
Die Therapeutin meiner Nachbarin hat dringend davon abgeraten, ihn damit zu "behelligen".

Trotzdem würden sie es ihrem Sohn gern in einem persönlichen Gespräch mitteilen, wenn sie irgendwann die Gelegenheit dazu bekommen.

Da habe ich das gelesen.
 
Was für Belanglosigkeiten waren es denn?

Er ist mitten im Gespräch wieder abgetaucht. Vielleicht sogar, weil die Eltern so belanglos und vorsichtig geantwortet haben.

Vielleicht hätten sie einfach sagen sollen: Mensch X, wie schon dass du.dich meldest, wir vermissen dich. Wie geht's dir, was machst du?

Papa geht es nicht so gut. Wir haben jetzt die Untersuchungsergebnisse. Rufe uns mal an, dann können wir über alles sprechen.
 
Da habe ich das gelesen.
Ich entnehme daraus keine Suche oder Willen nach verbundenen Kontakt.
Wer mitten im Gespräch (per Whatsapp? Um Belanglosigkeiten?) wieder abtaucht, interessiert sich gerade nicht so sehr fürs Gegenüber.

Ich könnte mir vorstellen, dass der Sohn "erwartet" bzw. davon evtl. sogar ausgeht, dass man ihn trotz der Situation bei gravierenden Dingen in Kenntnis setzt.
Ich kenne das aus meinem eigenen Umfeld. Ich habe seit einiger Zeit keinen Kontakt mehr zu meiner Schwester. Sie würde dennoch erwarten, dass ich ihr Bescheid sage, wenn etwas mit unserem Vater wäre. Nur das zählt dann und nicht, dass sie mich zuletzt nur noch wüst beschimpft und beleidigt hat.
 
Zuletzt bearbeitet:
Nun gut, wir wissen das nicht alles wirklich. Wir kennen die Belanglosigkeit nicht, mit der er zu den Eltern in Kontakt getreten ist. Wir kennen den weiteren Gesprächsverlauf nicht per Whats app.

Ich hab auch mal zu meinen Eltern den Kontakt abgebrochen, obwohl ich wusste, dass möglicherweise Mutter schwer krank war. Wobei ich nicht wirklich wusste, was sie hat.

Sie hat aber immer, auch zuletzt mir immer wieder Vorwürfe gemacht, dass ich mich nicht genügend um.sie kümmern würde, sie nie verstehen würde usw. Also aufs Psychische bezogen..

Ich wusste auch, dass?sie körperliche Probleme hat. Sie hat sich darum aber nicht wirklich gekümmert. Wenn ich genauer nachgefragt hatte, sagte sie vorwurfsvoll: "Warum sagtst du nicht zu mir, Mutti, es ist alles nicht so schlimm, es wird schon wieder gut?

Ich hatte gesagt, da müsste man doch mal genauer untersuchen. Das hat sie mir vorgeworfen.

Weil diese ständigen Vorwürfe mich schon seit meiner Kindheit quälten, hatte ich dann irgendwann den Kontakt abgebrochen. Meine eigene Psyche litt nämlich sehr darunter.

Nach drei Monaten, als ich an diesem Tag schon so ein komisches Gefühl hatte, klingelte mein Telefon, was aber kaputt war.

Also noch so ein Festnetztelefen mit Wählscheibe, vielleicht auch schon Tasten, Handys gab es noch nicht.

Ich bin dann zur Telefonzelle, die gab es damals noch, und rief bei meinen Eltern an.

Da war dann mein Vater dran, ziemlich alkoholisiert. Er erzählte mir wir, dass meine Mutter im Krankenhaus war, gerade operiert worden war, aber fast gestorben wäre usw.

Ich wusste also, dass es sehr ernst war.

Dadurch hatte ich die Möglichkeit, meine Mutter noch 5 Wochen auf der Intensivstation zu begleiten und sie dort zu besuchen, bis sie dann starb.

Ich sag mal.so: Hätte mir niemand Bescheid gesagt, hätte ich nicht geahnt, dass mein Vater der Anrufer war und nicht zurück gerufen, hätte ich nicht mehr zu meiner Mutter gekonnt, bevor sie starb,

wäre das ein zusätzliches schlimmes Trauma gewesen.

Obwohl ich den Kontakt abgebrochen hatte aus Selbstschutz, hätte ich es nicht ausgehalten, wenn sie dann einfach gestorben wäre, ohne, dass ich sie nochmal sehen konnte.
 
Wie hat sie das denn begründet?

Einerseits finde ich das vom Sohn seltsam, der wußte, dass Untersuchungen liefen, ,dass er nicht nachfragt, wie die Erlebnisse waren.
Ist er so gleichgültig?
Warum?
Was ist da passiert, dass er sich so von ihnen entfernt hat?

Ja, das habe ich gelesen. Offensichtlich sucht er aber jetzt den Kontakt. Er hat ein Recht darauf zu wissen, was die Familie sonst noch so belastet.

Was für Belanglosigkeiten waren es denn?

In dem einen WhatsApp Gespräch in der Familiengruppe fragte er , ob man mit einer Bindehautentzündung zum Augenarzt müsse oder ob das von allein wieder weggeht.
Seine Mutter hat ihm freiverkäufliche Augentropfen aus der Apotheke empfohlen, ihm aber geraten, zum Augenarzt zu gehen, wenn die Tropfen keine Besserung bringen.
Sein Vater meinte, er solle gleich zum Augenarzt gehen.
Einen Tag später fragte seine Mutter nach, wie es seinem Auge ginge.
Er hat diese Nachricht sofort gelesen, aber nicht beantwortet.

Ein paar Wochen später ging es darum, dass er sich über einen Paketzusteller geärgert hatte.
Auch da ist er dann mitten im Gespräch abgetaucht.

Genau das habe ich auch gelesen, würde es aber absolut nicht als "sucht den Kontakt" bewerten.

Ich werte das auch nicht als "sucht den Kontakt".
Ich will dem Sohn nichts unterstellen, aber ich nehme das als eine Art Spielchen wahr.
Der Sohn wendet sich an die Eltern. Die Eltern freuen sich und sind sehr bemüht um ihn. Und dann wendet er sich sang- und klanglos wieder ab.

Ich könnte mir vorstellen, dass der Sohn "erwartet" bzw. davon evtl. sogar ausgeht, dass man ihn trotz der Situation bei gravierenden Dingen in Kenntnis setzt.

Das ist gut möglich.
Die Therapeutin meiner Nachbarin meinte jedoch, dass er es eventuell eher als Druckmittel sehen könnte, wenn man ihn von der Erkrankung in Kenntnis setzt.
Der Sohn weiß seit langem, dass die PSA Werte seines Vaters nicht in Ordnung waren und dass ein Karzinom der Grund dafür sein könnte.
Er wusste, dass das abgeklärt werden sollte, und dass der Vater bereits vor Monaten einen Termin beim Radiologen vereinbart hat.
Mein Nachbar interpretiert das so, dass ihm der Gesundheitszustand seines Vaters völlig gleichgültig geworden ist.
 
dass er es eventuell eher als Druckmittel sehen könnte, wenn man ihn von der Erkrankung in Kenntnis setzt.
Das war auch mein Gedanke. Hängt aber sehr von dem sonstigen Umgang ab.

Ich sag mal so, meine Kinder würden ihrem Vater keinen Prostatakrebs glauben. Nach all den Hirntumoren, schwerer Epilepsie, die nie jemand gesehen hat und der Berufsunfähigkeit wegen Todkrankheit bei Vollzeitjob nachvollziehbar.

Wenn die Erfahrung es hergibt, dass man Manipulationsversuche vermuten könnte, dann lasst es lieber bleiben, wenn der Sohn nicht fragt.

Prostatakrebs ist in sehr vielen Fällen gut behandelbar. Wenn die Situation prekär werden sollte, kann man dem Sohn immer noch Bescheid sagen.
 
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