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Verzweifelt Familienplanung

E

Eleonor

Gast
Hallo zusammen, erstmal mag sich mein Post etwas zu vorwurfsvoll und verwöhnt anhören, wenn man aber so drüber nachdenkt, ist er es glaube ich nicht. Ich bin w, 31 Jahre alt und seit 2 Jahren verheiratet (zuvor 3 Jahre Beziehung). Wir wohnen in einem extrem teuren Ballungsraum, wo man sich praktisch NICHTS leisten kann. Kitagebühren liegen hier pro Monat bei 475 EUR. Auch der Umkreis von 50km ist eine Katastrophe. Dennoch haben wir nach der Ausbildung beide halbwegs gute und solide Jobs gefunden. Ich bin seit 13 Jahren bei einer Versicherung, mein Mann seit vielen Jahren bei einem Autoteilezulieferer im Umland. Ich habe mich beruflich nie wohlgefühlt, aber immer daran gedacht, dass das Geld dort durchschnittlich besser ist als woanders. Er hat einen Sohn aus erster Ehe, für den 1/4 seines Gehaltes draufgeht. Wir hätten gerne ein Baby und haben schon viele Jahre gespart - eigentlich auch deshalb, dass ich 2 Jahre in Elternzeit bleiben kann. Vor 10 Jahren hätten wir damit die Hälfte eines Reihenhaus bar zahlen können. Heute klappt es nicht mal mit den Kaufnebenkosten. Bei uns in der Stadt plus 50km kosten Häuser und Wohnungen um die 100 qm, die wir bräuchten, ab 600 000 EUR oder so 1500 EUR Kaltmiete. Da ich eine sehr schwere Kindheit durch die psychischen Erkrankungen meiner Mutter hatte, hatte ich ab meinem 19. LJ Miete zu zahlen, mein Mann genauso aus anderen Gründen. Ich frage mich, wie wir das alles machen sollten. Würden wir bei den Preisen kaufen, hätten wir ja eine monatlich Belastung von locker 2400 EUR für den Kredit, fast 500 EUR für den Kindergarten und dann noch den Unterhalt, ohne dass wir was gegessen haben. Meine Eltern leben in einem Reihenhaus. Nicht groß und auch nicht mehr zeitgemäß, aber für uns würde es reichen. Ich habe neulich meinen Vater gefragt, ob Sie sich einen Wohnungstausch vorstellen könnten. Sie bei uns in die 75qm, wir ins Haus und dafür würden wir alles modernisieren. Man muss sagen, dass meine Eltern ihr Haus nicht nutzen. Meine Mutter sitzt nur in der Küche, mein Vater nur im Wohnzimmer. Oben geht seit x Jahren keiner mehr hoch. Der Garten verwildert... Er war fassungslos, dass ich nur über sowas nachdenke. Aber er kennt die Not nicht. Er hat das Haus als Schenkung von meinem Opa bekommen als er 25 war, als Ausgleich musste er nur 500 Mark monatlich an seine Schwester zahlen. Ein Witz! Was sagt ihr zu der Situation? Ich fühle mich total unter Druck und denke sogar darüber nach, kein Kind zu bekommen deswegen.
 

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Schroti

Sehr aktives Mitglied
Man kann ein Kind auch in einer Wohnung großziehen...
Deine Eltern wären schön dumm, würden sie auf dein "Tauschangebot" eingehen.
Ich finde es vernünftig, wenn du auf ein Kind verzichtest.
Aber bitte gib deinen Eltern nicht die Schuld dafür - das wäre lächerlich.
 
E

Eleonor

Gast
Naja, ich hatte früh viele Kosten DURCH meine Eltern, konnte deswegen nicht studieren. Ich hatte die Wahl zwischen weiter Alkoholkotze aufwischen und schnell Geld verdienen und raus. Also gebe ich meinen Eltern schon die Mitschuld, dass ich mit 16 vom Gymnasium gegangen bin, um meine damalige Bankausbildung zu machen und auszuziehen. Warum du der Meinung bist, dass ich kein Kind bekommen sollte (da mein deiner Meinung nach ja auch ein Kind in 75qm in der Stadt einfach großziehen kann), verstehe ich also nicht. Ganz im Gegenteil, ich wünsche mir einfach für unser Kind ein schöneres Aufwachsen als ich es hatte. Es gibt mir jedes Mal einen Stich, weil ich sehe, wie meine Eltern einfach alles Hab und Gut verwahrlosen lassen, welches ich liebevoll gestalten würde. Das macht es eben für mich sehr, sehr schwer. Ich habe ja auch nicht auf das Haus bestanden, sondern lediglich meine Gedanken in den Raum geworfen.
 
E

Eleonor

Gast
Ich finde halt, wir haben das Beste aus uns gemacht. So gut wir konnten. Wir würden auch in eine andere Stadt ziehen, aber mein Mann hat eben eine Verantwortung, die hier ist. 50km wären okay, auch Dorf, aber da tut sich hier preislich einfach nichts. Es tut mir halt einfach weh, wie sie ihr Haus gehen lassen während wir uns abkämpfen. Aber ich denke, wer nicht exakt in einer solchen Situation steckt und sein Leben lang ohnehin schon in Vielem stetig zurückstecken oder kämpfen musste, versteht das leider nicht. Ist auch okay.

Zudem habe ich das von meinen Eltern nicht erwartet, sondern einfach mal gefragt. Ich würde das für mein Stiefkind und oder mein eigenes tun. Wie ich alles dafür tue. Ich mache ja auch, trotzdem ich leider als KInd wirklich gelitten habe, alles für meine Eltern.
 
E

Eleonor

Gast
Ich möchte mich noch letztmalig dazu äußern.

Mir ist es sicherlich nicht egal, wie es meinen Eltern geht. Ganz im Gegenteil. Andere Kinder hätten ihren Eltern längst den Rücken gekehrt. Meine Eltern haben mich als Kind verwahrlosen lassen. Ich hatte teilweise keine Kleidung - und zwar nicht aus finanzieller Not, sondern weil meine Mutter zu sehr mit sich und mein Vater zu sehr mit seiner Arbeit und danach mit seinen Kneipenfreunden beschäftigt war. Als ich ca. 10 Jahre alt war, hat meine Mutter angefangen, nicht wie bis dahin ein bisschen, sondern massiv zu trinken. Als ich als Teenager mal ein offenes Ohr gebraucht hätte, hat man mir stattdessen jegliche Fäkalien im Haus hinterlassen, die ich aus Panik vor Besuch natürlich stetig entfernte. Ich musste schauen, wie ich an Essen komme. Und ich möchte nochmal betonen: das Problem war nicht finanzieller Natur, sondern der Totalausfall meiner Mutter als Person. Dennoch habe ich mich, auch nach meinem Auszug, immer um meine Eltern gekümmert. Ich habe meine Mutter zu sämtlichen späteren Entzügen begleitet, ihr nach drei Jahren Krankheit wieder einen Job gesucht (da war ich 15 und musste selbst Bewerbungen schreiben) usw. Gleichzeitig habe ich mich um meine Ausbildungsstelle und eine Wohnung sowie deren Einrichtung gekümmert. Ich war nie arbeitlos, auf der schiefen Bahn oder sonst was. Ich habe immer gearbeitet, getan und gemacht. Nur einmal nach der Ausbildung eben den Job gewechselt. Mir also ohne dieses Wissen Egoismus anzukreiden und dass ich meinen Eltern keinen "schönen Lebensabend" wünsche, finde ich maßlos.
 

Sofakissen

Aktives Mitglied
Also die reine Frage nach dem Wohnungstausch finde ich schon in Ordnung. Meine Eltern wären z.B. bestimmt sofort dafür, die Häuser zu tauschen, weil ihnen das eigene längst zu groß ist (man kommt kaum mit dem Putzen hinterher), während unseres deutlich kompakter ist und obendrein deutlich besseren öffentlichen Nahverkehr bietet. Nicht dass man sich selber ärgert, dass man zu wenig Platz hat und die Eltern sich ärgern, dass sie nur noch am Putzen sind.

Aber nun hast du eine Antwort und du musst die akzeptieren.
Wie groß ist eure aktuelle Wohnung denn? Die ersten paar Jahre kann ein Kind auch mit den Eltern im Schlafzimmer schlafen. In der Zeit könntet ihr dann überlegen, ob ich nicht doch weiter raus aufs Land zieht. Dort verdient man zwar weniger, dafür kosten Häuser gerne mal auch nur einen Bruchteil. Oder ihr geht in Miete und verzichtet auf den Kauf.

Kann den Frust verstehen. Wir wollten eigentlich auch zuerst in der Großstadt bleiben, weil hier die Arbeitsplätze sind. Haben uns aber entschieden, sobald die Kinder kommen zurück in die alte Heimat zu gehen, wegen der von dir genannten Preisen in den Ballungszentren.
 
E

Eleonor

Gast
Danke, Sofakissen, für deine Antwort.

Nun, es ist eben nunmal so, dass mein Mann hier ein Kind hat und wir deswegen nicht so frei sind, wie andere in der Situation. Deshalb suchen wir auch so ca. in 50km Umkreis damit wir beide unsere Jobs behalten können, die ja elementar sind. Vergleichbares werden wir als rein ausgebildete Personen nicht finden und wir möchten auch die Sicherheit daraus nicht aufgeben.

Unsere Wohnung hat 70qm und das 3. Zimmer ist für meinen Stiefsohn, der ja im wöchentlichen Wechsel bei uns ist. Mein Mann kommt zudem nicht von hier, musste also des Jobes wegen aus Brandenburg hier herziehen, d. h. seine Familie wird tw. noch zusätzlich in dieses Zimmer oder, wenn mehrere Personen kommen, in unser Schlafzimmer einquartiert (dann schlafen wir zu zweit auf der Couch). Das ist oft ohne Baby schon sehr eng, deshalb steht mir der Druck noch etwas höher.

Liebe Grüße!
 

Ombera

Aktives Mitglied
Wir konnten uns auch kein Haus leisten und haben eine 76 Quadratmeter große Eigentumswohnung gekauft und in der unsere Tochter großgezogen. Bis sie ihren ersten Freund hatte, war das überhaupt kein Problem.
Die Wohnung ist abbezahlt, wir sind nie in eine Schuldenfalle getappt und ich finde es richtig so. Natürlich war ich auch mal auf andere neidisch, aber ich hab auch erlebt, wie andere pleite gingen mit ihrem Haus oder das Kind allein gelangweilt auf der obligatorischen Rutsche saß, weil es im eigenen Garten ja so schön ist. Bei uns haben die Kinder zusammen im Hof gespielt.
Wenn du auf ein Kind verzichtest, dann weil du selbst überhöhte Ansprüche hast.
 

Sollilja

Aktives Mitglied
Ich finde die Frage nach dem Wohnungstausch legitim, allerdings wäre es wohl besser gewesen, damit zu warten, bis tatsächlich das Kind da ist und sich das Wohnungsproblem nicht anderweitig lösen lässt. Und man müsste wohl auch irgendeinen Kaufpreis oder Miete anbieten, nicht nur die Renovierung. Da das Verhältnis zu den Eltern aber generell schwierig ist, wäre es möglicherweise aber so oder so gescheitert.

Den Wunsch nach eigenem Haus kann ich nachvollziehen, nur muss man eben auch die eigenen beschränkten Möglichkeiten berücksichtigen, die sich ja zu einem größeren Teil auch aus Entscheidungen ergeben haben, die man in der Vergangenheit mal für richtig gehalten hat.
 

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