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Verstehst Du die Lösung gesellschaftlicher Probleme aus Sicht des Islam?

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Aber natürlich und genau dazu brauchen wir deine seitenlangen Ergüsse in einem HF. Glaubst Du ernsthaft, dass sich hier jemand über den Islam informieren will? Hälst du die user hier für so dumm, dass sie keine anderen Quellen lesen?

Auf keinen Fall. Aber ich unterstelle auch niemandem, dass er den Koran gelesen hat bzw. andere Quellen heranzieht.
Welche Quellen hast Du gelesen bzw. kannst Du empfehlen?
 
Mohamed und Ismael
(Quelle: Hamed Abdel-Samad)

Gemäß dem alten Testament hatte Abraham zwei Söhne: Isaak, den Sohn mit seiner Frau Sara. Isaak wurde zum 2. Stammvater für das Volk Israel. Der Erstgeborene war jedoch der uneheliche Sohn Ismael, der als Stammvater der Araber angesehen wird. Auch für ihn hatte Gott eine gute Verheißung.

Assyrische Texte aus dem 7. Jahrhundert v. Chr. belegen, dass beduinische Stämme z.B. auf dem Sinai lebten, die Ismaeliten genannt wurden.

Für Muslime steht die Abstammung Mohammeds über 40 Generationen hinweg nebst Namen und Datierungen seiner Vorfahren fest. Das erinnert an den Anfang des Matthäus Evangeliums, in dem der Stammbaum Jesu bis Abraham wiedergegeben ist.

Mohammed gehörte zu dem Stamm der Quraisch, die wieder zum Clan der Hashimiten gehörten. Vorallem die Abbasiden, die den Auftrag für die Erstellung der ersten Biographie Mohammeds erteilten, waren an einem lückenlosen und authentischen Stammbaum des Propheten interessiert, denn dadurch legitimierten die Herrscher von Bagdad ihren Machtanspruch.

Ein Hinweis, dass zwischen dem Stamm der Quraisch und den Ismaeliten ein Verbindung besteht, ist nicht bekannt. Die Quraisch lebten bis Ende des 4. Jahrhunderts n.Chr. im Jemen und nicht im Sinai oder in Nordarabien. Wie ich las, waren die Stämme der Ismaeliten längst verschwunden, als die Quraisch nach Mekka kamen. Im Koran und in der Biographie Mohammeds wird behauptet, dass Mekka von Ismael gegründet wurde.

In einigen Hadithen hebt Mohammed hervor, dass es keinen Unterschied gäbe zwischen einem Araber und einem Nicht-Araber. Später jedoch äussert er seinen Stolz auf seine Vorfahren. Dem Stamm der Quraisch widmet er eine ganze Sure im Koran.

Hamed Abdel-Samad führt dies darauf zurück, dass Mohammed sehr lange um seine Anerkennung kämpfen musste. 13 Jahre hatte er gepredigt, ohne dass seine Lehre zum ersehnten Erfolg geführt hatte. Im Gegenteil: In seiner Heimatstadt Mekka von seinen eigenen Leuten wurde er verspottet und verachtet.

Lt. einer Überlieferung des Hadith-Sammlers al-Tirmidhi sagte Mohammeds Onkel al-Abbas zu ihm: „Die Stämme von Quraisch versammelten sich und lobten ihre genealogische Abstammung. Über dich, Mohammed, sagten sie jedoch, du seiest wie eine vereinzelte Palme, die im Schmutz gewachsen sind.“

In einer Sammlung des führenden Hadith- Gelehrten Ahmad Ibn Hanbal, Gründer einer der vier Rechtsschulen des Islam, findet sich eine Ergänzung. Demnach soll Mohammed gesagt haben: „Ich bin Mohammed, Sohn von Abd Allah, Sohn von Abd al Muttalib. Als Allah die Menschen schuf, machte er mich den besten unter ihnen. Er teilte die Menschen in zwei Gruppen auf und machte mich in der besten Gruppe. Dann schuf er die Stämme und machte meinen Stamm den besten. Dann teilte er die Stämme in Clans auf und machte meinen Clan den besten. Deshalb bin ich der Beste unter Euch, charakterlich und genealogisch.“

Und in al-Sira al-Halabiyah wird sogar behauptet, dass keine von Mohammeds 500 Großmüttern je außerehelichen Geschlechtsverkehr gehabt hatte. Es war für die Herleitung des Machtanspruches wichtig, die Frage der reinen Herkunft herauszustellen.
 
Ich glaub ein Problem rührt daher das sie die muslimischen Männer die Frauen nicht schön drinken können.🙂
 
Brücken bauen

Brücken bauen

Aus meiner Sicht fängt das Bauen von Brücken an, in dem man sich gegenseitig versteht. Den Muslimen zu verstehen, was er meint wenn er dies oder das sagt oder macht, halte ich für den ersten und wichtigsten Schritt.

Ich habe recht gute Erfahrungen gemacht, wenn ich mich als Christ outete. Ich denke, dass die Gemeinsamkeit des Monotheismus hier sehr hilfreich ist.

Christen kann ich empfehlen, dass sie sich darauf einstellen zu erläutern, warum es auch im christlichen Glauben nur einen Gott gibt, selbst wenn wir von Gott-Vater und Jesus, seinem Sohn sowie den Heiligen Geist sprechen.

Wenn man keine Ahnung vom Koran sowie von der islamischen Geschichte hat, macht es aus meiner Sicht wenig Sinn, über diesen oder jenen Punkt der islamischen Welt zu diskutieren.

Begriffe klären:
Wichtig ist, sich über die Bedeutung von Begriffen Klarheit zu verschaffen.

Beispiel:
Ein islamischer Religionslehrer schwärmte vom Islam, weil z.B. dort die Religionsfreiheit so ausgeprägt sei. Er wurde gefragt: Wie meinen Sie das? Er antwortete: Im Islam haben alle Menschen die absolute Freiheit, den Islam anzunehmen. Ein Gesprächspartner meinte dazu: „Stellen Sie sich vor, ich nehme den Islam heute an und in 6 Monaten trete ich zum Buddhismus über.“ Der Religionslehrer meinte: „Dann haben Sie 3 Tage Zeit, es sich nochmal zu überlegen. Falls Sie nicht zum Islam zurückkehren, müssen Sie getötet werden.“ Daraufhin wurde dem Religionslehrer die Frage gestellt: Glauben Sie, dass das gerecht ist? Glauben Sie, dass das eine sehr einseitige Religionsfreiheit ist? Ist eine einseitige Religionsfreiheit nicht eine Unfreiheit?

Es ist eine Hilfe, mit Fragen zum Nachdenken anzuregen anstatt von vorneherein zu behaupten, der Islam sei eine Religion der Unfreiheit, selbst wenn man dieser Ansicht ist.

LG, Nordrheiner
 
Brücken bauen

Vorurteile gibt es auch auf Seiten von Muslimen.

Eine Brücke kann gebaut werden, wenn auch auf muslimischer Seite Vorurteile erkannt und abgebaut werden.
Hier ein Beispiel:

Viele Muslime glauben, dass der Koran biblischen Aussagen widerspricht.

Hier wäre darauf hinzuweisen auf: Sure 5,43 + 44: Die Thora (AT) enthält die Entscheidungen Gottes
Und 46 + 47: Und wir ließen ihnen, d.h. den Gottesmännern der Kinder Israels ) her Jesus, den Sohn der Maria, folgen, daß er bestätige, was von der Thora vor ihm da war. Und wir gaben ihm das Evangelium, das (in sich) Rechtsleitung und Licht enthält. Die Leute des Evangeliums sollen nun nach dem entscheiden, was Gott darin herabgesandt hat.

Weitere Koranstellen, die die Autorität der Bibel positiv bestätigen:
Sure 32, 23 ; Sure 10,94; Sure 2,136 ; Sure 3,3 ; Sure 4,136; Sure 5,68; Sure 10,37

Die Autorität der Bibel wird nirgendwo im Koran in Frage gestellt. In Sure 3,3 werden beispielsweise das Evangelium und das mosaische Gesetz als "Führer der Menschheit" bezeichnet.
 
Brücken bauen

Eine Verständnisschwierigkeit zwischen Christen und Muslimen besteht darin, dass Muslime im Allgemeinen sagen: Jesus ist ein Prophet wie jeder andere. Jesus kam nur zu den Israeliten. Mohammed ist der größte und letzte Prophet, der zur gesamten Menschheit kam.
Als Basis dieser Aussagen dienen: Sure 4, 171 ; 5,75 ; 33,40 ; 43,59 und 43,63.

Die wichtigsten Aussagen über Jesus im Koran und die Bezeichnungen, Namen, die ihm gegeben werden, sind folgende:

Sure Aussage
3,45 Er ist in dieser und in der künftigen Welt hoch angesehen
4,158 Gott hat ihn zu sich (in den Himmel) erhoben (wörtlich: zu ihm selbst, d.h. Allah) durch Allah
4,171 Er ist der Messias (Christus), das Wort von Allah, ein Geist von Allah
(Al-Bukhari (6:200-201; 60.178.236) bestätigt den Titel „Allahs Wort“ für Jesus
5,113 Er schuf Leben, heilte Kranke und weckte Tote auf
19,19 Er war fehlerlos (ohne Sünde). (Der Koran sagt in Sure 19,12-15 auch, dass Johannes der Täufer heilig war. Alle anderen Propheten außer Jesus mussten um Sündenvergebung bitten, einschließlich Mohammed (Sure 4,106 ; 40,55 ; 47,19).
19,21 Er ist ein Zeichen für die Menschheit
19,20 Er wurde von einer Jungfrau geboren
19,34 Er ist das Wort der Wahrheit
21,19 Er ist ein Zeichen für die Menschen in aller Welt
43,61 Er ist ein Erkennungszeichen der Stunde (des Gerichts)
43,63 Er kam mit klaren Beweisen

(mit „Er“ ist Jesus gemeint)

Die meisten Muslime ignorieren diese bemerkenswerten Aussagen im Koran, die Jesus einzigartig machen. Es ist wichtig darauf hinzuweisen, dass der Koran niemals – nicht einmal an Stellen, wo er sich am schärfsten gegen die christlichen Lehren wendet – Jesus irgendeine Sünde zuschreibt.

Sogar der Koran beschreibt Jesus als einem einzigartigen Menschen, der mehr ist als nur ein Prophet. Muslime argumentieren, dass Jesus trotzdem nur ein Prophet war, der zu seinem Volk, den Israeliten gesandt wurde. Dabei stützen sich (Bibel belesene) Muslime auf den Bibelvers: „Da sagte er zu der Frau: Ich bin gesandt worden, um dem Volk Israel zu helfen“ (Matthäus 15,24; siehe auch 1,21 und 10 V 5-6).

(Quelle: Basiswissen Islam von Andreas Maurer; Wie Christen und Muslime ins Gespräch kommen)
 
Brücken bauen

Eine der wichtigsten Fragen, um den Menschen vor mir zu verstehen, ist für mich: Warum bist du Moslem?
 
Wenn ich Menschen kennenlernen will, dann überlege ich mir oft das Wie. Die Menschen sind sehr verschieden. Also gibt es auch ganz verschiedene Zugangswege des Kennenlernens. Je standardisierter die Frage ist, je pauschaler und standardisierter sind auch die Antworten. Also mit Standardfragen kommt man schlecht weiter.

Schon alleine dadurch, dass Du eben keine Standardfragen stellst, Dir die Mühe gemacht hast eine tiefer gehende Frage zu stellen, signalisierst Du auch tiefer gehendes Interesse. Und durch offenkundiges Interesse öffnen sich Menschen eher als durch Allgemeinheiten, die ggf. als reine Höflichkeitsfloskel abgetan wird.
 
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