Nordrheiner
Sehr aktives Mitglied
Lieber Nordrheiner,
Zitat: " Wenn meine diesbezüglichen Fragen bereits als inquisitorisch ausgelegt werden, dann können wir uns von der Demokratie gleich verabschieden."
Jetzt stellt sich eine sehr grundsätzliche Frage: Argumentierst Du aus deinem christlichen/theologischen Verständnis oder aus einer politischen Perspektive? Das können nämlich durchaus sehr gegensätzliche Denkansätze sein, möglicher Weise sogar auch unvereinbar. "Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen" etwa intendiert eine solche Spannung, ja sogar einen Widerspruch.
Die Regel "Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen" nehme ich für mich in Anspruch.
Wie also soll sich ein Mensch entscheiden, der sich einerseits Gott gefällig verhalten möchte, sich aber gleichzeitig demokratischen Mehrheitsentscheidungen beugen muss? Du wirst dich erinnern, dass Kriegsdienstverweigerer genau diesem Widerspruch ausgesetzt waren.
Der Bundestag hat jetzt in Teilen Sterbehilfe straffrei gestellt. Ist das nach deiner Meinung mit dem Gebot "Du sollst nicht töten!" vereinbar?
Last but not least musst Du dann deinem Voting gemäß die Abtreibungsregelungen des § 218 akzeptieren.
Das kann ich mir eigentlich nicht vorstellen.
Burbacher
Lieber Burbacher,
wenn die demokratische Mehrheitsentscheidung entscheidet, dass Sterbehilfe sowie Abtreibung straffrei sind, dann habe ich das zu akzeptieren. Das schliesst nicht aus, dass ich für mich anders entscheide und z.B. für mich Sterbehilfe ablehne. Die Regel "man muß Gott mehr gehorchen als den Menschen" gilt für mich. Ich leite daraus nicht das Recht ab, anderen Menschen diese Regel aufzuzwingen.
Im Rahmen einer Diskussion stelle ich mich gegen anders lautende Meinungen ... und nehme damit meine demokratischen Rechte wahr.
LG, Nordrheiner