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Vernichtende Kritik an Hausarbeit

  • Starter*in Starter*in Sx345
  • Datum Start Datum Start
Ich bin ehrlich gesagt wütend und zornig, da ich die HA unter großen Opfern geschrieben habe und so etwas zurückzukriegen schmerzt.
Ein Studium ist nun mal kein Kuschelkurs. Große Opfer? Ich habe das 2. juristische Staatsexamen ablegen müssen, obwohl mein Vater in der Zeit an Lungenkrebs erkrankt und zwischen meiner Examenshausarbeit und der mündlichen Prüfung auch verstorben ist. Ich wohnte damals noch in meiner Heimatstadt, habe alles hautnah miterlebt, ihn auch oft besucht, wenn er im Krankenhaus war.

Das hat in der Prüfung niemanden interessiert, und das wusste ich auch von Anfang an. Andere haben bereits im Studium oder in der Schulzeit Vergleichbares erlebt. Wiederum andere sind nach Abgabe der Examenshausarbeit erst mal auf die Kanaren geflogen und konnten sich erholen, bevor es mit dem Lernen fürs Mündliche weiterging. Ich musste mir stattdessen das Krepieren meines Vaters ansehen, zur Beerdigung gehen und gemeinsam mit meiner schon damals seit Jahrzehnten chronisch kranken Mutter und meiner Schwester (deren psychische Krankheit damals noch nicht so deutlich zutage trat) beim Notar den Nachlass zugunsten unserer Mutter regeln lassen, weil kein Testament existierte.

Ich hatte die Wahl: Entweder ich reiße mich am Riemen und bin so nervenstark, dass ich das Referendariat und die 2. Staatsprüfung trotz alledem packe, oder ich lasse mich hängen, falle durch, und meine berufliche Zukunft ist ruiniert. Das wäre im Übrigen das Letzte gewesen, was mein Vater gewollt hätte. Die Mitleidsmasche und das Drücken auf die Tränendrüsen zieht im Studium nicht mehr. Später im Beruf auch nicht. Wer das Studium oder einen darauf aufbauenden Vorbereitungsdienst nicht mehr packt, sobald ihn ein schwerer Schicksalsschlag ereilt, der hätte einen anspruchsvollen akademischen Beruf auch nicht gepackt. Denn solche Berufe erfordern ein hohes Maß an Belastbarkeit, auch psychisch. Während eines jahrzehntelangen Berufslebens trifft sowieso nahezu jeden der eine oder andere schwere Schicksalsschlag. Mich haben gleich mehrere getroffen, der im Referendariat war nur der erste von vielen.

Übrigens meinten gewisse Verwandte hinterher obendrein noch, ihr Sohn hätte kurz vor seinem Abitur vergleichbare Belastungen gehabt, weil sein Opa im Alter von über 80 Jahren gestorben war.... Die Eltern des Bürschchens waren gerade mal um die 40 zu der Zeit und beide kerngesund und fit. Animal farm, sag' ich dazu nur noch. 😎

Statt beleidigt zu sein, nimm lieber die Kritik an und konzentriere dich darauf, deine Arbeitsweise in den kritisierten Punkten zu verbessern. Und wenn du das nicht kannst, suchst du dir besser eine einfachere Ausbildung.
 
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Als ich studiert habe, war bei Fragen zu Arbeiten immer eine Tutorin/ein Tutor zu angegebenen Zeiten verfügbar.

Brauchbar war auch noch das Seminar "Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten". Vielleicht wird bei dir auch etwas Ähnliches angeboten.
 
Manche wollen Ihren Frust halt irgendwo ablasen. (...) Ich hasse so ein Verhalten und Kann deine Wut verstehen.
Niemand soll jemanden mit seinem ärger und Wut an andere auslassen vorallem nur weil derjenige eine höhere position hat. Aber willkommen in der kranken Arbeitswelt.... Deswegen gehe ich nicht arbeiten..
 
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Das ist nicht "die Arbeitswelt", das ist ein Studium. Und wenn Leistungen im Studium unzureichend sind, müssen Ausbilder und Dozenten das auch sagen dürfen. Dasselbe gilt später im Beruf für Vorgesetzte. Das hat mit "Ärger und Wut an anderen auslassen" nichts zu tun und sollte auch nicht als Scheinargument vorgeschoben werden, weil jemand null Bock auf Arbeit hat.

Außerdem eignet sich nicht jeder für jeden Beruf. Oder möchte hier irgendwer von einem Arzt behandelt werden, dem seine Examina nachgeschmissen wurden, obwohl seine Leistungen nicht den Anforderungen entsprechen? Oder sich unters Messer eines Chirurgen begeben, der sein Handwerk nicht gelernt hat, weil niemand ihn zu kritisieren wagte?
 
(...)

Ein Studium ist immer eine Herausforderung.
Vor allem der Beginn ist oft gefinkelt, bis man von Schule auf Uni umgeschaltet hat und wirklich versteht, was gefordert wird und worum es geht.

Aber wie geschrieben, es gibt auf jeder Uni Hilfestellung und Einführungsveranstaltungen, die Licht ins Dunkel bringen sollen.

In Zukunft kannst du Kritik einfach als das annehmen was sie ist und nicht als persönliche Beleidigung.
 
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Jede Uni/ Hochschule hat einen Leitfaden, indem drin steht, welche formalen Anforderungen (Seitenränder, Schriftgröße, Schriftart, Zitierweise, Aufbau) für welche Typ von Arbeiten gelten. Scheinbar bist du zu faul, um dich damit auseinanderzusetzen. Zumal es auch Youtube Videos und Co. gibt, wie man Seminararbeiten und Co. schreibt.

Mit dieser Einstellung wärst im Arbeitsleben ein echtes Opfer. Hoffentlich mein Opfer... 😛
Kürzlich hatte ich einen Ü40 Arbeitskollegen mit Dr. gehabt. Es war ein erster richtiger Job. HerDoktor war zu faul Gesetzestexte rauszusuchen und zu interpretieren/ anzuwenden (Teil seines Jobs als Manager), noch war in der Lage Word richtig zu bedienen. Er wusste nicht wie man ein Inhaltsverzeichnis erstellt. Er wollte jedoch schnell Grenzen ziehen, dass ich ohne Dr. Titel dumm sei und ihm unterstellt bin. Mein Gedanke "Challenge accecpted. Ich werde dafür sorgen, dass du die Probezeit nicht bestehst". Tja... lange war er nicht bei uns beschäftigt. Am letzten Tag habe ich ihm grinsend viel Glück gewünscht.
 
ich weiss als Doktor auch nicht, wie ich ein Inhaltsverzeichnis erstelle...
weil man nicht alles wissen muss.
Wenn es aber Teil meines jobs ist, etwas zu wissen, bin ich als Doktor schneller als andere im recherchieren und umsetzen 🙂
Deswegen bekommt man nämlich einen Doktor bzw. ein Doktor ist ein offizielles Gütesiegel für Durchhaltevermögen, durchfuchsen und Problemlösekompetenz.


Dein von Dir geschildertes Verhalten, den Kollgen, auch, wenn er ein Ar... war, zu sabotieren, wäre übrigens charakterlich eines Doktors unwürdig 🙂, aber Du bist ja keiner....
in Österreich wird oft noch eine Zeremonie bei der Promotionsfeier durchgeführt, bei der man u.a. folgendes schwört....

"Sie wollen also versprechen: Die Kenntnisse und Fähigkeiten, die Sie erworben haben, zu pflegen und ständig durch Fortbildung zu erweitern und zu verbessern, der Wissenschaft zu dienen, deren Ziele zu fördern und dadurch verantwortlich zur Lösung der Probleme der menschlichen Gesellschaft und deren gedeihlicher Weiterentwicklung beizutragen, nach Wahrheit zu streben und wissenschaftliche Erkenntnisse nicht zu unterdrücken oder zu verfälschen, Ihr Wissen und Können zum Wohle der Menschen, ohne Ansehung der Person einzusetzen, die Menschenwürde und die Menschenrechte stets zu achten, Ihre beruflichen Pflichten mit gleicher Menschlichkeit gegen alle auszuüben und weder eigenen Schwächen noch äußerem Druck oder Drohung nachzugeben, der ,Universität´ in Treue verbunden zu bleiben und sich des verliehenen akademischen Grades in Leben und Beruf würdig zu erweisen. Sind Sie bereit, dies nach bestem Wissen und Gewissen zu versprechen?“
 
Kürzlich hatte ich einen Ü40 Arbeitskollegen mit Dr. gehabt. Es war ein erster richtiger Job. HerDoktor war zu faul Gesetzestexte rauszusuchen und zu interpretieren/ anzuwenden (Teil seines Jobs als Manager), noch war in der Lage Word richtig zu bedienen. Er wusste nicht wie man ein Inhaltsverzeichnis erstellt. Er wollte jedoch schnell Grenzen ziehen, dass ich ohne Dr. Titel dumm sei und ihm unterstellt bin. Mein Gedanke "Challenge accecpted. Ich werde dafür sorgen, dass du die Probezeit nicht bestehst". Tja... lange war er nicht bei uns beschäftigt. Am letzten Tag habe ich ihm grinsend viel Glück gewünscht.
Unfassbar! Jedes (Bundes)Land hat doch sein Rechtsportal! Der Bund auch. Dadurch ist es doch ganz einfach und komfortabel, Gesetzestexte aufzurufen. Es gibt jede Menge digitale Gesetzeskommentare. Außerdem kann man auf den Seiten des Bundestags und der Landtage auch Gesetzentwürfe nebst Begründung aufrufen. Die Gesetzesbegründungen sind auch hilfreich bei der Auslegung der Vorschriften.

Unglaublich, dass jemand dazu zu faul ist, und das auch noch in der Probezeit!
 
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