Hallo ihr Lieben, 🙂
Nach einiger Zeit melde ich mich auch mal wieder hier zu Wort…
Dass es einige hier so darstellen als ob wir uns bewusst dazu entschieden haben unsere Lehrerin zu lieben, finde ich nicht in Ordnung, denn wenn ich damals die Wahl gehabt hätte, hätte ich mich sicher nicht für diesen Weg entschieden.
Ich persönlich finde es schwierig mit diesem Thema zum Vertrauenslehrer zu gehen, bin aber der Meinung, dass das jeder für sich selbst entscheiden muss. Mit den Vertrauenslehrern, die damals an meiner Schule waren, hätte ich über dieses Thema nicht sprechen wollen.
@ ABVJoGo:
Du schreibst es ist egoistisch seiner Lehrerin die Liebe zu gestehen, weil Lehrerinnen auch so schon genug am Hals haben. Gewissermaßen magst du damit Recht haben, da es ein Stück weit von Egoismus zeugt. Allerdings muss ich in dem Fall auch Earthling Recht geben, die der Meinung ist, dass man als Lehrerin wissen sollte worauf man sich einlässt und auch in der Lage sein sollte auf die Schüler einzugehen und nicht bloß stur Wissen in sie einzutrichtern. Bevor man sich für einen Beruf entscheidet, informiert man sich in der Regel vorher darüber, was auf einen zukommt und entscheidet dann ob man in der Lage ist damit umzugehen. Wenn man sich nun mal dafür entscheidet mit anderen Menschen zu arbeiten, muss man sich bewusst sein, dass früher oder später jemand mit seinen Problemen Rat sucht, auch wenn vielleicht gerade selbst schon genug am Hals hat.
An dieser Stelle spreche ich allen Lehrern und Lehrerinnen meinen größten Respekt aus, da sie tagtäglich wirklich enorm viel leisten. Ich bewundere deren Arbeit.
Ich bin ebenfalls der Meinung, dass es einem Schüler leichter fällt den Lehrstoff aufzunehmen, wenn der Lehrer/die Lehrerin in der Lage ist sich in die Schüler hineinzuversetzen und ein eher lockeres Verhältnis zu den Schülern hat. Es mag sein, dass das auch jeder ein bisschen anders sieht und bloß weil das Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler heutzutage nicht mehr ganz so streng ist, heißt das nicht, dass Schüler sich deshalb so oft in ihre Lehrer verlieben. Ich denke diese Liebe hat es schon immer gegeben, bloß hat man früher nicht so offen darüber geredet.
Um noch mal auf das Thema Egoismus zurückzukommen: Für eine Schülerin ist es mindestens genauso belastend mit dem Thema umzugehen, wenn man plötzlich Gefühle für eine Lehrerin hat, wie für die Lehrerin, die davon betroffen ist.
Das Schlimmste ist ja, dass man nicht wirklich mit jemandem darüber reden kann, so ging es mir z.B. damals. Ich habe drei Jahre lang diese Gefühle mit mir selbst ausgemacht und sehr darunter gelitten und immer wieder kam der Gedanke auf endlich reinen Tisch zu machen und ihr meine Gefühle zu gestehen. Ich habe es aber immer wieder aufgeschoben, denn trotz aller Verliebtheit weiß man als Schüler durchaus, dass man keine Chance hat.
Es ist eine große emotionale Belastung mit dieser Liebe allein zu sein und niemanden zum Reden zu haben und hinzu kommt noch, dass man die betreffende Person beinahe jeden Tag sieht.
Einige Betroffene haben im Internet darüber berichtet, dass sie sogar extra die Schule gewechselt haben, um Abstand zwischen sich und die Lehrerin zu bringen, allerdings finde ich, dass es ein großer Schritt ist sich dafür zu entscheiden, vor allem da man diese Entscheidung ja auch Freunden oder der Familie gegenüber rechtfertigen muss. Ob diese räumliche Trennung dann tatsächlich etwas bringt, sei mal dahin gestellt. Ich habe meine Lehrerin 2 nun schon fast 8 Jahre nicht mehr gesehen und dennoch sind die Gefühle für sie wieder zurückgekehrt.
Ich habe mich damals nach über 3 Jahren unglücklicher Verliebtheit dazu entschieden Lehrerin 1 meine Liebe zu gestehen, da ich auch einfach zu dem Zeitpunkt keinen anderen Weg mehr gesehen habe.
Heute denke ich auch anders darüber und im Nachhinein war es vielleicht auch ein Stück weit egoistisch von mir, noch dazu ist mir das Geständnis immer noch total peinlich. Allerdings muss man dazu sagen, dass ich heute die Möglichkeit hätte mit nahe stehenden Menschen darüber zu sprechen, da ich mittlerweile geoutet bin, was damals nicht der Fall war.
Man muss vielleicht auch dazu sagen, dass ich bis heute an den Folgen meines Liebesgeständnisses an Lehrerin 1 leide. Es ist nicht nur die Lehrerin, die damit zu kämpfen hat.
Als ich Lehrerin 1 zum letzten Mal „begegnet“ bin (das ist noch gar nicht so lange her), standen wir etwa 2 m voneinander entfernt, ich hätte mich am liebsten in Luft aufgelöst und mein Herz hat so heftig geschlagen, dass ich dachte es springt jeden Moment aus meinem Körper. Ich weiß nicht ob sie mich gesehen hat, aber ich glaube wir sind mittlerweile an dem Punkt wo wir uns beide nicht mehr trauen aufeinander zuzugehen, obwohl bei beiden der Wunsch nach Kontakt irgendwie vorhanden ist. Während meiner Schulzeit hatten wir ein sehr freundschaftliches Verhältnis zueinander hatten, inklusive Kontakt außerhalb der Schule, was ja eigentlich auch nicht erlaubt gewesen wäre. Ich bin mir sehr sicher, dass diese Freundschaft nach Beendigung meiner Schulzeit noch intensiver geworden wäre, aber mit meinem Liebesgeständnis habe ich das alles kaputt gemacht und ich bereue es bis heute. Es gelingt mir zwar immer wieder wochenlang nicht daran zu denken, aber die Gedanken kommen immer wieder durch.
Das war es jetzt erstmal von mir. Es tut mir leid, dass der Beitrag etwas lang geworden ist, aber meine Gedanken zum momentanen Thema in diesem Forum mussten einfach mal raus. ;-)
Ich wünsche allen hier in diesem Forum ein schönes, erholsames Wochenende.