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Verliebt in meine lehrerin

Meines Wissens gibt es genau für diese Dinge einen "Vertrauenslehrer" - "Lehrer des Vertrauens" (oder wie das sich nennt). Die Stelle wurde extra geschaffen, um die Lehrer zu entlasten. Heutzutage ist der Lehrer ja sowas wie eine Allzwegwaffe, was die Schüler anbelangt. Was sie leisten geht weit über das hinaus, für das sie ausgebildet wurden.

Zwar ging neben der Lehre schon immer ein Stück weit die Erziehung einher, jedoch gerät die Erziehung bzw das Ausbügeln von erzieherischen Defiziten im Elternhaus immer mehr zur Hauptaufgabe, bedingt durch den gesellschaftlichen Wandel im Laufe der Zeit. Das kommt auch bissl drauf an, was das für eine Schule ist, wie sich die Klasse zusammensetz usw.

Die Lehrer müssen vor dem ganzen Drumherum besser geschützt werden, sonst verschleißen sie viel zu schnell und können den Job nicht lange machen. Priorität sollte die Bildung haben und nicht die Erziehung, die Seelsorge, therapeutische Maßnahmen oder Kummerkasten jeglicher Art. Das ist insgesamt zu viel und kann nicht von einer Person allein geleistet werden! Die Zahl der Aus- und Umsteiger in den Lehrerreihen nimmt immer weiter zu ... warum ist das wohl so?

Also schont die Lehrer lieber und lernt fleißiger 😉

Dein Entlastungsappell in allen Ehern, ich glaube aber du hast am Thema vorbei oder stellenweise gar nicht gelesen?

Ein Vertrauenslehrer ist ausschließlich für die Probleme der Schüler/innen da und es macht in der Regel ein Lehrer nebenher. Nichts mit: eine Stelle etxra.

Wissenvermittlung vollzieht sich innerhalb eines emotional abgesteckem Rahmens = zwischenmenschliche Beziehung gleich welcher Art. Eine klare Trennung von Emotionen wäre schön, ist aber leider nicht wirklich umzusetzten. Selbst einem Ewachsenem fällt dies schwer, von einem Jugendlichen ist es schlichtweg zu viel verlangt.

Es müsste so ein Fach geben, in dem Schüler/innen über ihre grundsätzlichen Emotionen innerhalb der Schule spechen können und ihre Gefühle reflektieren. Möglicherweise gäbe es dann auch weniger Mobbing. Auch Lehrer/innen sollten bereits im Studium geschult werden, wie sie mit Emotionen und auch "Schwärmereien" von Schüler/innen am Besten umgehen.
 
ABVJoGo
Klingt ja schön, nur aber sind auch Schüler Menschen mit ihren Gefühlen und Nöten und Sie können nicht immer alles tragen.
Ein Mädchen was sich in eine lehrerin verliebt hat kann auch ein geschlagenes ungeliebtes Kind sein was einfach die Geborgenheit und Akzeptanz bei einer lehrerin sucht. Genau deswegen weil es die Lehrerin als starke Autoritätsperson sieht.die Lehrerin muss in so einem Fall ja nicht es dem Mädchen geben wenn sie es nicht will/kann, aber Verständnis und Akzeptanz gehören dazu.
Aber es kommt darauf an, wie jeder Mensch es persönlich sieht .
Und Lehrer und sowohl auch Schüler sind eben Menschen.
 
Dein Entlastungsappell in allen Ehern, ich glaube aber du hast am Thema vorbei oder stellenweise gar nicht gelesen?

Ein Vertrauenslehrer ist ausschließlich für die Probleme der Schüler/innen da und es macht in der Regel ein Lehrer nebenher. Nichts mit: eine Stelle etxra.

Ja - das ist leider wohl so. Wahrscheinlich ist vom Staat nicht genug Geld da.

Es müsste so ein Fach geben, in dem Schüler/innen über ihre grundsätzlichen Emotionen innerhalb der Schule spechen können und ihre Gefühle reflektieren. Möglicherweise gäbe es dann auch weniger Mobbing. Auch Lehrer/innen sollten bereits im Studium geschult werden, wie sie mit Emotionen und auch "Schwärmereien" von Schüler/innen am Besten umgehen.

Das erste Teil klingt theoretisch plausibel. Praktisch wird kaum ein Schüler vor der ganzen Klasse einen Seelenstripties machen. Sone Veranstaltung kann ganz schnell zum Witz für die Schüler werden.
Das Zweite klingt theoretisch auch plausibel - praktisch ist das eine ganz andere Fachrichtung. Lehrer sind keine Therapeuten! Zwar hat man da im Studium bissl Psychologie bzw können angehende Lehrer das auch als zusätzliche Veranstaltung nehmen (meine Cousine hat das zumindest), dennoch bleiben die Lehrer Laien darin. Das ist auch nicht Ziel der Lehre.


@Nuriaa: Du drehst das jetzt um. "aber sind auch Schüler Menschen mit ihren Gefühlen und Nöten und Sie können nicht immer alles tragen" Was sollen sie denn allein tragen? Ihre ganz eigenen persönliche Probleme, Stress zu Hause, Liebeskummer?
Genau das ist es ja, was ich meinte mit "Allzweckwaffe Lehrer". Wieviel Schüler gibts in einer Klasse? Glaub so um die 20 ... rechne das Ganze also mal 20 und dann stelle das nochmal gegenüber -> Schülerprobleme versus Probleme, die der Lehrer dann zusätzlich zum eigentlichen Problem hat - nämlich "Wie bringe ich den Stoff im Lehrplan jetzt den Kindern bei?"

Ach und ganz vergessen, Lehrer haben ja auch hin und wieder andere Klassen bzw im Laufe ihrer Karriere sehr viele Klassen.

Klaro gibt's auch das Zischenmenschliche zwischen Schüler und Lehrer, ich finde aber, das sollte auf ein Minimum reduziert werden. Ist halt meine Meinung dazu. Lehrer sollten nicht verantwortlich dafür sein, die soziale Kompetenz der Schüler auszubilden oder Konfliktlösungsstrategien aufzuzeigen oder den moralischen Kompass zu eichen oder oder oder ... das sind Aufgaben der Eltern und des privaten Umfeldes der Schüler.

Ich verstehe schon die Problematik hier. Niemand kann von Heranwachsenen erwarten, dass sie den ersten "Liebeskummer" so einfach wegstecken. Diese emotionale Reife hat man in dem Alter einfach noch nicht (haben Manche mit 25-30 auch nicht ^^). Daher rate ich ja auch - erzählt das irgendjemanden, ausser dem Lehrer. Denn dieser hat primär eine andere Aufgabe in eurem Lebensabschnitt. Und um diese Aufgabe auch gut zu bewältigen, ist eine gewisse Distanz von Nöten. Das gehört zur Professionalität des Lehrers dazu.
 
Zuletzt bearbeitet:
Und genau DAS ist einfach nur egoistisch. Da wird son "Geständnis" vor dem Lehrer ausgekippt und der muss das jetzt irgendwie handhaben, nur damit es dem Schüler besser geht. Es gibt andere Möglichkeiten, sowas zu verarbeiten.



Nicht's für ungut 🙂

Sorry, aber kennst du SchülerInnen, die ihrem Lehrer bzw. ihrer Lehrerin ein Geständis gemacht haben, dass du so genau über ihre Beweggründe urteilen und diese als "egoistisch" abtun kannst?

Ich selbst habe übrigens nie meine Gefühle gestanen, kenne aber Leute (aus dem Thread hier und auch außerhalb), die der betreffenden Lehrerin ihre Gefühle gestanden haben. Ich denke, das ist gerade für junge Menschen mitten in der Pubertät eine ganz schwierige Situation - gibt es dann im Umfeld niemanden, der die Gefühle ernst nimmt oder einfach mal aufbaut und tröstet, kann dies ja auch dazu führen, dass jemand seiner Lehrerin seine Gefühle gesteht. Oder in einem Fall, den ich kenne, ahnte eine Lehrerin bereits stark von den Gefühlen ihrer Schülerin, da deren Verhalten darauf schließen ließ. Das führte zu Konflikten und schließlich gestand die Schülerin der Lehrerin ihre Gefühle - was ihr Verhältnis natürlich nicht verbesserte, allerdings würde ich diesem Mädchen, das ich persönlich kenne, auch nicht vorschnell Egoismus an den Kopf werfen, dafür war ihre Situation zu kompliziert. Denn gerade homosexuellen Jugendlichen fehlen häufig Ansprechpersonen, wenn sie (unglücklich) verliebt sind. Sie fühlen sich ausgegrenzt, haben Angst vor dem Coming-Out und ziehen sich zurück. Natürlich nicht immer, aber ich finde, hier muss man das auch mal erwähnen.

Für mich persönlich wäre ein Geständnis auch nie in Frage gekommen, da ich zum Glück mit meinen Gefühlen auf andere Weise umgehen konnte und ein verständnisvolles privates Umfeld habe, aber letztlich sind die einzelnen Situationen einfach zu unterschiedlich um ein Pauschalurteil abgeben zu können.
 
@ ABVJoGo:

Ja, als SchülerIn einer Lehrkraft ein Liebesgeständnis zu machen, kann man wohl egoistisch nennen. Aber ich denke, dass man sich dessen nicht unbedingt immer bewusst ist, als Schüler in dieser Situation. Man verzweifelt an der ganzen Sache, denkt sich bei jedem Blick von ihr: "Hat sie es gemerkt? Weiß sie es?" Und wenn dann auch noch – wie es in diesem Thread bei einigen der Fall ist – erstmals homosexuelle Gefühle aufkommen, ist der ein oder andere natürlich überfordert. Als ich damals darüber nachgedacht habe, meiner Lehrerin von meinen Gefühlen zu erzählen, wusste ich nur, dass ich es nicht länger zurückhalten konnte, weil ich daran kaputtgegangen bin. Ich hatte Menschen, denen ich mich damals anvertraut habe, aber das ist nicht dasselbe, weil für mich immer die Frage im Raum stand, ob meine Lehrerin mir das angemerkt hatte (hatte sie nicht). Ich bin damals gar nicht auf die Idee gekommen, dass ich, auch für sie, damit mehr Probleme schaffe als ich löse. Einige Freundinnen ermutigten mich noch dazu: "Frau XY ist gut und kompetent! Sie wird damit ganz locker umgehen können, verlass dich drauf". Kompetent war und ist sie, aber da haben wir alle ausgeblendet, dass sie ja kurz vorher noch Referendarin gewesen war und mit solchen Liebesgeständnissen von SchülerInnen wohl kaum Erfahrung haben konnte. Entsprechend konnte sie damit wohl erstmal genauso wenig umgehen wie ich. Ich verstehe also, was du meinst, und mit den Erfahrungen, die ich inzwischen habe, würde ich auch jedem von einem solchen Geständnis abraten. Würde ich heute so handeln, sähe ich mich selbst dabei als Egoistin. Aber bitte ... Ich war zum ersten Mal verliebt. In eine Frau. Die doppelt so alt war wie ich. Da habe ich nicht viel nachgedacht. Und das geht vielen so, die ich aus diesem Thread kenne.

Was die Rolle des Lehrers betrifft, so sehe ich die Sache völlig anders als du. Es ist nun mal so, dass man einen großen Teil des Tages in der Schule verbringt. Da kommt man sich doch zwangsläufig näher, auch über die Lehrer-Schüler-Grenze hinweg. Logischerweise sollte es auch hier Grenzen geben, aber als Lehrer die komplette Persönlichkeit aus dem Unterricht zu halten, finde ich weder natürlich noch erstrebenswert.
Ich persönlich kann nur sagen, dass ich im Unterricht von Lehrern, die mit all ihrer Persönlichkeit in ihrem Unterricht aufgehen und denen man anmerkt, dass ihre Schüler ihnen am Herzen liegen, wesentlich aufmerksamer und interessierter bin. Denn das steuert eine Menge zu einer positiven Lernatmosphäre bei und färbt oft auch auf den Kurs oder die Klasse als solche ab.
Dass der Unterricht zu kurz kommt, sehe ich nicht so. Ganz im Gegenteil. Die Schule, in der Lehrer und Schüler eine absolute Distanz voneinander wahren, stelle ich mir als einen schrecklichen Ort vor, den ich niemals betreten möchte. Zumal es wirklich nicht so ist, dass kein Unterricht gemacht würde. Diese seelsorgerischen Dinge sind meines Erachtens ein Bestandteil des Lehrerberufs und dessen sollte man sich bewusst sein, sollte man sich für diesen entscheiden. Das Problem liegt hier bei den Universitäten.

Vertrauenslehrer sind wichtig, werden aber nicht immer "genutzt", soweit ich das aus meinem schulischen Umfeld mitbekomme – schließlich handelt es sich hierbei meist um irgendeinen Lehrer, den man oft nicht kennt. Warum sollte man sich diesem Lehrer anvertrauen? Mit einer Person zu sprechen, der man mindestens ein Mal wöchentlich begegnet und die einem sympathisch ist, ist für viele weitaus naheliegender.

Was möchtest du eigentlich zum Ausdruck bringen mit "Schont die Lehrer lieber und lernt fleißiger"? Ich hoffe, ich habe diesen Satz falsch verstanden. Dass sich jemand in eine Lehrkraft verliebt, hat nichts mit der eigenen geistigen Reife, der Lernfähigkeit oder dem Lernwillen zu tun; allein der Umgang mit solchen Gefühlen sagt natürlich viel über die Reife desjenigen aus.

Danke an dieser Stelle, dass du uns anscheinend für einen Haufen unreifer, unreflektierter Teenager mit ganz großen Persönlichkeitsproblemen hältst und das dabei auch noch so deutlich raushängen lässt ...
 
Danke an dieser Stelle, dass du uns anscheinend für einen Haufen unreifer, unreflektierter Teenager mit ganz großen Persönlichkeitsproblemen hältst und das dabei auch noch so deutlich raushängen lässt ...

Gern geschehen 😉
Obwohl ich das so gar nicht ausgedrückt habe. Alle pauschalen Inhalte dienten nur der einfacheren Darstellung meiner Ansicht. Das ist wie im späteren Leben - gibt Leute mit nem Knall und welche, die ganz ohne Schaden durch den Alltag gehen.

Ich muss den Leuten hier ja nicht nach dem Mund reden - glaub eine etwas "andere" Sicht der Dinge kann erfrischend wirken und die Kehrseite der Geschichte evtl beleuchten.

Vertrauenslehrer sind wichtig, werden aber nicht immer "genutzt", soweit ich das aus meinem schulischen Umfeld mitbekomme – schließlich handelt es sich hierbei meist um irgendeinen Lehrer, den man oft nicht kennt. Warum sollte man sich diesem Lehrer anvertrauen? Mit einer Person zu sprechen, der man mindestens ein Mal wöchentlich begegnet und die einem sympathisch ist, ist für viele weitaus naheliegender.

Was möchtest du eigentlich zum Ausdruck bringen mit "Schont die Lehrer lieber und lernt fleißiger"? Ich hoffe, ich habe diesen Satz falsch verstanden.

Ja das mit dieser Vertrauensperson ist wirklich schwierig. Das klang damals bei der Ideenfindung bestimmt theoretisch sehr toll - wie es aber immer so ist, ist es praktisch problematisch umzusetzen. Obwohl es manchmal gar nicht so verkehrt sein kann, wenn das eine 100% unbeteiligte Person ist, die man kaum kennt. Man muss für die Nutzung dieses "Services" natürlich über seinen eigenen Schatten springen können.

Zum letzten zitierten Satz - hättest Du den Zwinkersmiley dahinter registriert, dann würdest Du die Frage sicher nicht stellen, oder?
 
Zuletzt bearbeitet:
@ ABVJoGo:


Was die Rolle des Lehrers betrifft, so sehe ich die Sache völlig anders als du. Es ist nun mal so, dass man einen großen Teil des Tages in der Schule verbringt. Da kommt man sich doch zwangsläufig näher, auch über die Lehrer-Schüler-Grenze hinweg. Logischerweise sollte es auch hier Grenzen geben, aber als Lehrer die komplette Persönlichkeit aus dem Unterricht zu halten, finde ich weder natürlich noch erstrebenswert.
Ich persönlich kann nur sagen, dass ich im Unterricht von Lehrern, die mit all ihrer Persönlichkeit in ihrem Unterricht aufgehen und denen man anmerkt, dass ihre Schüler ihnen am Herzen liegen, wesentlich aufmerksamer und interessierter bin. Denn das steuert eine Menge zu einer positiven Lernatmosphäre bei und färbt oft auch auf den Kurs oder die Klasse als solche ab.
Dass der Unterricht zu kurz kommt, sehe ich nicht so. Ganz im Gegenteil. Die Schule, in der Lehrer und Schüler eine absolute Distanz voneinander wahren, stelle ich mir als einen schrecklichen Ort vor, den ich niemals betreten möchte. Zumal es wirklich nicht so ist, dass kein Unterricht gemacht würde. Diese seelsorgerischen Dinge sind meines Erachtens ein Bestandteil des Lehrerberufs und dessen sollte man sich bewusst sein, sollte man sich für diesen entscheiden. Das Problem liegt hier bei den Universitäten.

Danke für diesen wichtigen Absatz! Lehrer, die ihre Schüler nur als Gefäße sehen, in die man möglichst viel Wissen "hineingießen" muss, haben eindeutig den falschen Beruf gewählt. Als Lehrer muss man den Kontakt zu jungen Menschen schätzen und ein guter Lehrer nimmt seine Schüler auch als Individuen wahr, mit Stärken, Schwächen, Talenten und einer einzigartigen Persönlichkeit.

Studien bestätigen immer wieder, dass ein gutes Verhältnis zum Lehrer sich meist stark auf den Lernerfolg von Schülern auswirkt. Wer als Lehrer also überhaupt keine Beziehung zu seinen Schülern wünscht, die über strikte Wissensvermittlung herausgeht, wird mit dieser Strategie vermutlich nicht besonders weit kommen, da man nun einmal auch zwischenmenschliche Strategien braucht, um Wissen optimal ermitteln und eine konstruktive Lernatmosphäre herstellen zu können.

Natürlich sind Lehrer keine Psychotherapeuten und können in manchen Fällen nicht viel für einen Schüler tun, allerdings haben sie durchaus eine pädagogische Ausbildung absolviert und können schon allein durch ihr Verständnis, ihr Mitgefühl und ihre Menschlichkeit viel für einen Schüler verändern, dem es im Augenblick gerade nicht so gut geht. Wer überhaupt nicht bereit ist, sich mit den Problemen, denen junge Menschen heute ausgesetzt sind (z.B. Leistungsdruck, Versagensängste, familiäre Probleme, Armut),auseinanderzusetzen, kann meines Erachtens nach auch kein guter Lehrer sein. Die besten Lehrer, die ich hatte, waren immer diejenigen, die auch außerhalb des regulären Unterrichts für ihre Schüler ansprechbar waren, deren Probleme ernst nahmen und das Zwischenmenschliche nicht einfach beiseiteschoben.

Ich könnte es mir überhaupt nicht vorstellen, als Lehrerin in eine Klasse hineinzugehen, die 50-Minuten-Einheit abzuhalten, und dann einfach wieder zu verschwinden und bis zur nächsten Stunde überhaupt nicht mehr an die Klasse zu denken oder einfach über die Schwierigkeiten einzelner Schüler hinwegzusehen. Lehrersein ist ein verantwortungsvoller Beruf, der auch viel mit sozialer Kompetenz und sozialen Fähigkeiten zu tun hat.
 
Hallo ihr Lieben, 🙂

Nach einiger Zeit melde ich mich auch mal wieder hier zu Wort…

Dass es einige hier so darstellen als ob wir uns bewusst dazu entschieden haben unsere Lehrerin zu lieben, finde ich nicht in Ordnung, denn wenn ich damals die Wahl gehabt hätte, hätte ich mich sicher nicht für diesen Weg entschieden.
Ich persönlich finde es schwierig mit diesem Thema zum Vertrauenslehrer zu gehen, bin aber der Meinung, dass das jeder für sich selbst entscheiden muss. Mit den Vertrauenslehrern, die damals an meiner Schule waren, hätte ich über dieses Thema nicht sprechen wollen.

@ ABVJoGo:
Du schreibst es ist egoistisch seiner Lehrerin die Liebe zu gestehen, weil Lehrerinnen auch so schon genug am Hals haben. Gewissermaßen magst du damit Recht haben, da es ein Stück weit von Egoismus zeugt. Allerdings muss ich in dem Fall auch Earthling Recht geben, die der Meinung ist, dass man als Lehrerin wissen sollte worauf man sich einlässt und auch in der Lage sein sollte auf die Schüler einzugehen und nicht bloß stur Wissen in sie einzutrichtern. Bevor man sich für einen Beruf entscheidet, informiert man sich in der Regel vorher darüber, was auf einen zukommt und entscheidet dann ob man in der Lage ist damit umzugehen. Wenn man sich nun mal dafür entscheidet mit anderen Menschen zu arbeiten, muss man sich bewusst sein, dass früher oder später jemand mit seinen Problemen Rat sucht, auch wenn vielleicht gerade selbst schon genug am Hals hat.

An dieser Stelle spreche ich allen Lehrern und Lehrerinnen meinen größten Respekt aus, da sie tagtäglich wirklich enorm viel leisten. Ich bewundere deren Arbeit.

Ich bin ebenfalls der Meinung, dass es einem Schüler leichter fällt den Lehrstoff aufzunehmen, wenn der Lehrer/die Lehrerin in der Lage ist sich in die Schüler hineinzuversetzen und ein eher lockeres Verhältnis zu den Schülern hat. Es mag sein, dass das auch jeder ein bisschen anders sieht und bloß weil das Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler heutzutage nicht mehr ganz so streng ist, heißt das nicht, dass Schüler sich deshalb so oft in ihre Lehrer verlieben. Ich denke diese Liebe hat es schon immer gegeben, bloß hat man früher nicht so offen darüber geredet.

Um noch mal auf das Thema Egoismus zurückzukommen: Für eine Schülerin ist es mindestens genauso belastend mit dem Thema umzugehen, wenn man plötzlich Gefühle für eine Lehrerin hat, wie für die Lehrerin, die davon betroffen ist.
Das Schlimmste ist ja, dass man nicht wirklich mit jemandem darüber reden kann, so ging es mir z.B. damals. Ich habe drei Jahre lang diese Gefühle mit mir selbst ausgemacht und sehr darunter gelitten und immer wieder kam der Gedanke auf endlich reinen Tisch zu machen und ihr meine Gefühle zu gestehen. Ich habe es aber immer wieder aufgeschoben, denn trotz aller Verliebtheit weiß man als Schüler durchaus, dass man keine Chance hat.
Es ist eine große emotionale Belastung mit dieser Liebe allein zu sein und niemanden zum Reden zu haben und hinzu kommt noch, dass man die betreffende Person beinahe jeden Tag sieht.
Einige Betroffene haben im Internet darüber berichtet, dass sie sogar extra die Schule gewechselt haben, um Abstand zwischen sich und die Lehrerin zu bringen, allerdings finde ich, dass es ein großer Schritt ist sich dafür zu entscheiden, vor allem da man diese Entscheidung ja auch Freunden oder der Familie gegenüber rechtfertigen muss. Ob diese räumliche Trennung dann tatsächlich etwas bringt, sei mal dahin gestellt. Ich habe meine Lehrerin 2 nun schon fast 8 Jahre nicht mehr gesehen und dennoch sind die Gefühle für sie wieder zurückgekehrt.
Ich habe mich damals nach über 3 Jahren unglücklicher Verliebtheit dazu entschieden Lehrerin 1 meine Liebe zu gestehen, da ich auch einfach zu dem Zeitpunkt keinen anderen Weg mehr gesehen habe.
Heute denke ich auch anders darüber und im Nachhinein war es vielleicht auch ein Stück weit egoistisch von mir, noch dazu ist mir das Geständnis immer noch total peinlich. Allerdings muss man dazu sagen, dass ich heute die Möglichkeit hätte mit nahe stehenden Menschen darüber zu sprechen, da ich mittlerweile geoutet bin, was damals nicht der Fall war.
Man muss vielleicht auch dazu sagen, dass ich bis heute an den Folgen meines Liebesgeständnisses an Lehrerin 1 leide. Es ist nicht nur die Lehrerin, die damit zu kämpfen hat.
Als ich Lehrerin 1 zum letzten Mal „begegnet“ bin (das ist noch gar nicht so lange her), standen wir etwa 2 m voneinander entfernt, ich hätte mich am liebsten in Luft aufgelöst und mein Herz hat so heftig geschlagen, dass ich dachte es springt jeden Moment aus meinem Körper. Ich weiß nicht ob sie mich gesehen hat, aber ich glaube wir sind mittlerweile an dem Punkt wo wir uns beide nicht mehr trauen aufeinander zuzugehen, obwohl bei beiden der Wunsch nach Kontakt irgendwie vorhanden ist. Während meiner Schulzeit hatten wir ein sehr freundschaftliches Verhältnis zueinander hatten, inklusive Kontakt außerhalb der Schule, was ja eigentlich auch nicht erlaubt gewesen wäre. Ich bin mir sehr sicher, dass diese Freundschaft nach Beendigung meiner Schulzeit noch intensiver geworden wäre, aber mit meinem Liebesgeständnis habe ich das alles kaputt gemacht und ich bereue es bis heute. Es gelingt mir zwar immer wieder wochenlang nicht daran zu denken, aber die Gedanken kommen immer wieder durch.

Das war es jetzt erstmal von mir. Es tut mir leid, dass der Beitrag etwas lang geworden ist, aber meine Gedanken zum momentanen Thema in diesem Forum mussten einfach mal raus. ;-)

Ich wünsche allen hier in diesem Forum ein schönes, erholsames Wochenende.
 
Keiner sollte 3 Jahre lang sowas mit sich rumschleppen. Ich lese hier im Thread so oft, das es keinen gibt, dem man sich anvertrauen kann. Das ist aus meiner Sicht ein absoluter Trugschluss. Vielleicht traut man sich nicht, oder es ist einem peinlich, oder man weiß selbst nicht genau was es ist. ABER ... ja immer diese "Abers" 🙂 - Aber es gibt immer jemanden, den man einfach mal beiseite nehmen kann und sagen kann "Hey hör mal - ich muss mal mit Dir reden, es fällt mir nicht leicht - hör einfach zu ..."

Als ich das erste Mal so richtig miesen Liebeskummer hatte, wußte ich auch nicht wohin damit. Mir gings sowas von mies, hatte nix mehr auf die Reihe gekriegt, konnte nicht schlafen, nicht essen, Gedanken drehten sich endlos im Kreis. Weißt was ich gemacht hab? Dazu musste wissen, dass ich noch nie ein gutes Verhältnis zu ihr hatte (nach den vielen Jahren hab ich das immernoch nicht) - genaugenommen hielt ich sie für eine Tyrannin sondersgleichen, sie ist/ war Erzieherin im Hort und Kindergarten. Allerdings dachte ich mir dann in meinem Leidensdruck "Scheiß drauf, das ist ihr Job verdammt nochmal". Es war meine Mutter! Ich hab ihr einfach alles erzählt, mich so richtig ausgekotzt und hab dabei geheult wie sonst was ... in dem Moment war sie für mich da, nur für mich. Hat sich alles angehört, hat mich getröstet und mir damit sehr sehr geholfen. Dafür sind Eltern da - auch wenn man glaubt, man hat kein gutes Verhältnis zu ihnen - oder zu Tanten, engeren Verwandten. Familie halt - genau in solchen Situationen sind die Familie und die engsten Freunde die allerbeste Wahl, um sowas loszuwerden, zu verarbeiten und sich helfen zu lassen.

Der Lehrer hat vielleicht ein gutes freundschaftliches Verhältnis zu euch, aber niemals kann er/ sie das leisten, was die Familie kann! Die Lehrer sind nur am Tag ein paar Stunden für euch plus den Rest der Klasse da, die können euch nicht so gut kennen und wissen wie ihr tickt. Das geht logischer Weise nicht, daher könnt ihr auch keine so umfassene Hilfe erwarten, wie ihr sie möglicherweise braucht ... wenn es um persönliche und emotionale Angelegenheiten geht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Stimmt, wenn man eine liebevolle Familie hat, dann kann man sich natürlich an diese wenden. Das Problem ist nur, dass eben nicht jeder so eine Familie hat. Natürlich kann eine Lehrerin kein "Mutterersatz" sein, aber SchülerInnen aus schwierigen familiären Verhältnissen sollte zumindest die Möglichkeit offenstehen, sich Lehrern anzuvertrauen, wenn es ihnen nicht gut geht... Ich hatte auch Freunde mit familiären Problemen, die mit Lehrern über die Situation zuhause gesprochen haben. Weil die Lehrer Erfahrung im Umgang mit jungen Menschen haben, konnten sie oft gute Tipps geben oder die SchülerInnen dann zu anderen Stellen "weiterleiten".

Ebenso sieht es mit Freundschaften aus, wenn man keine Freunde oder zumindest keine engen Freunde hat, wird es schwer sein, sich da jemandem anzuvertrauen, zumal man manche Themen vielleicht einfach lieber mit Erwachsenen bespricht als mit Gleichaltrigen.

Ich habe mich schon öfters, wenn ich Probleme hatte (ob schulisch, familiär oder im Freundeskreis) an Lehrer gewendet - natürlich nur an jene, die von sich aus anboten, zuzuhören und ihm Rahmen ihrer Möglichkeiten zu unterstützen. Ich habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht und finde einfach, es spricht nichts dagegen. Wenn ein Lehrer mit einer konkreten Situation überfordert ist (weil ein Schüler sich z.B. selbst verletzt), wird er dies dem Schüler gegenüber wahrscheinlich ansprechen und ihm Tipps geben, wie er das Problem in Angriff nehmen kann (z.B. Nummern von Beratungsstellen weitergeben etc.)

Klar sollte man von einem Lehrer nicht erwarten, dass er alle Probleme mit einem lässigen Fingerschnippen wieder in Ordnung bringen kann - aber ich glaube, das tut auch fast kein Schüler, der sich an einen Lehrer wendet. Oft hilft es einfach, mit jemandem zu sprechen, dem man einerseits vertraut, der aber trotzdem ein "Außenstehender" ist, der die Situation neutral und ohne zu urteilen betrachten kann.

Ich finde, wenn ein Lehrer nicht mal bereit ist, mal ein zehnminütiges oder auch zwanzigminütiges Gespräch mit einem Schüler zu führen, dem es gerade nicht so gut geht, dann hat er eindeutig den falschen Beruf gewählt.
 

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