Sparkly
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Der Mensch wird also speziezistisch diskriminiert, weil er dazu gezwungen ist, seine Entscheidungen moralisch zu begründen? Das ist aber auch eine ziemlich merkwürdige Aussage.
Invader bringt das gut auf den Punkt:
"Gehe ich davon aus, dass der Mensch aufgrund seiner moralischen Handlungsfähigkeit auf Fleisch verzichten sollte, ist das selbst eine speziesistische Ansicht und der Mensch wird diskriminiert, weil er sich vom Tier unterscheidet (also einer anderen Spezies angehört) und moralisch handeln kann."
Langfristig gesehen bringt es dem Menschen mehr Vor- als Nachteile, die Interessen von Tieren ebenso zu beachten wie die Interessen von Menschen. Denn Fleisch ist nun mal der Klimakiller Nr. 1. Und ja, Klimatote gibt es bereits. Wenn ich also als Mensch möchte, dass meine eigene Spezies noch lange fortbesteht, dann sollte ich mich auch so verhalten, dass die Erde uns noch möglichst lange "er"tragen kann.
Okay, dann schauen wir mal in wie weit wir alle Interessen von Tieren berücksichtigen können. Okay, schaffen wir Tierhaltung ab und entlassen alle Tiere in die Freiheit einschließlich aller Haustiere. Der Bau von Infrastruktur wird erschwert, weil wir nicht da Häuser etc bauen können, wo Tiere siedeln. Wasserkraftwerke schaffen wir ab, da landen auch mal Fische drin. Windräder auch, die sind Todesfallen für Vögel. Ackerbau wird im großen Stil auch nicht möglich sein, da jedesmal Bodenbewohner und ab und zu auch Rehkitze bei der Ernte draufgehen. Technischen Luxus kannst du auch vergessen, alleine was am Umwelt kaputt gemacht wurde um die Komponenten für den Rechner hier zu bekommen will ich gar nicht wissen. Okay, auf den PC kann man noch verzichten...
Ich suche trotzdem die enormen Vorteile, wenn wir die Interessen jedes Tieres mit auf die Waagschale werfen müssen. Man kann es allerdings auch so machen, wie manche Antispeziesisten und Tiere auch in "wert" und "unnötig einteilen"😉
Unterschiede werden allerdings von vielen zugelassen, da manche Tiere u.a. viel weniger entwickelt sind als andere und über ein geringeres (Selbst)bewusstsein verfügen.
Und das ist nicht zutiefst speziesistisch? Also es gibt schützenswerte und unwerte Tiere und bei denen sind die Interessen schnurz. Aber wenn die "Diskriminierung" nach Spezies schlecht ist, dürfte ich auch diese Tiere nicht ausschließen.
Wichtig ist aber, den Unterschied zwischen gleicher Interessensbeachtung und gleichen Rechten zu verstehen. Viele kommen genau an diesem Punkt durcheinander. Tieren z.B. das Wahlrecht zu gewähren wäre sinnlos, da sie die Bedeutung einer politischen Wahl nicht begreifen kann.
Stimmt, das wäre absoluter Nonsens.
Für mich ist Speziesismus absoluter Quatsch. Sorry. Und ist mir auch zu extrem. Ich bin für bessere Tierschutzgesetze und auf Fleisch zu verzichten aufgrund von den modernen Haltungsbedingungen ist absolut nachvollziehbar. Aber das ist mir zu krass und ich bin entweder für die absolute Gleichbehandlung von Mensch und Tier oder nicht. Aber noch Disktinktionen zu machen, welche Interessen von welchem Tier beachtenswert sind und welche nicht, führt dich auch das ganze Konzept ad absurdum.