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Vegane Ernährung: Gesunder Trend oder Mangelernährung?

...wenn das stimmt, mit den tausend leben...ich glaub, dann war ich schonmal auf der anderen Seite...

Ich denke es macht Sinn, ab und zu nicht zwischen den einzelnen
Lebewesen zu trennen, sondern mal davon auszugehen, dass es
nur ein einziges Leben gibt (was sich durchaus auch von der Evo-
lutionstheorie her begründen lässt, da wir ja alle von einer einzigen
Zelle abstammen) - und sich dann zu überlegen, was man welchem
Teil des Lebens antut und was nicht.

Wenn ich so denke, ist es gleich wertvoll, für eine Pflanze zu sorgen,
ein Tier nicht zu essen oder einem anderen Menschen Gutes zu tun.
Ein großer Teil des Problems, über das hier gesprochen wird, rührt
wohl schlicht daher, dass die meisten Menschen den Wert unter-
schiedlicher Lebensformen unterschiedlich hoch ansetzen und sich
dann aus erhabener Position anmaßen, über angeblich weniger wert-
volles Leben zu entscheiden. Dieser Grundgedanke liegt zum Beispiel
dem Nationalsozialismus zu Grunde - wobei hier die Grenze dessen,
was "wertvolles" Leben ist, sogar noch innerhalb der menschlichen
Art gezogen wurde (anhand mehr oder weniger wertvoller "Rassen",
von denen wir heute wissen, dass es sie gar nicht gibt).

Was würde geschehen, wenn sich die Erkenntnis durchsetzt, dass es
gar keinen Unterschied zwischen dem Wert eines tierischen und dem
eines menschlichen Lebens gibt? Wer Veganer angreift, sollte vielleicht
verstehen, dass viele eben diesen Unterschied nicht mehr machen und
es für uns ähnlich bedrückend ist, ein totes Schwein an einem Spieß
schmoren zu sehen wie einen gequälten Menschen ...
 
Hatte ich mir auch gedacht.

Immer öfter fällt mit auf, dass man sich quasi schon im Vorhinein entschuldigen sollte, wenn man gegen das Essen von Tieren ist. Selbst, wenn man es ganz sachlich sagt und nur auf sich selbst bezogen, also ohne jeglichen Vorwurf und ohne jegliches Überzeugenwollen, können es manche Fleisch-Esser überhaupt nicht sachlich sehen, sondern fühlen sich sofort angegriffen. Das ist schade, denn so driftet ein Gespräch sofort in Richtung Streit.

Wenn jemand Fleisch meidet, weil er es moralisch nicht gut findet Tiere zu töten, muss man nicht davon ausgehen, dass er umgekehrt die Moral von Fleischfressern verurteilt?

Wenn ich aus ethischen Gründen gegen Mord bin, finde ich dann nicht automatisch dass Mörder unethisch handeln und schlechtere Menschen sind?

Hier stehen eben zwei moralische Ansichten gegenüber und mal ehrlich, einige Vegetarier bezeichnen Fleischesser als Mörder und umgekehrt werden Vegetarier als weltfremde Ökos beschimpft.

Du stehst vor jemanden, der einen roten Pullover trägt und sagst: "Ich würde ja nie rot anziehen, das find ich hässlich". Was wird er sagen?

Ich bin selbst Fleischesser, habe aber schon selbst komische Erlebnisse gehabt.
Bei einem Grillfest griff ich mal zum Salat und grillte mir ein kleines Stück Fisch während bei meinen Freunden die dicken Fleischstücke auf den Tellern lagen. Alleine die Äußerung von mir, dass ich "soviel Fleisch nicht mag" und mir "grad mehr nach Fisch war" stieß auf sehr erstaunte Blicke.

Ich glaube, dass es schwer ist bei stark abweichenden moralischen Vorstellungen eine gegenseitige Wertschätzung zu finden, die über eine bloße Akzeptanz hinaus geht.

Ich persönliche sehe die vegetarische Ernährung als eine gleichwertige Alternative. Man verzichtet auf nichts, sondern ißt halt was anderes. Wer aber gerne ab und zu Fleisch konsumiert, macht auch nichts schlechteres. Ich versuche aber auch ganz gezielt das nicht moralisch zu sehen und solche Diskussionen mit Vegetariern zu vermeiden - gebe ich zu.
 
Ich glaube ..es würden sich viel mehr Leute vegetarisch ernähren,wenn nicht dieser Tiermassenmord wegen des Fleischkonsums fast immer verdrängt wird...
 
Das Angebot ist doch nicht auf Nachfrage gekommen sondern weil geschäftstüchtige geldgierige Geschäftsleute drauf gekommen sind, was sich damit verdienen lässt.

Kein Mensch ist demonstrieren gegangen nach mehr Fleisch, das Angebot war einfach da und wem will man es dann verübeln, es zu kaufen, wo jeder sparen muss.

Früher hat es 1mal Fleisch gegeben in der Woche und kein Mensch hat was gesagt, das war normal.


Und ich hab es schonmal gesagt. Die meisten Leute essen wegen der Massentierhaltung schon immer weniger Fleisch, aber es gibt nicht nur Deutsche auf der Welt.

Und im Aldi, Lidl.. kaufen zum Großteil auch Ausländer, und die haben es nicht so mit dem Tierschutz, also wird das Geschäft weiter laufen.

Möchte nicht wissen, wieviel Politiker da mit verdienen dran, dass sie das alles überhaupt zulassen.
Normal gehören solche Betriebe zugemacht und fertig.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich denke es macht Sinn, ab und zu nicht zwischen den einzelnen
Lebewesen zu trennen, sondern mal davon auszugehen, dass es
nur ein einziges Leben gibt (was sich durchaus auch von der Evo-
lutionstheorie her begründen lässt, da wir ja alle von einer einzigen
Zelle abstammen) - und sich dann zu überlegen, was man welchem
Teil des Lebens antut und was nicht.

Wenn ich so denke, ist es gleich wertvoll, für eine Pflanze zu sorgen,
ein Tier nicht zu essen oder einem anderen Menschen Gutes zu tun.
Ein großer Teil des Problems, über das hier gesprochen wird, rührt
wohl schlicht daher, dass die meisten Menschen den Wert unter-
schiedlicher Lebensformen unterschiedlich hoch ansetzen und sich
dann aus erhabener Position anmaßen, über angeblich weniger wert-
volles Leben zu entscheiden. Dieser Grundgedanke liegt zum Beispiel
dem Nationalsozialismus zu Grunde - wobei hier die Grenze dessen,
was "wertvolles" Leben ist, sogar noch innerhalb der menschlichen
Art gezogen wurde (anhand mehr oder weniger wertvoller "Rassen",
von denen wir heute wissen, dass es sie gar nicht gibt).

Was würde geschehen, wenn sich die Erkenntnis durchsetzt, dass es
gar keinen Unterschied zwischen dem Wert eines tierischen und dem
eines menschlichen Lebens gibt? Wer Veganer angreift, sollte vielleicht
verstehen, dass viele eben diesen Unterschied nicht mehr machen und
es für uns ähnlich bedrückend ist, ein totes Schwein an einem Spieß
schmoren zu sehen wie einen gequälten Menschen ...

Damit hast du das leider weit verbreitete speziezistische Denken wunderbar beschrieben. Danke dafür!

Speziezismus: seine eigenen Interessen über die eines anderen Lebewesens stellen, nur weil dieses nicht der Spezies "Homo sapiens" angehört. Für mich letztlich genauso schrecklich und unlogisch wie Rassismus. Denn weder die Hautfarbe noch die Spezies, der man angehört, haben etwas damit zu tun, ob jemand Schmerz empfinden und ein Interesse an einem schönen, leidfreien Leben haben kann.
Deshalb finde ich das Prinzip der gleichen Interessensbeachtung auch sinnvoll und wichtig.
 
Speziezismus: seine eigenen Interessen über die eines anderen Lebewesens stellen, nur weil dieses nicht der Spezies "Homo sapiens" angehört. .

Das tut aber nicht nur der Mensch.
Ein Beispiel: In Deutschland leben seit einigen Jahrzehnten Waschbären. Da sie wenig natürliche Feinde haben und von pflanzlicher Kost, bis Fleisch, bis hin zu Abfall alles fressen, vermehren sie sich gut. Das Problem ist, sie fressen auch die Eier und Küken von Vögeln, unter anderem von Arten, die geschützt sind und vermindern deren Population.
Sie stellen daher auch ihre Interessen: Nahrung finden über die Interessen der Vögel: Jungen aufziehen und die Art erhalten.

Eigentlich handelt jedes Lebewesen so, egal ob Mensch, Waschbär oder wer auch immer. Jedes Lebewesen würde die Interesse der eigenen Spezies über die der anderen Stellen.
Hier wird meiner Meinung nach wieder der Fehler gemacht, die Natur als "im Einklang" zu sehen und der Mensch macht alles kaputt, nur weil er böse ist und Spaß am unterdrücken hat.. .
Aber im Grunde handeln andere Lebewesen ähnlich. Gerade, wenn sie kein natürlichen Feinde haben und dann andere Arten verdrängen.
Warum ist ein Mensch, der ein Tier tötet und verspeist ein Speziesist und wenn ein Tier einen Menschen verspeist ist das dann ok? 😕
Oder wenn ein Tier seine Interessen über andere Tiere stellt. Ist das auch Speziesismus?

Ich würde sagen, es ist einfach Natur, nur dass der Mensch halt meinetwegen destruktiver zu Werke geht als andere Arten.
 
Sparkly, das ist eine gute Frage. Ich kann dir nicht sagen, wie Philosophen, die sich mit dem Speziezismus befassen, darauf antworten.

Tatsache ist aber: Wir Menschen haben die Fähigkeit, in komplexeren Systemen zu denken als alle anderen Lebewesen. Daher tragen wir meiner Ansicht nach auch mehr Verantwortung für die Erde als es z.B. ein Fisch tut.
Tiere haben meist nicht die Wahl. Der Mensch dagegen hat diese. Seine Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen, nachdem er rationale, gründliche Überlegungen angestellt hat, ist einzigartig, bedeutet für mich aber auch, dass man sich nicht einfach vor einer solchen Entscheidung "drücken" kann.

Merkwürdig finde ich auch, dass Tiere immer nur mit Menschen verglichen werden, wenn dadurch bewiesen werden soll, warum der Mensch sich alles herausnehmen darf, obwohl er die Möglichkeit hat, auf die Natur zu achten und sorgfältig Für und Wider abzuwägen.
Im Tierreich kommt es schließlich auch vor, dass Lebewesen ihren eigenen Nachwuchs oder den von anderen töten. Orientiert man sich also am Tierreich, kommt man möglicherweise zu dem Schluss, dass Menscheneltern ebenfalls ihre Kinder umbringen dürfen. Oder dass es rivalisierenden Männern erlaubt ist, den Gegner umzubringen.

Das ist meine Meinung zu dieser Thematik. Außerdem verhalten sich Tiere niemals in demselben Ausmaß grausam wie der Mensch. Die Natur ist sicherlich nicht so wie im Bilderbuch, aber wenn man sich ansieht, was der Mensch anrichtet, dann ist klar, wer die größten und bestorganisierten Verbrechen begeht...
 
Für mich steht das ganze Konzept des Speziesismus auf tönernen Füßen weil, geht man davon aus, dass der Mensch auch nur ein Tier ist, dann steht es ihm ja frei genauso wie andere Tiere Fleisch zu essen. Muss er sich aufgrund seiner Fähigkeit zur Moral einschränken, wird er ja auch speziesistisch diskriminiert.

Um es klarzustellen, ich bin nicht dafür, auf Tierschutz, artgerechte Haltung und so weiter zu pfeiffen, ich finde nur das Konzept des "Speziesismus" merkwürdig. Vor allem in wie weit ist jemand, der gegen Speziesismus ist bereit sich einzuschränken? Es gehört mehr dazu aus keine Tierprodukte mehr zu essen, wenn ich die Interessen von Tieren als dem Menschen gleichwertig und gleich schützenswert sehe als die von Menschen!

Zu dem Argument, dass Tiere nicht so grausam sind wie Menschen: Nun, du weißt dass Schimpansen untereinander Krieg führen oder dass es unter Stockenten Vergewaltigungen gibt, Orcas ihre Beute wie Katzen manchmal einfach "kaputtspielen" und dann nicht fressen? Und wie schon im vorherigen Post verdrängen Arten andere bis an den Rand des Aussterbens.

Tiere und Menschen geben sich nix. Keiner ist "besser".
 
Ich hab bisher noch keine guten Alternativen gesehen zu einigen Dingen, die Fleisch eben liefert. Ich habe aber schon Veganer mit Mangelerscheinungen kennengelernt, die mich erheblich stören würden.

Zwar sind manche Lebensmittel z.B. mit B12 künstlich angereichert, aber mir persönlich schadet es mehr, mir weizenhaltige Cornflakes aus Pappe reinzuziehen, am besten mit allergieauslösender Sojamilch, die Hormondröhnung schlechthin, die auch schön die Schilddrüsenhormone drückt, als ab und zu mal ein Stück Fleisch vom Bauern. Ab und zu = nicht jeden zweiten Tag. Ab und zu eben. In "freier Wildbahn" würde ich mir mein Fleisch bei Bedarf selbst erlegen (vorausgesetzt, ich könnte das rein technisch 😉) und dabei 0 Ekel empfinden, und ich würde auch ein Nest plündern, wenn ich die Gelegenheit dazu und Hunger hätte.

War neulich mal in einem Restaurant, da gab es nur Seitan. Das Zeug ist pures Gift für mich. Solche Ersatzprodukte rühre ich nicht an. Ich muss dann auch kein Fleisch haben, aber im Zweifelsfall lieber dies. Ich kenne viele Puddingveganer. Was wollen die überhaupt? Ernähren sich hauptsächlich von veganem Fast Food, Nudeln und Co., und erzählen anderen was von gesunder Ernährung? Vegan ist nicht = gesund. Glauben aber leider viele.

Ornstein hat außerdem Recht, dass der Verzicht eines Einzelnen nichts ändert und solche Motive daher fraglich sind. Das ist ja das Schlimme. Dass nicht alle sich ändern. Nicht nur bei diesem Thema. Ich bin mir sicher, einige wären bereit, mich eingeschlossen, auf Fleisch weitgehend (kompletter Verzicht wäre bei einem vernünftigen und maßvollen Umgang damit, wenn man sich nicht in jedes Gericht Discounterhackfleisch kloppt und zu allem ne Bratwurst isst und dick Aufschnitt auf jeder Stulle, ja nicht nötig) zu verzichten, wenn es denn auch ein Ende der Massentierhaltung zur Folge hätte. Hat es aber nicht. Fleisch wird weiterhin verramscht. Ich denke, die Aussage hierbei ist, dass dieses "Ich ändere die Welt durch meinen Fleischverzicht"-Denken einfach Unsinn ist. Damit ändert man erstmal gar nichts und muss selbst für sich entscheiden, womit man leben kann und will. Das ist völlig legitim und steht jedem zu.

Der einzige Vorteil an dieser Ersatzproduktewelle ist, dass sie den Fokus mehr auf Alternativen lenkt, was dann vielleicht die Tierhaltung entlastet. Aber ernsthaft zu glauben, die Hafermilch sei jetzt viel gesünder als Kuhmilch...ich würde nichts davon anrühren.
 

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