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Vegane Ernährung: Gesunder Trend oder Mangelernährung?

Ich höre das Wort "Speziesismus" zum ersten Mal und oute mich dann mal als so ein Spezi(iesist). Ich fühle mich Tieren überlegen und sehe auch bestimmte Tiere als überlegen gegenüber anderen an. Aber wer macht das nicht? Insenkten sind doch für jeden weniger wert als Säugetiere, vor allem die mit einem streichelbaren Fell. Ich glaube auch keinem Anti-Speziesisten, dass für ihn alle Tiere gleich sind.

Einen Vergleich zum menschlichen Rassismus finde ich nicht passend. Das wird doch mal wieder nur angeführt, um auf billige Weise ein schlechtes Gewissen zu provozieren. Bist du Speziesist, bist du wahrscheinlich auch Rassist. Speziesismus kann ich aber begründen, wenn ich z.B. jagende Tiere überlegen ansehe im Vergleich zu Fluchttieren.


Bevor ich dieses Wort in meinen Wortschatz aufnehme, vergesse ich es lieber wieder. Sparkly hat ja schon geschrieben, warum Speziesismus ansich schon unlogisch ist.
Für mich steht das ganze Konzept des Speziesismus auf tönernen Füßen weil, geht man davon aus, dass der Mensch auch nur ein Tier ist, dann steht es ihm ja frei genauso wie andere Tiere Fleisch zu essen. Muss er sich aufgrund seiner Fähigkeit zur Moral einschränken, wird er ja auch speziesistisch diskriminiert.

Veganer oder Vegetarier kann man ja trotzdem sein/ werden, aber bitte nicht mit so einer komischen speziesistischen Begründung.
 
Veganer oder Vegetarier kann man ja trotzdem sein/ werden, aber bitte nicht mit so einer komischen speziesistischen Begründung.

Als im Mittelalter klar wurde, dass die Erde nicht der Mittelpunkt
des Universums ist und Giordano Bruno die These aufstellte, es
gäbe noch viele andere bewohnte Planeten, sind viele Leute auch
gegen diese Herabstufung der "Krone der Schöpfung" Sturm ge-
laufen und haben versucht, solche Unruhestifter los zu werden.

Wenn so fundamentale Grundannahmen in Frage gestellt werden
oder sich als haltlos erweisen ist das verständlicherweise nicht
angenehm - aber es als "komische Begründung" abzutun, dass
jemand allen Lebewesen einen ähnlich hohen Wert zugesteht,
ist schon komisch 😉

Appropos Insekten: die haben schon viel länger als Spezies auf
unserem Planeten überlebt und sind zum Teil so genial in ihren
Fähigkeiten (Libellen zum Beispiel oder Stubenfliegen), dass wir
als Menschen (vor allem, wenn wir unser Großhirn nicht gebrau-
chen) dagegen ziemlich primitive Gestalten sind ...
 
Es gibt viele Begründungen warum sich inzwischen bis zu 8 Millionen Bundesbürger fleischlos ernähren. Es ist nicht nur die 99%ige Massentierhaltung.
 
Manchmal öden mich solche Themen an.
Ja, obwohl ich sie wirklich nicht für unwichtig halte.

Der Kern meiner Weltanschauung
ist ja nun nicht ausschliesslich Verdauung.


Ich möchte nicht trendy sein, sondern essen was mir gut tut.



LG
Landkaffee

(Teilzeitveganerin, Teilzeitvegetarierin und ab und zu dann ehr Fisch-als Fleischesserin, wobei ich die Tiere nicht vorher gekannt haben darf und im Einkaufsladen immmer auf Inhaltsstoffe gucke, meistens den Wochenmarkt besuche, um regionales Gemüse frisch zu kaufen.🙂 🙄 Nee, echt, so bin ich
Sehe ich im TV oder im Internet, dass Hühnereier, naja, wusste ich eh, aus Hennen kommen, die männlichen Geflügelxemplare keine Chance haben, steht mir das Pippi in den Augen, gibt es Morgens kein Ei. Auch kein frisches von den Hühnern vom Bio-Hof. Läuft mir Hundi Morgens fröhlich entgegen, denke ich: da und da stehen die auf der Speisekarte. Na gut, da fliege ich zumindestens nicht mehr hin, halte mich ehrlicherweise auch nicht mehr für edel, kann mir den Flug sowieso nicht mehr leisten und bin gerade nicht mehr so fit um die körperlichen Strapazen ... )

Nun ja, wir waren beim Thema Trend und Ernährung?


Liebe Grüsse!
Eine etwas selbstreflektive


Landkaffee
(Teetrinkerin)
 
Für mich steht das ganze Konzept des Speziesismus auf tönernen Füßen weil, geht man davon aus, dass der Mensch auch nur ein Tier ist, dann steht es ihm ja frei genauso wie andere Tiere Fleisch zu essen. Muss er sich aufgrund seiner Fähigkeit zur Moral einschränken, wird er ja auch speziesistisch diskriminiert.

Um es klarzustellen, ich bin nicht dafür, auf Tierschutz, artgerechte Haltung und so weiter zu pfeiffen, ich finde nur das Konzept des "Speziesismus" merkwürdig. Vor allem in wie weit ist jemand, der gegen Speziesismus ist bereit sich einzuschränken? Es gehört mehr dazu aus keine Tierprodukte mehr zu essen, wenn ich die Interessen von Tieren als dem Menschen gleichwertig und gleich schützenswert sehe als die von Menschen!

Zu dem Argument, dass Tiere nicht so grausam sind wie Menschen: Nun, du weißt dass Schimpansen untereinander Krieg führen oder dass es unter Stockenten Vergewaltigungen gibt, Orcas ihre Beute wie Katzen manchmal einfach "kaputtspielen" und dann nicht fressen? Und wie schon im vorherigen Post verdrängen Arten andere bis an den Rand des Aussterbens.

Tiere und Menschen geben sich nix. Keiner ist "besser".

Der Mensch wird also speziezistisch diskriminiert, weil er dazu gezwungen ist, seine Entscheidungen moralisch zu begründen? Das ist aber auch eine ziemlich merkwürdige Aussage. Es liegt zumindest teilweise in der Natur des Menschen, so zu handeln, dass andere nicht zu Schaden kommen, selbst wenn er keinen Vorteil dafür hat. Menschen sind "social animals" und moralisches Handeln ist eigentlich bereits eine Grundlage für ein funktionierendes Zusammenleben. Die "nature vs. nurture" - Debatte (Wie viel "Moral" bekommen wir schon mit, wie viel davon entwickelt sich erst durch die Umwelt) will ich hier mal aus dem Spiel lassen.

Langfristig gesehen bringt es dem Menschen mehr Vor- als Nachteile, die Interessen von Tieren ebenso zu beachten wie die Interessen von Menschen. Denn Fleisch ist nun mal der Klimakiller Nr. 1. Und ja, Klimatote gibt es bereits. Wenn ich also als Mensch möchte, dass meine eigene Spezies noch lange fortbesteht, dann sollte ich mich auch so verhalten, dass die Erde uns noch möglichst lange "er"tragen kann.

Und ja, ganz recht: Für Antispeziezisten geht es nicht nur um eine Ernährung ohne tierische Produkte. Es geht darum, die Interessen anderer Lebewesen sorgsam abzuwägen und nicht niedriger zu stufen. Unterschiede werden allerdings von vielen zugelassen, da manche Tiere u.a. viel weniger entwickelt sind als andere und über ein geringeres (Selbst)bewusstsein verfügen.
Zur "equal consideration of interests" gehören jedenfalls außer Veganismus noch viele andere Themen, beispielsweise Tierversuche.

Wichtig ist aber, den Unterschied zwischen gleicher Interessensbeachtung und gleichen Rechten zu verstehen. Viele kommen genau an diesem Punkt durcheinander. Tieren z.B. das Wahlrecht zu gewähren wäre sinnlos, da sie die Bedeutung einer politischen Wahl nicht begreifen kann.

Es geht gar nicht darum, ob Tiere jetzt besser sind oder Menschen. Was heißt schon "besser"? Natürlich sind auch Tiere zu Grausamkeiten fähig, aber berechtigt das mich als Menschen mit der Fähigkeit, logisch zu denken, dazu, andere Lebewesen, ob es nun Tiere sind oder Menschen, zu quälen oder einzusperren? Durch unsere Fähigkeit, moralisch und überlegt zu handeln, nachdem wir alle Optionen sorgfältig gedacht haben, schränkt uns zudem meiner Meinung nach nicht ein. Eher ergeben sich gerade daraus viele Rechte. Während wir Tieren nicht einmal das Recht auf ein schmerzfreies Leben zugestehen.

Ich würde die Grausamkeit, die im Tierreich geschieht, jedenfalls nicht mit dem vergleichen, was Menschen der Natur und ihren Mitgeschöpfen antun. Tiere sind viel mehr ihren Instinkten unterworfen als Menschen. Wenn es im Tierrech zu einer Vergewaltigung kommt, brächte es nichts, die männliche Ente für ihr Verhalten zu bestrafen, weil sie nicht begreifen kann, dass eine Vergewaltigung "falsch" ist. Menschen hingegen werden für so eine Tat sehr wohl bestraft. Fällt das dann unter Speziezistische Diskriminierung des Menschen? Wohl eher nicht.
 
Ich höre das Wort "Speziesismus" zum ersten Mal und oute mich dann mal als so ein Spezi(iesist). Ich fühle mich Tieren überlegen und sehe auch bestimmte Tiere als überlegen gegenüber anderen an. Aber wer macht das nicht? Insenkten sind doch für jeden weniger wert als Säugetiere, vor allem die mit einem streichelbaren Fell. Ich glaube auch keinem Anti-Speziesisten, dass für ihn alle Tiere gleich sind.

Einen Vergleich zum menschlichen Rassismus finde ich nicht passend. Das wird doch mal wieder nur angeführt, um auf billige Weise ein schlechtes Gewissen zu provozieren. Bist du Speziesist, bist du wahrscheinlich auch Rassist. Speziesismus kann ich aber begründen, wenn ich z.B. jagende Tiere überlegen ansehe im Vergleich zu Fluchttieren.


Bevor ich dieses Wort in meinen Wortschatz aufnehme, vergesse ich es lieber wieder. Sparkly hat ja schon geschrieben, warum Speziesismus ansich schon unlogisch ist.


Veganer oder Vegetarier kann man ja trotzdem sein/ werden, aber bitte nicht mit so einer komischen speziesistischen Begründung.

Das Prinzip der equal consideration of interests gesteht durchaus zu, dass es zwischen Lebewesen Unterschiede gibt und dass es z.B. was anderes ist, ein sehr primitives Lebewesen zu töten, das über nur wenig Selbstbewusstsein und Bewusstsein für die Welt um es herum verfüt, als ein viel höher entwickeltes Lebewesen wie z.B. einen Affen oder eine Kuh.
Das macht das Töten ohne wirkliche Notwendigkeit (im Tierreich töten Tiere ja aus Notwendigkeit, um nicht zu sterben) allerdings noch lange nicht richtig.
Speziezismus bedeutet übrigens auch, z.B. Jagdtiere als Fluchttieren überlegen anzusehen. Denn die Fähigkeit, zu leiden, Freude zu verspüren, und Selbstbewusstsein zu haben, hat nichts zu tun damit, ob es sich um ein Jagd- oder Beutetier handelt.
Man muss auf das achten, was relevant ist, also z.B. die Leidensfähigkeit eines Tieres und/oder seine Fähigkeit, sich selbst als von der Umwelt getrennt bewusst zu erleben.

Niemand hat behauptet, dass die meisten Speziezisten auch Rassisten sind. Das wäre auch völliger Unsinn. Ich finde nur, letztlich macht es keinen großen Unterschied, ob man jemanden aufgrund seiner Hautfarbe, seinen feinmotorischen Fähigkeiten oder seiner Spezies diskriminiert.
Viel merkwürdiger als eine "komische speziezistische Begründung" ist es, sich einfach alles herauszunehmen und völlig rücksichtslos zu handeln, "weil man Homo sapiens ist".
 
Als im Mittelalter klar wurde, dass die Erde nicht der Mittelpunkt
des Universums ist und Giordano Bruno die These aufstellte, es
gäbe noch viele andere bewohnte Planeten, sind viele Leute auch
gegen diese Herabstufung der "Krone der Schöpfung" Sturm ge-
laufen und haben versucht, solche Unruhestifter los zu werden.

Wenn so fundamentale Grundannahmen in Frage gestellt werden
oder sich als haltlos erweisen ist das verständlicherweise nicht
angenehm - aber es als "komische Begründung" abzutun, dass
jemand allen Lebewesen einen ähnlich hohen Wert zugesteht,
ist schon komisch 😉


Dann können wir ja froh sein, dass ich kein Inquisitor bin. Wobei ich auch nicht sturr bei meiner Meinung bleiben würde. Wenn man mir etwas widerlegt, bin ich auch bereit, meine Meinung zu ändern. Ich hätte Herrn Bruno auch nicht auf den Scheiterhaufen gesetzt, obwohl ich seine Ansicht bzgl. der Unendlichkeit nicht teile.

Das ist aber ohnehin ein anderer Sachverhalt. Ob die Erde der Mittelpunkt des Universums ist oder nicht, lässt sich eindeutig beantworten. Und diejenigen, die sich gegen die richtige Antwort stellen, liegen falsch. Ganz egal, welche Grundannahme zu der Zeit gerade vorherrscht.

Wenn es um so etwas wie Speziesismus geht, gibt es aber keine eindeutige Antwort. Es ist ja erst der Mensch, der darüber urteilt, welche Tiere welchen Wert haben. Man kann daher auch nicht sagen, dass in der Natur jedes Lebewesen denselben Wert hat. In der Natur gibt es einfach keine Wertevorstellung, sondern nur bei uns Menschen. Und da kommt dann meine Meinung, als ein Mensch, ins Spiel, dass nicht alle Tiere gleichwertig sind.

Laut Wikipedia ist der Hauptkritikpunkt am Speziesismus, dass der Mensch vom restlichen Tierreich abgerenzt wird. Für mich persönlich ist es aber ganz klar, dies zu tun. Durch unser Selbstbewusstsein und die Fähigkeit, moralisch zu handeln, sind wir anders. So anders, dass ich ungerne den Menschen als Tier bezeichne, auch wenn mir klar ist, dass er ansich ein Säugetier ist. Und wenn ich einzelne Tiere miteinander vergleiche, erscheinen mir die einen schützenswerter als andere. Sie haben also nicht denselben Wert in meinen Augen. Bienen z.B. erfüllen einen Zweck, nämlich den des Bestäubens, der im Endeffekt auch für mich als Mensch wichtig ist. Bei einer Mücke sehe ich keinen Nutzen, sie nervt sogar ziemlich. Daraus folgt Biene > Mücke. So dürfte der Großteil der Menschheit denken, also sind sowieso fast alle Speziesisten.

Man darf sich nicht am Wort "komisch" aufhängen, ich hätte auch "unlogisch" oder etwas anderes schreiben können. Unlogisch deshalb, weil ich den Anti-Speziesismus als Begründung einer veganen Ernährung nicht schlüssig finde.
Wenn ich den Menschen als Tier und alle Tiere gleichwertig ansehe, darf der Mensch Fleisch essen wie jedes andere fleischfressende Tier auch.
Gehe ich davon aus, dass der Mensch aufgrund seiner moralischen Handlungsfähigkeit auf Fleisch verzichten sollte, ist das selbst eine speziesistische Ansicht und der Mensch wird diskriminiert, weil er sich vom Tier unterscheidet (also einer anderen Spezies angehört) und moralisch handeln kann.


Appropos Insekten: die haben schon viel länger als Spezies auf
unserem Planeten überlebt und sind zum Teil so genial in ihren
Fähigkeiten (Libellen zum Beispiel oder Stubenfliegen), dass wir
als Menschen (vor allem, wenn wir unser Großhirn nicht gebrau-
chen) dagegen ziemlich primitive Gestalten sind ...

Und weil wir Menschen noch genialer sind, gucken wir uns einfach die genialsten Tricks der Natur ab und machen sie für uns Menschen nutzbar. Wenn wir dank einer Libelle Hubschrauber entwickeln, ist das wieder so ein Grund für mich, warum z.B. Libellen "besser" sind als andere Insekten, von denen wir nichts lernen konnten. Alles eine Frage der subjektiven Sichtweise.
Klar wären wir ohne unser Großhirn primitiv, aber ich kann dann genauso gut sagen, dass eine Libelle ohne ihre Flügel ziemlich aufgeschmissen wär.
 
Ich werde nicht mehr auf das eingehen, was du noch über Speziezismus schreibst, da drehen wir uns sonst nur im Kreis.

Fakt ist, dass der Verzehr tierischer Lebensmittel heutzutage und in einem Land wie Österreich bzw. Deutschland ethisch kaum noch vertretbar ist.

Selbst, wenn man das Töten von Tieren an sich nicht ablehnt, ist die heutige Nutztierhaltung moralisch einfach nicht zu rechtfertigen. Tiere werden hier buchstäblich und im übertragenen Sinne "mit Füßen getreten".

In der Massentierhaltung kommt es immer wieder zu Misshandlungen der übelsten Sorte. So werden z.B. Hühner von Arbeitern getreten, Schweine gegen Böde und Wände geknallt oder man steckt ihnen Elektroschocker in den After. Nicht zu vergessen die Kastration männlicher Ferkel, die ohne Betäubung stattfindet. Beim Enthornen von Rindern, einer ebenfalls sehr schmerzhaften Prozedur, sind die Tiere auch bei vollem Bewusstsein.
Hühner wachsen in der Käfighaltung manchmal an den Drahtgittern ihres Käfigs fest. Männliche Küken werden auf grausame Weise nach dem Schlüpfen umgebracht, weil sie natürlich keine Eier legen können und somit keinen Nutzen für die Industrie haben (Man könnte meinen, man würde sie des Fleisches wegen aufziehen, aber dafür gibt es eine andere Hühnerart, die sogenannten Broiler...)
Kühe werden ständig künstlich befruchtet, das Kalb nimmt man ihnen gleich nach der Geburt weg, um sich die Milch der Tiere unter den Nagel zu reißen. Und weil sie auf Hochleistung gezüchtet werden, leiden sie unter anderem häufig an schmerzhaften Euterentzündungen.

Was kann man da noch tun? Der Begriff "Bio" bedeutet noch lange nicht, dass die Tiere es besser haben als in konventioneller Landwirtschaft. Auch hinter dem Begriff "Freilandhaltung" verbergen sich häufig vor allem Unwahrheiten und Beschönigungen.
Und selbst wenn man Eier nur vom Bauern nebenan holt - was ist dann mit den männlichen Küken, wo sind die abgeblieben?

Ein weiteres großes Problem sind Fertigprodukte. Da kann man meist unmöglich nachprüfen, woher das dafür verwendete Ei, die darin enthaltene Milch nun stammt.

Nicht jeder hat die Möglichkeit, selbst Landwirt zu werden, das ist klar. Heute ist es allerdings schon recht leicht, sich vegan zu ernähren. Vor allem in größeren Städten wie der meinen gibt es haufenweise vegane Restaurants und Läden. Immer mehr Bäckereien verkaufen auch vegane Speisen, ebenso Supermärkte.
Im Internet finden sich wahnsinnig viele vegane Rezepte.
Wer meint, auf "Ersatzprodukte" zurückgreifen zu müssen, findet überall vegane Würstel, veganen Käse (in den unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen) & ähnliches. Obwohl der Kauf solcher Ersatzprodukte in den meisten Fällen wohl nicht notwendig ist, richtet man damit viel weniger Schaden an als mit dem Konsum tierischer Produkte.

Und was auch wichtig ist: Aktiv werden! Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass eines Tages ein absolutes Verbot der Massentierhaltung erreicht werden kann. Zwar möchte ich selbst nie wieder tierische Lebensmittel zu mir nehmen, aber sollte dieses Ziel erreicht werden, so kann jemand, der sich ab und zu Fleisch gönnen will, dies auch tun, ohne ein unrechtes System zu unterstützen.
 
Bei einer Mücke sehe ich keinen Nutzen, sie nervt sogar ziemlich. (...)

Die Mücke braucht keinen "Nutzen" zu haben, um
wertvoll zu sein. Leben ist für sich wertvoll, würde
ich sagen (ich kann dir das aber nicht beweisen,
wie du zu recht geschrieben hast, aber ich nehme
mir die Freiheit, das für mich so zu sehen).

Welchen "Nutzen" hat denn so gesehen der Mensch
für dich?

Wenn ich den Menschen als Tier und alle Tiere gleichwertig ansehe, darf der Mensch Fleisch essen wie jedes andere fleischfressende Tier auch.

"Dürfen" tust du viele Dinge, die Frage ist aber durch
die Freiheit allein nicht geklärt, ob jedes Verhalten
auch sinnvoll oder angemessen ist. Du könntest auch
kleine Kinder essen, wenn du Tier und Mensch als
"gleichwertig" ansiehst oder das Fleisch von toten
oder hingerichteten Menschen, da du als Tierfleisch-
esser ja auch keinen Skrupel hast, Fleisch von toten
Lebewesen einer dem Menschen sehr nah verwandten
Art zu essen.

Die Frage ist also nicht, was ist richtig oder falsch oder
was ist erlaubt oder verboten - sondern: wie wirkt sich
meine freie Entscheidung (z.B. für oder gegen den Ver-
zehr von Tieren) auf mich selbst, meine Gesundheit,
auf die Welt, auf mein Gewissen (sofern man noch so
etwas hat) aus? Ich bin fast sicher, dass sehr viele
Fleischesser ihr Verhalten überdenken würden, wenn
sie live und in Farbe miterleben würden, wie das Fleisch
zustande kommt (bzw. das Tier aufwächst und zu Tode
kommt), das sie dann essen.

@ Seitankritiker: Seitan ist einfach Weizeneiweiß und
kein "künstliches Zeugs".
 

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