C
Catherine
Gast
Zu prominenten Vertretern in der Bush-Administration gehört heute neben dem Bush-Berater Grover Nordquist und dem Energieminister Spencer Abrams vor allem Justizminister John Ashcroft.
Bei der Betrachtung der christlich-rechten Programmatik zeigt sich eine frappierende Übereinstimmung mit den Positionen der Neokonservativen: Die bibeltreuen Evangelisten verurteilen den modernen gesellschaftlichen Liberalismus mit seiner Billigung von Homosexualität, Schwangerschaftsabbruch und Ehescheidung. Den 11. September betrachten sie als „gerechte Strafe für den moralischen Verfall der Nation und als Befreiung für die Rückkehr zu einem ungebrochenen Nationalismus": „God continues to lift the curtain and allow the enemies of America to give us propably what we deserve...I really believe that the pagans, and the abortionists, and the feminists, and gays and lesbians who are trying to make that an alternative lifestyle, the ACLU, People for the American Way – all of them who have tried to secularize America – I point the finger in their faces and say: You helped this happen."89
Ihre Ablehnung des Säkularismus teilen sie mit Neokonservativen wie Irving Kristol, der die Trennung von Staat und Kirche einmal als den größten Fehler der Gründer der Vereinigten Staaten bezeichnet hat.90
In ihrer antiparlamentarischen Haltung und der Forderung nach einem starken staatlichen Engagement für die Aufrechterhaltung traditioneller, religiös- moralischer und sozialer Werte und Institutionen sind sie – freilich aus grundverschiedener Motivation – mit Leo Strauss einig.
Im Bereich der Außenpolitik ergeben sich 3 weitere Kongruenzen:91
(1) Die christliche Rechte steht für einen nationalistischen Unilateralismus der Vereinigten Staaten ein. Oberstes Feindbild sind die Vereinten Nationen als Exponent einer säkular-liberalen Weltordnung, als Bedrohung traditioneller Werte.
(2) In der Nahostpolitik vertreten die Evangelikalen eine Linie der uneingeschränkten Solidarität mit Israel bzw. mit dem rechten Likud. Die dahinterstehende Logik faßt der christlich-fundamentalistische Autor John Hague wie folgt zusammen: „Israel is the only nation created by a sovereign act of God
and He has sworn by His holyness to defend Jerusalem, His Holy City. If God created defends Israel, those that fight against it, fight against God."92
(3) Auch bei ihrem interventionistischen Vorgehen gegen den ‚internationalen Terrorismus’ kann sich die Regierung Bush breiter Unterstützung aus dem Lager der christlichen Rechten gewiss sein. Mit der auch im Weißen Haus geteilten Überzeugung, dass es im „Manifest Destiny" der Vereinigten Staaten liegt, amerikanische Wertvorstellungen und westliche Demokratie zum Wohle der Menschheit weltweit zu etablieren, verbindet sich hier die Vision der Missionierung der islamischen Welt.
Bei der Betrachtung der christlich-rechten Programmatik zeigt sich eine frappierende Übereinstimmung mit den Positionen der Neokonservativen: Die bibeltreuen Evangelisten verurteilen den modernen gesellschaftlichen Liberalismus mit seiner Billigung von Homosexualität, Schwangerschaftsabbruch und Ehescheidung. Den 11. September betrachten sie als „gerechte Strafe für den moralischen Verfall der Nation und als Befreiung für die Rückkehr zu einem ungebrochenen Nationalismus": „God continues to lift the curtain and allow the enemies of America to give us propably what we deserve...I really believe that the pagans, and the abortionists, and the feminists, and gays and lesbians who are trying to make that an alternative lifestyle, the ACLU, People for the American Way – all of them who have tried to secularize America – I point the finger in their faces and say: You helped this happen."89
Ihre Ablehnung des Säkularismus teilen sie mit Neokonservativen wie Irving Kristol, der die Trennung von Staat und Kirche einmal als den größten Fehler der Gründer der Vereinigten Staaten bezeichnet hat.90
In ihrer antiparlamentarischen Haltung und der Forderung nach einem starken staatlichen Engagement für die Aufrechterhaltung traditioneller, religiös- moralischer und sozialer Werte und Institutionen sind sie – freilich aus grundverschiedener Motivation – mit Leo Strauss einig.
Im Bereich der Außenpolitik ergeben sich 3 weitere Kongruenzen:91
(1) Die christliche Rechte steht für einen nationalistischen Unilateralismus der Vereinigten Staaten ein. Oberstes Feindbild sind die Vereinten Nationen als Exponent einer säkular-liberalen Weltordnung, als Bedrohung traditioneller Werte.
(2) In der Nahostpolitik vertreten die Evangelikalen eine Linie der uneingeschränkten Solidarität mit Israel bzw. mit dem rechten Likud. Die dahinterstehende Logik faßt der christlich-fundamentalistische Autor John Hague wie folgt zusammen: „Israel is the only nation created by a sovereign act of God
and He has sworn by His holyness to defend Jerusalem, His Holy City. If God created defends Israel, those that fight against it, fight against God."92
(3) Auch bei ihrem interventionistischen Vorgehen gegen den ‚internationalen Terrorismus’ kann sich die Regierung Bush breiter Unterstützung aus dem Lager der christlichen Rechten gewiss sein. Mit der auch im Weißen Haus geteilten Überzeugung, dass es im „Manifest Destiny" der Vereinigten Staaten liegt, amerikanische Wertvorstellungen und westliche Demokratie zum Wohle der Menschheit weltweit zu etablieren, verbindet sich hier die Vision der Missionierung der islamischen Welt.