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Unterhalt zahlen bis zum eigenen finanziellen Ruin?

@ blackjack

Das ist reine Theorie. Die wenigsten Umgangselternteile verdienen so viel, dass der finanzielle Teil beim betreuenden Elternteil ausgeglichen ist.
Das ist mal der eine Punkt.
Wer tatsächlich soviel zahlen kann, der verdient auch dementsprechend, so dass ihm 400,-- bis 500,-- Euro im Monat nun wirklich nicht das Genick brechen. Dafür gibt es die Düsseldorfer Tabelle.

Die Realität sieht meist so aus, dass sich der Unterhalt zwischen 100,-- und 300,-- Euro bewegt.
Das ist eine Höhe, bei der der betreuuende Elternteil SOWOHL Betreuung als auch finanzielle Absicherung leisten muss.

Vielleicht sollte man auch nicht vergessen, dass man als betreuender Elternteil eingeschränkt ist in seinen Karrieremöglichkeiten, in der Fähigkeit Überstunden zu machen und eine Dreifachbelastung hat.

Wenn ich zusammenrechne, was mein eigener Anteil ist, den ich für unser Kind finanziell leisten muss, dann übersteigt dieser bei weitem den Anteil, den mein Ex-Mann für sein Kind zahlt.
Und er hätte keine Zusatzbelastung zu seinem Job, könnte ohne große Organisationsprobleme und schlechtem Gewissen mehr Stunden arbeiten. So arbeiten wir beide gleich viele Stunden. Ich habe das Kind dazu. Er jammert.
(Nicht zu erwähnen, dass er sich eine Karriere aufbauen konnte und etliches mehr in der Stunde verdient.)

Wer ein Kind auf die Welt bringt, sollte auch dazu stehen. Es geht nicht, dass man sich nach Scheitern einer Ehe zurückzieht und so tut, als würde einen die Verantwortung Kind nichts mehr angehen. Auch, wenn das einige gerne hätten und leider auch praktizieren.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das ist völlig hirnrissig. Aus welcher Begründung heraus leitet sich ab das der Unterhaltsempfänger seinen Teil finanzieller Verantwortung abgeben kann?

Weil er die Arbeit hat.

Man könnte genauso fragen, aus welcher Begründung heraus der Unterhaltspflichtige seinen Teil der Betreuungsverantwortung abgeben kann 😉

Natürlich gibt es Elternteile, die beide gleichberechtigt Beides leisten. Aber die streiten sich dann auch nicht um Heller und Pfennig.
 
Nicht zu übersehen, dass Betreuung Geld kostet. Ein Kind muss nun mal bis zu einem gewissen Alter beaufsichtigt werden.

Manchmal sieht es ein Elternteil lieber, wenn das Geld für einen Kindergarten oder einen Hort ausgegeben wird und der betreuende Elternteil derweil arbeitet - als dass das Geld direkt dem betreuenden Elternteil gegeben wird.

Was für das Kind besser ist, ist für diese Personen nebensächlich.
 
Wisst ihr was ich schlimm finde? Das das Kind in jeglicher Hinsicht, sei es zeittechnisch, emotional, finanziell, whatever als Kostenfaktor betrachtet wird. Da frag ich mich wozu man überhaupt Kinder bekommt.

Wer hauptverantwortlich und die überwiegende Zeit für Betreuung und Erziehung des Kindes zuständig ist, verbringt mehr Zeit mit dem Kind, bestimmt überwiegend allein die Art und Weise der Erziehung.

Kann doch nicht sein das ein Kind bei der Argumentation nur als Ballast bzw. als Last oder Störfaktor betrachtet wird, nach dem Motto "ich hab das Kind an der Backe also kannst du die Kosten übernehmen.

Wer in Hinsicht des Kindes mehr Rechte hat, muss auch mehr Pflichten tragen.
 
Also mein LG hat Kindesunterhalt in Höhe von 334,-€ gezahlt + 184,-€ Kindergeld.

334,00 € sind der Mindestsatz. Und das Kindergeld zahlt nicht der LG.

Meine Rechnung war ja noch lange nicht zu Ende. Wie gesagt, nur das Allernotwendigste.

Und wenn Dein LG in der Lage ist, den Mindestunterhalt zu zahlen, dann kann er seinem Kind ja auch ein paar Extras gönnen, oder?
 
Wer in Hinsicht des Kindes mehr Rechte hat, muss auch mehr Pflichten tragen.

Was derjenige sowieso tut.

Ich finde schlimm, wenn jemand meint, dass die Trennung vom Partner gleichzeitig die Trennung von seiner Verantwortung vom Kind bedeutet.

So unromantisch es ist. Ein Kind muss von etwas leben - und das sind nicht nur Liebe und Zeit, sondern auch Geld.

Wisst ihr was ich schlimm finde? Das das Kind in jeglicher Hinsicht, sei es zeittechnisch, emotional, finanziell, whatever als Kostenfaktor betrachtet wird. Da frag ich mich wozu man überhaupt Kinder bekommt.

Das frage ich mich jedes Mal, wenn ein Umgangselternteil weder seiner Betreuungspflicht, noch seiner finanziellen Verpflichtung, nachkommen möchte. Wozu er ein Kind in die Welt gesetzt hat.
 
Zuletzt bearbeitet:
Irgendwie hab ich hier das Gefühl, dass ziemlich pauschalisiert wird... :mad:

Betreuungselter:
der GUTE, der sich aufreibt, um das Kind großzuziehen

Unterhaltspflichtiger:
der BÖSE, der sich aus der Verantwortung für das Kind stehlen will, und dafür wenigstens finanziell büßen soll.

Leute - SO schwarz/weiss sieht es aber meistens gar nicht aus!
Wenn ich mir das Beispiel meines Freundes anschaue... seine Ex-Frau hat ihn nach 14 Jahren einfach mal eben für ihre Jugendliebe verlassen und sich mit dem inzwischen 13-jährigen gemeinsamen Sohn 400 km weit weg verpieselt. Dass er als Vater bei der Distanz hätte sein Veto einlegen können, hat ihm damals KEINER gesagt, auch nicht der piefige alte Sack vom Jugendamt, der es hätte wissen müssen (sonst hätte er das selbstverständlich getan), - nee, das hab ich zufällig letztes Jahr, als es eh schon zu spät war, von einem Kollegen erfahren!
Sowohl die Frau als auch ihr Freund gehen Vollzeit arbeiten, verdienen wohl auch nach dem, was man von ihr hört, nicht schlecht (der Junge kriegt, hart ausgedrückt, so ziemlich alles "vorne und hinten reingeschoben", eine Wii, ein "Fingerskateboard", ein was-weiss-ich... 🙄 ).
Das krasseste haben sich die Mutter und ihr neuer Kerl nun wieder geleistet: Wir hatten angedacht, dass der Junge über Weihnachten und Silvester zu uns kommt und mit uns feiert - was macht die Mutter??? Sie besticht den Sohn und verspricht ihm, wenn er Weihnachten, statt zum Vater zu fahren, mit zu den Eltern ihres neuen Freundes fährt, schenken sie ihm eine X-Box 360. :mad:

Vor einer Woche ist der Sohn beim skaten gestürzt und hat sich das Schlüsselbein gebrochen. Soweit ich weiss, wäre die Mutter, da die gemeinsame Sorge bei der Scheidung vereinbart wurde, verpflichtet gewesen, den Vater sofort zu benachrichtigen. Was sie NICHT getan hat - das kam erst später, quasi "im Nachgang" zu ein paar beleidigenden Mails über das Netzwerk "wer-kennt-wen".

Ich will jetzt die finanzielle Situation meines Freundes nicht breittreten - nur soviel, dank des Unterhaltes und des Abtrages der Schulden, die ihm seine Ex-Frau hinterlassen hat, wandelt er auch relativ dicht am Abgrund. 🙁

Von daher - bitte vor den beliebten Pauschalisierungen mal BEIDE Seiten betrachten.
 
Ich finde schlimm, wenn jemand meint, dass die Trennung vom Partner gleichzeitig die Trennung von seiner Verantwortung vom Kind bedeutet.

Ist ja klar, aber es kann nicht sein das der-/diejenige dann mehr Pflichten als Rechte hat um dieser Verantwortung Rechnung zutragen.

So unromantisch es ist. Ein Kind muss von etwas leben - und das sind nicht nur Liebe und Zeit, sondern auch Geld.

Das heißt aber nicht das auf Teufel komm raus der Lebensstandard des Kindes versucht wird auf altem Niveau zuhalten als die Eltern noch zusammen waren. Kann nicht sein das wenn von Verantwortung die Rede ist nur an den Kostenfaktor gedacht wird.
 

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