"Ein Mensch" vertritt teilweise Sonderlehren die nichts mit dem zu tun haben was mind 95 % der Christen glauben (eher 99 %). Das habe ich auch in einem Beitrag an Sigi deutlich gesagt und die Frage nach einer Einigkeit unter Christen kann nur gestellt werden wenn man sich fragt wie weit sich der allergrößte Teil der Christenheit - sagen wir mal gering geschätzt 95 % einig sind.
diesem Argument nach zu Folge sollten wir alle katholisch sein, bist du katholisch? wenn nein, warum nicht? vor der Reformation glaubten wahrscheinlich 95 - 99% das selbe, nämlich das was der Papst lehrte, hatten diese 95% damals recht? - warum sollten dann die 95% heute recht haben?
Ich bin im übrigen froh nicht der Mehrheit anzugehören, man kann davon ausgehen, dass die Mehrheit nie recht hat, zumindest in geistlichen Belangen.
Seit Qumram wissen wir das die hebräische Bibel doch nicht sooo ur-jüdisch ist wie sie sein sollte. Ist auch auf Grund der Geschichte verständlich. Wenn Du Qumram nciht akzeptierst - dann ein anderer Aspekt: Wenn Du die hebräische Bibel verstehen willst, dann geht das nur über den Midrasch. Alles andere ist nicht jüdisch und Du verstehst nicht wirklich was hinter den Texten steht.
um auf die Qumranrollen zu sprechen zu kommen, welche Schriften meinst du, die apokryphen Evangelien (z.B Thomas), die Henoch Literatur, andere? Was speziell meinst du, mit dem was ich unterstrichen habe?
Ich hab übrigens einen Thora Kommentar aus jüdischer Sicht, der bestätigt meine Sichtweise, dass der Glaube an die unsterbliche Seele in nachbiblischer, talmudischer Zeit in das Judentum eingebracht wurde.
die Midraschim und der Talmud sind soweit ich weiß das Werk, des späteren, rabbinischen Judentums, den Pharisäern! Über die Lehren der Pharisäer hören wir nichts gutes in der Bibel, in wie fern sollten deren spätere Auslegungen für unser Verständnis hilfreich sein?
Mir ist durchaus bewußt, dass Jesu eigene Jünger offenbar an Reinkarnation, oder zumindest eine Präexistenz der Seele glaubten und damit wahrscheinlich auch an ihre Unsterblichkeit, Johannes 9,1-3
Und als er vorüberging, sah er einen Menschen, blind von Geburt. Und seine Jünger fragten ihn und sagten: Rabbi, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, dass er blind geboren wurde? Jesus antwortete: Weder dieser hat gesündigt noch seine Eltern, sondern damit die Werke Gottes an ihm offenbart würden.
Die Frage ist doch aber, hat Jesus derartiges gelehrt, Reinkarnation (auch Thomas Evangelium), Präexistenz und/oder Unsterblichkeit der Seele, oder waren das lediglich die unbiblischen, hellenistischen Vorstellungen Seiner Zeitgenossen?
Der jüdische Historiker Flavius Josephus schreibt, dass die Essener (die oft mit Qumran in verbindet gebracht werden) ihre Vorstellungen was die Unsterblichkeit der Seelen und das Jenseits angegt, von den Griechen übernommen haben:
Josephus teilt uns mit, dass die Essener von den Griechen nicht nur die Vorstellung übernommen haben, dass „Seelen unsterblich seien und für immer existieren, sondern auch den Glauben, dass die guten Seele ihre Wohnstätte hinter dem Ozean haben in einer Gegend in der das Wetter perfekt ist“, während „böse Seelen in einen dunkle und stürmische Grube geworfen werden, voll nie endenden Strafen“. Josephus fährt fort zu erklären, dass diese Vorstellungen aus den griechischen Fabeln stammen und auf der Annahme basieren Seelen seien unsterblich …
Das Damaskus Dokument, ein wichtiger Qumran Text beschreibt das Ende der Sünder indem sie mit den vorsintflutlichen Menschen verglichen werden, die bei der Flut umkamen. Gottes Gericht über die Sünder „lässt keinen Überrest zurück und keinen Überlebenden“ (CD 2, 6, 7). „Sie werden sein, als wären sie nie gewesen”(CD 2, 20). Dieselbe Ansicht wird in einer anderen Rolle ausgedrückt, dem Manual of Discipline, das von der Auslöschung der Männer Belials durch ewiges Feuer spricht (1QS 2, 4-8).
Hell: Eternal Torment or Annihilation
um auf deine Bibelstellen zurückzukommen:
In 1. Tim. 4,16 wird alleine Gott Unsterblichkeit zugesprochen, das spricht für meine Auffassung.
1. Kor. 15,53 ist etwas zukünftiges und stützt ebenfalls meine Auffassung das Unsterblichkeit ein Geschenk Gottes ist und nicht jedem Menschen von alleine innewohnend. Es geht dort außerdem um eine leibhaftige Auferstehung, die Antithese zum Glauben an die Unsterblichkeit der Seele.
Römer 6,23
Denn der Lohn der Sünde ist der Tod, die Gnadengabe Gottes aber ewiges Leben in Christus Jesus, unserem Herrn.
du glaubst nichtmal, dass es sowas wie den Tod gibt, wenn Menschen nie wirklich tot sind. Hinzukommt dass viele hier unter Tod
endlose Folter verstehen, sonst könnte man die Höllenlehre kaum in der Bibel unterbringen, aber
"und ich fand bitterer als den Tod die Frau, die Netzen gleich ist und deren Herz Fangstricke, deren Hände Fesseln sind." (Prediger 7,26)
Auch die übrigen Stellen haben nicht das geringste mit einer unsterblichen Seele zu tun - nicht das geringste, es geht dort um Auferstehung, Auferstehung ist wie gesagt die Antithese zum Unsterblichkeitsglauben.