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unglückliche Liebe

  • Starter*in Starter*in Frida
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    liebe
F

Frida

Gast
Hallo,

ich bin durch Zufall auf dieses Forum gestoßen und froh, mein Problem einmal mit Menschen besprechen zu können, die nicht involviert sind.
Vielleicht kann mir das helfen, klarer zu sehen.

Ich habe seit beinah sechs Jahren eine Beziehung. Wir leben nicht zusammen, hatten es aber immer angedacht. Unsere Wohnorte sind derzeit 400 km auseinander, was vieles erschwert.

Anfangs war ich sehr verliebt in ihn, vom ersten Augenblick an. Wenn ich heute daran zurückdenke, löst es eine starke Traurigkeit in mir aus.
Es gab viele Mißverständnisse in unserer Beziehung.
Anfangs fühlte ich mich von ihm nicht genug geliebt, seine oft sehr harte Art ließ mich verzweifeln. In den Jahren danach habe ich immer wieder versucht, mich in einen anderen zu verlieben, denn ich vermißte bei ihm Aufmerksamkeit und emotionale Konstanz. Wenn etwas schlimmes passiert ist, war er eben nicht der, den ich zuerst anrief. Und meist haben mich seine Versuche, für mich belastendes durch Humor beiseite zu wischen, eher belastet, als daß sie mir geholfen hätten. Wir hatten nicht anfangs eine schöne Zeit, die immer mehr verwässert wurde, sondern es gab immer wieder, auch in der letzten Zeit, Phasen voller Liebe und Geborgenheit.
Er sagt bis heute, es läge an der räumlichen Distanz, daß es nicht richtig klappt, mit uns.

Ich habe einfach das Gefühl, die Beziehung ist nicht gut für mich. Ich fühle mich oft allein gelassen, bin traurig und sehe keine gemeinsame Zukunft. Eigentlich bespreche ich alles wichtige mit meinen Freunden. Und ich weiß nicht mehr, was ich glauben soll.
Wenn wir zusammen sind, ist es sicher schön, aber selbst dann empfinde ich nicht die Aufmerksamkeit, die ich mir wünsche. Er ist mit den Gedanken fast immer woanders. Ich kann verstehen, daß er jobmäßig sehr eingespannt ist, aber ich weiß nicht mehr, ob ich mir mein Leben so vorstellen kann- auch, wenn wir zusammen leben würden.
Dies ist natürlich ein Streitpunkt, bei dem es keinen Konsens gibt, da er davon überzeugt ist, alle Probleme würden sich lösen, wenn ich endlich zu ihm zöge.

Ich empfinde die Jahre mit ihm manchmal als Verschwendung. Dann bin ich wütend und enttäuscht- loslassen kann ich dennoch nicht.
Es ist wie eine gegenseitige Abhänigkeit, aus der ich aussteigen möchte, wenn es einfach keine gemeinsame Zukunft geben wird.
Wenn ich mir sicher bin, daß ich es beenden will, reicht oft ein Gespräch mit ihm und er stimmt mich wieder um. Ich weiß nicht mehr, was richtig und was falsch ist. Ob ich ihn einfach so gehen lassen, bzw. wegstoßen soll oder es weiter versuchen- mit ungewissem Ende.

Wir haben vieles durchgemacht, ich habe auch immer noch tiefe Gefühle für ihn und der Sex ist toll.
Nur ist er nicht der Mann, mit dem ich Kinder haben kann.
Und wenn ich ihn darauf anspreche, dann begründet er das über die räumliche Distanz und sagt, alles würde anders sein, wenn wir zusammen leben würden.

Aber ich kann nicht einfach alles aufgeben (vor allem beruflich) ohne wirklich daran zu glauben, daß es funktioniert.


Vielleicht hat jemand ähnliches erlebt oder sieht klarer, wo für mich nur noch Gefühlswirrwarr herrscht.
ich wäre dankbar für einen Rat!
 
Liebe Frida!
Stell Dir vor ich wollte dir schon zu Mittag antworten, und dauernd war etwas anderes zu erledigen.
Ich geh gleich in medias res:
Ja, ich hatte eine sehr ähnliche Geschichte.
Es war eine große, nie dagewesene, fast heilige Liebe - MEINERSEITS.
In diesen SUPERLATIVEN wie ICH empfand ER nicht für mich, obwohl Hände zittern, viel Befangenheit und eine gewisse heilige Scheu seinerseits zu vernehmen war.
Es waren gleich wie bei dir etwa knappe 7 Jahre. Nach etwa 6.5 Jahren kam die Erlösung im Traum dass dieser Mann nicht im Willen Gottes für mich ist.

Die Abnabelung war sehr hart für mich. Ich musste ihn sterben lassen.
Die Wahrheit ist Dir zumutbar und es wird dir helfen, wenn dir jemand einmal ehrlich DIE KOSTEN vorrechnet:
Ja, es ist SAUSCHWER!
Ja, du würdest wharscheinlich alles tun, um ihn zum Vater deiner Kinder zu machen. In deinen Träumen wäre es jedenfalls so.
Ja, es ist richtig: Du musst ERLÖST werden von dieser Bindung, die dir Unglück bringt.
Das kann nur Gott.
Vertrau Dich ihm an.

In aller Kürze noch den Rahmen:

Trennung mit Weinen und Wehmut beiderseits.
Weitere Anrufversuche von ihm.
Hab ernsten Tones um totale Kontaktsperre ersucht.Kein Telefon, Emailen, Briefe mehr (da er mich sehr respektiert hat als Mensch, stimmte er zu)

Mittlerweile bin ich verheiratet und habe eine kleine Tochter.

Mein Mann ist ganz anders als diese unglückliche unerwiderte Liebe es war, die mich nur stückweise geliebt hat von diesem vorigen Mann.
Der Knackpunkt war auch bei dem vorigen, dass er bei Familie immer rückhielt, bloss nicht. Da kamen in einem fort negative Reaktionen seinerseits.

Mein heutiger Mann hingegen liebt mich ohne Konditionen.
Er wollte auch immer Kinder und stammt aus einer grossen Familie.
Er tut mir gut und nicht weh mit seiner "fehlenden Umsorge" und ist ein ganz fürsorglicher Mann und sehr guter Vater.
Zärtlichkeiten bekommen wir TÄGLICH.
WEH TUN kann dir nämlich auch, wenn sich jemand ZU WENIG UM DICH KÜMMERT, DAS WAR IN MEINER GESCHICHTE SO.
Ja, wir standen uns nah. Aber er liebte mich nicht genug als künftige Mutter seiner Kinder.Oder wollte vielleicht wirklich nie welche.

Ich sage dir deshalb ein letztes Mal die Wahrheit was DIch erwartet:

DIE TRENNUNG WIRD SEHR SCHWER FÜR DICH.
Leider Ja, die Jahre in Bezug auf "Familiengründung" sind vielleicht etwas mit Abstand zu der Liebe die du für ihn empfindest, leider irgendwo wirklich als "Verschwendung" anzusehen. Mach dich aber mit diesem Gedanken nicht verrückt sondern bemüh Dich in der FORTBEWEGUNG ZU BLEIBEN, DEIN LEBEN WIEDER FLIESSEN ZU LASSEN, HIN....ZU ANDEREN MENSCHENGRUPPEN, PLÄTZEN...UND ZU GOTT, DA DU SEINER FÜHRUNG JETZT BEDARFST, VOR ALLEM DER ERLÖSUNG VON DIESER TRAURIGKEIT UND
DAMIT DER FREIHEIT IN EINE SOLIDE ZWEISAMKEIT.
DU MUSST DIE ANGELEGENHEIT DES PERSÖNLICHEN TIEFPUNKTES DER TRENNUNG MIT DER WENDE ZUR HEILUNG UND GESUNDUNG IN DIE VOGELPERSPEKTIVE BEKOMMEN.
Wenn Du herabschaust auf deine Leben und das Zeitmaß deines Lebens fünf Jahre von Heute betrachtest von oben😀IESE WUNDERBARE WENDE SEHEN KÖNNEN:
YOU ARE SOMWHERE IN YOUR FUTURE AND YOU LOOK MUCH BRIGHTER THAN YOU LOOK TODAY!!!
DAS IST DEIN ZIEL.UND NICHT WENIGER!
Übergib dein Leben dem Herrn!Er wird es für Dich fügen!

RUH IN DIR! WENN DU WÜSSTEST WIE VÖLLIG DURCHSCHNITTLICH ICH AUSSEHE, WÄR DIR DAS SCHON HOFFNUNG GENUG, DASS DU SAGST:
AUCH IHR HAT GOTT GEHOLFEN. ER WIRD AUCH MIR HELFEN UND EINEN LIEBEN MANN UND VATER FÜR MEINE KINDER HABEN.
 
LOST DREAMS
By Marilyn Ehle

"'I know the plans I have for you,' declares the Lord...'plans to give you hope and a future'" (Jeremiah 29🤐1).

Have you ever had a dream die? Something you wanted to accomplish in life but "life" got in the way? A desired friendship dissolved because of distance or misunderstanding? Marriage and family never became a reality? What you thought was the call of God never materialized?

Madeleine L'Engle writes, "Until I can mourn the loss of a dream I cannot be comforted enough to have vision for a fresh one." North Americans are not very comfortable with mourning. We feel it's quite appropriate to weep at the loss of a loved one, but when the weeping goes on for what we believe is "too long," we counsel the individual to buck up, face reality, or any number of other equally comfortless bromides.

The Bible describes several people who lost their dreams: Naomi turned bitter when her dream of husband and family dissolved; Job's wealth, health and family evaporated and he had many questions of God; Hannah waited "too long" for a child; after Jesus' death, two of his friends walked sadly to the town of Emmaus and said, "We had hoped that he was the one..."

Since it is God's great pleasure to give us new dreams and fresh hopes, perhaps it's time to sit quietly in His presence, mourn the loss of our dream, then listen to the still, small voice of the Giver of Dreams for the better things He has planned.

~ Father, weeping isn't comfortable and often isn't "socially acceptable," but thank You for knowing and understanding my tears and loss. Help me to feel Your care, then move on to seek Your new dreams for my life.
 
Hallo Sannie,

vielen Dank erstmal für Deine ausführliche Nachricht.

Sicher habe ich vor lauter Gefühlschaos alles etwas wirr niedergeschrieben.
Ich denke, das Problem in meiner Beziehung ist nicht das, daß mein Freund mich nicht liebt.
Ich bin mir sicher, daß er das tut. Er sagt es und er zeigt es mir auch- auf seine Weise.
Das für mich unerträgliche ist nur, daß ich so nicht glücklich damit werde. Ich denke oft, es sind vielleicht meine Ansprüche, die zu hoch sind.

Ich fühle mich einfach nicht genug geborgen. Und ICH kann mir keine Familie mit ihm vorstellen, was die Frage nach der Zukunft dieser Verbindung ganz automatisch aufwirft. Mein Freund spricht immer wieder von Heirat und ist auch bzgl. Familienplanung offen. Ich will aber keine Kinder in eine Beziehung setzen, die nicht das Ultimative für mich ist.

Es ist vielleicht einfach zu diffus, um es zu beschreiben.
Ich kann irgendwie nicht loslassen. Ich fühle mich auch in der Vorstellung ohne ihn zu sein durchaus halbiert.
Aber vielleicht ist das die Gewohnheit.
Die Liebe war meinerseots anfangs sehr groß, doch immer wieder - und in den letzten beiden Jahren verstärkt - hatte ich das Gefühl, wir passen von unseren Charakteren nicht zusammen. Ich kann es selbst nicht glauben, daß so etwas möglich ist, wo ich mich doch so sehr darum bemüht habe.
Wir streiten uns immer noch über totale Kleinigkeiten. Ich bin oft verletzt durch seine Art. Er ist unaufmerksam und schenkt mir meines Erachtens nach zu wenig Beachtung. Ich bespreche eigentlich alles wichtige primär mit anderen Menschen, weil er einfach alles bagatellisiert.
Dies sind nur ein paar Beispiele, die mir ad hoc einfallen.
Es gab schon so oft Tage... ach, Wochen... in denen ich zu Hause saß und geheult habe, weil mir dämmerte, daß es vielleicht nicht sein soll.
Und auch heute noch, wenn es wieder sehr schön ist, will ich den Gedanken am liebsten verdrängen.
Doch die Zweifel sind mittlerweile fast ständig präsent, die Angst, wann wieder eine Enttäuschung kommt, begleitet mich immer unsichtbar.

Wie kann man einen Menschen lieben und auch wieder geliebt werden, doch es soll nicht sein.
Das konnte ich mir bisher nicht vorstellen.
Und es schmerzt mich unfassbar, den Gedanken zuzulassen, daß das eventuell der wahrheit letzter Schluß ist...

Ich kann ihn nicht ändern. Und mich kann ich nur bedingt ändern. Meine Sensibilität und meine Wünsche an die Partnerschaft herunterzudrehen, ist mir bis jetzt nicht gelungen. Und ich will es auch gar nicht.

Vielen Dank nochmal Dir, Sannie, für Dein Einfühlungsvermögen.
Aber mein Vertrauen in Gott (das hat nichts damit zu tun, daß ich nicht an Gott glaube), hält sich in Grenzen.
Ich vertraue mich generell nicht gern anderen an, sondern bin stets bemüht, meine Angelegenheiten anzupacken und für mich zu regeln.
Wenn das aber für Dich der richtige Weg ist, und Du glücklich bist - was gibt es besseres.

Frida
 
Ich frage dass weil mir auffiel dass du noch immer kein Vertrauen zu diesem Mann entwickelt hast.
Was drängt dich derzeit so dass du meinst es müsse eine Änderung her?
Fühlst du dich mit dem Wunsch seinerzeits zusammenzuziehen unter Druck gesetzt?
Warum lässt du die Situation nicht so bis du dir im Klaren über deine Gefühle bist.
Mein Urteil zu deinem Mann, er ist einfach gestrickt. Liebt dich aufrichtigen Herzens auch wenn es ihm nicht so gegeben ist über seine Gefühle zu sprechen oder es dir gar zu zeigen.
Mein Eindruck von dir, du suchst nach grossem Glück dass es nur in unrealistischen Soaps und Romanen gibt. Leider willst du von diesem Gedanken nicht ablassen und wirst somit dass sichere kleine Glück dass du hattest aufgeben. Schade, aber in einer Partnerschaft zählt mehr als nur das Gefühl haben zu wollen dass alle anderen merken wie sehr du auf Händen getragen wirst. Ich wünsche dir Glück auf deiner suche nach dem grossen Traum.
 
Liebe Frida,

ich finde, Du bist gedanklich auf einem guten Weg. Du weißt, daß Du ihn nicht ändern kannst - und Dich selbst nur in engen Grenzen. Du wirkst auf mich wie eine, die versucht, sich nichts vorzumachen. Das ist doch gut so! Doch in einem bist Du Dir unklar: wie Deine Gefühle für ihn aussehen. Oder? Wäre da nichts mehr, verließest Du ihn, wäre es Liebe, hättest Du Deine Gedanken nicht. So stellt man sich das zumindest vor, die Realität sieht meist anders aus: Menschen sind mit anderen zusammen, weil sie nicht allein sein wollen, auch wenn von Liebe nicht die Rede sein kann. Andere wiederum sehen - nein: fühlen ihr Glück nicht mehr und sind drauf und dran, es vor lauter Alltagssorgen über Bord zu schmeißen... die Einsicht kommt in jedem Falle später.

Bei Dir muß keines dieser Extreme zutreffen, das glaube ich auch nicht, vielmehr eher, daß Du von beidem etwas in Dir hast. Es ist Deine Unsicherheit, die Dich mal zum einen, dann wieder zum anderen tendieren läßt. Dort wiederum wirst Du mit Deiner Angst konfrontiert: was erwartet Dich denn da? Bei welcher Entscheidung passiert was? Machst Du den Fehler Deines Lebens, und wenn ja, bei welcher Entscheidung?

Die wird Dir hier hoffentlich niemand abnehmen, denn es sollte Deine bleiben. Du hast doch einen guten Draht zu Deinen Gefühlen, dann horch da noch näher hin. Und wenn Deine Angst sich einmischt, begegne ihr auf Augenhöhe, als wolltest Du sie fragen: was willst Du denn hier? Ich bin beschäftigt! Die Angst rechnet nicht mit einer gleichberechtigten Reaktion und schrumpft bald auf ihre richtige Höhe, wenn man sie hinterfragt. Es gibt nichts, wovor Du wirklich Angst haben müßtest, Frida, es gibt auch keinen großen Fehler. Du kannst auch nach vermeintlich großen Entscheidungen in jeder Sekunde Deine Möglichkeiten sortieren und entscheidest weiter.

Bist Du die Angst erst einmal so weit wie möglich los, kannst Du klarer sehen. Analysiere Deine Gefühle nicht, sondern laß sie an Dich heran. Du hast Zeit. Zwar wirkt es auf mich, als funktet Ihr auf verschiedenen Wellen, so daß Du Dich nicht gesehen fühlst und er Dich nicht versteht, aber Du mußt herausfinden, wie wichtig Dir das ist. Das gelingt Dir am besten unbeschwert, wenn Du sicher weißt, Dein Leben hat auch nach einer Entscheidung keinerlei Sinn verloren.

Noch ein Wort zu Ansprüchen und Wünschen. Ja, es gibt die Menschen, die wollen immerzu auf Händen getragen werden und fühlen sich mißachtet, wenn sie nicht im Mittelpunkt des Interesses ihrer Partner stehen. So lese ich Dich nicht. Du hast Wünsche an die Intensität des gegenseitigen Verstehens, an Wärme und Geborgenheit. Ich halte das für legitim. Wir Menschen sind nun einmal unterschiedlich, aber auf dem Gebiet sollten wir doch jemanden finden, der zu uns paßt. Wenn Du ständig traurig bist und zweifelst, tust Du Dir keinen Gefallen, nichts an der Situation zu ändern. Ich habe mir in früheren Beziehungen oft die gleichen Fragen gestellt wie Du: bin ich zu anspruchsvoll? Nein, ich war es nicht, ich war nur oft nicht ehrlich zu mir und meinen Freundinnen, damit tat ich ihnen und mir unnötig weh. Heute weiß ich, daß es das gibt: sich so angenommen fühlen, wie man es braucht, Nähe zu leben, die beiden gut tut. Es gibt nichts schöneres auf der Welt! Du mußt für Dich halt herausfinden, ob Du Deine Wünsche als überzogen empfindest oder nicht. In den meisten Fällen sind sie es nicht, soweit sie Herzensdinge betreffen.

Trolliver
 
Hallo Regi,

auch Dir danke für Deine Meinung.

Doch ich denke, und das nicht nur aus subjetiver Verschleierung, daß Deine Beurteilung mich nicht im richtigen Licht trifft.

Ich suche natürlich nach der großen Liebe, ganz klar.
Wieso sollte ich mit einem Menschen den Rest meines Lebens planen, wenn ich immerzu dächte, es käm unter Umständen noch einer daher, der mein Gefühlsleben total auf den Kopf stellen könnte.
Nein, das geht nicht. Und so bin ich auch nicht drauf.
Ich möchte nich immer jemanden in Sicherheit wägen, die nicht existiert.
Und, davon abgesehene, bemühe ich mich generell, Dinge aus vollster Überzeugung zu tun- nicht aus halber.

Enttäuscht wurde ich bereits, ja.
Leider.
Auch von ihm.

Vielleicht will ich das große Glück, ja. Und nicht "nur" das kleine.
Wie viele Menschen haben etwas, was sie nicht zu schätzen wissen, sind latent immer auf der Suche und lassen ihren Partner das spüren.
Das tue ich nicht.

Ich bin weiter aufmerksam. Und liebevoll. Höre immer zu. Und man kann sich auf mich verlassen.
Ich dachte immer, wenn ich ihm das vorlebe, kommt es auch zurück.
Und wenn der Tag x kommt, an dem es einfach nicht mehr geht, dann erst werde ich es nicht mehr sein.

Ich möchte meinen Freund nicht mit Dreck bewerfen, sagen, er sei ein schlechter Mensch oder ähnliches.
Erstens ist die wütende Phase schon längst vorüber und zweitens ist es nicht so.
Er ist toll. Er ist großzügig, er ist lustig, mit ihm könnte man jeden Unsinn machen, alles unternehmen. Und ich finde ihn, immer noch, sehr attraktiv.
Aber wenn ich mit ihm zusammen bin, lastet alle Verantwortung auf mir. Er sieht alles sehr locker. Aber er geht nicht nur mit mir so um, sondern mit jedem, sogar mit sich selbst. Seine Wohnung sieht aus wie ein Schlachtfeld, mit seinem Sohn sitzt er permanent vor der Glotze, man kann sich nie darauf verlassen, daß er ein Versprechen einhält, immer gibt es Gründe, warum dies und jenes nicht klappt. Etc.
Und das sind die Dinge, die mich zweifeln lassen, ob eine Partnerschaft in voller Konsequenz, eine Familienstruktur mit ihm möglich ist.

Ich möchte nicht immer die Erwachsene neben ihm sein, obwohl er fünf Jahre älter ist!

So, jetzt muß ich mir erstmal den Frust abstrampeln gehen.
Vielleicht konnte ich ja was richtig rücken.
Es ist immer schwer, sein Gefühlsleben detailliert in Worte zu fassen...Mißverständnisse sind da vorprogrammiert. Ich hoffe, regi, daß diese "Zusatzinformationen" Dein Bild, welches mich für meine Begriffe - ohne daß ich mich angegriffen fühle - in einer Art darstellen, die nicht der Realität entspricht, etwas korrigieren konnten.

Danke,

Frida
 
das korrigiert mich sicher. Verstehe jetzt aber erst recht nicht wenn du weisst dass du seine "Eigenheiten" nicht ein Leben lang ertragen könntest warum du dann überhaupt fragst ob du ihn heiraten solltest. Finds ja süß wenn du keinen Fehler machen willst. Aber wenn du im vornherein weisst dass will ich nicht dann ist doch im Grunde deine Entscheidung gefallen. Und da kann ich dir nur raten hör auf dein Herz.
 
Hallo Trolliver,

danke auch Dir.

Ich denka auch, daß jeder den Menschen finden muß, mit dem er glücklich ist, der ihn fordert, aber auch das gibt, was man sich wünscht. Und wenn man Glück hat, findet man denjenigen.

Ich weiß, daß ich die Entscheidung allein treffen muß.
Das kann mir keiner abnehmen, und selbst wenn es möglich wäre, wollte ich es auch nicht.
Schließlich muß ich ja auch damit leben.

Ich weiß es auch nicht.
Bin einfach ratlos.
Manchmal habe ich Hoffnung und denke, daß wir uns vielleicht doch annähern. Dann wieder das Gegenteil.
Das geht nun schon so lange so. Vielleicht zwei, zweieinhalb Jahre. Es ist emotional anstrengend und schlaucht.
Manchmal komme ich mir vor, wie in einem Waschgang.

Ich habe mich noch nie so bemüht, wie in dieser Beziehung.
Ich habe Prinzipien über Bord geworfen, seine Wutanfälle im Streit, wenn es besonders heftig war, über mich ergehen lassen, ich war immer für ihn da und noch viele andere Dinge.
Ich selbst habe jedoch immer das Gefühl, nicht das aus der Beziehung ziehen zu können (ohne das das ökonomisch klingen soll), was ich brauche.
Es ist keine Frage, was ich will oder nicht (sprich, nicht Dickkopf meinerseits), sondern ich brauche einfach ein paar Dinge, damit ich glücklich bin.

Und ich vermisse einfach die Konstanz.
Wenn mein Freund im Streß ist (eigentlich fast immer), dann ist er - quasi kompensatorisch - eher kühl, so daß ich mich heute immer noch frage, ob alles in Ordnung ist und all solche überflüssigen Gedanken.
Wenn ich ihn dann frage, ob etwas sei, reagiert er eher gereizt, so nach dem Motto, ich wisse doch, daß er einfach eingespannt sei und er könne jetzt nicht rumdiskutieren etc.
Das verletzt mich.
Wenn ich mich damit abgefunden habe, und er Zeit hat, ist er wieder so liebenswert, fordert aber auch wiederum das gleiche von mir, daß ich kaum mithalten kann, mit diesem Wechselspiel.
Es macht ihm dannn auch nichts aus, die ganze Nacht zu telefonieren oder oder oder. Wenn ich das dann nicht möchte, fühlt er sich zurückgewiesen und sagt, er würde mir doch jetzt das geben, was ich sonst anmahne.
Daß mir einfach dieses exreme Auf und Ab total viel ausmacht, daß ich emotional vernachlässigt und dann wieder überschüttet werde, kann ich ihm nicht vermitteln. Und dabei halte ich mich für durchaus kommunikationsfähig und auch -bereit.

Ich weiß es einfach nicht.
Wenn ich mit ihm darüber spreche, daß es nicht mehr geht, verspricht er mir, sich zu ändern. Oder er wird wütend, weil er sich doch bemühe und "man nicht immer alles sofort haben könne". Aber das ist Thema bei uns von Anfang an. Also seit fast sechs Jahren.

Wieso ich mit ihm zusammen bin, regi?
Die Antwort ist eine ganz simple.
Ich liebe ihn einfach.
Auch, wenn ich mir eben des öfteren, vor allem in letzter Zeit, die Frage stelle, ob diese Liebe eben eine nicht konstruktive ist.

Ich dachte immer, es könne nicht sein, daß man jemanden liebt und man kommt aber einfach nicht zusammen.

Ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll.
Wenn ich darüber nachdenke, ihn zu verlassen, bzw. es ja bereits versucht habe, ging es mir sehr schlecht. Ich vermisse ihn, fühle mich halbiert.
So daß wir schließlich immer wieder zueinander finden, wenn auch ein schaler Nachgeschmack bleibt.

Ich will ja mit ihm zusammen sein.
Ich will ja, daß wir uns irgendwie geregelt kriegen.
Ich würde ihn ja gern absolut bejahen und alles gemeinsam mit ihm planen.
Das sind Wunschvorstellungen.

Es zerreißt mir das Herz- immer wieder glaube ich, es funktioniert und dann kommt wieder ein Streit, eine Situation, die mir zeigt, daß ich so keine Familie haben könnte usw.

Trennung aus rationalen Gründen -eigentlich absurd!
Total absurd.

Alles, was ich bisher hier gelesen habe, waren Varianten von Trennungen, weil einer der Beteiligten den anderen nicht mehr liebt, bzw. die Beziehung beendet hat.

Ich stecke einfach fest, bin total verwirrt.
Was natürlich auch mein restliches Leben negativ beeinflusst.

Klar, die Antwort läge auf der Hand. Wenn er sich nicht ändern kann und ich auch nicht, und kein Schritt aufeinander zu möglich ist, bzw. alle Schritte nur Zugeständnisse wären, die aber nicht verinnerlicht und daher nicht von Dauer wären, dann gibt es keine Zukunft.

Aber, wie man hier ja auch des öfteren lesen kann: die Hoffnung stirbt zuletzt.
Und die Liebe gibt der Hoffnung Nahrung. In meinem Fall immer wieder.


Danke daß ihr Euch meine ermüdend langen, nicht sehr erbaulichen emotionalen Ergüsse antut!

Frida
 

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