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unglückliche Liebe

  • Starter*in Starter*in Frida
  • Datum Start Datum Start
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    liebe
Hallo Frida,

nur relativ kurz, ich muß noch packen, wir fahren morgen nach Rom...

"Ich denke, es würde gut harmonieren, wenn man mir das Gehirn rausnehmen und einen Sex- und Minimalkommunikationschip einsetzen würde."

Ich glaube, auf der Ebene funktionierten die meisten Beziehungen recht gut, und vor nicht allzu langer Zeit mögen Durchschnittsbeziehungen (Zwangsheiraten) auch tatsächlich so ausgesehen haben. Deinen positiven Beschreibungen entnehme ich allerdings, daß es ganz so arg doch nicht sein kann. Du gebrauchst auch das Wort Liebe, das ich angesichts Deiner Probleme anzweifeln würde, aber es ist Dein Gefühl, da will ich Dir nicht reinreden.

Das auf und ab ist weniger von Liebe beseelt, und ich kann Dir sehr gut nachfühlen, wie sehr Dich das schlaucht. Auf Dauer nähme es mir die Liebe. Im Idealfall sieht Liebe ja so aus, daß wir einander so akzeptieren und annehmen, wie wir sind, mit allen Schwächen und Fehlern. Doch wer kommt da hin? Unsere irdische Liebe ist an Erwartungen, Forderungen, Sehnsüchten, Wenns und Abers gekoppelt, kurz: Bedingungen, die der Liebe an sich entgegen stehen. Wir können damit leben, doch nur zu einem gewissen Maß.

Ob das Maß bei Dir voll ist, kann ich nicht rauslesen, mal klingt es nach ja, dann wieder nach nein... raten kann ich zu nichts.

Doch: nach Grenzen setzen. Du schreibst, das ginge nicht so einfach. Einfach ist es nicht, sonst könnte es ja jeder... ;-)) Dennoch. Ich tendiere zu der Ansicht, daß, wenn zwei ein fortlaufendes Problem miteinander haben, die Ursache auch bei beiden zu finden ist. Ich erkenne auch Deine Bemühungen, sie gehen sehr stark in Richtung auf ihn eingehen. Vielleicht aber vernachlässigst Du Dich zu sehr? Hat sich Deine Defensive zu sehr eingeschlichen, so daß hier ein Ungleichgewicht vorprogrammiert ist? Du somit Deine Grenzen nicht klar genug absteckst, nicht selbstbewußt genug? Du schreibst, er sei in seiner Dominanz sogar Dir überlegen, die Du sonst auch eher die dominante bist. Hast Du vielleicht Deinen Meister gesucht und gefunden? Vielleicht, um zu erkennen, daß dieses Machtspiel (geht mit Dominanz immer einher) letztlich nichts bringt? Es hat alles seinen Sinn. Ob dieser für Dich in der jetzigen Beziehung noch Früchte trägt oder irgendwann einmal, liegt an Euch.

Er scheint von Kommunikation, von Ich-Botschaften, Watzlawik etc. nicht viel zu halten, wenn ich von Deinen Erzählungen ausgehe. Dann bist Du umso mehr gefordert: Kommen seine Vorwürfe ohne, daß er sie einsieht, wenn Du ihn mit Deiner Verletztheit konfrontierst, dann mußt Du ihm einen Riegel vorschieben. Bis hier hin und nicht weiter. Es gehört zum ganz normalen Umgang zweier Menschen, nicht nur in Paarbeziehungen, die Grenzen und Gefühle des Gegenübers zu respektieren. Kann das einer (mal) nicht, hat ein weiteres Gespräch erst dann wieder Sinn, wenn er bereit ist, das zu akzeptieren und sich entsprechend zu verhalten. Es erfordert, wenn Du das denn willst, sehr viel Konsequenz von Dir, und die setzt voraus, daß Du Dir wichtig genug bist, daß Du Dich in Deinen Gefühlen voll und ganz annimmst. Solange Du Dich auch nur irgendwie weiter auf seine Spielchen einläßt, kommst Du nicht weiter.

Wenn Du allerdings schreibst, Du schafftest den Absprung nicht, dann klingt das eher (sollte es nicht nur die momentane Stimmung sein) nach innerem Abschied. Dem wird der äußere dann unweigerlich folgen.

Seine sexuelle Unzufriedenheit kann ich angesichts Deiner Schilderungen gar nicht nachempfinden, aber das scheint vielen Männern ein Problem zu sein. Du hast eindeutig recht: Du bist keine... DAS kann es auch niemals sein. Das könnte auch nicht der Sinn eines Zusammenziehens sein, damit sich das Problem für ihn erledigte. Nach solchen Worten gehen bei mir doch schon ein paar rote Lämpchen an.

Ich hoffe, Du findest bald heraus, was der für Dich richtige Weg ist, Frida.

Trolliver

@ regi: Merci... kann ich ja gar nicht gut mit umgehen. Ein Nachtmensch war ich schon immer.
 

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