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Undankbarer Teenager

G

Gast

Gast
Guten Abend,
meine Tochter ist heute 12 Jahre alt geworden. Sie ist eher vom Typ "kompliziert und sehr anstrengend". Heute aber hat sie Grenze überschritten und ich weiß gerade nicht weiter.
Sie hat also Geburtstag heute.
Ihr Opa, leider nicht ortsnah, schickte ihr eine SMS. Darauf antwortete sie mit "Ich möchte nur mein Geschenk haben" -kein Danke, Nichts...
Der Vater meines Freundes (nicht Kindsvater) rief sie an. Sie weigerte sich ans Telefon zu gehen. Sie haben eigentlich ein sehr gutes Verhältnis zueinander. Bei meiner Schwester das Gleiche.
Mein Freund hatte einen Umschlag für sie. Wieder kein Danke. Fazit: er nahm den Umschlag wieder mit.
Von mir sollte sie eigentlich ein Handy bekommen, welches sie zur Hälfte selbst finanziert. Jedenfalls hat sie in den letzten Wochen ziemlich Bockmist gebaut worauf sie das Handy nicht bekommen hat. War angedroht und nun durchgezogen.
Da ich kein Unmensch bin habe ich ihr dennoch eine Kleinigkeit gekauft. Liegt noch verpackt im Schrank und sie weiß nichts davon.
Da sie mich heute unschön beleidigte weigere ich mich ihr dieses Geschenk zu übergeben.
Auch das Wahlessen für heute Abend wurde gestrichen und die Geburtstagsfeier am Samstag im Bowlingcenter steht auf Kippe.
Ihr Verhalten sieht sie nicht ein. Andere seien Schuld. Für ihr Verhalten muss sie selbst gerade stehen und sich entschuldigen was offensichtlich für Sie eine unüberwindbare Hürde darstellt (insofern sie es überhaupt einsieht).
Aber wie geht es weiter? Mein Geschenk möchte ich am liebsten im Geschäft zurück geben. Sind wir zu hart?
Das Geschenk ihr später überreichen?
Im Moment bin ich wie in Schockstarre, kann von Wut und Enttäuschung nicht mehr unterscheiden.
Danke!

Anmerkung: Wir waren schon in der Therapie mit ihr. Sie ist nicht therapiefähig. Sieht Fehler/Probleme nicht ein bzw verneint diese - lächelt alles weg.
 

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marut

Aktives Mitglied
ja du bist zu hart. was bringen denn bitte strafen?
dabei ist die lösung einfach: das negative vergeben und das positive und sei es noch so klein - belohnen.

und hör auf an undankbarkeit zu denken, sie kämpft genau wie wir alle um ihr leben.
 

Biddi

Sehr aktives Mitglied
Gast;3069168 meine Tochter ist heute 12 Jahre alt geworden. Sie ist eher vom Typ "kompliziert und sehr anstrengend". Heute aber hat sie Grenze überschritten und ich weiß gerade nicht weiter. .[/QUOTE meinte:
Deine Tochter kommt mit Schwung in die Pubertät und will ihre (und deine) Grenzen austesten.
 

Nordrheiner

Sehr aktives Mitglied
Hallo, Gast,

was Du berichtest, macht auf mich den folgenden Eindruck:

Es gibt Regeln mit denen ihr euch absprecht: „wie wollen wir miteinander umgehen?“

Werden die Regeln eingehalten, dann funktioniert das Zusammenleben harmonisch und es gibt Vorteile bzw. Vergünstigungen. Und werden diese Regeln mißachtet, dann funktioniert es eben nicht harmonisch. Und dann gibt es eben konsequenterweise keine Vergünstigungen.

Generell finde ich das so richtig, weil – ohne klare Regeln und ohne konsequente Beachtung gibt es auch keine Orientierung. Ohne Orientierung wird das Richtige zum Falschen und das Falsche zum Richtigen.

Ich sehe in der Konsequenz keine Bestrafung. Und auch wenn eine Bestrafung erfolgt, dann ist sie zur richtigen Zeit in angemessenem Umfang gut – weil richtungsweisend.

So eine Erziehung kostet Nerven. Ich wüsste keinen Grund, wegen der Auflehnung eurer Tochter einen Therapeuten in Anspruch zu nehmen. In der Auflehnung eurer Tochter kann ich kein Anzeichen einer Krankheit oder Persönlichkeitsstörung erkennen. Es gibt eben Kinder und Jugendliche, die wirklich oft und konsequent testen wollen, ob Grenzen wirklich Grenzen sind und ob Regeln wirklich funktionieren. Es gibt Kinder die das kaum oder fast unmerklich tun und Eure Tochter gehört eben zu denen, die Grenzen wirklich austesten.

Ich empfehle da ganz ruhig zu bleiben und im übrigen deutlich den Umgang miteinander, besonders mit der renitenten Tochter, sehr liebevoll zu gestalten. Dies betrifft vor allem den Ton… in dem Gespräche geführt werden. Liebevoller Umgang und konsequente Erziehung sind kein Widerspruch.

Und dann darf man auch mal von einer Regel eine Ausnahme machen … sozusagen als Friedensangebot und um zu testen, ob dies positiv anerkannt wird und irgendwie zu einer freundlichen Reaktion führt.

Bleib immer schön cool. Der Grund, warum junge Eltern und nicht Rentner Kinder bekommen, liegt darin, dass junge Eltern noch die besseren Nerven haben (sollten).

LG, Nordrheiner
 

Nachtwolf

Aktives Mitglied
Hallo.
Ich sehe bei Euch eigentlich eine schwierige, aber nicht unnormale Situation. Ich habe Deinen Text nun mehrmals gelesen und eigentlich erscheint mir das Alles recht einfach.
Das Problem sehe ich hier:

...
Von mir sollte sie eigentlich ein Handy bekommen, welches sie zur Hälfte selbst finanziert. Jedenfalls hat sie in den letzten Wochen ziemlich Bockmist gebaut worauf sie das Handy nicht bekommen hat. War angedroht und nun durchgezogen.
...
Deine Tochter hätte gerne zum Geburtstag das Handy bekommen. Sie hat sich seit Wochen darauf gefreut und wollte genau das und nicht Anderes. Da wird eine Kleinigkeit, ein anderes Geschenk oder Glückwünsche nichts ändern können. Denn als sie wahrgenommen hat, dass sie dieses Geschenk, das ihr wichtiger ist als alles Andere, nicht bekommen wird, wird ihr alles andere nichts mehr bedeuten. Für sie war der Geburtstag innerlich damit abgeschlossen.

Sie sagt das auch sehr deutlich in der Antowrt an ihren Opa:

Ihr Opa, leider nicht ortsnah, schickte ihr eine SMS. Darauf antwortete sie mit "Ich möchte nur mein Geschenk haben" -kein Danke, Nichts...
Ich bin mir dabei sehr sicher, dass sie nicht ihrem Opa weh tun wollte. Die Aussage ist ganz klar: 'Ich habe das Handy nicht bekommen, jetzt bin ich sauer!"

Du sagst, dass sie sich in den letzten Wochen unmöglich benommen hat. Ok. Aber hatte dieses Benehmen direkt mit dem Handy zu tun? Dann ist es ok, dass Sie es nicht bekommen hat, wenn sie z.B. nicht selbst ihren Teil des Geldes aufgebracht hätte. Wenn ich nichts damit zu tun hat, dann ist es nicht mehr ok. Denn es war nicht nur ein Geschenk, sondern es war eine Abmachung zwischen Dir und ihr. Sie bekommt das Handy zum Geburtstag wenn sie ihren Teil dazu beiträgt. Sie hat ihren Teil der Abmachung wahrscheinlich erfüllt. Du nicht. Jedes andere Geschenk hättest Du ihr vorenthalten können, aber dieses war nicht nur ein Geschenk, sondern bereits ein Versprechen.

Versteh mich bitte nicht falsch, ich heiße nicht gut, dass sie sich 'unmöglich benommen' hat (wodurch auch immer). Aber die Art der Strafe finde ich falsch.

Reagieren tut sie wie ein normaler Teenager - trotzig. Daraufhin habt ihr ihr sämtliche Geschenke vorenthalten und droht nun ihre Geburtstagsparty abzusagen. Was soll das Mädchen nun tun? Sie ist im Moment (ob zurecht oder nicht sei dahingestellt) gekränkt, verletzt und unglaublich wütend. Das Letzte, was ihr einfällt, wird im Moment sein, sich zu entschuldigen. Sie ist ein Teenager. Das entschuldigt zwar nichts, aber erklärt vieles.

Im Moment bist nicht nur Du in Schockstarre. Ich bin mir ganz sicher - sie auch. Und - so wie Du es erklärst - sehe ich da auch keine böse Absicht im Verhalten Deiner Tochter. Nur wahnsinnig viel Trotz.

Versuch mit ihr in Ruhe zu reden. Auch über das Handy. Und - wenn sie trotzig ist, dann drohe nicht mit Strafe. Denn das wird exakt das Gegenteil bewirken.
 
Zuletzt bearbeitet:
G

Gast

Gast
Guten Abend,
meine Tochter ist heute 12 Jahre alt geworden. Sie ist eher vom Typ "kompliziert und sehr anstrengend". Heute aber hat sie Grenze überschritten und ich weiß gerade nicht weiter.
Sie hat also Geburtstag heute.
Ihr Opa, leider nicht ortsnah, schickte ihr eine SMS. Darauf antwortete sie mit "Ich möchte nur mein Geschenk haben" -kein Danke, Nichts...
Der Vater meines Freundes (nicht Kindsvater) rief sie an. Sie weigerte sich ans Telefon zu gehen. Sie haben eigentlich ein sehr gutes Verhältnis zueinander. Bei meiner Schwester das Gleiche.
Mein Freund hatte einen Umschlag für sie. Wieder kein Danke. Fazit: er nahm den Umschlag wieder mit.
Von mir sollte sie eigentlich ein Handy bekommen, welches sie zur Hälfte selbst finanziert. Jedenfalls hat sie in den letzten Wochen ziemlich Bockmist gebaut worauf sie das Handy nicht bekommen hat. War angedroht und nun durchgezogen.
Da ich kein Unmensch bin habe ich ihr dennoch eine Kleinigkeit gekauft. Liegt noch verpackt im Schrank und sie weiß nichts davon.
Da sie mich heute unschön beleidigte weigere ich mich ihr dieses Geschenk zu übergeben.
Auch das Wahlessen für heute Abend wurde gestrichen und die Geburtstagsfeier am Samstag im Bowlingcenter steht auf Kippe.
Ihr Verhalten sieht sie nicht ein. Andere seien Schuld. Für ihr Verhalten muss sie selbst gerade stehen und sich entschuldigen was offensichtlich für Sie eine unüberwindbare Hürde darstellt (insofern sie es überhaupt einsieht).
Aber wie geht es weiter? Mein Geschenk möchte ich am liebsten im Geschäft zurück geben. Sind wir zu hart?
Das Geschenk ihr später überreichen?
Im Moment bin ich wie in Schockstarre, kann von Wut und Enttäuschung nicht mehr unterscheiden.
Danke!

Anmerkung: Wir waren schon in der Therapie mit ihr. Sie ist nicht therapiefähig. Sieht Fehler/Probleme nicht ein bzw verneint diese - lächelt alles weg.

Ich bin mir jetzt nicht sicher wer von euch mehr trotziger und bockiger Teenager ist - du oder deine Tochter.
Sehr erwachsen hörst du dich nicht, ich finde dein Verhalten deiner Tochter gegenüber respektlos.
Sie ist sauer auf dich (egal ob zurecht oder zu unrecht). Du verlangst in dieser Situation, dass sie sich artig bedankt und lieb ist und sie hustet dir was.
Du bist sauer auf sie weil sie sich in deinen Augen daneben benimmt und du reagierst genauso wie sie- du hustet ihr was.
 
G

Gast

Gast
Hallo Gast,
versuche bitte das Wort "Undankbarkeit" aus deinem Wortschatz zu streichen, auch wenn es schwer fällt. Kinder oder Jugendliche denken nun mal nicht in solchen Kategorien....

Sie ist in der Pubertät und schiebt Frust, wegen dem Geschenk was erwartet wurde....und vielleicht auch über sich selbst, aber das wird sie kaum zugeben....Sie testet ihre Grenzen und stößt dabei alle vor den Kopf...das ist zwar für Dich und alle Beteiligten schwierig und anstrengend, aber diese Phase geht vorbei....Ich denke, sie wird mal eine starke Persönlichkeit...falls Dich das etwas tröstet?....
Das "Ersatzgeschenk" hättest du dir komplett sparen können, das ist eher für dein Gewissen gedacht, weil du am Ende keine Rabenmutter sein willst...egal was es ist, es wird eh nicht gut ankommen....

Versuche es mit liebevoller Konsequenz und soviel Geduld und Verständnis, wie du aufbringen kannst....und kein Gemecker oder sinnloses Kräftemessen mittels Strafen...DU kannst nur verlieren....
Viel Glück und Nerven!
 

kiablue

Aktives Mitglied
meine Tochter ist heute 12 Jahre alt geworden. Sie ist eher vom Typ "kompliziert und sehr anstrengend".
Also, zu diesem Satz fiel mir nur ein, MEINE Tochter war als Teenager (und auch heute noch) eher vom Typ "geliebt unter allen Umständen". Solche Situationen wie bei Euch gab es bei uns nicht. Wie Nordrheiner schon anklingen ließ, Gelassenheit ist das Zauberwort. Sie ist erst 12, wo soll das hinführen?

Ich persönlich finde das viel zu hart. Was hast Du jetzt erreicht? Ein Geburtstagsgeschenk eignet sich für meine Begriffe nicht für eine Strafaktion. Zumal sie ja die Hälfte selbst finanziert hat. Was wird jetzt damit? Ich verstehe, wenn der Freund sein Geschenk wieder mitnimmt, aber gut finde ich es irgendwie trotzdem nicht. Ein Geschenk verlangt keine Gegenleistung, keine Bezahlung. Ein Danke ist Höflichkeit. Ich glaube, diese kann man ihr anders beibringen. Du siehst ja auch, mit solchen Aktionen kommst Du auch nur nicht weiter.

Was hat Dein Kind jetzt gelernt? Sie ist so scheiße, dass sie nicht mal ihren Geburtstag wert ist? Man kann ihn ja nicht mal nachholen. Und das wird ja auch noch weiter ausgeweitet. Kein Wahlessen, kein Bowling. Für mich wäre dieser Geburtstag nun ein verschenkter Tag, eine verschenkte Gelegenheit, Liebe zu zeigen. Geburtstag ist doch der Tag, an dem gezeigt werden soll, dass man sich freut, dass das Geburtstagskind geboren wurde. Ihr habt ihr das Gegenteil gezeigt.

Ja, ihr Verhalten war nicht sehr toll. Aber warum ist sie so? Mit 12? Was sucht sie mit diesem Verhalten?
Erwachsen hat sich für meine Begriffe hier keiner verhalten. Wie gesagt, MEINE Zauberworte heißen Liebe und Gelassenheit. Aber es ist eben meins und Du kannst es anders sehen. Vielleicht magst Du mal die Sichtweise Deiner Tochter einnehmen.

viele Grüße, kiablue
 

Nordrheiner

Sehr aktives Mitglied
Wie gesagt, MEINE Zauberworte heißen Liebe und Gelassenheit. Aber es ist eben meins und Du kannst es anders sehen. Vielleicht magst Du mal die Sichtweise Deiner Tochter einnehmen.

viele Grüße, kiablue
Liebe Gast-Mutter,

alle Details kennen wir nicht, die das Vorenthalten des Handys erklären. Ich bin daher vorsichtig mit einer Bewertung der speziellen Situation. Da das Handy-"Geschenk" Teil einer Vereinbarung war, wäre vor einer Beurteilung zu prüfen, inwieweit die Vereinbarung klar war, was Leistung und Gegenleistung betrifft. Vielleicht wäre es besser, anstatt das Handy zurückzuhalten - den Anteil des Kindes zurückzugeben und aus der Vereinbarung mit ausreichender und vor allem mit klarer, verständlicher Kind gerechter Begründung auszusteigen.

Ich tendiere auch nicht zu der Haltung: Verhalte Dich lieb, dann bekommst Du .....
Das hat für mich zu sehr den Geschmack eines Geschäftes. Gutes Verhalten gegen Belohnung.

Eher halte ich es für gut, wenn dem schlechten Verhalten die Verletzung des anderen Menschen gegenübergestellt wird. Eine Verhaltensregel sollte nicht eingehalten werden, um der Regel willen. Vielmehr sollte eine Regel eingehalten werden, weil bei Verletzung der Regel z.B. eine Verletzung eines Menschen erfolgt. Hier kommt es mir nicht so sehr auf Verstehen der Regel mit dem Verstand an, sondern auf Verstehen der Regel durch Empfinden der Verletzung, die eintritt, wenn die Regel nicht beachtet wird.

Die Sichtweise der Tochter einnehmen, ist ein gute Hinweis von Kia. Du, Gast-Mutter, schreibst von Weglächeln der Fehler, eines Fehlverhaltens. Ich empfinde Weglächeln als ein Zeichen der Unsicherheit, als ein Zeichen von "ich weiss auch nicht wie ich damit umgehen soll".

Es stellt sich doch die Frage, wie man als Vater oder als Mutter es schaffen kann, die Sichtweise der Tochter oder des Sohnes einzunehmen?

Vielleicht würde es Dir helfen, wenn Du das Verhalten hinterfragst. Damit meine ich, dass Du ohne unangenehm zu wirken, nach sachlichen Gründen und besonders nach Empfindungen (Gefühlen) fragst, die mit dem Fehlverhalten zu tun haben. "Was denkst Du wenn..." sowie "was fühlst Du wenn..." Dabei halte ich es für sehr wichtig, dass Du tatsächlich nicht unangenehm rüberkommst. Das Kind darf auf keinen Fall den Eindruck haben, dass es - wenn es sich öffnet - für seine Äusserungen getadelt werden wird. Das Kind darf die schlimmsten Gedanken und die ablehnendsten Gefühle haben... und äussern, ohne dafür auch nur ansatzweise getadelt oder gar bestraft zu werden.

Nur dann besteht die Möglichkeit, dem Kind zu helfen, positiv, konstruktiv mit diesen eigenen negativen Gedanken und Gefühlen umzugehen. Ziel sollte es sein, dass das Kind Hilfestellung bekommt mit dem Negativen und mit dem Destruktiven umzugehen.

Es ist schön, wenn Kinder mit einem Erfolgserlebnis kommen und erzählen, was sie alles toll gemacht haben. Dann erhalten sie Lob sowie Anerkennung. Das ist wichtig. Aber noch wichtiger, finde ich, ist, dass ein Kind mit dem Schlechten, mit dem Versagen, mit schlechten Taten und Gedanken und negativen Gefühlen zu den Eltern kommen kann, weil es weiß, dass es darüber sprechen kann, ohne Strafe oder abwertende Kommentare seiner Person befürchten zu müssen.

Der kritische Punkt ist aus meiner Sicht der, bei dem deutlich wird, dass die Eltern das Kind lieben und liebevoll mit ihm umgehen, obwohl sie gleichzeitig das schlechte Verhalten ablehnen. Liebevoller Umgang bedingt auch Konsequenz. Liebevoller Umgang trennt zwischen Mensch und seinem Verhalten und bewertet daher das Verhalten aber nicht den Menschen. Das sollte ein Kind erspüren.

Und ja, ein Vater oder eine Mutter dürfen (aus meiner Sicht) auch mal überreagieren bzw. sich falsch verhalten. Das ist dann eine schöne Situation, in der die Eltern dem Kind vormachen, wie sie damit umgehen, wenn sie etwas falsch gemacht haben. Abstreiten, Schönreden, Ich-darf-das-weil-ich-Erwachsen-bin führen zu falschem Vorbild. Hör- und sichtbar einsehen und hör- sowie sichtbar sich entschuldigen und wieder gut machen sind hingegen ein gutes Vorbild. Jedenfalls sehe ich das so. Vorbildfunktion bedingt aber auch, dass man als Eltern darauf achtet, dass das gute Vorbild verstanden und dann auch nachgeahmt wird. Der Lerneffekt beim Kind sollte sichtbar werden, andernfalls ist das Vorbild nicht verständlich genug.

Und da, liebe Gast-Mutter, solltest Du überlegen, inwieweit diese Vorbildfunktion bei Deinem Mann und bei Dir bisher gut und verständlich war.

LG; Nordrheiner
 
G

Gast

Gast
Ich kann verstehen, dass es eine Konsequenz geben muss, wenn sich die Tochter im Vorfelde nicht gut benommen hat.
Deine Konsequenz war, dass sie ihr Geschenk nicht bekommen hat, was sie auch noch zur Hälfte selbst finanzieren muss.

Ganz ehrlich, dass ist kein Geschenk mehr. Somit ist der Geburtstag dann doch sowieso schon nur so lala.

Aber hinterher noch zu erwarten, dass man sich noch über seinen Geburtstag freut, wenn man so abgestraft wurde, ist nun auch ein wenig viel verlangt, vor allem, wenn man gerade in der Pubertät ist und sowieso Schwierigkeiten hat, sich selbst zu finden.

Du bestrafst Deine Tochter, indem Du ihr nicht das schenkst, was sie möchte. Das hast Du angekündigt und bist konsequent geblieben. Das ist auch so in Ordnung.

Aber: Du erwartest dann noch, dass sie sich weiter freut und jedem ein Danke sagt und dass kannst Du dann nicht mehr erwarten. Deine Tochter hat erstmal ein Anrecht darauf, sauer zu sein.
Dann bestrafst Du sie einfach noch weiter, indem Du ihr das Wunschessen streichst und dann evt. noch den Bowlingabend....

Du strafst, strafst und strafst....und schießt weit über das Ziel hinaus.

Deine Tochter ist nicht undankbar, sie ist nur enttäuscht von Dir, fühlt sich nicht angenommen und versteht nicht, warum sie so wenig wert ist. Das zeigt sie jetzt auch.

Wenn Du mit der Erziehung Deiner Tochter überfordert bist, google nach Hilfsangeboten, die Dich unterstützen können.

Ein Geburtstag sollte nicht an Bedinungen geknüpft sein, ebensowenig wie Weihnachten.
 

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