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Und irgendwie ist doch alles anders, als ich immer dachte...

Du sprichst mir aus der Seele Invvo88.

Er ist mein erster Freund und ich bin seine erste Freundin. Ich habe noch nichtmal einen anderen Mann geküsst und bei ihm ist es genauso. Er ist also wirklich meine erste große Liebe. Ich hatte einfach noch nie jemanden anders, ich hatte noch nie Liebeskummer, weil eine Beziehung vorbei ist, usw. ... Ich habe keinen Exfreund.

Und ja die Beziehung läuft eben schon seit 4,5 Jahren. Aber vielleicht wird ihm ja durch den Abstand bewusst, was er denn eigentlich will und was ich ihm bedeute... Ich habe fast den Eindruck, dass er es genauso wenig haben kann, wenn ich meine Zukunft ohne ihn plane... Als ich ihm gesagt habe, dass ich eventuell noch 4 Jahre nebenberuflich studieren möchte, konnte er es auch nicht haben, weil er meinte, dass ich doch eigentlich andere Ziele gehabt hätte für die Zukunft... Und mir tut der Abstand irgendwie gut. Ich hoffe, dass ich bald einen Job finde, dann wird das alles noch einfacher und ich habe mehr Ablenkung.
 
Ich würde mich so früh gar nicht auf derart konkrete Zukunftspläne versteifen. Wenn Du deinen Freund liebst und ihr euch gut tut (von diesem Streitpunkt mal abgesehen), dann solltest Du dies einfach so nehmen wie es ist. Du hast beruflich ja ohnehin noch weiter reichende Pläne, so dass die Familienplanung wohl ohnehin noch hinten an gestellt wird. Von der Reduzierung, was Qualität und Quantität angeht, halte ich auch nicht viel. Entweder Du führst eine Beziehung richtig oder gar nicht. Alles Andere wäre wirklich verschwendete Zeit und Energie.

Wie gesagt, wir Jungs sind manchmal etwas hinterher, was derartige Planungen angeht. Auch wenn dein Freund jetzt noch nicht so weit ist, dann heißt das noch nicht, dass er nicht bereit ist, wenn es dann wirklich ansteht. Ihr solltet vielleicht über eure Ziele, Wünsche und auch Ängste sprechen, ganz ohne den Zwang dass der Masterplan jetzt schon in Stein gemeißelt wird. Momentan sieht dein Freund seine "Stammfamilie" noch als Familie, während Du schon die Gründung deiner eigenen Familie planst. Vielleicht hat er auch Angst, dass er sich entscheiden müsse. In manchen Fällen ist dies ja tatsächlich der Fall, wenn die Familie sich nicht allzu gut mit dem Partner versteht.

Wie ich bereits erwähnte sollte sich der Lebensplan in Deckung bringen lassen, doch sollte man auch den Aspekt der Zeit nicht vergessen. So lange dein Freund ähnliche Ziele hat oder sich diese zumindest vorstellen kann, dann ist doch alles in Ordnung (jedenfalls für den Moment). Das Leben lässt sich erfahrungsgemäß ohnehin schlechter planen, als man es sich um die 20 vielleicht vorstellt. Es gibt viel zu viele Faktoren die sich ändern, um einen derartigen Plan aufrecht zu erhalten.
 
Hallo zusammen,

ich melde mich nochmal. Ich muss sagen, dass ihr alle mir mit euren Beiträgen echt extrem geholfen habt. Und ich finde es toll, dass es Leute gibt, die Interesse haben sich mit meinen Problemen zu beschäftigen. 🙂

Ich muss sagen, dass ich mittlerweile froh bin, dass ich weiß wie ich bei meinem Freund dran bin. Es kann gut sein, dass wir nicht unbedingt unterschiedliche Ziele haben, nur halt eine andere Herangehensweisen. Und er ist halt für vieles einfach noch nicht so weit, er ist so schrecklich unreif. Ich bin froh, dass ich weiß, dass seine Familie ihm wichtiger ist, dass er nicht planen will, dass ich mein eigenes Ding machen soll und dass er seine Unabhängigkeit braucht. Das war mir wirklich nie so klar. Ob sich das mit dem Lügen ändert weiß ich nicht, ich glaube es fast nicht. Und irgendwie glaube ich ihm teilweise auch nichts mehr, weil ich weiß wie hemmungslos er im Lügen ist🙁 Vielleicht wird das auch irgendwann der Hauptgrund sein, weswegen ich ihn verlassen werde... Und seine Mutter scheint auch noch nicht wieder mit mir zu reden, aber was solls... Ist ja nicht meine Schwiegermutter. 😀 Ich möchte mit seiner Familie ohnehin nicht mehr so viel zutun haben. Ich glaube ich habe mich an meinem Wunsch nach Familie und Kinder zu verkrampft festgehalten, sodass ich alles andere im Leben aus dem Auge verloren habe. Natürlich will ich immer noch Familie und Kinder haben, aber letztlich bin ich ja noch sehr jung und habe Zeit. Ob mein Freund der Richtige dafür ist wird sich in den nächsten Monaten und Jahren zeigen... Ob ich mit ihm meine Ziele und Zukunft verwirklichen kann... Ob er jemals in der Lage ist erwachsen zu werden und seine Familie loszulassen und verlässlich zu werden... Teilweise könnte ich auch einfach nur heulen, wenn ich sehe wie meine Freundinnen eine feste Partnerschaft mit Zukunftsperspektive in einer eigenen Wohnung mit ihrem Freund leben... Ich frage mich verzweifelt warum ich sowas nicht habe, wo mein Freund und ich seit 4,5 Jahren zusammen sind. Aber immerhin weiß ich wo ich dran bin und wer mein Freund nun mal nicht ist. Er ist eben kein fester Partner sondern eher so eine "Jugendbeziehung". Ich denke, dass es im Moment (noch) nicht der richtige Zeitpunkt ist um das Ganze zu beenden. Mal schauen wie es weiter läuft, jetzt wo die Verhältnisse zwischen uns geklärt sind. Ich werde euch auf dem Laufenden halten, falls es was Neues gibt!

Vielen Dank nochmal!

endless
 
Ich glaube Du bist da auf dem richtigen Weg. Wie gesagt lässt sich viel im Leben nicht planen. Es kann sogar sein, dass man sich noch schnell was Süßes an der Tankstelle holen möchte und dann die Person trifft, die den kompletten Lebensplan über den Haufen wirft.

Was die Lügen angeht, so ist dies oft eine Sache, zu der beide Parteien einen Teil beitragen können (es gibt natürlich auch notorische Lügner, da kann man nichts machen). Ich persönlich lüge relativ wenig, mal eine kleine soziale Flunkerei hier und da, mehr nicht. Ich konnte nicht einmal verstehen, wie die "Lügenstatistiken" auf derart hohe Zahlen kommen, was Lügen am Tag betrifft. Bei meiner Ex sah das allerdings anders aus, da habe ich den ganzen Tag gelogen oder Dinge ganz oder teilweise weggelassen. In diesem Fall, der nur als Beispiel dienen soll, war meine Partnerin krankhaft eifersüchtig. Sie hat die Wahrheit stets überbewertet und mich dann in eine Ecke gedrungen, in der ich nicht sein wollte (typische Situation, man sollte beweisen, dass man nichts mit einer Frau hatte, obwohl man theoretisch die Zeit für ein kleines Intermezzo gehabt hätte). Das ganze hat sich dann stets hochgeschaukelt und hat zu Situationen unangenehmer Diskussionen oder böser Streitereien geführt. Wenn ich zurück denke waren diese Lügen natürlich ein reiner Schutzreflex aus Überforderung. Ich habe ihr Dinge einfach so erzählt, dass ihre Reaktion zu dem Sachverhalt passte, der wirklich (nicht) passiert ist.

Es muss natürlich nicht immer derart dramatisch sein, doch kann man uns Männer auch mit weit weniger dramatischen Dingen in eine Ecke drängen und überfordern. Dies trifft natürlich besonders zu, wenn es noch an der nötigen Reife fehlt. Dem Problem wird sich dann nicht gestellt, sondern man umgeht eine mögliche Streitsituation einfach dadurch, dass man dem Gegenüber erzählt, was er/sie hören möchte. Mit der Zeit verschärft sich das Problem dann, wenn Lügen gebraucht werden um vorherige Lügen aufrecht zu erhalten.

Versteh mich nicht falsch, ich bin voll und ganz auf deiner Seite, was die Lügengeschichten betrifft, doch hättest Du vielleicht eine Möglichkeit dergleichen in Zukunft, zumindest zum Teil, zu verhindern. Du würdest ihm sogar bei seiner charakterlichen Entwicklung helfen, da er lernt dass die Lügen am Ende zu größeren Problemen führen können, da man das Problem oft nur verschiebt und das Chaos somit akkumuliert, bevor man sich der Sache ohnehin stellen oder den totalen Ausstieg wählen muss (Beides ist ja nicht Sinn der Sache). Das würde natürlich erstmal eine Art "Reset" voraus setzen. Du könntest ihm sagen dass für Dich nichts schlimmer ist als die Lüge und dass die Wahrheit immer die bessere Alternative ist. Das geht natürlich nicht von heute auf morgen, besonders wenn die Lügen, innerhalb der Partnerschaft, bereits derart alltäglich geworden sind.

Du kannst natürlich weiterhin mit ihm über Probleme reden und Diskutieren (wäre ja schlimm wenn nicht), doch solltest Du versuchen ihn nicht zu überfordern. Wie schon gesagt, wir sind in diesem Alter oft sehr unreif und können mit Stress schlecht umgehen, dafür kann man mit uns aber auch Spaß haben. 😉
 
Aber ein bisschen alleine fühle ich mich jetzt ja doch... Weil ich mich frage, was uns so wirklich zusammen hält.

Die große Verliebtheit ist es ja nach 4,5 Jahren nicht mehr... Aber der Gedanke an eine feste Parnterschaft auch nicht. Ich fühle mich doch teilweise etwas Single, so als hätte ich gar keinen Freund wenn ich verliebte Pärchen sehe oder wenn ich Pärchen sehe, die zusammen ziehen und heiraten und in ihrem Partner ihre neue "Familie" sehen.

Vielleicht könnt ihr diesen Gedanken nachvollziehen?

endless
 
Und in der nächsten Beziehung geschieht dir das selbe wieder.

Du machst Druck das ihr zusammenzieht.
Du möchtest am liebsten jemand der keine eigene Familie hat und du so die "einzige Bezugsperson" bist.


Ganz erhlich, ich würde auch nicht mit jemandem zusammenziehen wollen der mich so stark kontrolliert das ich meinem Bruder kein Geld geben darf, der meine Mutter beschimpft weil sie denkt das Geld für die Mutter war.

Manche Dinge gehen dich einfach nichts an.

Er sollte sparen damit ihr zusammenziehen könnt? An wieviel hast du so gedacht?

In meinen Augen bist du ein Kontrollfreak. Der seinen Partner von anderen Menschen entfremdet
Und das wird immer wieder schief gehen. Auch wenn es eine Zeit gutgeht weil der andere es nicht sehen will.
Wenn er es merkt wendet er sich ab.
 
Hi Rascas,

hast du alles gelesen? Deine Meinung kann ich so ehrlich gesagt nicht nachvollziehen.

Nach einer längeren Beziehung ist meiner Meinung nach der Wunsch nach einer gemeinsamen Wohnung durchaus berechtigt.

So wie ich das sehe geht's und ging's primär um die Lügen. Oder wäre es dir egal, wenn dein Partner behauptet er arbeitet an einer gemeinsamen Zukunft obwohl dies nicht im Ansatz der Wahrheit entspricht?

LG
 
Hallo endless,

Aber ein bisschen alleine fühle ich mich jetzt ja doch... Weil ich mich frage, was uns so wirklich zusammen hält.

Die große Verliebtheit ist es ja nach 4,5 Jahren nicht mehr... Aber der Gedanke an eine feste Parnterschaft auch nicht.

Ja, diesen Gedanken kann ich gut nachvollziehen. Wie ich bereits vorher angedeutet habe, hab ich nicht viel Verständnis für deine "Taktik" dich einfach ein wenig zurückzuziehen, dein Leben zu genießen, und die Beziehung oberflächlich weiterlaufen zu lassen. Das macht irgendwie keinen Sinn für dich, oder?

Glaub mir, ich versteh gut, dass es dir schwer fällt, die Beziehung zu beenden. Das "Was kommt danach?" und "Wie gehts dann weiter?" ist immer ein wenig erschreckend. Man mag Gewohntes meist nur ungern aufgeben, auch wenn es nicht mehr so richtig glücklich macht. Aber mal ehrlich, glaubst du, dass es (wenn es jetzt einfach so oberflächlich weiterläuft), in ein, zwei, drei Jahren leichter ist? Glaubst du, dass du dann irgendwann ganz gelassen sagen kannst: "Na gut, er hat sich immer noch nicht geändert, dann lassen wir es halt."?? Bestimmt nicht, oder? Das einzige Szenario, dass mir realistisch erscheint ist, dass du irgendwann jemand anders kennenlernst, der eher deinen Vorstellungen entspricht. Ich finds ehrlich gesagt nicht fair, so lange mit ihm zusammenzubleiben, bis der "Richtige" auftaucht. Wenn du jetzt Schluss machst, bist du später offen und frei für den Richtigen und schleppst nicht diese Altlasten mit dir umher.

Auch wenn du hier viel Bestätigung zu deinem Plan bekommen hast, die Beziehung lockerer und unverbindlicher weiterlaufen zu lassen, halte ich das für den absolut falschen Weg. Entweder ihr setzt euch mit eurem Problem auseinander, und versucht, weiter voranzukommen in der Beziehung und euch aufeinander zuzuentwickeln, oder ihr beendet das gleich. Alles andere ist in meinen Augen eine Farce.

Liebe Grüße
M.
 
Hi Rascas,

hast du alles gelesen? Deine Meinung kann ich so ehrlich gesagt nicht nachvollziehen.

Nach einer längeren Beziehung ist meiner Meinung nach der Wunsch nach einer gemeinsamen Wohnung durchaus berechtigt.

So wie ich das sehe geht's und ging's primär um die Lügen. Oder wäre es dir egal, wenn dein Partner behauptet er arbeitet an einer gemeinsamen Zukunft obwohl dies nicht im Ansatz der Wahrheit entspricht?

LG

Ja habe ich gelesen. Ich kenne auch den alten Beitrag in dem die TE sich beschwert das ihr Freund seiner Familie Geld leihen will.

Eine gemeinsame Wohnung ist das eine. Aber dem anderen den Rahmen vorzuschreiben in dem er leben darf, das führt genau dazu was jetzt ist.

Vielleicht wollte er es am Anfang auch mit der Wohnung.
Aber nachdem sie soviel Druck auf ihn ausgeübt hat und Vorschriften gemacht hat, da hat er es sich berechtigt anders überlegt.

Rascas
 
J
Aber dem anderen den Rahmen vorzuschreiben in dem er leben darf, das führt genau dazu was jetzt ist.

Das Dumme ist nur das manche Rahmenbedingungen das Leben und die Lebensplanung beider betreffen.

Und wenn das nicht zusammenpasst muss man sich tatsächlich überlegen, ob man dann auf Dauer eine Beziehung mit dem anderen haben kann.
 

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